WG-Kosten berechnen: Mietkosten, Nebenkosten, Untermiete berechnen

Ob klassische Studenten-WG oder die Untervermietung eines einzelnen Zimmers: Wie teilt man die Miete, Nebenkosten und andere Kosten fair auf? Und wie berechnet man eigentlich ein Zimmer, das schöner ist als alle anderen? Dieser kostenlose Online-Rechner schafft Klarheit! Zusätzlich gibt es viele Hintergrund-Infos und praktische Spar-Tipps.

WG-Kosten berechnen

Und was bleibt am Ende des Monats übrig? Das kannst du leicht mit dem Lebenshaltungskosten-Rechner für Studenten feststellen. Übrigens: Häufig hat der Vermieter die Quadratmeter nicht korrekt gemessen bzw. berechnet und Mietern steht eine Mietminderung zu. Nachmessen lohnt sich also!

Das Wichtigste im Überblick

  • Wie bei allen Immobilien entscheidet die Lage: so kostet eine Wohnung in Uni-Nähe im schicken Szeneviertel oft ein paar hundert Euro mehr als in einer ländlichen Region außerhalb der Stadt.
  • Energieeffizient sanierte Wohnungen haben oft einen höheren Mietpreis, dafür spart man bei den Nebenkosten. Weitere Spar-Tipps helfen zusätzlich.
  • Der Wechsel von Strom- und Internetarifen kann der WG-Kasse zudem im Jahr mehrere hundert Euro sparen und mit einem Ökostromtarif sogar Umwelt und Klima schonen.
  • Für ein friedliches und freundschaftliches Zusammenleben sollten unbedingt vorab alle Kosten in schriftlicher Form vertraglich festgelegt und verteilt werden.

Was kostet eine WG?

Wie viel genau eine WG kostet, kann gar nicht pauschal gesagt werden. Während die eine WG auf dem Dorf vor den Toren der Stadt besteht und die Hälfte der Zimmermiete in Form von Gartenarbeit beim Besitzer des Hauses abgegolten wird, kann eine WG im Stadtzentrum mit entsprechend komfortabler Ausstattung schon recht kostenintensiv werden.

Neben den lokalen Mietpreisen spielen noch andere Faktoren eine Rolle für den Preis je Quadratmeter. Im Wesentlichen sind das die gleichen Parameter wie bei jeder anderen Mietwohnung auch.

Studenten WG
Damit der eitel Sonnenschein lange währt, bietet sich von Anfang an eine klare Kostenregelung an.

Die Kosten-Faktoren

Einfach mal den lokalen Wohnungsmarkt anschauen und staunen: In jeder Stadt gibt es Viertel, in denen die Mietpreise explodieren, und dazwischen einzelne Straßen, die günstiger sind. Es gibt günstige Wohngegenden, auch im Zentrum. Der Mietpreis hängt unter anderem davon ab, wie „in“ das Viertel gerade ist, wo die nächste Bushaltestelle liegt, wie weit Geschäfte, Schulen und Kindergärten entfernt sind. Ansässige Betriebe haben genauso Einfluss auf die Preise wie die nahe Bahnlinie (Lärm!) und Industrieanlagen.

Die Größe einer Wohnung beziehungsweise des einzelnen WG-Zimmers ist der nächste wichtige Faktor. Ist man mit 12 qm zufrieden, braucht kein Fenster und keinen Balkon, kommt man meist recht günstig weg.

Kostenintensiv sind Zimmer um die 20 bis 30 qm, die hell sind, zwischen dem ersten und dem vorletzten Obergeschoss liegen und auch noch einen Wasseranschluss haben. Das Erdgeschoss ist nicht so beliebt und entsprechend günstiger, das Dachgeschoss ebenfalls.

Die letzte Sanierung sagt viel darüber aus, wie gut der Vermieter eine Wohnung pflegt. Es muss ja nicht gerade eine Eichentäfelung an der Wand unter Stuckdecken sein – Aber niemand lebt gerne in einer WG, wo der Schimmel die Fugen in Bad und Küche verfärbt, das Waschbecken einen Sprung hat und der PVC-Belag kaum noch auf dem Boden hält.

Doppelverglasung, gut isolierte Türen und sanitäre Anlagen aus den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dürfen es dann doch sein. Außerdem sind sanierte Häuser und Wohnungen oft energieeffizienter. Der höhere Mietpreis wirkt sich also positiv auf die Heiz- und Nebenkosten aus.

Die Ausstattung ist dagegen schon wieder reine Geschmacksache. So manche WG hat einen eigenen Fitnessraum, Lademöglichkeiten für E-Bike oder Elektro-Pkw, Kabelfernsehen oder andere Extras. Ein Swimmingpool im Keller ist genauso als Mehrwert zu betrachten wie der Autostellplatz, die Gartenmitbenutzung oder die Dachterrasse. Der Autostellplatz schlägt meist mit 20 bis 80 € monatlich zu Buche, die Gartenmitbenutzung und die Dachterrasse können nicht pauschal beziffert werden.

Kosten sparen und geschickt einrichten

Für die erste eigene Wohnung ist oft nicht viel Geld da. Die Einrichtung wird bei Freunden, von Omas Dachboden und vom älteren Bruder zusammengeklaubt. Das ist nicht schlimm, sondern kann sogar richtig trendig ausfallen. Ein anderer Tipp wären Kleinanzeigenportale im Internet oder auch lokale Tausch- und Sharinggruppen in den sozialen Netzwerken um günstig, an das ein oder andere Einrichtungsstück zu kommen.

Wer sich mit Vermieterin oder Vermieter gut stellt, kann zusätzlich noch einige Kosten sparen. Werden Wohngemeinschaften von privat vermietet, kann man beispielsweise über kleinere Sanierungsarbeiten selbst verhandeln. Verdunklungsrollläden außen an den Fenstern können die Heiz- und Stromkosten senken, weil sie das Fenster zusätzlich isolieren. Eigentlich ist das Anbringen solcher Kästen Vermietersache, aber man darf Wünsche äußern.

Sparsame Duschköpfe und Brauseköpfe an den Wasserhähnen sowie eine sparsame Toilettenspülung senken ebenfalls die Nebenkosten. Das alles muss aber mit dem Vermieter abgesprochen werden. Aber auch selber kann man tätig werden und beispielsweise sparsame LED-Leuchtmittel einsetzen, oder auch energieeffiziente Hausgeräte achten.

Dicke Teppiche, Vorhänge und Windstopper an den Türen senken im Winter die Heizkosten, weil sie isolieren. Diese Konzepte sollten allerdings in der gesamten WG und nicht nur im eigenen Zimmer umgesetzt werden, um sich wirklich auf der Rechnung bemerkbar zu machen.

Selbst Initiative zeigen: Strom und Internet

Viele Mieter behalten den Stromanbieter, der irgendwann einmal dafür bemüht wurde. Das sind heute meist die Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes will die Mehrheit der Befragten in Deutschland bei ihrem Stromanbieter bleiben. Die lokalen Energieversorger und Stadtwerke sind jedoch in den seltensten Fällen die kostengünstigsten Anbieter. Ein Wechsel kann der WG also viel Geld sparen und mit der Entscheidung für einen Ökostrom-Tarif zusätzlich noch einen positiven Effekt für Umwelt und Klima haben.

Große Vergleichsportale im Internet ermöglichen einen einfachen und risikolosen Wechsel des Anbieters binnen weniger „Klicks“. Neue Verträge haben in der Regel eine Mindestlaufzeit von 12 oder 24 Monate. Zusammen mit Neukundenbonus und anderen Vergünstigungen kann sich die Stromrechnung auf diese Weise auf ein Jahr gesehen drastisch reduzieren.

Studenten beim Rechnen
Wie teilt man in der WG am besten die Kosten auf?

Ähnlich sieht es beim Internet aus. Während die Telekom mit einem Marktanteil von über 40 Prozent immer noch der größte Anbieter in Deutschland ist Punkten viele andere Mitbewerber entweder durch besonders hohe Geschwindigkeiten oder besonders günstige Vertragskonditionen.

Neben dem klassischen DSL-Anschluss stellt der Internetzugang über das Kabelnetz gerade in Städten und Ballungszentren eine attraktive Alternative dar. Auch der Ausbau der Glasfasernetze wird weiter vorangetrieben, so dass sich ein Vergleich auch in diesem Bereich lohnt.

Immer beliebter wird zudem der Internetzugang über die Mobilfunknetze auf dem Smartphone, Tablet oder PC. Wer nur ab und zu mal im Internet surft, selten oder nie Filme und Musik herunterlädt, der kann kurzerhand das eigene Handy zum Hotspot machen und braucht gar keinen Internetvertrag in der WG mehr.

Nachrechnen lohnt sich. Neben den monatlichen Fixkosten sollten auch Datenvolumina und die jeweiligen Abrechnungsintervalle beachtet werden. Eine weitere Lösung könnte ein Surfstick sein, der ebenfalls die Nutzung des Internets über Mobilfunkverbindungen ermöglicht.

Fernsehen vs. Streaming

Fernsehempfang verursacht unterschiedliche Kosten: Während der Empfang über Satellit in der Regel kostenfrei ist (nur die HD-Programme der privaten Sender kosten extra), sind beim digitale Antennen-Empfang (DVB-T2) nur öffentlich-rechtliche Sender kostenfrei zu empfangen und private Sender kosten grundsätzlich zusätzlich.

Wiederum anders verhält es sich beim Kabelfernsehen, welches im direkten Vergleich zu den teuersten Empfangsarten gehört und in der Regel über die Nebenkosten abgerechnet wird. Wer über das Internet fernsehen möchte (IPTV), kommt ebenfalls nicht um erhebliche Kosten herum, die dann direkt beim Internetanbieter wie der Telekom oder Vodafone anfallen.

Sportfans werden wohl zusätzlich noch ein Pay-TV Abo erwerben müssen, denn ohne Sky, DAZN und Co. bleibt Bundesliga, Championsleague und andere Großereignisse ausschließlich den Stadionbesuchern vorbehalten.

In den Bereichen Filme und Serien haben Pay-TV Anbieter inzwischen jedoch vollständig an Bedeutung verloren. Auch das klassische Fernsehprogramm mit dem Spielfilm um 20:15 Uhr passt nicht mehr in die Sehgewohnheiten jüngerer Generationen, weswegen WGs unbedingt einen oder gleich mehrere Streamingdienste in die Kostenkalkulation mit einbeziehen sollten. Dank Amazon Prime, Netflix, Disney+ und einiger kleinerer Anbieter ist die Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit Serienhighlights, Blockbustern und vielen Klassikern gesichert. Ein WG-Vorteil: Jeder Anbieter ermöglicht eine Nutzung mit mehreren Benutzerkonten.

Spartipps für die WG

  • Studententarife nutzen! Beim Mobilfunkvertrag wie auch beim Internettarif, bei Zeitschriftenabos und selbst beim Kauf eines neuen Computers können Studentenrabatte geltend gemacht werden. Wer sich in der Ausbildung oder im Studium befindet, zahlt weniger. Das kann für die WG selbstverständlich auch dann genutzt werden, wenn sich nicht alle Mitglieder im Studium befinden, ausschlaggebend ist, wer den Vertrag abschließt und eine entsprechende Bescheinigung vorlegen kannt.
  • Versicherungen prüfen! Wichtige Versicherungen wie für den Hausrat können für alle Zimmer und WG-Bewohner/-innen abgeschlossen werden. So spart man abhängig vom Tarif jährlich etwa 60 bis 80 € im Vergleich zu einzelnen Versicherungen. Zudem sollte einmal bei den Eltern nachgefragt werden, denn manche Versicherungen beinhalten eine Klausel, dass der Hausrat der studierenden Kinder am Studienort mitversichert ist.
  • Zusammen kochen und einkaufen! Wer gemeinsam einkauft und öfter gemeinsam kocht, kann Geld sparen. Denn die kleinen Packungen von Fleisch, Käse, Tiefkühlwaren und sogar Brot und Brötchen sind sehr viel kostenintensiver als die große „Familienpackung“. Ein weiterer Vorteil der geteilten Mahlzeiten: Es wird weniger weggeworfen.
  • Medien und Technik teilen! Es ist in einer Wohngemeinschaft absolut unnötig, dass jeder seine eigenen Print- oder Onlinemedien abonniert. Selbstverständlich reicht ein Internetanschluss für die gesamte WG genauso aus wie ein Telefonanschluss. Es ist heutzutage ohnehin üblich, dass jeweils mehrere Geräte angeschlossen werden. Die Kosten dafür werden in der WG selbstverständlich geteilt. Auch technische Geräte wie Drucker, Scanner und Lautsprecher können gemeinschaftlich angeschafft und genutzt werden. Wichtig ist, dass vertraglich festgehalten wird, was mit den Geräten bei Auszug eines WG-Mitglieds geschieht.

Wichtig: Alles vertraglich festhalten

Der Mietvertrag ist eine Selbstverständlichkeit, die Nebenkostenabrechnung ist es auch. In einer WG sind aber noch viel mehr Kosten auf alle verteilt. Schon bei Einzug sollte daher schriftlich festgehalten werden, wer wie viel für Internet, Gemeinschaftsgüter, Medien, Parkplätze und andere Extras zahlt. Das macht Arbeit und nimmt die WG-Romantik, ist aber wichtig. Denn nur so ist ein friedliches und freundschaftliches Zusammenleben wirklich möglich.

Streit ums Geld sollte es in einer WG nicht geben. Wer es ganz genau nimmt, lässt bei Einzug auch gleich Putzplan, Einkaufsdienste und andere Arbeiten für das gemeinsame Leben unterschreiben.

Worauf sollten Wohngemeinschaften (insbesondere Studenten-WGs) bei der Verteilung ihrer Kosten achten?

Es sollte eine Lösung gefunden werden, wie mit den Betriebs-und Heizkosten umgegangen werden soll. In der Regel werden in Wohnraummietverträgen Vorauszahlungen für Heiz- und Betriebskosten vereinbart, die sich auf die gesamte Wohnung beziehen, so dass die Mitbewohner untereinander eine Lösung finden sollten, wie die Kosten aufgeteilt werden bzw. wie mit Nachzahlungen von Betriebs- und Heizkosten verfahren wird. Grundsätzlich gilt, dass die Umlage von Betriebs- und Heizkosten grundsätzlich im Mietvertrag vereinbart werden muss. Erfolgt dies über die Vereinbarung von Vorauszahlungen, ist der Vermieter verpflichtet, einmal im Jahrdie Betriebs- und Heizkosten abzurechnen. Wurden im Mietvertrag zu niedrige Vorauszahlungen für die Betriebskosten vereinbart, kann dies zu bösen Überraschungen bei der ersten Abrechnung führen, die dann eine hohe Nachzahlung für die Wohnung ausweist. Zur Orientierung: Im Schnitt liegen die kalten Betriebskosten in Berlin bei ca. 1,50 bis 2,00 €/qm. Die Heiz- und Warmwasserkosten betragen im Schnitt zwischen 0,80 und 1,20 €/qm. So kann eingeschätzt werden, ob die im Mietvertrag vereinbarten Vorauszahlungen ungefähr hinkommen.

Wibke Werner, Berliner Mieterverein e.V.

Wohnungsgröße aufteilen: So ist es fair

Wie eingangs erwähnt, sollte die Wohnfläche pro Zimmer individuell berechnet und beglichen werden. Niemand wird bereit sein, für ein kleines Zimmer das Gleiche zu bezahlen wie für ein doppelt so großes.

Der WG-Kosten-Rechner liefert nach Eingabe der entsprechenden Quadratmeterzahlen zuverlässige Ergebnisse für jedes einzelne Zimmer und damit jeden Bewohner.

Vielleicht denkt man auch gemeinsam darüber nach, ob ein Mitglied der WG noch für einen Schöner-Wohnen-Bonus eine gewisse Summe extra bezahlen muss. Dabei kann es sich um einen Balkon oder eine Terrasse, einen Raum mit Stuckverzierungen oder Kamin oder auch einfach das hellste Zimmer handeln. Für solch einen Bonus gibt es in unserem Rechner ebenfalls ein eigenes Eingabefeld.

Besonders wichtig: Der WG-Mietvertrag

Wie gründet man mietrechtlich eine Wohngemeinschaft? Wie tritt man aus einer bestehenden aus? Und wie verhält es sich mit dem Auszug bzw. der Kündigung einzelner WG-Bewohner? Rechtsanwalt Henry Bach, Mietrechtexperte aus Leipzig, erläutert worauf zu achten ist und welche Mietformen gewählt werden können:

1. Mietverträge mit jedem einzelnen Mieter

Eine Möglichkeit, eine Wohngemeinschaft zu gründen, besteht darin, dass jedes Mitglied einen eigenen Vertrag mit dem Vermieter abschließt. Somit hat jeder einzelne Mitbewohner einen eigenen Mieterstatus, mit den daraus entstehenden Rechten und Pflichten.

Kündigungsbedingungen: Der Vorteil ist, dass jeder einzelne Mieter seinen Mietvertrag anpassen und kündigen kann, ohne dass die Mietverträge der anderen Mieter berührt werden.

Betriebskosten: Jeder Mieter hat zudem einen Anspruch auf eine Betriebskostenabrechnung. Dies dürfte aber für den Vermieter mit großen Problemen verbunden sein, da er in der Regel nicht in der Lage ist, für jeden Mieter dessen konkreten Verbrauch zu erfassen.

Kaution: Auch die Kaution wird durch jeden Mieter selbst erbracht, so dass er bei Auszug auch einen Anspruch gegen den Vermieter auf Rückzahlung der Kaution hat. Der Vermieter wird in der Regel diese Form einer Wohngemeinschaft nicht wählen. Sie ist deshalb auch in der Praxis selten.

2. Ein Hauptmieter, mehrere Untermieter

Eine weitere Möglichkeit, eine Wohngemeinschaft zu bilden besteht darin, dass es einen Hauptmieter gibt und mehrere Untermieter. Der Hauptmieter schließt einen Mietvertrag mit dem Vermieter ab und kann dann die jeweiligen Zimmer einer Wohnung untervermieten.

Anspruch auf Mietzahlungen besteht nur zwischen Vermieter und Hauptmieter. Der Hauptmieter trägt also das Risiko, falls ein Untermieter seine Miete nicht pünktlich zahlt.

Kündigungsbedingungen: Bei dieser Variante sollte im Mietvertrag eine Regelung getroffen werden, die es dem Hauptmieter ermöglicht, die Zimmer unterzuvermieten. Denn zu beachten ist, dass eine unberechtigte Untervermietung zur fristlosen Kündigung führen kann! Außerdem empfiehlt es sich, die Höchstzahl der Untermieter festzulegen. Sollte diese fehlen, so kann sich die Zahl der Untermieter auch aus der Verkehrsanschauung ergeben, also wie viele freie Zimmer noch zur Verfügung stehen. Der Hauptmieter ist berechtigt, dem Untermieter zu kündigen. Er allein entscheidet auch, wer neuer Untermieter wird. Kündigungen der Untermieter müssen gegen den Hauptmieter gerichtet werden.

Betriebskosten: Bei dieser Form der Vertragsgestaltung trägt der Hauptmieter das alleinige Risiko gegenüber dem Vermieter. Er muss gegenüber dem Vermieter für Schäden aufkommen und muss die Betriebskosten zahlen. Ob er diese Kosten im Innenverhältnis auf die Untermieter umlegen kann, spielt für den Vermieter keine Rolle.

3. Ein Mietvertrag mit mehreren Mietern

Zuletzt gibt es die klassische Möglichkeit einer echten Gemeinschaft. Bei dieser Variante wird nur ein Mietvertrag zwischen dem Vermieter und allen Mietern geschlossen. Hier haben alle Mieter die gleichen Rechte und Pflichten. Es handelt sich der Form nach um eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“, deren Zweck das gemeinsame Wohnen ist.

Es besteht dann eine gesamtschuldnerische Haftung aller Mieter gegenüber dem Vermieter. Dies bedeutet, dass jeder einzelne Mieter für alle Verbindlichkeiten der Wohngemeinschaft voll haftet. Kommt also z.B. ein Mitglied seiner Zahlungsverpflichtung nicht nach, so ist dessen Mietanteil von den anderen WG- Mitgliedern mit zu tragen. Im Innenverhältnis hat die Wohngemeinschaft jedoch dann einen Anspruch gegen den einzelnen Mitmieter auf Zahlung seines entsprechenden Mietzinsanteils.

Diese Form der Wohngemeinschaft ist am häufigsten anzutreffen. Jedoch treten bei dieser Gestaltung auch die meisten Probleme für die Mieter auf.

Kündigungsbedingungen: Möchte ein WG­-Mitglied aus dem Mietverhältnis austreten, müssen alle WG-­Mitglieder das Mietverhältnis kündigen. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Änderungsvertrag mit dem Vermieter abzuschließen. In solch einem Vertrag kann geregelt werden, dass ein Mitglied der WG aus dem Mietverhältnis austritt und ein neuer Mieter an seine Stelle tritt. Auch können grundsätzlich die Mieter einen Anspruch nur gemeinsam gegen den Vermieter geltend machen. Umgekehrt muss jedoch auch der Vermieter alle Erklärungen und Forderungen gegenüber allen Mitgliedern der Wohngemeinschaft geltend machen.

Betriebskosten: Die Betriebskosten werden einmal jährlich durch den Vermieter abgerechnet. Ergibt sich ein Nachzahlungsbetrag, haften alle Mitglieder der Wohngemeinschaft gesamtschuldnerisch gegenüber dem Vermieter. Der Vermieter kann also auch hier – wie beim Mietzins – von Jedem die volle Summe verlangen, aber insgesamt nur einmal. Wie diese Betriebskosten dann im Innenverhältnis der Wohngemeinschaft aufgeteilt werden, bedarf der Absprache innerhalb der Wohngemeinschaft.

Kaution: Außerdem kann es bei Auszug Probleme mit der Kaution geben. Infolge des häufigen Wechsels der Mitmieter in einer Wohngemeinschaft, ist bei Beendigung des Mietverhältnisses meist nicht mehr der Anfangsmieter da, der auch die Kaution eingezahlt hat. Der Anfangsmieter erhält die Kaution vom Vermieter jedoch nicht bereits bei seinem Auszug zurück, da das Vertragsverhältnis auch ohne ihn fortbesteht.

Erst wenn das Mietverhältnis beendet wird, ist vom Vermieter über die Kaution abzurechnen und ggf. zur Auszahlung zu bringen, da die Wohngemeinschaft nur als Ganzes die Auszahlung der Kaution verlangen kann. Der Endmieter hat aber auch keinen Anspruch auf Auszahlung der Kaution gegen den Vermieter, da er sie nicht geleistet hat. Das lässt sich regeln, indem im Innenverhältnis die Kaution an den Nachmieter gezahlt wird und der Anspruch auf Auszahlung der Kaution an den Nachmieter abgetreten wird. Mit dieser Abtretungserklärung kann dann der Nachmieter die Auszahlung der Kaution vom Vermieter verlangen.

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Jeder trägt sein Anteil: Die Verteilung der Kosten einer Wohngemeinschaft sollte gerecht und fair erfolgen.

Wussten Sie schon?

  • Wohnungsgemeinschaften sind nicht nur bei Studierenden beliebt, inzwischen gibt es bundesweit auch zahlreiche Senioren-WGs oder spezielle Gemeinschaften, etwa für Menschen mit Demenz-Erkrankungen
  • 300€ bezahlte ein Mieter im Monat für eine Wohnung in Paris. Die Grundfläche betrug dabei 4qm, der zur Verfügung stehende Wohnraum schrumpfte jedoch, bereinigt durch die Dachschrägen, auf 1,56qm was einem qm-Preis von 192€ entspricht. Der Mieter verklagte seine Vermieterin und bekam Recht.
  • Immer noch glauben viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, dass sie selbstverständlich einen Zweitschlüssel zur vermieteten Wohnung besitzen dürfen. Immerhin handelt es sich ja um ihr Eigentum. Jedoch ist dies ein Irrglaube, denn der Mieter ist der einzige, der einen Schlüssel zu seiner Wohnung haben darf. Es sei denn, beide Parteien haben sich darauf verständigt, dass der Vermieter einen Schlüssel besitzen darf.

FAQ

Was kostet ein WG-Zimmer im Schnitt?

Dies ist komplett von der Stadt abhängig: Während in beliebten Städten wie München ein WG-Zimmer inkl. Nebenkosten schon 557 € im Monat kostet, liegen Städte wie Frankfurt, Hamburg, Berlin und Köln bei Werten zwischen 430 und 460 €. In nur noch zehn deutschen Städten wie z.B. Magdeburg und Chemnitz liegen die Durchschnittspreise unter 300€. Hier WG-Kosten berechnen

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Wie groß ist ein durchschnittliches WG-Zimmer?

Im Durchschnitt der deutschen Großstädte ist ein WG-Zimmer zwischen 16 und 19qm groß.
Hier WG-Kosten berechnen

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Wie viele Migtlieder hat eine typische WG?

Die meisten WGs haben in Deutschland zwei oder drei Mitglieder, es kann aber auch vorkommen, dass fünf und mehr Personen zusammen wohnen. Hier WG-Kosten berechnen

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Kann man aus jeder Wohnung eine WG machen?

Hier bedarf es natürlich einer gewissen Wohnungsgröße. Zudem ist eine Zustimmung des jeweiligen Vermieters zwingend erforderlich. Hat der Mieter jedoch ein berechtigtes Interesse, zum Beispiel finanzielle Gründe, so darf der Vermieter diesen Wunsch nur in Ausnahmefällen verweigern.
Hier WG-Kosten berechnen

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Gemeinsame Kosten berechnen: So geht’s

\text{Zimmerbezogene Kosten}=\text{Mietkosten}\times\frac{\text{Flaeche Zimmer x}}{\text{Gesamtflaeche}}

Die anteiligen Kosten ergeben sich aus der Multiplikation der Mietkosten mit dem Anteil des jeweiligen Zimmers an der Gesamtfläche.

\text{Kosten Gemeinschaftsflaeche}=\text{Mietkosten}\times\frac{\text{Restflaeche}}{\text{Gesamtflaeche}}

Die Kosten der Gemeinschaftsfläche ergeben sich analog.

\text{Kosten fuer Bewohner x}=\ \ \text{Zimmerbezogene Kosten}+\frac{\text{Kosten Gemeinschaftsflaeche}+\text{Sonstige Kosten}}{\text{Anzahl Bewohner}}

Die Gesamtkosten für jeden Bewohner ergeben sich aus Addition der zimmerbezogenen Kosten und der restlichen Kosten, die pro Kopf zu bezahlen sind.

\text{Kosten Bewohner x pro m}^2=\frac{\text{Kosten fuer Bewohner x}}{\text{Flaeche Zimmer x}}

Die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche ergeben sich aus Division der Kosten für den jeweiligen Bewohner durch die Größe seines Zimmers.