Klimaanlage: Stromkosten und Stromverbrauch berechnen

Bei Sommerhitze sehnen wir uns nach Abkühlung. Mit jeder Hitzewelle steigt die Nachfrage nach Klimageräten. Doch in Summe können die sich auch als wahre Stromfresser entpuppen. Wie viel Strom verbraucht eine Klimaanlage? Welche unterschiedlichen Techniken gibt es? Und welche sinnvollen Alternativen außer einem Ventilator gibt es zur Klimaanlage?

Klimaanlagen Stromkosten berechnen

Klimaanlagen – nicht mehr nur im Süden, sondern auch in Deutschland

Bis zu vier Millionen Klimageräte sind bereits in Deutschland in Betrieb. Ein Zehntel davon steht in Wohnhäusern. Hinzu kommen noch bis zu einer halben Million fest in Gebäuden verbauter Klimasysteme, mit denen zum Beispiel Bürogebäude gekühlt werden, Supermärkte oder Krankenhäuser.

Dazu kommen noch eine Vielzahl mobiler Klimageräte, wie es sie etwa im Baumarkt zu kaufen gibt. Und die Nachfrage danach steigt. Die Branche freut sich über jährliche Zuwächse zwischen 10 und 15 Prozent. Und mit jeder neuen Hitzewelle werden es noch mehr.

Unterschiedliche Arten von Klimaanlagen

Es gibt vier unterschiedliche Arten von Klimaanlagen: Monoblock-, Einbau-Kompakt-, Mobile Splitgeräte und Einbausplitgeräte.

Mobile Kompakt-/ Monoblock-Klimageräte/ Mobile Kleinklimageräte

Dieser Klimageräte-Typ ist zwar in der Anschaffung meist günstig. Es gibt ihn bereits für unter 150 Euro in Baumärkten und Elektronikmärkten. Allerdings benötigen selbst Geräte mit der Energieeffizienzklasse A viel Strom und sind Großverbraucher im Haushalt. Viele Kompaktgeräte brauchen im Betrieb 1.000 Watt und mehr. Zudem arbeiten sie sehr ineffizient. Denn sie pusten die vom Gerät verursachte Abwärme durch einen Schlauch nach draußen – durch ein geöffnetes Fenster. Der dadurch vom Gerät erzeugte Unterdruck saugt warme Außenluft nach innen. Große Räume schaffen sie kaum in annehmbarer Zeit zu kühlen. Das Verhältnis von Kühlleistung zu Stromverbrauch ist meist viel schlechter als bei Splitgeräten. Die Betriebsgeräusche stören zudem bei vielen einteiligen Geräten. Mitunter können sie mit 60 Dezibel Gesprächslautstärke erreichen. Auch den kühlen Luftstrom empfinden manche als unbehaglich.

Das wichtigste zu mobilen Klimaanlagen:

  • Sehr hoher Stromverbrauch bei geringem Kühleffekt.
  • Über den Abluftschlauch im Fensterspalt strömt warme Luft
  • von draußen wieder herein. Im Raum entsteht ein Unterdruck,
  • was Lufteinströmung fördert.
  • Eher für kleine Räume bis 20 m2  geeignet.
  • Einsatz in verschiedenen Räumen möglich.
  • Häufig relativ laut (größer als 50 Dezibel).
  • Anschaffungskosten ca. 150 – 1000 Euro.

Einbau-Kompakt-Klimageräte

Einbau-Kompakt-Klimageräte funktionieren wie mobile Kompakt-Klimageräte. Der Unterschied besteht darin, dass sie nicht mobil sind, sondern fest ins Gebäude verbaut werden – in eine Fenster- oder in eine Maueröffnung beispielsweise. Dadurch entsteht im Winter eine Wärmebrücke, durch die Heizwärme nach draußen entweichen kann. Dies kann zu höheren Heizkosten führen, außerdem sind diese Klimageräte oft laut.

Mobile Split-Klimageräte

Diese Klimageräte sind etwas effizienter als Kompakt-Klimageräte, weil sich der Wärme abführende Kondensator mit Ventilator im Außengerät befindet. Der Kompressor befindet sich jedoch wie bei Kompaktgeräten weiterhin im Gebäude. Dadurch bleiben leider auch Geräusch und Abwärme zum Teil drinnen. Ein weiterer Nachteil: Innenteil und Außenteil sind weiterhin mit einem Schlauch verbunden. Dieser wird nicht fest verbaut, sondern wird wie bei Kompaktgeräten durch ein geöffnetes Fenster geführt. Dadurch strömt weiterhin warme Außenluft in den gekühlten Raum – und das ist nicht besonders energieeffizient.

Einbau-Split-Klimageräte

Die effizientesten Klimageräte sind Einbau-Splitgeräte. Dennoch können sie einen hohen Stromverbrauch im Betrieb und Standby haben. Sie kühlen Räume allerdings deutlich schneller als Kompakt-Klimageräte und müssen nicht so lange laufen. Für die Leitungen ist eine Wanddurchbohrung nötig. Geräte mit besonders klimagefährlichen fluorierten Kältemitteln darf man wegen des Leck-Risikos nur noch von einem Fachbetrieb einbauen lassen. Dadurch entstehen weitere Kosten. Für die Installation der Außengeräte ist zudem das schriftliche Einverständnis der Hauseigentümer oder Eigentümergemeinschaft ratsam. Split-Klimageräte können ebenfalls laut sein. Da der Kompressor mit Ventilator außen hängt, können die Geräusche die Nachbarschaft stören. Zur Kühlung mehrerer Räume eignen sich Multi-Split-Klimageräte. Ein Außengerät ist dabei an mehrere Innengeräte angeschlossen.

Das wichtigste zu Einbau-Splitgeräten:

  • bestehen aus einem Außengerät (Kompressor mit Ventilator) und einem Innengerät.
  • haben einen etwas niedrigeren Stromverbrauch als mobile Kleinklimageräte.
  • arbeiten effizienter und schaffen es, Räume schneller und geräuschärmer zu kühlen.
  • verursachen Anschaffungskosten ca. 500 – 2000 Euro, Zusatzkosten für Einbau durch Fachbetrieb.
  • erfordern einen Wanddurchbruch, deshalb nur bei Eigenheim oder nach Rücksprache mit dem Vermieter möglich.

Alternativen zur Klimaanlage

Darum empfehlen Fachleute fürs bessere Klima, auch einmal auf andere Lösungen zu setzen als ausschließlich auf Klimaanlagen. Besser wäre es aus ihrer Sicht zum Beispiel, gar nicht erst so viel kühlen zu müssen. Die besten Alternativen zu Klimaanlagen sind:

  • Räume gar nicht erst aufheizen lassen. Günstige Alternativen sind deshalb eine gute Verschattung durch Rollos, Markisen oder Fensterläden tagsüber . Aufheizung der Räume vermeiden. Der beste Weg, sich vor den heißen Sommertemperaturen zuhause zu schützen, ist eine Aufheizung der Räume bereits im Vorfeld zu vermeiden. Tagsüber alle Rolladen runterlassen, alle Gardinen vorziehen,  Fenster auf den Sonnenseiten tagsüber geschlossen halten,  früh morgens und spät abends lüften
  • mehr Grün  wie durch Fassaden- und Dachbegrünungen etwa hilft und durch mehr Parks. Pflanzen oder größere Sträucher vor dem Fenster in Garten oder auf dem Balkon bringen zusätzlichen Schatten und verdunsten Wasser, das sich auf die Umgebungstemperatur auswirkt. Kombiniert mit kurzem Stoßlüften morgens und abends lässt sich so auch der heißeste Sommertag entspannt aushalten.
  • Langfristig am besten: Richtig das Dach und die Außenwände dämmen.
  • Ventilatoren

Das Energielabel

Sollten Sie sich für den Kauf eines Raumklimagerätes entscheiden, achten Sie beim Kauf unbedingt auf das Energielabel, das Angaben zur Energieeffizienzklasse, zur Kühlleistung, zum Stromverbrauch und zur Lärmentwicklung enthält. Mittlerweile erreichen fast alle Geräte auf dem Markt die Effizienzklasse A. Bei den Splitgeräten sind sogar schon A+++ -Geräte erhältlich. Das bedeutet aber nur, dass das Geräte selbst effizient arbeitet. Es bedeutet nicht, dass wenig Strom verbraucht wird!!

Worauf sollte man beim Kauf achten?

  • Prüfen Sie, ob die Anschaffung eines Klimagerätes notwendig ist oder ob es Alternativen gibt.
  • Bevorzugen Sie fest installierte Splitgeräte. Viele scheinbar preisgünstige, mobile Kleinklimageräte halten nicht, was sie versprechen.
  • Achten Sie neben der Effizienzklasse auf den Wert zur Energieeffizienzgröße und den Stromverbrauch.
  • Berücksichtigen Sie die Größe der zu kühlenden Räume, Faustformel: 60 bis 100 W pro m² (je nach Dämmstandard und Sonneneinstrahlung).
  • Je genauer die Kühlleistung eines Gerätes eingestellt werden kann, desto besser.

Wie kann man mit Klimaanlagen möglichst wenig Strom verbrauchen?

  • Kühlen Sie die Räume maximal 6 Grad unter die Außentemperatur herunter.
  • Nutzen Sie Klimageräte möglichst nicht zum Heizen, das führt zu einem hohen Stromverbrauch.
  • Trennen Sie Klimageräte vollständig vom Netz, wenn sie nicht genutzt werden, um Standby-Verluste zu vermeiden.
  • Leeren Sie bei Geräten mit Luftentfeuchtungsfunktion regelmäßig den Kondenswasserbehälter.
  • Halten Sie beim Einsatz von Klimageräten Fenster und Türen
  • geschlossen. Bei mobilen Geräten Fensterschlitze für den Abluftschlauch abdichten.
  • Vermindern Sie direkte Sonneneinstrahlung durch Schattierung und vermeiden Sie andere Wärmequellen (Glühbirnen,
  • Computer, Kochen etc.).
  • Stellen Sie Klimageräte so auf, dass die kühle Luft ungestört ausströmen und sich verteilen kann.