Lebenshaltungskosten für Studenten

IconDie Studienzeit ist spannend. Aber das Leben, Essen und Feiern haben ihren Preis. Wie viel genau man als Student an Lebenshaltungskosten einplanen sollte, verrät dieser kostenlose Online-Rechner. Zusätzlich findest du die verwendete Formel, den Rechenweg und praktische Tipps, um das Studentendasein auch finanziell angenehm zu gestalten.

Studentenrechner: Lebenshaltungskosten

Was genau muss ich eigentlich für mein Zimmer zahlen? Wie kann die Miete fair aufgeteilt werden? Der WG-Kosten-Rechner hilft.

 Wie viel kostet das Studentenleben?

Der Beginn eines Studiums ist mit einer umfassenden Veränderung der gewohnten Lebensumstände verbunden. Gerade in finanzieller Hinsicht stellt das freie, eigenständige Leben für viele Studenten eine enorme Herausforderung dar. Bevor überhaupt ein Euro verdient ist, müssen Studierende für ihren täglichen Lebensunterhalt, Lehrmaterial, Semesterticket sowie für diverse andere Kosten jede Menge Geld aufbringen. Hinzu kommt, dass junge Menschen das Studentendasein verständlicherweise auch genießen möchten. Dazu gehören Partys ebenso wie die eine oder andere Reise.

Kopfzerbrechen bereitet nicht nur das Lernen, sondern auch der monatliche Kassensturz.

Was benötigt ein Student an Geld?

Damit sich das Studium nicht zum finanziellen Desaster entwickelt, sollten sich junge Menschen, bereits einige Zeit vor dem Auszug aus dem elterlichen Haushalt, Gedanken über ihren künftigen Geldbedarf und die entsprechende Finanzierung machen. Wie hoch sind die monatlichen Einkünfte? Welche Ausgaben kommen in welcher Höhe auf mich zu? Wie viel Geld hat ein Durchschnittsstudent monatlich zur Verfügung? Welche Einsparmöglichkeiten gibt es? Der Online-Rechner stellt für Abiturienten und Studienanwärter eine hervorragende Möglichkeit dar, sich einen ersten Überblick über die künftige finanzielle Situation zu verschaffen.

Monatliche Fixkosten

Die Miete einschließlich regelmäßig anfallender Nebenkosten, wie Heizung, Strom und Wasser ist mit Abstand der größte Posten regelmäßig wiederkehrender Ausgaben. Laut einer Erhebung des Deutschen Studentenwerkes zahlen Studierende in Deutschland durchschnittlich knapp 300 Euro Miete. Die konkrete Höhe der Miete hängt von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste Faktor ist die Wohnform, wobei eine eigene Wohnung in aller Regel teurer ist als ein WG-Zimmer oder ein Zimmer in einem Studentenwohnheim. Außerdem schwanken die Mieten innerhalb Deutschlands gewaltig. Sie können sogar innerhalb einer Stadt deutlich variieren, je nachdem, in welchem Stadtteil die Unterkunft liegt.

Darüber hinaus muss jeder Student krankenversichert sein. Wer nicht älter als 25 ist, kann im Rahmen einer Familienversicherung kostenfrei bei den Eltern versichert bleiben. Der Beitrag für eigenständig versicherte Studenten ist etwas höher. Das kostet derzeit rund 60 Euro. Viele Versicherungsgesellschaften reduzieren auch die Beiträge anderer Versicherungen.

Hinzu kommen Kosten, die zwar nur einmal pro Semester anfallen, jedoch große Löcher ins ohnehin knappe Budget reißen. Dazu zählen spezielle Studiengebühren für Auslandssemester, Kosten fürs Semesterticket oder Verwaltungskostenbeiträge. Die Höhe dieser Ausgaben ist zum einen vom Bundesland abhängig. Jede Hochschule bzw. Universität kann aber auch einige Gebühren in Eigenregie erheben.

Allgemeine Lebenshaltungskosten

Essen, Trinken, Kleidung, Fahrtkosten, Haare schneiden, Telefon, Internet, Lern- und Arbeitsmittel: Jeder Student muss natürlich sein tägliches Leben finanzieren. Die Kosten für die Ernährung hängen maßgeblich vom Einkaufs-, Ess- und Kochverhalten ab. Mensa-Essen oder selbst einkaufen? Mahlzeiten allein organisieren oder gemeinsam mit den WG-Bewohnern kochen? Konventionelle Lebensmittel oder Bio-Qualität? Je nach Anspruch können laut Erhebungen des Deutschen Studentenwerkes die Ernährungskosten zwischen 80 und 250 Euro pro Monat schwanken.

Studentenleben

Eher ein Bild aus dem Hochglanzprospekt, als ein Abbild des Studentenlebens. Studieren hat schon lange nichts mehr mit hippiesker Rumtreiberei und extensiven Trips durch die Weltgeschichte zu tun. Im Gegenteil: Die Kosten eines Studiums summerien sich häufig auf viele Zehntausend Euro.

Hinzu kommen sporadische oder tägliche Fahrtkosten, Kosten für Kleidung, für Telefon, Handynutzung und Internet. Wie hoch die Aufwendungen für Lernmittel ausfallen, hängt maßgeblich vom gewählten Studienfach ab. Laut dem Deutschen Studentenwerk betragen sie pro Student durchschnittlich 30 Euro pro Monat, wobei Studenten bestimmter Fachrichtungen mit circa 20 Euro auskommen, andere wiederum rund 70 Euro benötigen.

Ein nicht zu unterschätzender Posten sind die Aufwendungen für Freizeit, Kultur und Sport. Schließlich besteht das Leben nicht nur aus Wohnen, Studium und Essen, auch Freizeitaktivitäten gehören zu einem erfüllten Studentendasein dazu. Diese Ausgaben sind in hohem Maß vom Studienort abhängig. Oft sind sie in Großstädten höher als in der Provinz, was einerseits am größeren Angebot, aber auch an den zumeist höheren Preisen liegt.

Nichts ist umsonst: Spaß kostet.

Am Ende des Geldes noch so viel Monat: Ein Problem, dass viele junge Menschen kennen.

Finanzquellen und Finanzierungshilfen

Bis zum ersten Studienabschluss sind Eltern verpflichtet, die Ausbildung ihres Kindes im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanziell zu unterstützen. Weil sich der Betrag des elterlichen Anteils an deren Verdienst bemisst, reicht er für die meisten Studierenden nicht aus, um das tägliche Leben einschließlich Fixkosten zu bestreiten. Deshalb lohnt es sich grundsätzlich, circa zwei Monate vor Studienbeginn einen BAföG-Antrag zu stellen. Diese Mittel stellt der Staat bereit. Wie hoch das BAföG letztendlich ausfällt, hängt von mehreren Faktoren, unter anderem vom Verdienst der Eltern, ab. Falls der Staat das Studium fördert, ist die Hälfte geschenkt. Die andere Hälfte muss der Absolvent in Raten zurückzahlen. Genaue Informationen zur Antragstellung erteilt jede Hochschule.

Nebenjob als Student

Schätzungen zufolge haben rund 65 Prozent aller Studenten einen Nebenjob. Manche arbeiten als Werkstudent, andere als Hilfskraft an der Hochschule, wieder andere als Barkeeper oder Bedienung in einer Kneipe. Egal, aus welcher Quelle der Zuverdienst fließt: Ein Student darf maximal 182 Tage im Jahr bzw. 20 Stunden pro Woche arbeiten. Ansonsten verliert er seinen Studentenstatus. Außerdem sollten gewisse Verdienstgrenzen nicht überschritten werden, weil dann zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge anfallen.

Stipendien und Studienkredite

Etwas weniger populär sind Stipendien und Studienkredite. So bietet beispielsweise die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung Stipendien an. Stipendien privater Institutionen sind zumeist auf bestimmte Fachrichtungen zugeschnitten. Ob Stiftung oder privat: Alle Stipendien belohnen sowohl Bestnoten als auch besonderes gesellschaftliches Engagement.

Nur wenige Studenten finanzieren ihr komplettes Studium über einen Kredit. Der Studienkredit ist im Gegensatz zum BAföG ein Privatkredit, der nach Studienende inklusive Zinsen zurückzuzahlen ist. Zumeist dient er der Überbrückung finanzieller Engpässe, etwa weil das Kindergeld wegfällt oder der Nebenjob gekündigt wurde.

7 wichtige Spartipps für Studenten

  1. Studierende bekommen bei den meisten Banken ein kostenloses Girokonto einschließlich EC-Karte. Manche Finanzinstitute bieten sogar noch eine kostenlose Kreditkarte an.
  2. Ob Friseur, Kinokarte oder Reise: Gerade in sogenannten Universitäts- und Hochschulstädten gibt es regelmäßige Gutschein- oder Rabattaktionen für die unterschiedlichsten Waren und Dienstleistungen. Manche sind extra fürs knappe Studentenbudget konzipiert und werden nur gegen Vorlage des Studentenausweises gewährt. Darüber hinaus gibt es oft spezielle Studententarife, die deutlich günstiger als die Tarife für Arbeitnehmer sind. Gezieltes Nachfragen lohnt sich immer!
  3. Beim Essen lässt sich einiges Sparen. Am günstigsten sind Grundnahrungsmittel beim Discounter. Frische Zutaten oder Fleisch vom Markt reißen schnell mal ein Loch in die Haushaltskasse. Selbst kochen oder selbst geschmierte Stullen sind meist günstiger als die Mensa. Mensaessen wiederum ist preiswerter als ein Restaurantbesuch.
  4. Studenten, die gerne Reisen, sollten sich nach Angeboten wie Work & Travel oder nach einem Praktikum im Ausland umschauen. Neben Sightseeing und Abenteuer lässt sich Geld verdienen oder die Finanzierung von Unterkunft und Essen einsparen. Nebenbei verbessern sich auch noch die Fremdsprachenkenntnisse.
  5. Gebrauchte Bücher, Möbel oder Kleidung sind bedeutend günstiger als Neuware. Ein idealer Ort für Angebote und Gesuche ist das Schwarze Brett des Studentenwohnheims oder der Hochschule. Alternativ bieten sich diverse Online-Plattformen zum Stöbern, Kaufen und Verkaufen gebrauchter, nicht mehr benötigter Lehrmaterialien sowie Alltagsgegenstände an.
  6. Mitfahrzentralen oder Fernbusse sind eine günstige Alternative zu teuren Bahn-Tickets.
  7. Statt Mitgliedsbeiträge an ein Fitnessstudio zu bezahlen, sollten sich Sportfans besser nach Sportangeboten an der Hochschule umsehen. Diese sind zumeist kostenlos. Keine Sorge, Hochspulsport ist alles andere als langweilig! Ob Aerobic, Pilates, Bootcamp, Schwimmen, Rudern oder Ballsport: Hier findet jeder Studierende seine Lieblingsdisziplin, die ihm hilft den Kopf vom Lernen freizubekommen, Stress abzubauen und fit zu bleiben. Spazierengehen oder Freeletics sind ebenfalls kostenfrei.