Stromverbrauch von Staubsaugern berechnen

Ein Haushalt ohne Staubsauger? Unvorstellbar! Doch leider überbieten sich die Hersteller mit Wattzahlen. Verbrauchen wird suggeriert: Viel Watt = Extra-Sauber. Doch wieviel Strom verbraucht ein Staubsauger eigentlich? Was kostet das? Und lohnt sich der Umstieg auf einen energiesparenden Staubsauger? Antworten auf diese Fragen finden Sie auf dieser Seite.

Stromkosten-Rechner

Trugschluss: viel Watt = extra sauber

Die Tester von Stiftung Warentest bescheinigen Staubsaugern mit wenig Watt eine gute Saugleistung. So wurde im Juni 2018 bei einem Staubsaugertest ein Gerät mit nur knapp 600 Watt zweiter Testsieger. Das ist übrigens nicht erst seit kurzem so – bereits in den 1970er Jahren gab es Staubsauger die mit 700 Watt die gleiche Saugfähigkeit wie heutige Staubsauger mit einer hohen Wattzahl haben. Letztendlich kommt es bei der Saugleistung also nicht auf die Watt-Zahl an, sondern auf die Bauweise des Staubsaugers.

Der Grundmechanismus eines Staubsaugers ist verhältnismäßig trivial: Ein Elektromotor treibt einen Ventilator an, der im Gehäuse des Staubsaugers für einen Unterdruck sorgt. Durch diesen Unterdruck wird Luft durch die Staubsaugerdüse in das Gerät gesaugt. Die Luft wird dann mithilfe von Filtern und Beuteln oder beutellos gereinigt und sauber wieder ausgeblasen.

Viele Verbraucher denken, dass die Reinigungskraft vor allem davon abhängt, wie stark der Staubsaugermotor ist. Leider haben einige Hersteller es durch geschicktes Marketing auch geschafft, in den Köpfen der Konsumenten die Wattleistung mit Saugleistung gleichzusetzen. Deshalb befinden sich heute leider noch häufig Staubsauger mit hohen Wattzahlen in den Haushalten.

Doch hohe Leistungsaufnahme bedeutet nicht automatisch, dass die Wohnung auch tatsächlich sauberer wird. Im Gegenteil: Bei Staubsaugern mit hoher Leistungsaufnahme werden bewusst Undichtigkeiten im Schlauch und in der Staubsaugerdüse eingebaut – ansonsten würden sie sich schlicht am Boden festsaugen.

Steckdose und Staubsauger
Watt-Angaben beim Staubsauger sind lediglich ein Maß für den Stromverbrauch. Suggeriert wird: Nur eine hohe Watt-Zahl liefert gute Ergebnisse. Und damit wird auch kräftig geworben. Absurd! So würde kein Autohersteller mit einem hohen Spritverbrauch werben.

Staubsauger-Kauf: Lohnt sich ein Neuer mit weniger Watt?

Seit 2014 sind Geräte mit mehr als 1600 Watt verboten, seit 2017 auch Geräte mit mehr als 900 Watt. Doch lohnt sich der Umstieg auf einen neuen Staubsauger? Wie viel Strom kann mit einem neuen Gerät gespart werden? Wie sehr wird das Klima entlastet? Mit diesem Rechner können zwei Staubsauger miteinander verglichen werden.

Vergleichs-Rechner: Alter gegen neuer Staubsauger

Lohnt sich der Kauf eines neuen Staubsaugers? Wie viel Stromkosten und CO2 können eingespart werden? Dieser Rechner verrät es Ihnen.

 

 

Ob sich die Anschaffung eines neues Staubsaugers lohnt, hängt von zwei Faktoren ab: wie groß die Differenz der Leistungsaufnahme zwischen dem Alt- und dem Neugerät ist und wie oft gesaugt wird. Als einfache Merkregel gilt, je öfter und länger gesaugt wird, umso eher lohnt sich ein Neukauf.

Saugedauer > 1 Stunde pro Woche
In einem größeren Haushalt, in dem der Staubsauger mehr eine Stunde pro Woche läuft, kann sich der Neukauf eines Staubsaugers finanziell lohnen. Wenn zum Beispiel von einem Gerät mit 2400 Watt auf einen Staubsauger mit nur noch 600 Watt umgestiegen wird, können durch einen Wechsel über 100€ Stromkosten innerhalb von fünf Jahren eingespart werden. Da die durchschnittliche Lebensdauer eines Staubsaugers zwischen 8 und 10 Jahren beträgt, lohnt sich in den meisten Fällen ein Umstieg.

Saugedauer < 1 Stunde pro Woche
Bei einer Nutzungsdauer von weniger als einer Stunde lohnt sich ein Umstieg in der Regel nicht – vorausgesetzt der alte Staubsauger funktioniert noch. Schließlich spart man nur wenig Stromkosten ein und hat noch die zusätzlichen Ausgaben für die Anschaffung eines Neugeräts. Ist der Staubsauger also schon einige Jahre alt, ist es klüger zu warten, bis er defekt ist. Denn für die nächsten Jahre ist absehbar, dass die Hersteller ihren Fokus darauf legen werden, die Wattzahlen weiter zu drosseln, um für die nächste Stufe der Verordnung gewappnet zu sein.

Der Anlass: die Klimaziele der EU

Die EU hat sich hohe Klimaziele gesteckt. Um diese bis 2020 zu erreichen, ist eine Steigerung der Energieeffizienz von 20% notwendig. Dies versucht sie durch die Öko-Design-Richtlinien, zu denen auch die Staubsaugerverordnung zählt, zu erreichen. Im Wesentlichen wird dabei die Leistungsaufnahme von Geräten begrenzt. Hersteller werden gezwungen die Wattzahl herunterzusetzen.

Bestätigt die Staubsaugerverordnung das Klischee von der regelungswütigen EU- Bürokratie oder ist die Regelung sinnvoll?

Was 2005 mit der sinnvollen Regulierung energieverbrauchender Produkte begann, mündete mit Überarbeitung der Ökodesign-Richtlinie 2009 in einer deutlichen Überregulierung. Seit Jahren kämpfe ich gegen diese Übertreibung. Es gibt in Europa wichtigere Probleme! Ich bin auch dafür, dass wir effiziente Geräte benutzen und Energie einsparen. Dies lässt sich jedoch z.B. mit Hilfe von Etikettierungen erreichen. Diese sind intelligent und eine zuverlässige Entscheidungshilfe, anhand derer der Kunde selber entscheiden kann. Vorzugeben, wie viel Watt Staubsauger verbrauchen dürfen, entspricht nicht meiner Vorstellung einer sozialen Marktwirtschaft.

Herbert Reul MdEP, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament

Wurde genügend Aufklärung betrieben, um Verbrauchern die Angst zu nehmen, dass neue Staubsauger nicht mehr sauber saugen?

Leider ist die Gleichung „hohe Wattzahl = hohe Saugkraft“ in der Öffentlichkeit fest verankert. Eine hohe Nennleistung ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer hohen Reinigungsleistung, obwohl beides natürlich in einem Zusammenhang steht. Hier spielt die Effizienz des Staubsaugers eine größere Rolle. Vorwerks Einzelgeräte erfüllen seit Jahren und unabhängig von gesetzlichen Vorgaben die Anforderungen der neuen EU-Regelungen. Sie erzielen bereits ab 230 Watt eine überzeugende Reinigungsleistung.

Vorwerk Deutschland Stiftung
Bei Staubsaugern ist Saugkraft das K.O.-Kriterium
Bei Staubsaugern ist Saugkraft das K.O.-Kriterium

Ausnahmen der Verordnung

Von diesen Regelungen ausgenommen sind:

  • Nasssauger
  • kombinierte Nass- und Trockensauger
  • akku­betriebene Staubsauger
  • Saugroboter
  • Industriestaubsauger (gewerbliche Staubsauger mit einer Düsenbreite von mind. 0,5 m zählen)
  • Zentralstaubsauger
  • Bohnermaschinen
  • Staubsauger für den Außenbereich

Zudem dürfen Händler die alten Staubsauger, die noch in ihren Beständen sind, ohne Energielabel abverkaufen.

Keine EU-Regelung ohne zahlreiche Ausnahmen
Keine EU-Regelung ohne zahlreiche Ausnahmen

Energielabel jetzt auch für Staubsauger

Die von Geschirrspülern, Waschmaschinen, Fernsehern und Kühlschränken bekannten bunten Energielabel gelten seit 2014 auch für Staubsauger. Neben den Ökodesign-Richtlinien, die vor allem dazu dienen umweltschädliche Geräte vom Markt zu verbannen, tragen die Energielabel dazu bei, dass die Verbraucher leicht erkennen, welche Geräte umweltschonend und trotzdem gut sind.

Infografik Energielabel

Das Label für Staubsauger hat einige Besonderheiten. So ist auf dem unteren Teil des Aufklebers eine Klassifizierung der Saugleistung sowie der Emissionen und des Jahresverbrauchs angegeben. Die Einordnung in die Energieffizienzklassen A (grün) bis G (rot) ergibt sich aus dem von den Produktprüfstellen errechneten Jahresverbrauch. Dieser errechnet sich aus der Wattzahl des Staubsaugers, 50 Reinigungsdurchgängen in einem Normhaushalt von 87 m2 und der Staubaufnahme des Geräts. Er ist also nur ein Richtwert und ist in der Wirklichkeit vom tatsächlichen Nutzungsverhalten abhängig. So erhält ein Staubsauger mit einem Jahresverbrauch von 58 bis 62 kWh pro Jahr die Energieeffizienzklasse G. Geräte mit einem Jahresverbrauch von unter 28 kWh werden in die beste Klasse A eingeordnet. Die Staubemissionsklasse gibt an, wie sauber die Ausblasluft des Gerätes ist.

Sind Staubsauger mit weniger Watt auch leiser? 

Tendenziell ist das so. Auch das zeigen die Testergebnisse. Aber weniger Leistung bedeutet nicht automatisch, dass der Staubsauger leiser ist. Geräte ohne Beutel zum Beispiel sind oft etwas lauter. Um sicher zu gehen, sollte man einen Blick auf das Energielabel werfen. Dort ist seit 2014 anzugeben, wie laut der Staubsauger ist. Seit 2017 gilt übrigens auch ein Grenzwert von maximal 80 Dezibel. Vorher war das mit dem Vergleichen der Lautstärke nicht ganz einfach, da nur wenige Hersteller Angaben dazu gemacht haben. Mit den Angaben auf dem Energielabel wird das aber jetzt leichter, nicht nur bei der Lautstärke, sondern auch beim Stromverbrauch, bei der Reinigungsleistung und bei der Abluft.

Jens Hakenes, Stromspiegel

Zudem werden die Staubsauger in zwei Reinigungsklassen eingeteilt. Universalstaubsauger werden je nach Saugeigenschaften auf Hart- und Teppichböden bewertet. Bei speziellen Hartboden- bzw. Teppichsaugern fällt die jeweils andere Klasse weg und sie werden nur in ihrer Disziplin benotet.

Wer hauptsächlich Teppiche saugt, könnte von sogenannten Bürstenstaubsaugern profitieren. Diese haben auf Teppichen eine größere Reinigungsfähigkeit durch Bürsten, die sich im Saugkopf bewegen und den Staub aus dem Teppich aufwühlen. Für die Reinigung von Möbeln und höherliegenden Gegenständen bieten sich Akkustaubsauger an. Sie sind leicht zu manövrieren, flexibel einsetzbar sowie stromsparend.

Das neue Energielabel enthält eine Angabe zum jährlichen Stromverbrauch. Ist dieser Wert realistisch und für Verbraucher nachvollziehbar?

Bei der Angabe zum jährlichen Stromverbrauch handelt es sich natürlich nur um einen Standardwert, der in etwa einer Stunde Staubsaugen pro Woche in einer 87m² großen Wohnung entspricht. Ob das jetzt besonders viel oder wenig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber zumindest ermöglicht es einen Vergleich unterschiedlicher Geräte. Bezogen auf die individuelle Wohnsituation und das Putzverhalten zeigt sich, ob die Mehrkosten für ein besonders effizientes Gerät gerechtfertigt sind.

Johanna Kardel, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Energieeffizienz und CO2-Emission

Jeder, der schon ein Mal Staub gesaugt hat, weiß, wie viel heiße Luft so ein Gerät produziert. Diese ganze heiße Luft ist völlig nutzlos beim Staub Saugen. Deshalb haben heutige Staubsauger üblicherweise einen Wirkungsgrad von nur 25% bis 40%. Die von der EU in Auftrag gegebene Studie (PDF-Datei) zur Lage der Staubsauger kommt zu dem Schluss, dass eine Steigerung auf bis zu 55% problemlos möglich ist.

Ursprünglich sprachen sich Analysten für strengere Richtlinien aus, als letztendlich beschlossen wurden. Ihrer Einschätzung nach würde eine Umsetzung ihres Vorschlags eine Senkung der Treibhausgasemissionen in Höhe von 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten bedeuten. Dieser Wert bezieht sich auf die Staubsaugerflotte der EU im Jahre 2005 und ist auf 10 Jahre gerechnet. Das heißt eine schlagartige Auswechslung aller alten Staubsauger gegen neue Staubsauger würde pro Jahr eine Ersparnis von 500.000 Tonnen CO2-Äquivalenten bedeuten. Betrachtet man nun den Gesamtausstoß von Treibhausgasen der EU in Höhe von 4,286 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalente im Jahre 2005 so sieht man, dass das Klimarettungspotenzial der Staubsaugerverordnung doch eher marginal ist. In einem anderen EU-Dokument (PDF) wird ein Einsparungspotenzial von 19 Terrawattstunden bis 2020 erwähnt. In CO2 wären das ungefähr 10 Millionen Tonnen.

Wie groß ist der Beitrag der Staubsauger-Verordnung zur Erreichung der EU-Klimaziele für 2020 und halten Sie die Markteingriffe für gerechtfertigt?

Aus Grüner Sicht ist das EU-Ziel einer Emissionsminderung von -30% bis 2020 ohnehin nicht ambitioniert genug. Wir bräuchten mindestens -40%, um die Erderwärmung so zu begrenzen, dass das 2-Grad-Ziel noch erreicht werden kann. Alle Bereiche müssen darin ihren Beitrag leisten. Staubsaugen ist natürlich – wie im täglichen Leben eben auch – nur ein kleiner Ausschnitt. Extrem wichtig sind Verkehr, Industrieemissionen, hier vor allem die Stromproduktion. Da setzt Deutschland im Moment die völlig falschen Akzente mit einem Rückgriff auf die Kohle. Aber heute, wo in jedem Haushalt immer mehr elektrische Geräte vorhanden sind, müssen wir natürlich auch hier sehen, dass der Stromverbrauch nicht aus dem Ruder läuft. Das sind wir auch den Verbrauchern schuldig. Die denken ja im Laden, sie kaufen ein günstiges Gerät – und nachher zahlen sie doppelt und dreifach so viel über die Stromrechnung wie diejenigen, die von vorne herein in ein energieeffizientes Gerät investiert haben.

Bärbel Höhn (Grüne), MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Für 2017 ist bereits die nächste Stufe der EU-Richtlinie terminiert.
Für 2017 ist bereits die nächste Stufe der EU-Richtlinie terminiert.

Gut zu wissen: 900 Watt seit 2017

Im September 2017 tratt die nächste Stufe der Verordnung in Kraft. Diese untersagt seitdem den Verkauf von Staubsaugern mit Nennleistungsaufnahmen über 900 Watt. Außerdem müssen die Geräte bestimmte Grenzwerte einhalten. Dazu zählt die Saugleistung auf Hart- und Teppichböden, die Geräuschentwicklung, die Lebensdauer von Motor und Schlauch, sowie die Staubfreiheit der Abluft.

Die Autoren der Vorabstudie plädierten für Obergrenzen von zuerst 1100 und drei Jahre später 750 Watt. Sind die nun erlassenen Höchstwerte von 1600 und 900 Watt ehrgeizig genug?

Es ist ähnlich wie bei Flugzeugen. Die Drosselung der Motorleistung ist kein Problem. Aber wenn es nur dabei bleibt, funktioniert das ganze System nicht mehr. Das Flugzeug bleibt am Boden und der Sauger saugt nicht mehr. Weniger Motorleistung und damit verbunden weniger Energieverbrauch und weniger Lärm, erfordern die vollständige Überarbeitung des Systems. Dazu gehört der Motor ebenso wie die Luftführung im Gerät und die Bauart der Bodendüse. Außerdem ist die maximale Leistungsaufnahme nur ein Aspekt des neuen Energielabels, der sich in einem der vier Buchstabenkennzeichnungen ausdrückt. Es sind also Entwicklungen erforderlich, die Zeit und Erfahrungen brauchen. Hier kann nur ein Schritt nach dem anderen erfolgen. Dabei sind Hersteller wie Hoover, die über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung verfügen, klar im Vorteil.

Olaf Thuleweit, Geschäftsführer von Candy-Hoover

Und wie funktioniert der Rechner?

Um Stromkosten und CO2-Emission zu berechnen, werden die jeweiligen Nennleistungsaufnahmen des alten und neuen Staubsaugers benötigt. Mittels einer groben Schätzung der Nutzungsdauer wird die Staubsaugernutzung auf ein Jahr hochgerechnet. Damit lässt sich der jährliche Stromverbrauch des Alt- und des Neugeräts bestimmen.

Nimmt man nun die Differenz dieser Werte und multipliziert diese mit den Stromkosten bzw. dem CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde, erhält man die jährlichen Ersparnisse in Euro und Kilogramm CO2. Der Rechner erlaubt die Auswahl zwischen Normal- und Ökostrom. Dahinter verbergen sich unterschiedliche CO2-Emissionen: 365 Gramm pro Kilowattstunde bei Normalstrom und 665 Gramm pro Kilowattstunde bei Ökostrom (Quelle: IFEU, Öko-Institut, WI, Ö-Quadrat; PDF-Datei). Da sich die Strompreise (in dem Rechner wird standardmäßig auf den Verivox-Verbraucherpreisindex Strom zurückgegriffen) und auch die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen (Artikel des VDI zu den CO2-Emissionen in der Stromproduktion; PDF-Datei) von Jahr zu Jahr ändern, ist eine Kalkulation über mehrere Jahre betrachtet nur eingeschränkt sinnvoll. Ganz konkret: Es ist davon auszugehen, dass die Stromkosten im Laufe der nächsten Jahre weiter steigen werden. Die Ersparnis wird dementsprechend höher ausfallen.

Verhindert das Energielabel Innovation?

Im Prinzip könnte das EU-Energielabel Innovationen vorantreiben, weil es Hersteller dazu ermuntert, statt auf hohe Wattzahlen auf effiziente Motorleistung zu setzen. Das EU-Energielabel könnte insofern tatsächlich als Innovationstreiber für nachhaltige Technologien wirken. Aber die Ökodesign-Richtlinie und das Energielabel sollen nicht nur dazu beitragen, dass Produkte, die in Europa verkauft werden, energieeffizient sind. Die auf dem Energielabel angegebenen Werte für Leistung und Energieeffizienz sollen dem Verbraucher die Wahl des für seine persönlichen Bedürfnisse am besten geeigneten Gerätes erleichtern. Effizienz bedeutet mehr als eine gute Effizienzklasse! Das EU-Energielabel hat noch erhebliche Defizite. Zum einen entsprechen die Prüfbedingungen nicht der realen Nutzung. Der Test erfolgt mit leeren Staubsaugern. Herkömmliche Staubsauger verlieren während ihrer Verwendung an Saugkraft, so dass die auf dem Label ausgewiesene Leistung nur ein paar Minuten anhält. Zudem ist energieeffizient nicht gleich kosteneffizient. Die Bewertung der Energieeffizienz auf einer Skala von A bis G impliziert signifikante Kosteneinsparungen. Dabei liegt der Unterschied von Klasse A zu Klasse G bei lediglich 10 Euro pro Jahr. Auf zehn Jahre gerechnet beläuft sich die Differenz der Energiekosten zwischen Klasse A und Klasse G auf 100 Euro (bei 0,28 Euro/Kwh). Die Zusatzkosten von bis zu 650 Euro für Beutel und Filter, die binnen 10 Jahren anfallen können, werden nicht berücksichtigt.

Alexander C. Schmidt, Geschäftsführer von Dyson

Das sagt Ihr Ergebnis

Die Berechnung Ihres Ergebnisses ist selbstverständlich nur ein Näherungswert. Der tatsächliche Jahresverbrauch hängt stark davon ab, wie lang und auf welcher Leistungsstufe das Gerät genutzt wird. Wird beispielsweise der Schieberegler zur Veränderung der Saugleistung genutzt, ändert sich der Stromverbrauch.

Auf den Energielabels der neuen Staubsauger ist auch ein Wert für den Jahresverbrauch angegeben. Dass dieser Wert von dem Wert abweicht, den der Rechner ausgibt, ist nicht verwunderlich. Der Wert auf dem Label ist unter Laborbedingungen zustande gekommen und bezieht einige Variablen mehr mit ein, als es dieser Rechner tut. Zwecks Nachvollziehbarkeit haben wir diesen Rechner bewusst praxisbezogen gehalten. Er soll eine Schätzung darüber abgegeben, wieviel ein neuer Staubsauger im Vergleich zu einem alten einspart.