Weihnachtsbeleuchtung: Wie hoch sind Stromverbrauch und Stromkosten?

Keine Frage: Weihnachtsbeleuchtung ist wunderschön und gehört einfach zur Adventszeit. Aber ist sie auch gut für Geldbeutel und Umwelt? Von welchem Stromverbrauch und welchen Stromkosten sprechen wir hier? Und lohnt es sich, von Omas Lichterkette auf moderne LED umzustellen? Hier können Sie die Stromkosten ganz einfach berechnen und finden viele Infos und Tipps zum Thema.

Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung berechnen

Weihnachtsbeleuchtung: LEDs sparen bis zu 80 % Stromkosten

Weihnachtszeit ist Lichterzeit. Wenn es nachmittags schon dunkelt, bis fast in den Mittag hinein nicht hell werden mag, sorgen Lichterketten, leuchtende Sterne und illuminierte Weihnachtsfiguren für ein bisschen Licht in der trostlosen Dämmerung. Was wäre also die Weihnachtszeit ohne Lichterketten?

Aber das kann alljährlich ein teurer Spaß sein – je nachdem, welche und wie viele Leuchtmittel wie lange eingesetzt werden. Damit Ihre Stromrechnung nicht explodiert, haben wir auf dieser Seite viele spannende Infos und Stromspartipps zusammen gestellt.

Wussten Sie zum Beispiel, dass LED-Lichterketten die Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung um bis zu 80 % senken können?

Sagen wir, Sie wollen Ihre Balkongeländer, Ihr Gartentor oder den Weg zu Ihrer Haustür mit zwei je 10 Meter langen Lichtschläuchen illuminieren. Mit herkömmlichen Lichterketten kann diese Weihnachtsbeleuchtung in den vier Adventswochen schon Stromkosten von 15 Euro verursachen, wenn sie täglich rund 12 Stunden leuchten.

Von beleuchteten Rentieren auf Hausdächern, Sternen im Fenster und Komplettbeleuchtung der Terrasse wollen wir gar nicht erst anfangen. Mit LEDs wird es deutlich kostengünstiger: Abhängig von der Lichtintensität und der verbauten Technik können bis zu 90 % der Stromkosten gespart werden. In unserem Beispiel oben könnten die je 10 Meter langen Lichtschläuche in den vier Wochen also mit Stromkosten von nur ca. einem Euro betrieben werden. Das lohnt sich ordentlich.

Anfangs gab es LED nur in kalten Weißtönen. Verbraucher mieden sie daher – insbesondere bei der Weihnachtsbeleuchtung. Moderne LED hingegen decken das komplette Farbspektrum ab und leuchten auch warmweiß.

Alte Lichterketten sind Stromfresser

Ob aus Bequemlichkeit oder Nostalgie: Weihnachtsbeleuchtung wird oft innerhalb der Familie weitergegeben. Doch ganz gleich, wie hübsch sie sein sollte: Vom ökonomischen und ökologischen Standpunkt aus lohnt die Umrüstung auf LED. Denn eine herkömmliche Glühbirne setzt nur etwa 5 % der verbrauchten Energie in Licht um, der Rest geht als Wärme verloren.

Bei LEDs ist das anders, hier werden bis zu 99 % der Energie in Licht umgesetzt, die Halbleiterkristalle erwärmen sich nur leicht. Das schlägt sich auch auf der Stromrechnung nieder: Eine LED-Lichterkette, die etwa 200 Lämpchen hat und vier Wochen lang täglich 12 Stunden brennt, verursacht nur etwa einen Euro an Stromkosten. Die gleiche Kette mit Glühbirnen verbraucht Strom im Wert von 14 Euro. Und wenn eine Kette diese Stromkosten verursacht: Wie viele Ketten sind bei Ihnen im Weihnachtsbaum, im Haus, auf den Balkonen und im Garten verteilt?

So dezent ist Weihnachtsbeleuchtung heute selten. In den meisten Stuben und Vorgärten leuchtet es himmelhochhell.

Solarbetriebene LED-Lichterketten sind noch umweltfreundlicher

LED-Lichterketten müssen nicht an die Steckdose angeschlossen werden. Inzwischen gibt es sie auch als solargetriebene Modelle. Die Solarzellen nutzen das tägliche Sonnenlicht und laden integrierte Batterien auf, die nachts die LED-Lichterkette mit Strom versorgen. Ein Lichtsensor entscheidet, wann die Kette sich einschaltet. Alternativ kann eine Zeitschaltuhr verbaut sein.

Stromsparen mit der Zeitschaltuhr

Ob Glühbirne oder LED: Die Weinachtsbeleuchtung hängt in der Regel an der Steckdose – und das gern rund um die Uhr, oder zumindest nachts. Dabei reicht es eigentlich, wenn Lichterketten und andere weihnachtliche Dekorationen von der Dämmerung bis zur Schlafenszeit leuchten, davor und danach sieht es in der Regel ja doch niemand. Eine Zeitschaltuhr kann das ganz automatisch übernehmen. Anstelle der üblichen 12 Stunden über Nacht bräuchte die Beleuchtung so beispielsweise nur zwischen 17 Uhr und 23 Uhr Strom.

20.000 Stunden und mehr: LED haben eine enorme Lebensdauer

LEDs arbeiten mit einer ganz anderen Technik als Glühbirnen. Während bei der Glühbirne Strom durch den Glühdraht fließt und diesen erhitzt (was unter anderem in einem Leuchten resultiert), sind in LEDs Licht emittierende Dioden, sogenannte Halbleiter, verbaut. Hier verglüht nichts unter der Einwirkung von elektrischer Energie. Daher haben LEDs eine höhere Lebensdauer. 20.000 Stunden leuchten die meisten, manche Hersteller werben sogar mit 40.000 Stunden und mehr.

LEDs sind zwar kostenintensiver als herkömmliche Lichterketten – das aber lohnt sich, und zwar nicht nur aufgrund der längeren Lebensdauer. LEDs entwickeln nicht so viel Wärme wie Glühbirnen. Die Gefahr von Überhitzung und Brand ist also auch sehr viel geringer.

Immer heller: Auch die Weihnachtsbeleuchtung trägt ihren Teil dazu bei, dass stockdunkle Nächte selten werden. Forscher sprechen inzwischen vom Phänomen des Lichtsmogs, der ganze Ökosysteme stört. Der von einem internationalen Forschergremium herausgegebene Weltatlas der Lichtverschmutzung („New World Atlas of Artificial Night Sky Brightness„) zeigt auf, dass 99 % der europäischen Bevölkerung unter einem lichtverschmutzten Himmel leben.

Schwarze Schafe gibt es überall

Wie bei allen elektrischen Geräten sollte auch bei LED-Weihnachtsbeleuchtung immer auf die Qualität der Produkte geachtet werden. Gütesiegel wie GS und VDE zeigen an, dass das Gerät hinsichtlich seiner Sicherheit überprüft wurde. Bei Lichterketten muss außerdem darauf geachtet werden, ob sie Feuchtigkeit vertragen. Das ist wichtig, wenn die Beleuchtung im Außenbereich genutzt werden soll. IP44 oder IP67 besagen, dass das der Fall ist. Wer es noch einfacher haben will: Ein Dreieck mit Tropfen ist das Symbol, auf das man bei spritzwassergeprüften Produkten achten sollte.

Hochwertige, geprüfte Produkte kosten in der Regel etwas mehr als Billigimporte aus Fernost. Das liegt unter anderem daran, dass die Hersteller natürlich für die Sicherheitstests zahlen müssen. Diese Kosten werden auch an den Verbraucher weitergegeben. Am Ende zahlt man jedoch für die eigene Sicherheit: Unsichere elektrische Geräte können lebensgefährlich sein, denn wenn Kabel oder Isolierungen defekt sind, droht ein Stromschlag.

Hitzeentwicklung: Auch hier sind LED sicherer

LEDs sind sicherer als Glühbirnen. Denn in der Lichterkette ist ein Transformator integriert, der die Netzspannung (in Deutschland 230 Volt) auf 24 Volt reduziert. Das ist der Grund, warum LEDs kaum Hitze entwickeln, sich auch Kinder bei direktem Kontakt nicht verbrennen und es LED-Lichterketten auch keine Hitze induzierten Brände auslösen. Nicht nur in Haushalten mit Tieren und Kindern sind LEDs deshalber die bessere Wahl.

LEDs sind energieeffizient

LEDs haben nun schon einige Jahre Entwicklung hinter sich und erreichen 2018 eine Ausbeute von 180 lm/W. Sie sind damit 15 mal so effizient wie Glühbirnen, die bei 12 lm/W liegen. Fluoreszenzlampen, sogenannte Leuchtstoffröhren, liegen bei etwa 95 lm/W, Halogenlampen bei 20 lm/W. (Quelle: Die Beleuchtung mit künstlichem Licht. In: licht.de (Hrsg.): licht.wissen. Nr. 01, ISBN 978-3-945220-03-0, S. 17, 21, 34.)

Wenn es noch detaillierter sein soll: Die Höhe der elektrischen Leistung und damit die Stromdichte der einzelnen LED verhält sich antiproportional zu ihrem Wirkungsgrad. Begründet liegt das in den Quanteneffekten sowie in den höheren Temperaturen des LED-Chips. Meist werden LEDs daher nicht bei der Nennleistung, die der Hersteller angibt, sondern darunter betrieben. Das sorgt für eine höhere Energieeffizienz und eine niedrigere Temperatur, was wiederum die Lebensdauer verlängert. LEDs sind dann auch einfacher zu konstruieren, denn die Kühlung ist nicht mehr so wichtig.

Auf gute Qualität achten

Elektrische Geräte und Leuchtmittel sollten grundsätzlich nur im Fachhandel erworben werden. Elektronikmärkte, Baumärkte und Supermärkte, aber auch Discounter achten bei den von ihnen vertriebenen Produkten auf eine wenigstens rudimentär vorhandene Sicherheit und Qualität. Name und Adresse des jeweiligen Herstellers oder des Importeurs sollten immer auf der Verpackung der Geräte angegeben sein. Verbrauchern hilft das, wenn reklamiert werden muss.

Der Verpackung sollte außerdem grundsätzlich eine Bedienungsanleitung beiliegen, in der auf Sicherheitsaspekte hingewiesen wird. Es ist empfehlenswert, beim Auspacken der Lichterketten oder anderen Leuchtdekorationen auf eine vollständige Isolierung zu achten und zu schauen, ob es brüchige oder dünne Stellen gibt. Diese sollten sofort reklamiert werden.

Wie viel Strom benötigt die Weihnachtsbeleuchtung tatsächlich? Nachmessen!

Sie wollen herausfinden, ob Ihre Weihnachtsbeleuchtung tatsächlich ein Stromfresser ist? Das geht mit einem Strommessgerät ganz einfach. Das Gerät wird einfach zwischen Steckdose und Gerätestecker zwischengeschaltet, der Stromverbrauch ist auf der Anzeige ablesbar.

Auf der Verpackung neuer Leuchtdekorationen stehen grundsätzlich auch Angaben, wie hoch der Stromverbrauch ist – ein einfacher Vergleich bringt also schon Aufschluss. Das Strommessgerät ist ideal für alle Dekorationsartikel und Geräte, die bereits im Haushalt vorhanden sind.

Strommessgeräte können kostenlos in den Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen ausgeliehen werden. Für einen Kostenbeitrag von 5-10 € (je nach Bundesland, für einkommenschwache Haushalte immer kostenfrei) gibt es eine ausführliche Energieberatung