Fleischkonsum: Auswirkungen auf Umwelt, Tiere & Mensch

fleischkonsum Ob ein lauer Sommerabend mit knisternden Bratwürsten auf dem Grill, ein schönes Schnitzel oder ein herzhaftes Schinkenbrötchen – Deutschland ist Fleischland. Aber wie viele Ressourcen werden dafür verbraucht? Wie viele Tierleben kostet eigentlich mein Fleischkonsum? Und werden Umwelt und Klima entlastet, wenn Fleisch durch Tofu ersetzt wird?

Fleisch-Rechner

Durchschnittlich verzehrt jeder Deutsche 373 Gramm Geflügel pro Woche.
Durchschnittlich 1015 Gramm Schweinefleisch verzehrt jeder Deutsche pro Woche. In Wurst, Aufschnitt und Schinken ist viel Schweinefleisch enthalten.
Durchschnittlich 250 Gramm Kalb und Rind verzehrt jeder Deutsche pro Woche.

Deutschland = Fleischland

Laut einer Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft verbraucht in Deutschland jeder Mensch über 60 Kilogramm reines Fleisch pro Jahr. Damit hat sich der allgemeine Fleischkonsum in der Bundesrepublik im Vergleich zum Jahr 1850 vervierfacht. Im Zuge der Veränderungen der Verzehrgewohnheiten und den daraus resultierenden ökonomischen Gesichtspunkten hat sich die Massentierhaltung immer mehr durchgesetzt.

Fleischkonsum in Deutschland
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Zeitgleich wirkt sich das Verspeisen dieser enormen Fleischmengen negativ auf Umwelt und Klima aus. Dabei spielt vor allem der hohe Bewirtschaftungsgrad von Acker- und Weideflächen eine wichtige Rolle. Während rein pflanzliche Lebensmittel direkt verarbeitet und konsumiert werden können, gibt es bei Fleischprodukten mehrere Umwege. Klar: Bevor ein tierisches Lebensmittel zum Verzehr auf dem Teller landet, muss das Tier selbst fressen. Über 40 Prozent der Getreideernte wandert so erst einmal in Futtertröge. Zur Produktion von einem Kilogramm Schweinefleisch beispielsweise benötigt der Bauer rund drei Kilogramm pflanzliches Futter. Bei Rindern ist dieser Anteil sogar noch höher.

Allein die Staaten der EU bewirtschafteten von 2008 bis 2010 rund 13 Millionen Hektar südamerikanisches Ackerland mit Sojabohnen, die ausschließlich für die Tierfütterung gedacht waren. Experten sprechen in diesem Zusammenhang vom virtuellen Landhandel, der mit dem Ankauf und der Rodung tropischer Regenwälder zur Gewinnung neuer Anbau- und Weideflächen verbunden ist.

Fleisch Landverbrauch
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Wie groß ist, der für die Produktion der Fleischwaren benötigte, Landbedarf?

Alle Lebensmittel, die wir konsumieren, wurden hier oder in anderen Teilen der Welt angebaut und haben eine spezifische Umweltbelastung. Die landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland beträgt etwa 17 Millionen Hektar. Zusätzlich benötigt Deutschland weitere 7 Millionen Hektar in anderen Teilen der Welt, um Agrarrohstoffe für unseren Verbrauch zu importieren – sei es für Lebensmittel, als Futtermittel oder für die Herstellung von Textilien, Grundstoffe für die Industrie oder Bioenergie.

Allein um  unsere Nachfrage nach Lebensmitteln nachzukommen werden etwa 19 Millionen Hektar benötigt, davon etwa 70% nur für die Erzeugung von tierischen Produkten. Davon liegen wiederum 2,6 Millionen Hektar in Südamerika: nur für die Erzeugung von Soja. Wird der Flächenverbrauch pro Person heruntergebrochen, so benötigt jeder Deutsche derzeit im Schnitt 2.900m² pro Jahr an landwirtschaftlicher Fläche. Zukünftig wird uns weit weniger Fläche zur Verfügung stehen: laut Schätzungen etwa 2.000m². Derzeit sind allein 1.700m² unseres „Flächen-Fußabdruckes“ allein auf den Verzehr von tierischen Produkten zurückzuführen. Eine der großen zukünftigen Herausforderungen wird sein, wie und wofür wir das knappe Gut Fläche nutzen wollen.

Markus Wolter, WWF Deutschland

Des Weiteren verbraucht die Produktion von Fleisch sehr viel Wasser. Laut einer Studie des WWF beansprucht die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch etwa 15 000 Liter Wasser. Ein schlachtreifes Rind hat während seines Lebens im Durchschnitt 7200 Kilogramm Raufutter und 1300 Kilogramm Getreide gefressen. Das pflanzliche Futter benötigt zum Wachsen sehr viel Wasser. Hinzu kommt, dass ein Rind bis zu seiner Schlachtung rund 24 Kubikmeter trinkt. Für die Stallreinigung werden weitere sieben Kubikmeter Wasser pro Tier benötigt.

Wasserverschmutzung durch Tierhaltung
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Doch nicht nur der hohe Wasserverbrauch, auch die Verschmutzung des Trinkwassers stellt ein immer größeres Problem dar. In der Massentierhaltung eingesetzte Antibiotika, künstliche Düngemittel sowie auf Ackerflächen ausgebrachte Fäkalien sickern in den Boden ein und verunreinigen Grundwasser, Bäche, Flüsse und Seen.

Antibiotika Massentierhaltung
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Der hohe Fleischkonsum wirkt sich ferner beträchtlich auf die Entwicklung des Klimas aus. Graslandschaften sowie Wälder werden zu Äckern und durch massiven Humus-Abbau entweichen große Mengen an CO2 in die Atmosphäre. Auch die Tiere selbst, allen voran Rinder, Schafe und Ziegen, produzieren klimaschädliche Gase wie Methan im Übermaß. So gibt beispielsweise ein einziges Rind pro Tag 200 Liter Methangas in die Atmosphäre ab. Damit schädigt es das Klima etwa genauso, wie ein Kleinwagen eine Strecke von 18 000 Kilometern zurücklegt.

Fleisch Klimakiller
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Trotz dieser Auswirkungen auf die Umwelt und wiederkehrender Fleischskandale verzichten viele Deutsche nur ungern auf Fleisch. Das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau führte unlängst eine repräsentative Umfrage mit folgendem Ergebnis durch: Die Nachrichten über deklariertes Pferde- und Gammelfleisch führten bei lediglich rund 15 Prozent aller Befragten zu dem Entschluss, ihren Fleisch und Wurstkonsum einzuschränken bzw. vollkommen darauf zu verzichten. Interessant aber: Zwischen Männern und Frauen gibt es gravierende Unterschiede. Während beinahe jede fünfte Frau möglichst wenig oder keine Fleischprodukte mehr isst, ist nur rund jeder zehnte Mann bereit zum Verzicht.

Rund 83 Prozent der Befragten möchten Fleischerzeugnisse auf keinen Fall missen und steht dem Vegetarismus eher skeptisch gegenüber. Allerdings deutet sich in Deutschland ein Sinneswandel bezüglich Herkunft und Qualität der Fleischerzeugnisse an. Drei von zehn befragten Fleischesser möchten inzwischen genau wissen, woher die Lebensmittel stammen, die auf ihrem Teller landen. Deshalb kaufen immer mehr Menschen direkt im Hofladen oder beim Erzeuger auf dem Markt. Knapp 14 Prozent der befragten Fleischgenießer achten zum Wohle der Tiere und der eigenen Gesundheit penibel darauf, ausschließlich Fleisch- und Wurstprodukte in Bio-Qualität zu kaufen bzw. zu verzehren.

Aber auch Discounter wie Aldi, Lidl & Co beginnen auf das veränderter Konsumverhalten zu reagieren. So gibt es erste Bemühungen, die Haltung von Tieren zu verbessern und konventionelles Fleisch durch Biofleisch zu ersetzen.

Ist Vegetarismus die Lösung?

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung stellen Vegetarier heute noch eine Minderheit dar. Aber die Zahl der Menschen der Fleischverweigerer steigt stetig an. Schätzungen zufolge gibt es in der Bundesrepublik ca. 7,8 Millionen Vegetarier und ca. 900.000 Veganer, wobei doppelt so viele Frauen als Männer dem Fleischkonsum abgeschworen haben.

Der deutsche Vegetarier ist demnach typischerweise weiblich. Einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zufolge handelt es sich mehrheitlich um in der Großstadt lebende, junge, überdurchschnittlich gebildete Frauen. Als Gründe für den Verzicht auf Fleisch geben sie moralische Bedenken, vermeidbares Leid der Tiere und den grausamen Tötungsakt an.

Ressourcenverbrauch Fleisch
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Unabhängig von der noch geringen Anzahl bekennender Vegetarier und Veganer, begeben sich zunehmend mehr Menschen auf die Suche nach schmackhaftem Fleischalternativen. Damit steigt die Nachfrage nach vegetarischen Produkten kontinuierlich an. Selbst Menschen, die nur ungern vollständig auf Fleisch verzichten würden, geben an, dass sie an zumindest drei Tagen pro Woche keine Fleischprodukte mehr essen. Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) schätzt, dass bereits im Jahr 2010, im Vergleich zum Vorjahr, durchschnittlich rund zehn Prozent des Fleisch- und Wurstanteils auf deutschen Tellern durch Tofu ersetzt wurden. Damit gilt der Tofu noch vor anderen Erzeugnissen, wie Seitan, Tempeh oder Shiitake, als beliebtester Fleischersatz.

Ursprung und Herstellung von Tofu

Zu den Wurzeln der Tofu-Herstellung in Asien gibt es nur spärliche Hinweise und Aufzeichnungen. Als gesichert gilt aber, dass der Konsum von Tofu im 8. Jahrhundert in Verbindung mit der Verbreitung des Buddhismus in China und Japan sehr stark zunahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Tofu-Herstellung schon eine Jahrhunderte alte Geschichte hinter sich. Für alle Buddhisten dieser Welt ist der nahrhaft-gesunde Tofu noch heute ein überaus wichtiges Lebensmittel zur Umsetzung der vegetarischen Philosophie und Lebensweise.

Tofu besteht aus eingeweichten Sojabohnen, die zusammen mit einer bestimmten Menge Wasser zu feinem Püree vermahlen und anschließend gefiltert werden. Dabei trennen sich die festen Bestandteile des Pürees vom flüssigen Sojamilchanteil. Anschließend wird die Sojamilch mittels natürlicher Gerinnungsmittel zum Stocken gebracht. Dabei entstehen Sojamolke und ausgeflocktes Sojaeiweiß. Dieses Soja-Eiweiß wird zu Blöcken gepresst, pasteurisiert, vakuumverpackt und gelangt dann als Naturtofu in die Läden oder wird zu anderen Tofuprodukten weiterverarbeitet. Weil die Herstellung ähnlich abläuft wie bei konventionellen Milchprodukten, wird Tofu häufig auch Sojakäse beziehungsweise Soja- oder Bohnenquark genannt.

Traditionelle japanische Tofu-Hersteller verwenden als Gerinnungsmittel Nigari. Dieser Stoff wird aus Meerwasser gewonnen. Er enthält zahlreiche Mineralsalze, allen voran Magnesiumchlorid, welches die Gerinnung herbeiführt. Die Chinesen verwendeten als Gerinnungsmittel ursprünglich Kalziumsulfat, also gereinigten Gips. Um eine spezielle Konsistenz zu erreichen, nutzen Experten in der modernen industriellen Tofu-Herstellung zumeist verschiedene Gerinnungsmittel in Kombination.

Geschmack und Zubereitung von Tofu

Viele Kritiker bemängeln die Konsistenz und den eher neutralen Geschmack des unbearbeiteten Tofus. Was die Einen ärgert, freut Andere: Durch seinen fast unspektakulären Geschmack passt er so zu den verschiedensten Gerichten und kann nach Belieben gewürzt oder mariniert werden. Ganz nach persönlichen Vorlieben lässt er sich beispielsweise in Marinaden mit Knoblauch, Sojasoße, Curry, Kokosmilch oder Limettensaft einlegen. Man kann ihn grillen, backen, braten oder in Würfel geschnitten Suppen als Einlage beigeben.

Tofu wird aus Sojabohnenteig hergestellt. Dieser entsteht bei der Denaturierung von Proteinen in der Sojamilch.

Tofu wird aus Sojabohnenteig hergestellt. Dieser entsteht bei der Denaturierung von Proteinen in der Sojamilch. Deshalb nennt man ihn auch Sojaquark.

In Verbindung mit verschiedenen Gemüse- oder auch Obstsorten kann er zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung beitragen. Liebhaber der asiatischen Küche verwenden für ihre exotischen Gerichte zumeist Seidentofu. Dieser hat vor allem in Japan eine lange Tradition. Er ist besonders weich, weil die Masse nach dem Gerinnungsprozess nicht mehr gepresst wird. Ein kräftiges Dressing oder hochwertige Sojasauce gelten als ideale Begleiter verschiedenster Tofugerichte.

In den Regalen der Supermärkte findet man oft auch sogenannten Räuchertofu. Er ist im Allgemeinen fester als Seiden- oder konventioneller Tofu. Er zeichnet sich durch einen kräftigen Geschmack aus, der während des Räucherprozesses entsteht. Räuchertofu findet zumeist als Brotbelag, in Salaten oder gebraten zu Reis- oder Gemüsegerichten Verwendung. Wurst- und Schinkenliebhaber gestehen ihm häufig ein starkes Aroma und Geschmack zu, empfinden ihn aber nicht als hundertprozentigen Ersatz. Trotzdem erfreut er sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit als vegetarische Brotaufstriche, Tofu-Würstchen oder Soja-Schnitzel.

Viele Menschen, die das erste Mal Tofu probieren, sagen “der schmeckt ja nach nichts” – und genau das macht Tofu zur kulinarischen Wandlungskünstlerin. Über Gewürze und andere Geschmackszugaben lässt er sich in jede gewünschte Richtung dirigieren. Tofu kann roh gegessen, gedämpft, paniert, frittiert und gebraten werden, es gibt wunderbare Rezepte für herzhafte Füllungen, Quiches, veganen Käsekuchen, Eisspezialitäten, Pfannengerichte, Desserts etc. für Tofu.

Traditionelle Zubereitung:
Tofu in Sticks oder Würfel schneiden, in ein wenig Öl bei mittlerer Hitze knusprig anbraten (geht am besten in einer beschichteten Pfanne), mit Sojasauce ablöschen und weiterbraten, bis die Sojasauce aufgenommen ist. Die würzigen Sticks passen hervorragend zu gebratenem Gemüse oder Reisgerichten und zu Blattsalaten. Geschmacksvariationen bringen frische Kräuter (erst am Ende zugeben), süßes und scharfes Paprikapulver, Currypulver, mitgeröstete Zwiebelringe oder Pilze.

Marinierter Tofu:
Tofu in dünne Scheiben oder kleine Würfel schneiden und in einer würzigen Marinade über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Marinierter Tofu kann roh zu Salaten, gebacken oder gebraten gegessen werden. In Olivenöl, Basilikum, Salz und Pfeffer eingelegt, eignet er sich z. B. wunderbar als Mozarella-Ersatz für Tomaten “Caprese”. Zum Marinieren eigenen sich weiterhin: Gewürzöle, Sojasauce, Gemüsebrühe, Kräuter und Gewürze, Pestos aller Art, Chili- und Currypasten, Knoblauch u.v.a.

Panierter Tofu:
Roher Naturtofu kann mit Semmelbröseln, Sesam oder Kokosflocken paniert und gebraten werden. Die Panade hält besser, wenn er vorher in Sojamehl (vollfett), angerührt mit etwas Wasser, gewendet wird.

Tofu als “Hackfleischersatz”:
Zerbröselter und scharf angebratener Tofu kann als “Hackfleischersatz” für herzhafte Saucen dienen.

Tofu als “Ei-Ersatz”:
pürierter Seidentofu und pürierter Tofu können als Ei-Ersatz in Kuchen Verwendung finden. In diesem Fall muss als Lockerungsmittel Backpulver zugegeben werden. Es gibt auch wunderbare Rezepte von “Rührtofu”, die geschmacklich Rühreiern sehr nahekommen.

Tofu als “Sahneersatz”:
pürierter Seidentofu eignet sich als Sahneersatz für Suppen, Saucen und Desserts. In warmen Gerichten darf er erst am Ende des Kochvorgangs zugefügt werden, sonst könnte er ausflocken. Auch in der Speiseeisherstellung kann Tofu oder Seidentofu Sahne ersetzen.

Tofu als “Quarkersatz”:
Pürierter Seidentofu und mit etwas Sojamilch pürierter Tofu können wunderbar Quark ersetzen: In cremigen Nachspeisen, aber auch in Kuchen. So gibt es köstliche Rezepte von “Käsekuchen” auf Tofu-Basis, die gänzlich ohne Tierprodukte auskommen.

Handelsfertige Tofu-Varianten:
Beliebt ist der deftige Räuchertofu, der mit Senf und Vollkornbrot eine kräftigende Vesper ergibt oder in Würfel geschnitten gut in Salate (Blattsalat, Weisskohl, Chinakohl etc.) passt. Im Angebot sind des Weiteren: Mandel-, Sesam-, Algen-, Paprikatofu u.v.m.

Alexandra Kuchenbaur, Autorin des Buches „Vegan – Warum vegane Ernährung uns und die Welt heilt” erschienen im Trias Verlag Stuttgart.

Gesundheitliche Aspekte

In Tofu stecken zahlreiche Proteine, Mineralstoffe, Vitamine sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Der menschliche Körper kann Sojaprotein nachweislich besser verwerten als die meisten anderen bekannten Pflanzenproteine. Tofu enthält alle essenziellen Aminosäuren. Das sind lebenswichtige Proteinbausteine, die der menschliche Organismus nicht selbst herstellen kann. Tofu mit Getreideprodukten wie Hafer oder Reis kombiniert, steigert die biologische Wertigkeit der Proteine noch weiter. Mit 2,5 mg Eisen pro 100g Trockenmasse ist Tofu eine wertvolle Eisenquelle. Weil der Körper pflanzliches Eisen weniger gut verwerten kann als Eisen aus Fleisch, empfiehlt sich die Kombination mit Zitronensaft oder anderen Vitamin C-haltigen Lebensmitteln. Somit lässt sich die Eisenaufnahme verbessern.

Sojabohne: Die Hülsenfrucht hat naturgemäß viele Eiweiß- und Ballaststoffe.

Sojabohne: Die Hülsenfrucht enthält naturgemäß viele Eiweiß- und Ballaststoffe.

Tofu enthält eine beachtliche Menge Isoflavone, oft auch Phytoöstrogen genannt. Diese pflanzlichen Verbindungen ähneln in ihrer Wirkung den menschlichen Hormonen. Einigen Studien nach wirken sich Phytoöstrogene positiv auf den Hormonhaushalt aus. Auch werden sie mit der geringeren Häufigkeit von Gefäßerkrankungen, wie Arteriosklerose, im ostasiatischen Raum in Verbindung gebracht. Mediziner vermuten, dass sie eventuell sogar die Entstehung von Krebs hemmen. Das Sojaprotein, neben Wasser einer der Hauptbestandteile des Tofu, ist in der Lage, schädliches LDL-Cholesterin an sich zu binden. Der Cholesterinspiegel im Blut soll so bei regelmäßigem Verzehr von Lebensmitteln aus Soja sinken. Zudem ist naturbelassener Tofu selbst frei von Cholesterin, Laktose und Gluten.

Fleisch und Tofu im direkten Vergleich

Grillen ist der Deutschen liebstes Kind. Steaks und andere Fleischwaren gehören fast immer dazu.

Grillen ist der Deutschen liebstes Kind. Steaks und andere Fleischwaren gehören fast immer dazu. Doch wie schneidet Fleisch im Gegensatz zu Tofu ab?

  • Beide Lebensmittel enthalten wertvolle Proteine. Tofu besitzt einen Anteil von 7 bis 15 % an leicht verdaulichen Eiweiß-Bausteinen, eingeschlossen aller acht essenziellen Aminosäuren. Der Proteingehalt von Fleisch beträgt 10 bis 20 %.
  • Tofu liefert weniger Fett und damit weniger Kalorien als Fleisch. Während in 100 g Tofu rund 70 – 100 kcal stecken, liefert die gleiche Menge Fleisch bis zu 300 kcal. Wurst teilweise bedeutend mehr.
  • Fleisch weist eine deutlich höhere Konzentration an B-Vitaminen auf. Tofu beinhaltet dafür größere Mengen an Mineralien, allen voran Magnesium und Kalzium.
  • Tofu ist praktisch cholesterinfrei. In 100 g Fleisch stecken hingegen je nach Sorte, 50 bis 350 mg Cholesterin.
  • Im Gegensatz zu Fleisch ist Tofu ein basisches Lebensmittel und soll sich günstig auf den Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers auswirken. Häufiger Verzehr basischer Lebensmittel beugt Magenreizungen und Sodbrennen vor.

Tofu ist umweltverträglich

Im Gegensatz zu der sehr ressourcenintensiven Fleischproduktion ist Tofu für den menschlichen Körper ein sehr direkter und effizienter Baustein der gesunden Ernährung. Im Hinblick auf die zunehmende Ressourcenverknappung und den Anstieg des Fleischkonsum in Entwicklungsländern könnte Tofu demnach ein wichtiges Lebensmittel der Zukunft sein. Zudem verbrauchen Anbau und Ernte von einem Kilogramm Sojabohnen gerade einmal 1800 Liter Wasser. Im Vergleich sind für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch 15 500 Liter notwendig. Von der, durch den Stoffwechsel der Tiere verursachten CO2-Emission ganz zu schweigen.

Wie schätzen Sie die Zukunft der Ernährung in Deutschland und der Welt ein? Spielt Soja eine Rolle?

„Fleisch ist die neue Zigarette“ – so lautet die Aussage des Geschäftsführers von dem größten Wursthersteller Rügenwalder in einem Interview der Zeitung die Welt im vergangenen Jahr. Der Fleischkonsum in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten reduzieren. Der weltweite Fleischkonsum wird sich in der Zukunft allerdings stark erhöhen, da die weltweit zunehmende Mittelschicht mehr tierische Proteine konsumieren möchte.

Soja als Nahrungsmittel wird in der Ernährung als gesunde und umweltverträglichere Alternative zu Fleisch eine immer größere Rolle spielen.

Markus Wolter, WWF Deutschland

Kritische Stimmen

Ganz nach dem Motto: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ müssen sich Produkte aus Sojabohnen mitunter jede Menge Kritik gefallen lassen. Die Brandrodung weiter Teile der Regenwälder Südamerikas zur Landgewinnung für den Anbau von Sojabohnen ist ein häufiges Thema. In Deutschland greift der Großteil der Produzenten von Soja-Produkten jedoch auf Sojamittel aus der heimischen oder europäischen Agrarwirtschaft zurück. Wichtigste Erzeugerländer sind hier Frankreich, Rumänien und Italien aber auch Bauern in Deutschland produzieren mittlerweile Soja für die Lebensmittelindustrie. Laut Bio-EG-Verordnung sind hier in Produktion und Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen verboten. Bei importierten Sojabohnen, die auch für die konventionelle Tofuproduktion verwendet werden, kann der Einsatz von genmanipulierten Saatmitteln und auch die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln wie Pestiziden nicht ausgeschlossen werden.

sojaanbau-regenwald

Die Anbauflächen für Soja dringen immer weiter in die Regenwälder vor. Wichtige Sauerstoffproduzenten werden zerstört.

Manche Kritiker bemängeln auch die vorschnellen Versprechungen bezüglich der Gesundheit, wie beispielsweise der angeblichen Verringerung des Brustkrebsrisikos aufgrund des Konsums von Sojabohnenprodukten. Viele Menschen wissen auch nicht, dass Lebensmittel aus Soja bei exponierten Personen eine Unterfunktion der Schilddrüse provozieren können.

Wie kann Tofu gut für die Umwelt sein, wenn für ihn der Regenwald abgeholzt wird?

Ständig kommt das Argument, dass man mit sojahaltigen Fleisch- und Milchalternativen den Regenwald schädige. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Fast alle südamerikanische Soja landet in den Futtertrögen von Maststieren und Milchkühen. Die im Übrigen gentechnikfreie Soja für Tofu und Co hierzulande stammt überwiegend aus Europa, inzwischen sogar teilweise aus Deutschland. Wer vegane Ernährung etwas genauer kennenlernt, merkt bald, wie vielseitig und genussvoll sie ist und dass sie weder teurer noch aufwändiger sein muss als andere Ernährungsstile. Vielleicht vermisst man zunächst noch einiges, aber niemand braucht sich gleich vollständig umstellen. Ich habe etliche neue leckere Sachen kennengelernt und viele vertraute Dinge esse ich inzwischen veganisiert.

Andreas Grabolle, Autor des Buches Kein Fleisch macht Glücklich

Tofu als Fleischersatz?

Tofu ist der in der Öffentlichkeit wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Fleischersatz. Aus diesem Grund wurde er in unserem Online-Rechner exemplarisch für die vegetarische Ernährung herangezogen. Tofu dient uns als ein Vehikel für ein Gedankenexperiment. Statt Tofu hätte aber auch eine Hülsenfrucht oder Gemüse für eine Berechnung herangezogen werden können. Tofu war aber eine naheliegende Alternative. Gleichwohl sind wir uns gleichwohl darüber bewusst, dass Tofu nur einer von vielen, vielen möglichen Stellvertretern für vegetarische Ernährung ist. Und: Es gibt auch viele Vegetarier und Veganer, die gar keinen Tofu verzehren.

Doch auch neben dem klassischen Sojaprodukt gibt es viele Alternativen zum Fleischkonsum. Einige werden hier vorgestellt. Wer weitere Vorschläge oder Rezepte kennt, kann diese gerne im Kommentarbereich einbringen.

Tempeh

Ähnlich wie der Tofu wird auch Tempeh aus der Sojabohne hergestellt. Der zentrale Unterschied ist jedoch, dass die Bohne hier unter Zugabe eines Pilzes (meist verschiedene Arten des Rhizopus) zu einer festen Masse fermentiert werden. Geschmacklich wird Tempeh aufgrund seiner milden Würze mit süßlicher Note oft mit Hefeprodukten verglichen. Ähnlich wie Tofu ist Tempeh besonders reich an Nährwerten.

Seitan

Seitan wird aus Weizenstärke gewonnen. Nach chinesischer Tradition wird hier Weizenmehl mit Wasser zu einem Teig verarbeitet. Dabei wird die Stärke solange ausgewaschen bis nur noch das Kleberprotein (Gluten) übrig bleibt. Die verbliebene Masse wird dann mit Sojasoße, Algen und Gewürzen aufgekocht. So entsteht ein herzhaftes Aroma, das insbesondere bei denen beliebt ist, die dem Fleisch nicht aufgrund seines Geschmacks abgeschworen haben.

Quorn

Auch hier sind Pilzarten eine zentrale Zutat für die Herstellung. Durch Gärung dieser Pilze wird Mykoprotein gewonnen. Dieses spezielle Eiweiß wird mit Vitaminen, Mineralstoffen und gebundenem Eiweiß zu einer festen Masse verarbeitet. Kenner schätzen auch hier den fleischähnlichen Geschmack und den hohen Nährwertgehalt.

Bratlinge

Bratlinge werden meist aus Sojafleisch und/oder einer Vielzahl anderer Zutaten hergestellt. So sind hier der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Bratlinge können aus Sojaprodukten, verschiedensten Gemüsesorten oder auch Getreideprodukten zusammengesetzt werden. Besonders beliebte Zutaten sind Haferflocken, Karotten, Zucchini, Reis, Couscous, Linsen, Hirse oder auch Quinoa, das in letzter Zeit auch in deutschen Küchen Einzug hält. 

Lupinen

Viele Vegetarier greifen auch immer häufiger zu Lupinensamen. Auch als Wolfs- oder Feigbohne bekannt lässt sich aus dieser Hülsenfrucht der tofuähnliche Lopino gewinnen. Er ähnelt dem Sojaprodukt in Konsistenz und Verwendung hat aber einen intensiveren Geschmack.  

Ernährung ohne Ersatzprodukte

Auch ganz ohne Ersatzprodukte ist eine vegetarische Ernährung möglich. So gibt es auch viele vegetarische Gerichte die ganz ohne Ersatzprodukte und nur mit Gemüse, Obst, Getreide oder anderen pflanzlichen Erzeugnissen auskommen.

Hintergrundinformationen zum Rechner

Bei der Berechnung wird auf zahlreiche Quellen zurückgegriffen – vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das Öko-Institut bis hin zum Bund für Umwelt und Naturschutz. Im obigen Text sind bereits einige der Quellen aufgeführt, hier finden sich die Basisformeln und Referenzen zu den jeweiligen verwendeten Werte und der Vorgehensweise.

Fleischverzehr

Die vorausgefüllten Werten zum jeweiligen Fleischverzehr in der Woche basieren auf den Ergebnissen des „Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2014“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

 durchschnittlicher Verzehr pro Person im Jahr (Schlachtgewicht)auf die Woche gerechnet ergeben das
Rind12,9 kg250 g
Geflügel19,4 kg373 g
Schwein52,8 kg1015 g

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Vorsicht: Die Daten beziehen sich auf das Schlachtgewicht der Tiere. Der Begriff bezeichnet das Warmgewicht von Tieren direkt nach der Schlachtung. So sind hier Gliedmaßen, Innereien und beim Rind auch die Haut bereits entfernt. Knochen, Knorpel, Sehnen und andere nicht verzehrbare Teile der Nutztiere sind jedoch noch enthalten.

Die ermittelten Verzehrmengen mögen auf den ersten Blick sehr hoch erscheinen. Dies liegt zum Einen daran, dass ausschließlich Zahlen zum Schlachtgewicht festgestellt wurden. Zum Anderen werden Fleischwaren oft unbewusst oder ohne Wissen über den eigentlichen Fleischanteil an den Produkten verzehrt. So ist uns oft nicht bewusst, wie viel Fleisch die Bolognese-Soße, die Salami-Pizza oder der Fleischsalat eigentlich enthält. Hinzu kommt ein Phänomen, dass die Ernährungsforschung “Verstecktes Fleisch” nennt. Gemeint ist zum Beispiel die Gelatine in Gummibärchen oder Bestandteile von Schwein, Rind und Geflügel in Kartoffelchips.

Wasserverbrauch & CO2-Emissionen

Für die Berechnung des Wasserverbrauchs und des CO2-Ausstoß  wird auf folgende Werte zurückgegriffen. Die angegebenen Werte beziehen sie jeweils auf die Erzeugung von 1 kg Fleisch bzw. Tofu:

 TofuRindGeflügelSchwein
Wasserverbrauch zu Erzeugung925 Liter¹15415 Liter²4325 Liter²5988 Liter²
Co2eq1100 g³13311 g⁴3508 g⁴3252 g⁴

Quellen sind ¹PETA, ²Water Footprint³Vegetarierbund Deutschland, ⁴Öko-Institut

Einsatz von Antibiotika

Laut der Publikation „Hintergrundinformationen zu Antibiotikaeinsatz und Resistenzbildung in der Intensivtierhaltung“ des Bundes aus dem Jahr 2012 werden jedem Tier durchschnittlich folgende Anzahl an Antibiotika Behandlungen zugeführt:

 RindGeflügel Schwein
Antibiotikabehandlungen pro Tier2,52,35,9

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Vorgehen bei der Berechnung

Bezugswerte wie beispielsweise Wasserverbrauch und CO2-Emissionen beziehen sich immer auf 1 kg Fleisch und werden von Wochenwerten auf ein Jahr, respektive zehn, hochgerechnet.

Jährlicher Verbrauch an Wasser, CO2 und Antibiotika

Berechnung des jährlichen Wasserverbrauchs und  Co2-Ausstoßes durch einfache Multiplikation mit dem jährlichen Fleischverzehr:

\text{Wasserverbrauch}= \\\\   \text{(Fleischverzehr pro Jahr in kg)}\times\text{(Wasser zur Erzeugung von 1 kg Fleisch)}

Wenn Fleisch durch Tofu substituiert wird, verringern sich Ressourcenverbräuche. Im Folgenden wird dies anhand des Wasserverbrauchs dargestellt. Zunächst werden die Wassermengen berechnet, die durch Fleischverzicht vermieden werden. Der bereits ermittelte Wasserverbrauch bei 100 % Fleischkonsum wird mit dem Anteil, der durch Tofu ersetzt werden soll, multipliziert:

\text{gesparte Liter Wasser}= \\\\   \text{(Wasserverbrauch bei nur Fleischkonsum)}\times\text{(Tofu-Anteil in Prozent)}

Abgezogen wird hiervon noch die Wassermenge, die für die Herstellung des Tofus selbst notwendig ist:

\text{Wasserverbrauch zur Tofu-Herstellung}= \\\\   \text{(Fleischverzehr pro Jahr in kg)}\times\text{(Tofu-Anteil in Prozent)}\times\text{925 Liter}

Zuerst wird der eigentliche Fleischverzehr pro Jahr in Kilogramm mit dem Tofu-Anteil multipliziert, um die verzehrte Tofumenge zu ermitteln. Diese wird dann mit der benötigten Wassermenge (925 Liter) zur Herstellung von 1 Kilogramm Tofu multipliziert und abgezogen. Zur Ermittlung des eingesparten CO2-Ausstoßes wird analog vorgegangen.

Zur Berechnung der Anzahl von Antibiotikabehandlungen wird zunächst die Anzahl der geschlachteten Tieren ermittelt und mit den durchschnittlichen Antibiotikabehandlungen multipliziert.

\text{geschlachtete Tiere im Jahr}= \\\\   \frac{\text{(Fleischverzehr pro Jahr in kg)}}{\text{(Fleischgewicht pro Tier in kg)}}

Dabei wird von folgenden Durchschnittswerten ausgegangen:

  • Schwein: 96,8¹ kg Fleisch
  • Rind: 300,8² kg Fleisch
  • Huhn: 1,8 kg Fleisch

Quellen: ¹Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, ²ausgegangen wird von einem Holsteiner Rind, mit 546 Kilogramm Lebendgewicht und einem Ausschlachtungsgrad von 55,1 % (lt. LfL Bayern)

\text{Anzahl Antibiotika}= \\\\   \text{(geschlachtete Tiere im Jahr)}\times\text{(durchschnittliche Antibiotikabehandlungen)}

 

Literatur, Infoquellen, Linktipps

In diesem Artikel finden sich Links zu zahlreichen wissenschaftlichen Studien, Institutionen und Veröffentlichungen. Zusätzlich arbeiten wir gerade an einer Linkliste für empfehlenswerte Literatur und Quellen. Wir freuen uns über Hinweise an die Redaktion.

Kein Fleisch macht glücklich

kein-fleischIn „Kein Fleisch macht glücklich„diesem Buch beschreibt der Journalist Andreas Grabolle seine Suche nach Ernährung, die „Genuss, Gewissen und Gesundheit“ vereint. Dabei spricht er mit beiden Seiten und beleuchtet die Fakten, Halbwahrheiten und Behauptungen von Fleischfreunden und Fleischverächtern. Und lässt dabei Tierärzte, Philosophen, Bauern, Jäger, Ökonomen, Ernährungswissenschaftler sowie einen vegetarischen Metzger zu Wort kommen.

Zusammenfassung

  • Der Fleischkonsum der Deutschen ist insgesamt immer noch deutlich zu hoch.
  • Herstellung und Massentierhaltung führen zu vielen Problemen: Futtermittelbedarf, Einsatz von Antibiotika, Wasserverbrauch, CO2-Ausstoß…
  • Tofu ist ein „effizientes“ Nahrungsmittel und kann Fleisch ernährungsphysiologisch gut ersetzen. Geschmacklich ist Tofu für viele Menschen aber kein gleichwertiger Fleischersatz.
  • Die Bedeutung von Soja in Form von Tofu oder TVP nimmt stetig zu.  Langfristig wird er ein wichtiger Baustein der globalen Ernährung.
  • Viele Vegetarier und Veganer verzehren Tofu eher als Beilage, denn als Fleischersatz.
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66 Comments

  1. Julia

    Liebes Blitzrechner-Team,

    über Twitter bin ich auf den Link zum Thema Fleischkonsum aufmerksam und freue mich über dieses Thema.

    Sehe ich es richtig, dass bei der Einsparung an Tieren auch nur die Tiere berechnet werden, die auch tatsächlich verspeist werden? Das hieße, dass all die Tiere, die bei der Fleischproduktion „auf der Strecke“ bleiben dabei nicht berücksichtigt werden, oder? Also, für die Berechnung finde ich das im Prinzip in Ordnung, aber ich denke, es sollte wenigstens erwähnt werden, dass durch die Verringerung des Fleischkonsums eigentlich noch (viel) weniger Tiere sterben müssen!

    Herzlichen Dank schon mal,
    mit freundlichen Grüßen
    Julia

    1. Rene

      Liebe Julia,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Du hast natürlich recht, dass der Rechner sich nur auf die Menge Fleisch bezieht, die wir tatsächlich auch verzehren. Gern würden wir auch die weiteren Tiere abbilden, die während der Mast oder durch das Aussortieren der männlichen Tiere in der Geflügelzucht sterben müssen. Leider ist es aber so, dass diese „Ausfallquote“ schwer zu errechnen ist und es auch keine verlässlichen Quellen hierfür gibt. Zudem soll dem Nutzer des Rechners natürlich auch vor Augen geführt werden, wie viel Fleisch er tatsächlich und greifbar verzehrt.

      Deinen Vorschlag, den Sachverhalt im Fließtext zu erwähnen, finden wir aber sehr gut. Wir werden in der Redaktion diskutieren, wie wir das am besten umsetzen können und informieren dich dann sobald wir die Änderungen vorgenommen haben.

      LG,
      René vom blitzrechner-Team

      1. Matthias

        Eine viel höhere Quote besteht in den Tieren, welche weggeschmissen werden:

        Diese Zahlen finde ich, können eingerechnet werden, da sie ja durch den Konsum, bzw die Nachfrage entstehen ?

    1. Rene

      Hallo Veggy,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Masthühner werden in Deutschland durchschnittlich 2,3 mal mit Antibiotika behandelt. Rinder 2,5 mal. Schweine sogar durchschnittlich 5,9 mal. Da kommt schnell was zusammen.

      Quelle: BUND

      Liebe Grüße,

      das blitzrechner-Team

  2. Tram

    Die männlichen Küken werden direkt nach dem Schlüpfen getötet, es sterben also zwei Hühner pro geschlachtetem Huhn! Sollte man bedenken, wenn man Hühnchenfleisch isst.

        1. Kasi

          Lieber Gerd,
          Da liegst Du falsch. Die männlichen Küken für die Mast wachsen wie andere männliche Tiere schneller als die weiblichen. Gemästet werden alle Küken. Nur in der Eierproduktion sind männliche Küken nicht zu gerignet, oder hast Du schon mal einen eierlegenden Hahn gesehen? Inzwischen gibt es gute Ansätze, das Geschlecht vor dem Ausbrüten zu bestimmen. In einigen Jahren sollte sich das Problem lösen lassen.

    1. Tim

      Hi Anna,

      du scheinst dich mit dem Thema gut auszukennen. Vielleicht hast du ja noch eine gute andere Quelle mit Wasserverbrauchszahlen? Bauen wir dann gerne im Text ein… Und ansonsten gilt: Wir haben überall versucht beide Positionen darzustellen. Wir haben zahlreiche Akteure angeschrieben und um Rückmeldung gebeten; insbesondere auch aus der Fleischindustrie und Handelsketten. Leider haben wir von diesen bis jetzt keine Statements oder Gegendarstellungen erhalten (aber auch hier: Bauen wir ein, sobald wir etwas erhalten). Sollen wir dich per Mail benachrichtigen, wenn wir den Artikel updaten?

      Liebe Grüße, Tim

    2. Sabrina

      Ich muss Anna leider zustimmen, vor allem da man die Zahlen nicht wirklich vergleichen kann – andere Systemgrenzen, andere Annahmen!
      Wenn muss es eine Quelle für alle Produkte sein, die verglichen werden sollen!

      1. Tim

        Danke für dein Feedback! Wir hätten hier natürlich lieber auch gerne eine Quelle für alle Nahrungsmittel – diese gibt es aber schlicht nicht. Von daher müssen wir uns leider dem bedienen, was zur Verfügung steht. Aber auch hier: Gib gerne uns gerne Bescheid, wenn du diesbezüglich mehr Informationen hast als wir.

  3. zimy

    Zunächst einmal ein GROßES Lob von mir! Unabhängig davon, ob jetzt jedes µ bei dieser Berechnung so aufgeht (ich schätze mal, dass da jede Studie zu einem ein wenig anderem Ergebnis kommt), sind die Dimensionen an sich interessant. Oder anders gesagt: Ob es jetzt 105 oder 110 Hühner sind, ist relativ egal. Interessant ist doch, dass Fleisch einen erheblichen Fußabdruck hat.

  4. Ute

    Ihr nennt 1,3 Millionen Vegetarier und Veganer in Deutschland, die Zahlen sind aber nicht aktuell oder? Diese Zahl erscheint mir sehr niedrig, wären es nur so wenige würden nicht so viele Produkte im Handel angeboten werden – ich meine von 7 Millionen Vegetariern (knapp 10%) und 900000 Veganern gelesen zu haben… auf welche Quelle stützt sich eure Angabe?

    1. Rene

      Hallo Ute,

      vielen Dank für deinen Kommentar und den damit verbundenen Hinweis.

      Tatsächlich stammt die angegebene Zahl von einer älteren Quelle. Nämlich der letzten Nationalen Verzehrsstudie aus dem Jahr 2008. Wir haben die Zahl jetzt durch die Schätzung des Vegetarierbundes Deutschland ersetzt und entschuldigen uns für die alten Angaben.

      Schön, dass es so aufmerksame Leser/-innen wie dich gibt.

      Liebe Grüße aus Berlin,

      das blitzrechner-Team

  5. Miri

    Hallo zusammen,

    sehr anschaulich gemacht Eure Seite und viele interessante Daten zusammengestellt. Aber auf den ersten Blick: ein Deutscher verzehrt in zehn Jahren „nur“ein halbes Rind? Das erscheint mir sehr niedrig. Muss es da nicht heißen pro Jahr? Die Zahlen dieser zehn Jahr Grafik verwunden mich sehr… Schöne Grüße

    1. Tim

      Hi Miri,

      ja, uns ging es bei der Recherche auch so – der Wert scheint auf den ersten Blick ein wenig niedrig. Aber: Die Werte haben wir uns nicht ausgedacht, die Links zu den jeweiligen Größen findest du im letzten Abschnitt. Um es mal schnell zu überschlagen: 300 Gramm Verzehr pro Woche macht im Jahr 15,6 Kilo. Bei einem Schlachtgewicht von 300 Kilo (Schlachthofgewicht sind 546 Kilo) benötigt man also ca. 20 Jahre um die Kuh aufzuessen. Natürlich gibt es gegen diese Rechnung einige Einwände. Zum Beispiel, dass wir vorzugsweise bestimmte Teile essen (Steak), andere hingegen weniger üblich sind (Zunge). Die Anzahle der geschlachteten Kühe wäre also höher. Und natürlich verwendet der Rechner nur Durchschnittswerte. Passe die Eingabewerte im Rechner deinem Konsum entsprechend an, wenn du mehr Rindfleisch verzehrst.

      Ansonsten bitte nicht vergessen, dass Schweinefleisch einfach beliebt und üblich ist (siehe auch im Text die Abschnitte über „verstecktes Fleisch“ in Wurst). Und Hühnchen zunehmend beliebt ist. Das ist natürlich letztendlich auch eine Kostenfrage…

      1. Frank

        Es werden aber doch mehr die männlichen Kuhbabys (Kälber) und (männliche) Jugendliche (Rinder) mit geringerem Schlachtgewicht verzehrt.
        Die Kühe stehen ja bis zu 8 Jahre im Stall um Milch zu produzieren.
        Also ist die Zahl der getöteten Tiere bedeutend höher.
        Somit ist die Darstellung leider auch irreführend.
        Ich glaube dass Fleischesser sich nicht bewusst sind, dass sie kleine Babys futtern…

  6. Pingback: Fleischkonsum und seine Folgen – Selbst ausrechnen! | Rohe Energie

  7. Kühlwalda

    „Innerhalb von 10 Jahren werden bei angegebenen Fleischverzehr 2.7 Schweine, 0.2 Rinder und 29 Hühner geschlachtet.“
    Fleischersatz ist für mich völlig unnötig. Zudem ist Tofu z. B. bei Schilddrüsenerkrankungen sogar schädlich. Ich esse nicht viel Fleisch, und wenn, dann kein billiges aus dem Supermarkt. Das gehört für mich sowieso verboten. Wer Fleisch essen will, sollte auch zu schätzen wissen, was auf seinem Teller liegt. Und das geht in Deutschland leider nur über die Geldbörse.

  8. Kasi

    ich finde es schon erstaunlich, dass 1850 auch schon 15 kg Fleisch pro Kopf verzehrt wurden. Wenn man bedenkt, dass die damalige Feldwirtschaft nur niedrigste Erträge lieferte und zusätzlich erhebliche Flächen vor allem Hafer für die Zugtiere angebaut wurden, könnte man meinen, dass damals der Flächenanteil, der nicht zu Nahrungszwecken diente, höher war als heute. Hat dazu jemand Daten? Die Futterverwertung der Tiere war aufgrund fehlender Zucht, schlechter Haltung und zu hohen Endgewichten auf jeden Fall schlechter als heute. Von den Verlusten ganz zu schweigen!

  9. Weltverbesserer

    Man kann doch nicht Vegetarier gegen Fleischesser argumentieren. Ein Fleischesser isst doch nur etwas Fleisch _zusätzlich_ zum Gemüse, Salat und Obst. Man sollte deswegen „Allesesser“ sagen. Das wäre fair und nicht polarisierend. 2/3 der Landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland sind Wiesen und Weiden. Die kann man nur durch Fleischwirtschaft nutzen. Überdies haben wir nur eine Ernte im Jahr. Wenn man den Luxus Vegetarier zu sein nun mit der Tatsache vergleicht das Schichtsalat aus Kenia mitten im Winter nichts weniger als Umweltfreundlich ist. Dort der Luxus des dicken Euro gegen den Hunger der Menschen und den Wassermangel steht.

  10. janina

    Gibt es denn überhaupt gute Gründe, die Billigfleisch durch Massentierquälhaltung, ungezügelte Antibiotika-Verabreichung und Lebendschlachtung sprechen?

  11. J. F.

    Es gibt keine wirkliche Lösung für das Ernährungsproblem auf dieser Welt. Mal angenommen jeder Deutsche würde ab sofort 50% weniger Fleisch essen. Erstens würde das sehr viele Arbeitsplätze kosten, zweitens kann subtitutive Nahrung in solch einer Menge gar nicht geliefert werden. Das ist ähnlich wie Atomstrom versus Strom aus regenerativen QUellen. Natürlich wäre es besser, wenn Fleisch aus kontrollierter Haltung stammen würde und nicht aus Massentierhaltung. Aber auch hier gilt: In der Masse kann Bio-Fleisch gar nicht produziert werden!

  12. Trutz

    Wir sollten uns schämen! Deutschland ist der größte Hühner-, Schweine und Rinderproduzent in ganz Europa. Es wird so viel produziert, dass lokale Märkte in Afrika platt gemacht werden. Bauern streichen Subventionen ein, Tierärzte verabreichen Antibiotikabehandlungen am laufenden Band, LKW-Fahrer karren tausende und abertausende Tieren zu Schlachthöfen und dann zu Aldi & Co. Billig, billig, billig – das ist doch zu kurz gedacht! Die Schäden durch Mast, Haltung und Verwertung werden ausgelagert – das zahlt wie bei der Atomindustrie auch – die Allgemeinheit. Besser: Bio-Fleisch. Noch besser: Fleischkonsum einschränken, reduzieren oder ganz auf vegetarische/vegane Alternativen umschwenken!

  13. Annette

    Ich selbst bin Vegetarierin und war einige Jahre in Südindien und Pakistan beruflich tätig. Mittlerweile bin ich zurück in Europa. Was soll ich sagen – mir sind europäische vegatarische Restaurants eine Horrorvision. Dahinter stehen einfach nicht Jahrhunderte von Kochkunst wie in Indien. Es kommt nicht darauf an, ob man jetzt Tofu oder Soja oder TVP isst, sondern wie es zubereitet ist. Da fehlt uns hier einfach noch die Kochkultur.

  14. Kein Weltverbesser, einfach nur ein normaler Mensch

    Ich habe – zum Teil gesundheitlich bedingt – meinen Fleischkosum stark eingeschränkt. Ganz ohne „Vegetarier-Manipulation“. Und mittlerweile muss ich sagen: Es hat auf keinen Fall geschadet. Auch meiner Familie und meiner Umgebung nicht. Ich lehne es ab, zu missionieren. Soll ja jeder für sich selbst entscheiden. Man kann sehr viel fleischhaltige Gerichte auch rein vegetarisch kochen. Ob Chilli-con-Soja oder Spaghetti Bolognese. Ganz ohne Fleisch, dafür aber mit anderem „Pfiff“ drin. Wobei ich dann und wann ein schönes Steak, eine Wurst oder Bullette nicht verachte. Und: ich esse immer noch sehr gerne Fisch und Meeresfrüchte.

  15. Manu Zsymka

    Ich bin keine Vegetarierin, koche aber seit jetzt fast 20 Jahren hauptsächlich fleischlos. Der Fleischrechner war super, um mir zu verdeutlichen, was ich der Umwelt und auch meinem Körper so alles erspart habe! Sehr schöne Sache…

  16. Leckermäulchen

    Ich finde durchaus, dass auch vegetarische Gerichte gut schmecken. Aber dieser Hype der darum gemacht wird, ist gelinde gesagt nervig. Ich habe noch keine vegetarischen Essen genossen, die meine Lieblingsspeisen von ihrem Thron stoßen könnten. Nichtmal annähernd. Und ich habe schon viel vegetarisches gegessen, denn meine Frau ist Vegetarierin. Ein Beispiel: Mettbrötchen! Einen vegetarischen Brotaufstrich der Mettbrötchen das Wasser reichen könnte, gibt es einfach nicht. Oder eine kross gegrillte Ente. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran denke. Sowas hat noch kein vegetarisches Essen geschafft. Ein Schnitzel mit Pommes. Göttlich! Hört mir auf mit diesen vegetarischen Tofuschnitzeln. Die schmecken sch…lecht! Ich mag vegetarisches Essen, weil ich ohnehin so gut wie alles mag. Aber kulinarisch bewegt sich vegetarisches Essen ausschließlich im Durchschnittsdrittel.

  17. Peter

    Was ich aber bis heute nicht verstehe: Wenn Wurst oder Fleisch angeblich so ablehnenswert sind, wieso gibt es dann vegetarisches Steak, vegetarische Wurst, Patties in der gleichen Form, Farbe und Anmutung? Das ist doch nicht richtig konsequent, oder? Was mich allerdings auch nervt, ist die Verteufelung durch militante Vegetarier. Und Veganer sind häufig noch ideologischer. Soll jeder das Essen, was er will – ohne anderen vorzuschreiben, was man zu Essen hat, oder nicht hat.

  18. Mr. BBQ

    Ganz ehrlich: In den letzten Jahren gab es einen totalen Hype darum, wer denn den schönsten Grill hat. Und was wird darauf gegrillt? Nicht Gemüse, sondern dicke Steaks, Würstchen en Masse etc. Gemüse, Salat und Tofu sind und bleiben doch Beilagen. Jedem das seine, aber ich werde auf Fleisch nicht verzichten.

  19. Retin

    Meiner Meinung nach ist es nicht gerecht, Fleisch mit vegetarischen und/oder veganen Lebensmitteln zu vergleichen. Vor allem dieser ganze „gepimpte“ Tofu, vegetarische Aufstriche und vegetarische Wurst – das beruht doch alles auf chemischen Zusätzen, Farbstoffen und und unnatürlichen Aromen. Fleisch auf vegetarisch nachahmen und nachzubauen ist doch der absolute Blödsinn.

    Ich verstehe diesen ganzen Hype um vegetarisch und Tofu nicht. Ich esse ganz gerne mal ohne Fleisch. Gemüse, Obst, Salat – aber warum muss ich das jetzt hochkünsteln und es „vegetarisch“ nennen? Ich esse jeden Morgen „vegetarisch“ (Brötchen mit Nutella). Eine Gemüsesuppe zum Mittag, Kartoffelgratin, Nudelauflauf, Tomate + Mozzarella. Ist das jetzt normal? Oder schon vegetarisch?

    Was ich hingegen nicht normal finde ist das, was die Veganer sich reinschaufeln an Ersatzprodukten. Dermaßen verfremdete Lebensmittel vollgepackt mit Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern.

  20. Sebastian

    Wann hört endlich die Lüge auf, dass vegetarische Kost ressourcenschonend sei? In vielen Ländern bedarf die Herstellung hochwertiger Agrarprodukte Bewässerungssysteme, die zu Desertifikation führen. Mal abgesehen davon gibt es nicht ausreichend ertragreiche Böden. Dieser Vegetarierwahnsinn wird doch hauptsächlich von urbanen Hipstern angeführt.

  21. Johanna ;-)

    Auffällig bei vielen „neuen Veganern“: Erst einmal wird man vegan. Und dann guckt man, was das überhaupt ist. Aber vegan ist doch schon längst Gemüse von gestern. Heute isst „man“ pegan – eine Mischung aus Paleo und Vegan. Da spielt auch überhaupt keine Rolle, ob sich einzelne Ernährungrichtlinien der jeweiligen Form widersprechen. Es wird ganz flexibel das beherzigt, was in den Kram passt. Von mir aus. Glaubwürdigkeit und Überzeugung büßen da schon ein.

  22. anonym

    Eine vegane Ernährung ist deutlich umweltfreundlicher als die übliche, Fleisch- und Milch/Käsebetonte Durchschnittskost. Wie man oben deutlich sehen kann, verbraucht sie weniger Energie, Rohstoffe und Wasser. Und erzeugt deutlich weniger schädliche Klimagase. Aus ethischer Sicht ist die vegane Ernährung die konsequenteste Art, verantwortlich mit unserer Umwelt umzugehen und so wenig Lebewesen wie möglich durch unsere Lebensmittelauswahl zu schaden.

  23. Vegetarier

    Ich bin jetzt seit 15 Jahren Vegetarier. Damals war das schwer, kaum ein Supermarkt oder Restaurant war darauf eingestellt – vor allem nicht in eher ländlichen Gegenden. Heute ist das anders. Ich freue mich über die neue Vielfalt an Tofu und Veggie-Wurst. Warum Essen Vegetarier überhaupt Würste? Nicht, weil sie Fleisch vermissen, sondern weil sie mit dem “Konzept” Brot + Wurst groß geworden sind. Und weil wir auch gerne mal was anderes als Gemüse auf den Grill legen. Nur weil man Vegetarier ist, heißt das ja nicht, dass man den rauchigen Geschmack eines Grills nicht mag ;-)

  24. Aha....

    Und, was essen Vegetarier so? Rote Linsensuppe und Chili-con-Soja. Was zeigt das? Veganer sind auch kein Stück schlauer oder gehen also besser mit der Natur um! Selbst die einfachsten Dinge werden nicht gekocht, sondern man greift schön zur eingeschweißten Ware oder TK-Kost.

    Was aber richtig sein dürfte ist doch folgendes: vegan leben als urbane Bewegung, als Wunschtraum der vom naturnahen Leben völlig entfremdeten Großstadtkinder, die sich insbesondere nicht mehr der bösen, fleischbasierten Versorgungsindustrie ausgeliefert fühlen wollen und sich daher einer anderen Sparte der Versorgungsindustrie anvertrauen. Und natürlich kauft sich jeder Veganer das obligatorische Iphone oder Macbook. Bestellt wird eine Sojalatte.

    Mal sehen wie sich das da erwacht, weil die Entfremdung von den Grundlagen des Lebens geht ja nicht weg davon dass man Plastik trägt statt Leder oder Soja isst statt Fleisch.
    Entfremdet bleibt der moderne Großstadtmensch auch wenn er die Mystik des „Veganen“ und der höheren Ethik über sein Leben gießt.

  25. Malte

    Was mich stört, was mich wirklich richtig stört, ist dass häufig nur schwarz-weiss gedacht und argumentiert wird. Wenn man sich die Schaubilder und natürlich das Ergebnis oben mal anschaut, sollte jedem klar werden, dass wir umdenken müssen. Da geht es jetzt gar nicht um ein CO2-Gramm oder ob es nun 3, 5 oder 8 Antibiotika-Behandlungen sind. Jedem ist klar, dass die schiere Masse an Fleisch ein Problem ist. Ob man nun seinen Fleischkonsum reduziert (kleines Schnitzel statt großem Schnitzel, 3 x die Woche statt täglich) oder gleich auf Ersatzprodukte wie Tofu umschwenkt ist doch letztendlich egal.Vielen Dank ans Team hier und ein Extradank für die schöne Diskussion!

  26. Simon

    Hey ihr Veganer, ihr esst meinem Essen das Essen weg! ;)

    Ganz ehrlich Leute, hier wird viel Lärm um nichts gemacht. Ob Leute jetzt Ihre Kinder in katholische Schulen schicken wollen, sich nur noch vegan ernähren wollen, Apple zur Religion erheben oder ihr Horoskop beim Schuhkauf beachten – Aberglaube tut selten gut!!

  27. Radiwitzki

    Natürlich gehen für die semi-industrielle Fleischerzeugung große Mengen an Energie und Futtermitteln drauf. Und ja, das meiste wird sicherlich auch noch importiert (Abholzung des Regenwaldes, Druck auf die lokalen Märte im Erzeugerland). Anderseits gibt es in vielen Teilen der Welt auch Gebiete, die sich für den klassischen Acker- oder Gemüsebau nicht eignen, vor allem semi-aride Gebiete. Diese können aber oft noch von Wiederkäuern wie Kühen oder Schafen genutzt werden und tragen damit maßgeblich zur Ernährungssicherung bei. In Europa gibt es diese Flächen auch in den Alpen oder in den Mooren der Norddeutschen Tiefebene. Hier hat die Tierhaltung eine wichtige Bedeutung für die Gewinnung von Lebensmitteln und sind oft auch stark im kulturellen Essverhalten verwurzelt. In einer Gesellschaft in der Lebensmittel zu jeder Zeit zu haben ist, fehlt dieser ursprüngliche Bezug. Mein Plädoyer: Zurück zur traditionellen Tierhaltung, weg von der industriellen Massentierhaltung.

  28. unerheblich

    Zunächst einmal möchte ich mich hier dafür bedanken, dass dem Thema fleischlose Ernährung ein derart ausführlicher Artikel gewidmet wird. Auch die Infografiken sind toll – schön peppig und nicht so langweilig wie es sich häufig in wissenschaftlichen Quellen findet.

    Man muss fairerweise sagen, dass selbst die ewig-gestrigen Discounter in den letzten Jahren ihr Angebot an vegetarischen und veganen Produkten stark erweitert haben. Wir als Verbraucher habe es insofern selbst in der Hand. Jedes vegetarische Lebensmittel dass über die Kassenscanner gezogen wird, ist ein Votum FÜR vegetarische Ernährung und GEGEN industrielle Massentierhaltung. Wir können selbst einen Trend setzen, die Wende einleiten. Just try it!

  29. Peace, baby

    Mich befremdet es sehr, wie hier in der Diskussion mit dem Begriff „vegane Produkte“ umgegangen wird. Jeder Supermarkt führt Unmengen an “veganen Produkten”: Salat, Obst, Gemüse, Gewürze, Öle, Säfte, Brot, Nudeln usw. usf.

    Klar, bei einigen Zutaten, die auch tierischer Herkunft sein KÖNNTEN, muss ein strikter Veganer vorher eine Produktanfrage beim Hersteller machen oder sich im Internet informieren, aber im Grunde gibt es alle Produkte für eine ausgewogene und vollständige Ernährung in jedem Supermarkt.

  30. mezzo

    Danke. Nun weiß ich Bescheid. Gottseidank – ihr habt mir bescheinigt, dass ich tatsächlich nicht genügend Tofu esse. Ein Grund mehr, in Zukunft – überhaupt keinen Tofu mehr zu essen.

  31. KaumFleischEsser

    Interessante Rechnungen. Was passiert eigentlich mit den Tieren, die nicht mehr gegessen werden? Angenommen, 100% Fleischkonsum fallen weg … was passiert mit den Tieren? Wird Soja dann für Mensch UND Tier weiterhin angebaut? Und wo? Die Rechnung „Umwelteffizienz“ im Vergleich zu Fleisch geht so also schon mal nicht auf, weil die Konsequenzen nicht mitberechnet werden. Desweiteren … wird diese Doppelernährung von beiden dann weiter gehen? Oder werden die Tiere sterilisiert? Immerhin haben Tiere die Angewohnheit, sich innerhalb eines Gleichgewichts (Räuber/Beutetier/Umwelt) zu vermehren. Oder, sterben sie einfach aus? Wer füttert sie weiter, oder wird die letzte Riege noch geschlachtet? Wird es domestizierte Tierarten dann nur noch im Zoo geben? Oder wird ein Teil künstlich als „Stehvieh“ weiter ernährt und beweidet? Und wo soll das dann passieren? Wenn niemand daran verdient, kostet es. Was das bedeutet, dürfte jedem klar sein. Die Kosten und Emissionen der übrien Tiere müssten dann ebenfalls als direkte Konsequenz auf die Soja-Produktion gerechnet werden. Je nachdem, wie sie gehandhabt wird, und wie viele Tiere es weiterhin geben darf.

    Es ist unumstritten, dass sich einige Dinge ändern müssen. Aber diese (unvoll)ständigen Rechnungen unterscheiden sich teilweise nicht von der Blenderei anderer Nahrungsmittelbranchen. Fakt ist jedenfalls, dass nicht benötigte Tiere nicht mehr nachgezüchtet werden, und bereits gezüchtete Tiere dennoch geschlachtet werden. Nur etwas später. Diese utopische Vorstellung, man könne durch den Verzicht auf Fleisch Tiere retten, ist stellenweise nicht mehr zu ertragen. Weil es einfach nicht stimmt und nicht stimmen kann. Man kann die Zahlen der Tötungen mit der Zeit reduzieren, sogar auf Null bringen. Natürlich. Allerdings nur, weil keine Tiere mehr nachgezüchtet werden. Gerettet wird kein Tier. Weiter leben wird kein Tier. Höchstens weniger geboren, weil weniger gebraucht werden. Oder werden die Rinder/Schweine/Hühner neuerdings im Wald gefangen?

    1. lina

      @KaumFleischEsser

      Deine Argumentation ist so lustig, und ja! selbstverständlich musst Du unbedingt weiter Fleisch essen, damit die Millionen Tiere in der Massentierhaltung sich nicht unkontrolliert einfach weitervermehren und vielleicht irgendwann die Weltherrschaft übernehmen. Sobald sie dann die Weltherrschaft haben, werden sie die Menschen dazu knechten, weiter lecker Soja für sie anzubauen. Von irgendwas müssen die armen, weltbeherrschenden Tiere ja leben! Als domestizierte Tiere werden sie in unsere klimatisierten und beheizten Häuser einziehen und den Menschen ihre bisherigen Ställe zur Verfügung stellen. Inwieweit die Kühe und Schweine für die Kosten dieser Unterbringung der Menschen aufkommen können, kann ich mir bei weitem nicht vorstellen. Da sie bislang nur faul in Ställen ohne Tageslicht rumstanden und den ganzen Tag vor sich hin dösten, ist der Zusammenbruch der gesamten Weltwirtschaft nur eine Frage der Zeit. Die Menschen verhungern in den ehemaligen Kuhställen, dann verhungern die faulen Kühe in unseren Villen. Das Ende der Welt ist nah!

      Ja, wir müssen die bösen Kreaturen vertilgen, sonst werden wir untergehen!!!

      :D

  32. Pingback: Fleisch-Essen: Auswirkungen auf Umwelt, Tiere & Mensch | Zoran Baranji

  33. Ruben

    Hallo,

    ein sehr schöner Artikel, jedoch habe ich ein Verständnisproblem zum immensen Wasserverbrauch, worüber ich auch nach dem Dokumentarfilm „Cowspiracy“ (sehr empfehlenswert) nachgedacht habe.
    Bleibt das Wasser nicht im Wasserkreislauf der Erde erhalten. Kann man Wasser überhaupt verbrauchen?

    Liebe Grüße
    Ruben

    1. mara

      Ja klar. Die rechnen einfach das virtuelle Wasser mit (Regenwasser, das sowieso fällt). Und Cowspiracy kannste knicken. Dem Film geht es nur darum, den veganen Lebensstil zu propagieren. Um sonst nichts. Und zu allerletzt um sachliche Information.

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