Strommessgerät: Einfach herausfinden was viel Strom verbraucht

Im Gegensatz zu Smart Metern, messen Strommessgeräte messen den Stromverbrauch eines Gerätes. Sie sind zwischen Gerät und Steckdose geschaltet und identifizieren Stromfresser. Strommessgeräte eigenen sich inbesondere dazu, wenn man den Stromverbrauch eines Gerätes ermitteln will. Also wenn zum Beispiel auf einer Stromrechnung innerhalb eines Monats oder Jahres der Stromverbrauch stark/sprunghaft gestiegen ist.

Versteckte Stromkosten: Strommessgeräte decken auf

In jedem Haushalt laufen ganz still und heimlich Stromfresser, die die Rechnung hochtreiben. Doch wieviel Strom verbrauchen Dunstabzugshaube, Wasserkocher, Staubsauger oder Laptop? Der Verbrauch der einzelnen Geräte lässt sich mit einem Strommessgerät feststellen.

Bei Geräten, die wie in Kühlschrank dauerhaft in Betrieb sind, sollte über einen längeren Zeitraum gemessen werden. Der Grund: der Verbrauch variiert abhängig davon, wie oft das Gerät geöffnet wird, wie häufig ungekühlte Lebensmittel eingelegt werden und welche Menge gekühlt werden muss. Je nachdem schaltet er sich mehrmals täglich an und ab.

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Auch Geräte bei denen das Nutzungsverhalten schwankt sollten über einen längeren Zeitraum gemessen werden. Also zum Beispiel Geschirrspüler, TV, PC, Trockner und  Waschmaschinen. Bei Geräten die nicht dauerhaft genutzt werden, reicht üblicherweise die Messung eines Arbeitsgangs (Kaffeemaschine, Nähmaschine, Wasserkocher).

Die grundsätzliche Funktionsweise ist stets dieselbe: Ähnlich wie bei einer Steckdosenleiste, wird das Strommessgerät zwischen die Steckdose und das betreffende Gerät geschaltet. Nun wird der Stromverbrauch gemessen und auf dem Display in Watt angezeigt.

Tipp: Bessere Geräte zeigen auch gleich die dafür anfallenden Kosten an. Mit ihnen können Stromfresser also besonders einfach identifiziert werden.

Gut getestete Strommessgeräte

Strommessgeräte unterscheiden sich

  • in der Messtechnik (Wie genau ist die Messung? Können auch niedrige Verbräuche gemessen werden?)
  • der Bedienung (Leider sind viele Geräte umständlich zu bedienen),
  • den ermittelten und angezeigten Werten (Nicht nur Verbrauch, sondern auch Kosten)
  • sowie im Preis.

Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass auch die Messung von niedrigen Verbräuchen möglich ist. So liefert manch ein Strommessgerät erst ab einer Geräteleistung von fünf Watt überhaupt Werte. Ein solches eignet sich nicht für die Ermittlung des Verbrauchs bei einer geringeren Leistung.

Achtung: Geräte wie Elektrische Zahnbürsten oder Ladegeräte von Handys ziehen auch dann Strom, wenn der Akku bereits voll geladen ist oder gar kein Gerät angesteckt ist. Diese Kosten summieren sich im Laufe der Zeit zu stolzen Summen!

In der Anzeige gibt es Unterschiede hinsichtlich der Werte wie Wirkleistung und verbrauchter Energie. Einige Prüfgeräte zeigen nach Eingabe des Strompreises auch die während der Messung entstandenen Kosten an.

Grundsätzlich zu empfehlen sind Stromprüfgeräte mit einem Messbereich mindestens zwischen 0,5 und 3.680 Watt, einer Messgenauigkeit des Energieverbrauchs von ±5 Prozent und bei der Leistungsmessung einer Genauigkeit von ±5 Prozent und ±0,5 Watt. 

 

Testsieger: Voltcraft Energie-Check 3000

Im Test hat das Strommessgerät Energie Check 3000 die beste Bewertung erhalten. Die Messgenauigkeit überzeugt mit ±1 Prozent, die Messwerte des Leistungsbereichs mit 1,5 bis 3000 Watt, die Verbrauchsmessung mit 1 bis 9999 kWh, das Gerät eignet sich außerdem zur Langzeitüberwachung.

Es kann Werte auch von gerne unterschätzten kleinen Stromfressern registrieren, die sich im Laufe der Zeit summieren. Der komfortable Monitor zeigt relevante Daten wie Frequenz, Leistung, Wirkfaktor, Stromstärke und Spannung an, nach Eingabe des Strompreises auch die entstandenen Kosten.

Dank einer Speicherfunktion können außerdem wöchentliche, monatliche oder jährliche Kostenprognosen erstellt werden. Die Service-Redaktion lobt zudem das Preis-Leistungsverhältnis. So sind die Anschaffungskosten durch das sich ergebende Sparpotenzial schnell vergessen.

Profigerät: Voltcraft Energycount 3000

Das Energycount 3000 von Voltcraft beeindruckt mit seinem Funktionsumfang. Über Steckdosen-Sensoren können mehrere Geräte gleichzeitig überwacht werden, die ermittelten Werte werden per Funk raumübergreifend an einen portablen Monitor übertragen. Das ist praktisch für verbaute Steckdosen wie zum Beispiel hinter einem Regal oder dem Kühlschrank: Ein einmaliges Wegrücken genügt für eine Langzeitmessung, die einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren erfassen kann.

Zwei Messsensoren sind im Lieferumfang erhalten, insgesamt kann das Gerät auf bis zu neun Sensoren erweitert werden. Die Anzeige umfasst alle relevanten Werte wie Verbrauch und Stromkosten, bei einer Änderung der Geräteleistung die Energieersparnis, auch eine monatliche oder jährliche Kostenprognose ist möglich.

Ab 0,2 Watt werden genaue Messwerte berechnet, so dass das Strommessgerät für private Haushalte geeignet ist. Mit seinem Funktionsumfang ist das Gerät teurer als das obige und die Inbetriebnahme erfordert, sich zunächst mit der Bedienung vertraut zu machen.

Preiswert: Reichelt Energiekosten-Messgerät KD

Günstiger als die anderen beiden Strommesser ist das Energiekosten-Messgerät KD-302 aus dem Hause Reichelt. Es ist zwar auch mit weniger Funktionen ausgestattet, misst aber ab einer Leistungsaufnahme von 0,2 Watt und der Stromtarif kann eingegeben werden. Damit ist es also auch möglich, kleine Stromfresser wie Stand-by-Geräte zu erfassen.

Angezeigt werden Spannung, Strom und Netzfrequenz sowie die niedrigste und höchste Leistung während der Messung. Die aktuelle Leistung, der Stromverbrauch und die Energiekosten können abgerufen werden.

Nachteile: Über eine Speicherfunktion verfügt das Gerät nicht. Die Werte müssen also abgelesen werden, solange es in der Steckdose ist (und dann notiert werden). Auch Kostenprognosen und das Ausrechnen des Jahresverbrauchs sind nicht möglich.

Chronische Stromfresser

Geräte die besonders häufig und/oder dauerhaft genutzt werden, sollten als erstes überprüft werden. Bei diesen Geräten gibt es häufig die größten Überraschungen:

  • Kühlschrank
  • Gefrierschrank (besonders der alte im Keller!)
  • Stehlampen, Halogenanlagen
  • Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler
  • PC/Laptop/Spiele-Konsolen
  • Fernseher

Elektrokleingeräte und Küchengeräte sollten danach überprüft werden. Hier ist das Einsparpotential häufig nicht so groß – in der Regel laufen diese ja nur für einen kurzen Zeitraum.

Standby-Stromverbrauch

Überraschungen gibt es auch beim Standby-Betrieb. Ganz heimlich, still und leise ziehen viele Geräte Minute für Minute, Tag für Tag Strom. Viele Strommessgeräte dokumentieren die Messdauer, einige berechnen daraus selbst den Jahresverbrauch.

Tipp: Unbedingt den Standby-Stromverbrauch jedes Geräts messen! Bei 365 Tagen im Jahr summieren sich hier oft die Kosten. Wie viel das ausmacht, kann hier berechnet werden.

Strommessgeräte mit Stromkosten-Anzeige

Mit einem Strommessgerät mit Stromkostenausgabe kann nicht nur der Verbrauch ermittelt werden, es zeigt auch die verursachten Stromkosten an. Dazu muss der Strompreis zunächst am Messgerät eingegeben werden. Die Stromkosten in Cent sind der letzten Rechnung zu entnehmen oder können beim Stromanbieter erfragt werden – die Eingabe erfolgt in Cent pro kWh.

Um zuverlässige Werte zu erhalten nach dem Anschalten des zu prüfenden Gerätes etwas mit der Messung warten – gelegentlich ist der Verbrauch kurzfristig am Anfang ein wenig höher. Weiterhin hängt die Zuverlässigkeit der Werte von der Dauer der Messung ab. Um den durchschnittlichen Jahresverbrauch zu ermitteln, sollte ruhig über mehrere Tage oder sogar eine Woche gemessen werden.

Stromverbrauch von Herd, Geschirrspülmaschine und fest installierten Geräten messen

Herd, Geschirrspülmaschinen, fest installierte Geräte oder auch Deckenlampen (Halogenlampen mit Trafo, versenkte Lampen etc.) sind mit einem herkömmlichen Strommessgerät nicht messbar. Hier gibt es im Wesentlichen nur drei Möglichkeiten:

  1. Messung über einen Fachmann wie Elektroinstallateur oder Energieberater. Leider steht das häufig nicht in Verhältnis zu den entstehenden Kosten.
  2. Messung über Spezial-Messgeräte wie ein geeichtes Smart Meter erforderlich. Werden damit die Watt-, Volt- und Ampere-Werte sämtlicher angeschlossener Geräte einzeln erfasst, kann der Verbrauch detailliert überprüft werden.
  3. Berechnung statt Messung: Über die Herstellerangaben aus den Bedienungsanleitungen kann der Stromverbrauch und somit die Kosten berechnet werden.

Kostenlose Strommessgeräte

Verbraucherzentralen, Energieberatungsstellen, Klimaschutzagenturen, Stromanbieter und Baumärkte verleihen Strommessgeräte. Meist genügt dazu die Vorlage des Personalausweises und die Hinterlegung einer Kaution. So kann – in der Regel für eine Woche – der Verbrauch eines Gerätes kontrolliert werden, ohne in einen eigenen Strommesser zu investieren. Für ein möglichst genaues Ergebnis sollte das zu überprüfende Gerät angegeben werden, da einige Strommesser erst bei einer höheren Leistung genaue Werte liefern.

Strom & Stromkosten sparen

Stromkosten lassen sich durch folgende Maßnahmen ändern:

  1. Änderung des Nutzungsverhaltens (z.b. bei 30 Grad waschen statt bei 60 Grad, Ausschalten eines Gerätes statt Standby).
  2. Austausch alter Stromfresser durch energieeffiziente Neugeräte (lohnt sich in der Regel bei Kühlschränken, Geschirrspülern und Waschmaschinen die älter als 10 Jahre sind).
  3. Wechsel des Stromanbieters (lohnt sich nach Stiftung Warentest immer dann, wenn der Strom noch über den lokalen Grundversorger bezogen wird).

Geräte nicht im Stand-by-Modus laufen zu lassen. Stattdessen

  • ganz abschalten
  • Netzstecker ziehen
  • Steckerleiste mit Schalter nutzen
  • oder mit Zeitschaltuhren automatisch ausschalten.

Hinweis auf unnötigen Stromverbrauch geben immer leuchtende Lämpchen an Geräten, die nicht genutzt werden. Geräte, die nach dem Betrieb noch längere Zeit warm sind, beispielsweise durch Trafos, verbrauchen nach dem Abschalten noch Strom. Sie sollten vom Netz getrennt werden. Dasselbe trifft auf Geräte zu, von denen ein Summen oder ähnliches Geräusch ausgeht. Weitere Stromspar-Tipps finden sich hier.