Ventilator: Stromkosten und Verbrauch berechnen

VentilatorWenn es im Sommer richtig heiß ist, sorgt der Ventilator zuverlässig für Kühlung. Sanfter Wind fährt durch das Zimmer und bringt die stehende Hitze in Wallung. Allerdings hat wohl jeder noch Oma’s Worte im Ohr: Das Ding ist ein Stromfresser, bloß nicht zu lang laufen lassen! Stromfresser? Wieso? Wie viel Strom verbraucht so ein Ventilator denn?

Alternative Rechner: Die Stromkosten eines Föhns oder Laptops lassen sich hier berechnen.

 

Ventilator

Verschiedene Modelle haben eine unterschiedliche Leistung

Viele Hersteller geben an, wieviel Leistung ein Ventilator bringt. Normalerweise ist die Leistung in Watt angegeben. Je höher die Zahl, desto stärker pustet der Wind bei eingeschaltetem Ventilator. Aber dann kommt es immer noch darauf an, auf welcher Stufe das Gerät läuft. Bei den meisten Ventilatoren können drei Stufen gewählt werden: leicht, mittel und stark. Abhängig davon , wie stark der Ventilator die Luft bewegen soll, muss der Motor stärker oder weniger stark arbeiten. Angegeben ist vom Hersteller aber immer nur ein Wert in Watt, das entspricht normalerweise der Höchstleistung. Diese Angabe befindet sich entweder direkt auf dem Gerät oder in der Bedienungsanleitung, oft auch zusätzlich auf der Verpackung. Wenn Sie sich einen neuen Ventilator kaufen wollen, rechnen Sie doch einfach mit unterschiedlichen Angaben. Der Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten können ein wichtiges Argument beim Kauf sein.

Den richtigen Ventilator auswählen

Ein Ventilator sorgt an heißen Tagen für eine angenehme Abkühlung, obwohl die vorhandene Luft eigentlich nur durcheinandergewirbelt und nicht etwa ausgetauscht wird. Der Effekt ist dennoch wunderbar erfrischend, so dass Sie selbst im Hochsommer immer einen klaren Kopf behalten: ganz egal, ob im Wohnzimmer, in Schlafräumen oder im Büro. Wichtig ist jedoch, dass der gewünschte Ventilator optimal zu dem jeweiligen Raum und den entsprechenden Gegebenheiten passt. Wählen Sie daher ein Gerät aus, dessen Leistung mit der Raumgröße vereinbar ist.

Fest montiert oder mobil einsetzbar

Deckenventilatoren liegen hierzulande voll im Trend, denn sie sorgen für ein mediterranes Feeling und erinnern an den letzten Sommerurlaub im sonnigen Süden. Sie werden jedoch fest an der Decke montiert und sind somit nicht für den mobilen Einsatz geeignet. Oft verfügen sie über eine integrierte Beleuchtung oder wurden kunstvoll verziert, so dass sie auch gleichzeitig interessante Deko-Objekte sind. Standventilatoren sind dagegen kompakt und leicht zu transportieren. Doch aufgepasst: Sie müssen aus Sicherheitsgründen unbedingt standfest und kippsicher sein. Dies gilt vor allem dann, wenn sich spielende Kinder oder Haustiere im Raum befinden. Grundsätzlich verfügen geprüfte Geräte aber über einen Überhitzungsschutz, das heißt, sie schalten sich automatisch ab, falls sie versehentlich umkippen sollten.

Der Ventilator muss passen

Kleine Ventilatoren mit einem schwachen Motor brauchen natürlich weniger Strom. Große Geräte benötigen mehr, leisten dafür aber auch mehr. Es ist Geschmacksache, ob ein zartes Lüftchen im Raum ausreicht oder ob ein stärkerer Luftzug gewünscht wird. Allerdings muss der Ventilator der Raumgröße angemessen sein: Ein kleines Gerät schafft es niemals, einen großen Raum angenehm kühl zu halten. Wofür genau soll der Ventilator dienen? Soll er einen Arbeitsplatz in einer Ecke des Raums kühlen, oder soll er den gesamten Raum kühlen? Für letztere Aufgabe ist normalerweise ein leistungsstärkeres Gerät nötig. Alternativ können verschiedene kleinere Geräte rundum im Raum verteilt werden. Mehrere Geräte bedeutet aber auch, dass die Stromkosten steigen.

Alternativen zum Ventilator

Der Ventilator ist nicht die einzige Möglichkeit, im Sommer einen heißen Raum zu kühlen. Ist es draußen leicht windig, können geöffnete Fenster schon Kühlung verschaffen. Ist es draußen allerdings schwül-warm und nicht kühler als drinnen, bringt auch das nicht viel. Ein Raum bleibt kühl, wenn in der Nacht gelüftet wird. Nachts sind die Außentemperaturen sehr viel niedriger. Werden dann morgens die Rollläden heruntergelassen, so dass die Sonne nicht zum Fenster hereinscheinen kann, bleibt der Raum auch verhältnismäßig kühl. Voraussetzung ist, dass die Fenster und Jalousien (oder Vorhänge) geschlossen bleiben.

Eine andere Möglichkeit ist, einen Luftentfeuchter aufzustellen. Sommerliche Hitze wird dann als extrem unangenehm empfunden, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Entzieht ein Luftentfeuchter der Luft das Wasser, wirkt der Raum gleich viel kühler. In Frage kommen zwei Arten von Luftentfeuchter: Einfache, mit Salz gefüllte Behälter sind normalerweise eher schwach in der Leistung, sind aber kostengünstig und in der Anschaffung und verbrauchen keinen Strom. Elektrische Luftentfeuchter sind leistungsstärker, benötigen aber Strom. Es gibt also laufende Kosten. Außerdem sollten die Geräte grundsätzlich an die Raumgröße angepasst sein: Kleine Luftentfeuchter sind eher für kleine Räume geeignet, größere Geräte schaffen auch mehr Kubikmeter. Die Hersteller geben sowohl auf der Verpackung als auch in der Bedienungsanleitung recht genau an, für welche Raumgröße das Gerät in Frage kommt.

Stromintensiv: Die Klimaanlage

In Deutschland sind Wohnungen not nicht standardmäßig mit Klimaanlagen versehen, in anderen Ländern dagegen schon. Die elektrischen Geräte enthalten Kühl- und Heizelemente. Sie saugen Luft an, die sie dann abhängig von der Einstellung kühlen oder erwärmen und an den Raum abgeben. Moderne Geräte lassen sich erstens gradgenau auf eine Temperatur einstellen, können zweitens auf eine bestimmte Uhrzeit oder für eine Zeitspanne programmiert werden und sind drittens sehr leise. Es gibt einen Schlafmodus, in dem ist das Gerät kaum wahrnehmbar. Und natürlich können die Anlagen auch einfach nur die Luftfeuchtigkeit senken. Auch das macht das Raumklima oft schon angenehmer.

Der Nachteil der Anlagen ist, dass sie im Vergleich zu Ventilatoren ein vielfaches an Strom benötigen. Aufgrund der dem Klima recht gut angepassten Bauweise in den deutschsprachigen Ländern ist eine Klimaanlage auch meist nicht nötig. Einzige Ausnahme: Dachgeschosswohnungen.

Direkt unter dem Dach kann es im Sommer aufgrund schlechter Isolierung doch recht unangenehm werden. Lüften, verschatten oder Ventilator werden nur wenig helfen. Am besten ist eine nachträgliche Verdämmung. Wenn es dann immer noch zu heiß ist, hilft oft schon eine  mobile Klimaanlagen, die nicht fest verbaut sind, sondern mobil von einem Raum zum nächsten getragen werden können. Diese Anlagen sind immer da einsetzbar, wo sie gerade benötigt werden. Allerdings muss auch hier ein Schlauch zum Ansaugen der Luft irgendwo angebracht werden. Das geht auf architekturschonende Art und Weise, ist aber nicht so einfach wie beispielsweise einen Ventilator aufzustellen. Denn letzterer benötigt wirklich nur eine Steckdose.

Klimaanlagen kühlen kleine und größere Räume zuverlässig, aber wenig nachhaltig. Ist das Gerät ausgeschaltet, wird innerhalb kurzer Zeit wieder die ursprüngliche Temperatur erreicht. Das hat die Anlage mit dem Ventilator gemeinsam. Effizienter arbeitet das Gerät, wenn der Raum verschattet wird. Außen angebrachte Jalousien oder Rollläden verhindern, dass die Sonne den Raum überhaupt erst soweit aufheizt. Die Klimaanlage braucht verhältnismäßig viel Strom beim Anlaufen. Ist der Raum erst einmal auf die gewünschte Temperatur gebracht, lässt die sich verhältnismäßig kostengünstig halten. Trotzdem ist das die insgesamt wohl kosten- und energieaufwändigste Art, einen Raum im Sommer zu kühlen.

Warum überhaupt kühlen?

Bis zu einer Temperatur von etwa 30° C hält es ein Mensch normalerweise recht gut aus. Man schwitzt zwar, aber ernsthafte gesundheitliche Schäden sind nicht zu fürchten. Anders sieht das bei Medikamenten, Lebensmitteln und technischen Geräten aus. Der Computer läuft beispielsweise im Sommer viel schneller heiß als im Winter – weil die Umgebungstemperatur höher ist. In Büros und anderen Räumen, in denen mehrere Rechner dauerhaft laufen, muss also im Sommer auf jeden Fall irgendwie gekühlt werden. Und wenn die Temperatur über 30° C steigt, leidet auch der Mensch. Die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, der überhitzte Körper reagiert mit Abgeschlagenheit und Schmerzen. Sogar schlafen fällt schwer, wenn es zu warm ist.

Fazit: Individuelle Lösungen sind am kosteneffizientesten

Es wäre zu einfach, den Ventilator jetzt gegen die Klimaanlage oder Jalousien auszuspielen. So einfach ist das Leben nicht. Wer wie am besten kühlen sollte im Sommer, hängt stark vom individuellen Lebensstil ab. Ist man den ganzen Tag zu Hause, arbeitet, kocht, schläft und isst in der Wohnung, sind Rollläden zwar okay, aber dauerhaft wird es zu dunkel. Licht einschalten heißt auch Stromverbrauch. Von daher kann eine sparsame Klimaanlage letztendlich sinnvoller sein. Umgekehrt benötigt jemand, der am Wochenende ein paar Stunden in der Wohnung ist, meist aber ohnehin arbeitet, eher keine Klimaanlage. Der Stromkostenrechner kann übrigens bei der Entscheidung helfen.

Verbrauch ausrechnen

Um die Stromkosten für den Ventilator auszurechnen, benötigt man also die Leistung des Geräts. Außerdem muss berücksichtigt werden, wie lange der Ventilator am Stück läuft, ob er das täglich (oder mehrmals täglich) tut, wie viele Monate im Jahr er verwendet wird und wie der Stromtarif aussieht. Denn ein konventioneller Tarif generiert andere Kosten als ein Ökostromtarif. Im Rechner vorgegeben sind bereits Durchschnittswerte. Die können verwendet werden, wenn Sie Ihre aktuellen Daten gerade nicht zur Hand haben. Die Rechnung selbst ist dann eine einfache Multiplikationsaufgabe in mehreren Schritten:

1. Die Wattangabe des Herstellers sagt aus, wieviel Strom der Ventilator innerhalb einer Stunde verbraucht.

2. Die Wattangabe wird mit der Zahl der Stunden, die der Ventilator am Tag läuft, multipliziert. Das Ergebnis zeigt an, wieviel Strom der Ventilator an einem Tag benötigt.

3. Das Ergebnis wird mit der Anzahl der Tage multipliziert, an denen der Ventilator im Jahr (oder in der Saison) benutzt wird. Wer den Verbrauch für den kommenden Sommer ausrechnen will, muss eine geschätzte Zahl angeben. Denn natürlich weiß niemand vorher so genau, wie viele kalte und warme Tage der kommende Sommer bringen wird. Wichtig ist auch, ob der Ventilator nur am Wochenende benötigt wird oder nur an Wochentagen oder täglich.

4. Jetzt ist klar, wieviel Strom der Ventilator während einer Saison verbraucht. Was fehlt, ist die Kostenangabe: Wieviel ist das in Euro? Dazu wird der Strompreis je Kilowattstunde genommen und mit dem Verbrauch des Ventilators (ebenfalls in Kilowatt, nicht mehr in Watt) verrechnet. Ein Kilowatt sind 1000 Watt. Hier sind also zwei Rechenschritte versteckt: Erst werden die bereits errechneten Watt in Kilowatt umgerechnet. Anschließend wird der Strompreis (oder der bereits angegebene Mittelwert) damit multipliziert.

Und damit ist die Rechnung auch schon abgeschlossen. Da ein Ventilator nicht täglich exakt die gleiche Zeitspanne lang läuft, auch Tage ohne oder mit mehr Ventilatorgebrauch dabei sind, ist das Ergebnis nur ein Näherungswert. Der reicht aber aus, um die Kosten eines Ventilators einzuschätzen.

Nicht nur der Strom ist wichtig

Wer einen konventionellen Stromtarif hat, zahlt für Strom aus fossilen Brennstoffen. Damit sind hohe CO2-Emissionen verbunden. Sowie bekannt ist, wieviel Strom der Ventilator in einem Sommer verbraucht, weiß man auch, wie groß der CO2-Fußabdruck des Ventilators ist. Bei Ökostrom ist das nicht ganz so einfach. Da wird zwar auch CO2 freigesetzt, aber das ist abhängig von der Art der erneuerbaren Energie weniger oder sehr viel weniger.

Es gibt also mehrere Gründe, den Stromverbrauch des Ventilators auszurechnen. Einerseits ermöglicht es einem, die Stromkosten zu optimieren. Andererseits machen sich immer mehr Menschen Sorgen um den eigenen Einfluss auf den Klimawandel. Es ist ein erster Schritt in Richtung nachhaltige Lebensführung, wenn man den eigenen CO2-Fußabdruck kennt und sich der Emissionen bewusst ist.

Stromkosten und CO2-Emissionen

Normal- und Ökostrom haben unterschiedliche CO2-Emissionen und belasten das Klima unterschiedlich stark. Hier finden sich Stromspartipps. Für den Strompreis ist ein  aktueller Durchschnittswert vorausgewählt. Falls Sie Ihren Strompreis kennen, können Sie diesen natürlich entsprechend anpassen.

Im Folgenden sind die verwendeten Formeln aufgeführt.

\text{Gesamtnutzungsdauer}=\text{Nutzungsdauer}\times\text{Haeufigkeit}

Um die Stromkosten vergleichbar zu machen, muss die Nutzungsdauer auf ein Jahr hochgerechnet werden. Die Stunden pro Tag werden mit den Tagen pro Woche und den Monaten, in denen der Ventilator läuft, multipliziert, um die Gesamtnutzungsdauer in Stunden zu berechnen.

\text{Stromverbrauch}=\text{Gesamtnutzungsdauer}\times\text{Leistungsaufnahme}

Der Stromverbrauch pro Jahr lässt sich dann ermitteln, indem man die Nutzungsdauer pro Jahr mit der Leistungsaufnahme multipliziert. Außerdem wird der errechnete Wert durch den Faktor 1000 dividiert, damit das Ergebnis in Kilowattstunden (kWh) angegeben ist.

 \text{Stromkosten}=\text{Stromverbrauch}\times\text{Kosten pro kWh}

Aus dem Stromverbrauch lassen sich dann mithilfe der Stromkosten pro Kilowattstunde (kWh) die jährlichen Stromkosten errechnen.

 \text{CO2-Emissionen}=\text{Stromverbrauch}\times\text{CO2-Aussto\ss{} pro kWh}

Analog zu den Stromkosten errechnen sich die Treibhausgasemissionen aus dem jährlichen Stromverbrauch und dem CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde (kWh).

Stromverbrauch ermitteln mit Strommessgeräten

Mit Strommessgeräten lässt sich ganz einfach der Stromverbrauch von den verschiedensten Geräten ermitteln.