Föhn: Stromverbrauch und Stromkosten von Haartrocknern berechnen

Der Föhn ist eines der beliebtesten Styling-Geräte. Doch wie wirkt sich die Nutzung des Haartrockners auf die jährliche Stromrechnung aus? Mit diesem kostenlosen Online-Rechner behalten Sie den Überblick! Zusätzlich finden Sie die verwendete Formel sowie nützliche Infos und praktische Tipps zum Stromsparen.

Der Fön ist beim Morgenritual kaum wegzudenken

Ein Fön ist in nahezu jedem Haushalt vorhanden. Die erhältlichen Modelle unterscheiden sich in ihren Leistungen, aber auch im Stromverbrauch. Es gibt Haartrockner mit einer einzigen, aber auch solche mit mehreren Hitzestufen. Außerdem bieten die Hersteller Geräte an, bei denen zwischen warmer und kalter Luft umgeschaltet werden kann und solche mit und ohne Ionentechnologie beziehungsweise einem Umschalter.

Wird das Haar mit einer niedrigen Hitzestufe getrocknet, bedeutet das weniger Energieverbrauch, wodurch sich die jährlichen Stromkosten um einen ansehnlichen Betrag senken lassen. Das kommt auch den Haaren zugute, denn bei heißer Fönluft werden sie schnell trocken, spröde und brüchig. Damit erhöhen sich neben dem Stromverbrauch die Ausgaben für Pflegemittel und Friseurbesuche. Mit kühler Luft hingegen wird die Haaroberfläche verschlossen und die Frisur fixiert.

Vor jeder Hitzebehandlung empfiehlt sich oft auch die Verwendung eines Hitzeschutzes, um die Haare vor Schäden durch zu hohe Temperaturen zu schützen.

Für das richtige Föhnen gibt es zahlreiche Tipps, bei denen man aber immer die Haarqualität und das gewünschte Ergebnis berücksichtigen muss. Grundsätzlich gilt: Mit dem Föhn nicht zu nah ans Haar gehen, das strapaziert zusätzlich – am besten ca. 20 cm Abstand halten. Den Föhn immer in Bewegung halten, um zu viel Hitze an einem Punkt zu verhindern. Um einen schönen Glanz zu erhalten, föhnt man das Haar am Besten in Wuchsrichtung.

Daniela Rüde, FRISEURWELT Magazin

Welche Stromkosten entstehen durch das tägliche Föhnen?

Der tatsächliche Stromverbrauch hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst ist die Leistung des Geräts zu beachten. Diese ist den Herstellerangaben zu entnehmen, meist ist die Angabe auch direkt am Fön angebracht. Üblich sind Werte zwischen 1.000 und 2.000 Watt. Daneben ist zu beachten, wie oft und wie lange der Fön benutzt wird.

Nutzen mehrere Personen den Haartrockner, ist die persönliche Nutzungsdauer jedes einzelnen zu berücksichtigen. Zu guter Letzt ist der Stromtarif noch von Bedeutung für die Kosten. Ein Rechenbeispiel für Normalstrom: Bei einem Preis von 28,38 Cent pro kWh und der 15-minütigen Nutzung des Föns am Tag ergeben sich im Jahr durchschnittlich 51,79 Euro. Das summiert sich bei einem Mehrpersonenhaushalt entsprechend, so dass 100 Euro schnell überschritten sind. Allerdings kommt ein Föhn damit noch lange nicht an Großverbraucher wie Staubsauger, Fernseher oder Spielkonsolen heran.

Wer also sparen möchte, sollte neben der Berücksichtigung von Leistung und Nutzungsdauer einen Wechsel seines Stromversorgers in Erwägung ziehen. Wird das Netz mit Ökostrom gespeist, profitiert außerdem die Umwelt davon.

Effektive Tipps zum Stromsparen!

„Verbraucher sollten darauf achten, einen Föhn mit mehreren Geschwindigkeits- und Temperaturstufen anzuschaffen, denn auf der niedrigsten Stufe braucht ein Föhn am wenigsten Strom. Außerdem machen Sie es leichter, das Föhnen individuell auf das Haar abzustimmen“, erklärt Daniela Rüde, Redakteurin des Fachmagazins FRISEURWELT. Gibt es im Haushalt kein Gerät mit einer niedrigen Energiestufe, kann sich langfristig die Investition in eine Neuanschaffung lohnen. Besonders energieeffiziente Geräte sind an dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ zu erkennen. Es ist übrigens ein Irrtum, dass die Haare mit kälterer Luft nicht trocknen, es kann lediglich ein wenig länger dauern. Das treibt den Stromverbrauch jedoch weniger in die Höhe als eine hohe Stufe.

Daneben kann es sinnvoll sein, die Herstellerangaben zu überprüfen: Ein Strommessgerät gibt Aufschluss, ob der Verbrauch mit der angegebenen Leistung übereinstimmt.

Gibt es Tipps, um den Gebrauch des Föhns zu verkürzen und so Strom zu sparen?

Für den Endverbraucher Zuhause macht es sicherlich Sinn, die Feuchtigkeit nach dem Waschen gut aus dem Haar zu drücken und es auch möglichst lange an der Luft trocknen zu lassen. So muss nachher nicht mehr so lange geföhnt werden, was natürlich dann Strom spart.

Daniela Rüde, FRISEURWELT Magazin

Wie funktioniert der Rechner?

Mit nur wenigen Eingaben berechnet der Rechner die Energie, die Ihr Föhn im Laufe eines Jahres aus Ihrer Geldbörse zieht. Entnehmen Sie der Betriebsanleitung oder, falls diese nicht mehr zugänglich ist, dem Internet die Leistung Ihres Modells. Noch genauer wird die Messung mittels eines speziellen Strommessgerätes. Außerdem benötigen Sie die Gesamtföhndauer. Sie sollten daher über einen gewissen Zeitraum hinweg beobachten und messen, wie regelmäßig die einzelnen Familienmitglieder den Föhn nutzen und wie viel Zeit sie jeweils für den Föhnvorgang benötigen. Dann addieren Sie die Föhnzeiten aller Personen um die Gesamtföhnzeit zu erhalten.

Werden nun die Leistung und die Gesamtföhndauer multipliziert, erhalten Sie den jährlichen Stromverbrauch Ihres Haartrockners. Der Rechner verwendet einen Durchschnittswert als Strompreis und zeigt Ihnen die gefürchteten Stromkosten an. Für eine noch genauere Bestimmung können Sie statt des Durchschnittpreises auch den aktuellen Strompreis Ihres eigenen Anbieters angeben.

Tipp: Wenn Sie die Föhnzeiten der einzelnen Familienmitglieder nicht zusammenzählen sondern einzeln verwenden, können Sie mit derselben Formel auch die Stromkosten ermitteln, die die einzelnen Hausbewohner verursachen! Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, um Ärger zu vermeiden, sollten Sie unbedingt auf Schuldzuweisungen verzichten.

In Zeiten des Klimawandels sollte mindestens ein halbes Auge auch auf die Treibhausgasemmissionen geworfen werden. Und bei diesen liegt der kleine Stromfresser namens Föhn leider ziemlich weit vorn. Normal- und Ökostrom haben unterschiedliche CO2-Emissionen und belasten das Klima unterschiedlich stark. Für den Strompreis ist ein aktueller Durchschnittswert vorausgewählt. Falls Sie Ihren Strompreis kennen, können Sie diesen natürlich entsprechend anpassen. Viele Tipps rund um das Thema Stromsparen finden sich übrigens hier.

Noch einmal alle Formeln im Überblick:

\text{Gesamtfoehndauer}=(\text{Foehndauer Person 1}\times\text{Haeufigkeit Person 1})+(\text{Foehndauer Person 2}\times\text{Haeufigkeit Person 2})+\ldots

Um die Stromkosten vergleichbar zu machen, muss die Nutzungsdauer auf ein Jahr hochgerechnet werden. Die Dauer pro Durchgang wird mit der Häufigkeit des Föhnens multipliziert und für alle Personen addiert, um die Gesamtnutzungsdauer in Stunden zu berechnen.

\text{Stromverbrauch}=\text{Gesamtfoehndauer}\times\text{Leistungsaufnahme}

Der Stromverbrauch pro Jahr lässt sich dann ermitteln, indem man die Nutzungsdauer pro Jahr mit der Leistungsaufnahme multipliziert. Außerdem wird der errechnete Wert durch den Faktor 1000 dividiert, damit das Ergebnis in Kilowattstunden (kWh) angegeben ist.

 \text{Stromkosten}=\text{Stromverbrauch}\times\text{Kosten pro kWh}

Aus dem Stromverbrauch lassen sich dann mithilfe der Stromkosten pro Kilowattstunde (kWh) die jährlichen Stromkosten errechnen.

 \text{CO2-Emissionen}=\text{Stromverbrauch}\times\text{CO2-Aussto\ss{} pro kWh}

Analog zu den Stromkosten errechnen sich die Treibhausgasemissionen aus dem jährlichen Stromverbrauch und dem CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde (kWh).

 \text{Anteil der Person x}=\text{Stromverbrauch}\div\text{Foehndauer der Person x}

Die Anteile am Gesamtverbrauch ergeben sich aus der Division des Stromverbrauchs durch die Föhndauer der verschiedenen Personen. Nimmt man die Ergebnisse mal 100 hat man die Anteile in Prozent.

Föhnen

„Föhn“ oder „Fön“?

Die Bezeichnung als „Fön“ ist zwar geläufig, aber darf genau genommen nur für Geräte der Marke AEG verwendet werden. Diese geschützte Markenbezeichnung, die sich an den gleichnamigen warmen Alpenwind anlehnt, wurde vor etwa 100 Jahren von der Firma Sanitas erfunden. 1957 wurde das Unternehmen von AEG gekauft, das heute Produkte auch unter dem Namen Electrolux verkauft. Weil es sich bei „Fön“ um eine geschützte Markenbezeichnung handelt, müssen alle anderen Hersteller auf den Begriff „Haartrockner“ zurückgreifen. Seit der Rechtschreibreform findet man im Duden übrigens die Schreibweise „Föhn“.

Ionen: Zauberformel für gesundes und schönes Haar?

Neben dem Stromverbrauch des Haartrockners stehen besonders die Stylingeigenschaften im Fokus. Profifriseure fanden in einem Test heraus, dass einige Geräte, die mit Ionentechnologie beworben werden, besonders gutes Volumen kreieren. Sie machen das Haar seidig weich, ohne es statisch aufzuladen. Doch Ionentechnologie allein sorgt hier nicht für die guten Ergebnisse im Test, es scheinen eher die Gesamtkonstruktionen der Geräte gelungen zu sein. Andere Geräte, die ebenfalls mit Ionentechnologie arbeiten, schneiden im Test nur durchschnittlich ab. Je nach eigenem Haartyp sind die Vorteile der Ionentechnologie unterschiedlich ausgeprägt. Frauen mit langem, kräftigem aber sprödem Haar schätzen die geringere statische Aufladung und das Schließen der Haaroberfläche, das für ein weiches Haargefühl und Glanz sorgt. Feines Haar erhielt im Test zwar Glanz, aber kein Volumen, stattdessen lag es platt am Kopf an. Daher bietet es sich an, ein Gerät mit Ioneneinschaltfunktion zu wählen.