WG-Kosten berechnen

Eine WG hat gewöhnlich unterschiedlich große Zimmer. Aber wie teilt man die Miete und andere Kosten fair auf? Und wie berechnet man eigentlich ein Zimmer, das schöner ist als alle anderen? Dieser kostenlose Online-Rechner schafft Klarheit! Zusätzlich finden sich Hintergrund-Infos und praktische Tipps.

WG-Kosten berechnen

Und was bleibt am Ende des Monats übrig? Das kannst du leicht mit dem Lebenshaltungskosten-Rechner für Studenten feststellen. Übrigens: Häufig hat der Vermieter die Quadratmeter nicht korrekt gemessen bzw. berechnet und Mietern steht eine Mietminderung zu. Nachmessen lohnt sich also!

Welche Einzelposten gibt es?

Klar: Für ein WG-Leben ohne Streit ist es wichtig, die anfallenden Miet- und Nebenkosten gerecht aufzuteilen. Die Kaltmiete für jeden Bewohner sollte sich dabei grundsätzlich nach den Quadratmeterzahlen der einzelnen Räume richten. Neben der eigentlichen Miete fallen aber noch verschiedene andere Posten an: Neben- und Heizkosten, Stromkosten, Gebühren für Telefon und eine Internet-Flatrate. Die Heizkosten beispielsweise werden anteilig nach der Zimmergröße festgelegt. Die anderen hier angeführten Posten dürften sich in der Regel auf alle Bewohner gleich verteilen, es sei denn, jemand betreibt drei große Aquarien mit Kunstlichtlampen – dann wird eine Aufteilung der Stromkosten nur nach Bewohnerzahl ebenfalls ungerecht.

Worauf sollten Wohngemeinschaften (inbs. Studenten-WGs) bei der Verteilung ihrer Kosten achten?

Es sollte eine Lösung gefunden werden, wie mit den Betriebs-und Heizkosten umgegangen werden soll. In der Regel werden in Wohnraummietverträgen Vorauszahlungen für Heiz- und Betriebskosten vereinbart, die sich auf die gesamte Wohnung beziehen, so dass die Mitbewohner untereinander eine Lösung finden sollten, wie die Kosten aufgeteilt werden bzw. wie mit Nachzahlungen von Betriebs- und Heizkosten verfahren wird. Grundsätzlich gilt, dass die Umlage von Betriebs- und Heizkosten grundsätzlich im Mietvertrag vereinbart werden muss. Erfolgt dies über die Vereinbarung von Vorauszahlungen, ist der Vermieter verpflichtet, einmal im Jahr über die Betriebs- und Heizkosten abzurechnen. Wurden im Mietvertrag zu niedrige Vorauszahlungen für die Betriebskosten vereinbart, kann dies zu bösen Überraschungen bei der ersten Abrechnung führen, die dann eine hohe Nachzahlung für die Wohnung ausweist. Zur Orientierung: Im Schnitt liegen die kalten Betriebskosten in Berlin bei ca. 1,50 bis 2,00 €/qm. Die Heiz- und Warmwasserkosten betragen im Schnitt zwischen 0,80 und 1,20 €/qm. So kann eingeschätzt werden, ob die im Mietvertrag vereinbarten Vorauszahlungen ungefähr hinkommen.

Wibke Werner, Berliner Mieterverein e.V.

Wohnungsgröße aufteilen: So ist es fair

Wie eingangs schon erwähnt, sollte die Wohnfläche pro Zimmer individuell berechnet und beglichen werden. Niemand wird bereit sein, für ein kleines Zimmer das Gleiche zu bezahlen wie für ein doppelt so Großes. Der WG-Kosten Rechner liefert nach Eingabe der entsprechenden Quadratmeterzahlen zuverlässige Ergebnisse für jedes einzelne Zimmer und damit jeden Bewohner.

Vielleicht denkt man auch gemeinsam darüber nach, ob ein Mitglied der WG noch für einen Schöner-Wohnen-Bonus eine gewisse Summe extra bezahlen muss. Dabei kann es sich um einen Balkon oder eine Terrasse, einen Raum mit Stuckverzierungen oder Kamin oder auch einfach das hellste Zimmer handeln. Für solch einen Bonus gibt es in unserem Rechner ebenfalls ein eigenes Eingabefeld.

Studenten beim Rechnen

Welche Kosten kommen sonst noch auf die WG zu?

Die Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehempfang (GEZ) müssen seit einiger Zeit pro Haushalt entrichtet werden, unabhängig davon, ob es ein TV-Gerät, ein Radio oder einen Computer mit Internetzugang gibt. Deshalb sollten die GEZ-Gebühren auch durch die Anzahl der Bewohner geteilt und entsprechend gezahlt werden.

Weiterhin können Kosten für laufende Abonnements anfallen, z.B. für Zeitungen und Zeitschriften, die von allen gelesen werden, Pay-TV-Gebühren oder die wöchentliche Gemüsebox vom Bio-Bauern. Der Aufwand für eine Reinigungshilfe oder den Mieterschutzverein sollte ebenfalls gleichmäßig auf alle WG-Bewohner verteilt werden. Manche WGs führen eine gemeinsame Bargeld-Kasse für Kaffee, Toilettenpapier oder Putzmittel. Hier hilft eine konkrete Abmachung, langfristig Streit zu vermeiden.

Formen der Wohngemeinschaft

Wie gründet man mietrechtlich eine Wohngemeinschaft? Wie tritt man aus einer bestehenden aus? Und wie verhält es sich mit dem Auszug bzw. der Kündigung einzelner WG-Bewohner? Rechtsanwalt Henry Bach, Mietrechtexperte aus Leipzig, erläutert worauf zu achten ist und welche Mietformen gewählt werden können:

1. Mietverträge mit jedem einzelnen Mieter

Eine Möglichkeit eine Wohngemeinschaft zu gründen besteht darin, dass jedes Mitglied einen eigenen Vertrag mit dem Vermieter abschließt. Somit hat jeder einzelne Wohngemeinschaftsteilnehmer einen eigenen Mieterstatus, mit den daraus entstehenden Rechten und Pflichten.

Kündigungsbedingungen

Der Vorteil ist hier, dass jeder einzelne Mieter seinen Mietvertrag anpassen und kündigen kann, ohne dass die Mietverträge der anderen Mieter berührt werden.

Betriebskosten

Jeder Mieter hat zudem auch einen Anspruch auf eine Betriebskostenabrechnung. Dies dürfte aber für den Vermieter mit großen Problemen verbunden sein, da er regelmäßig nicht in der Lage ist, für jeden Mieter dessen konkreten Verbrauch zu erfassen.

Kaution

Auch die Kaution wird durch jeden Mieter selbst erbracht, so dass er bei Auszug auch einen Anspruch gegen den Vermieter auf Rückzahlung der Kaution hat.

Der Vermieter wird in der Regel diese Form einer Wohngemeinschaft daher nicht wählen. Sie ist deshalb auch in der Praxis selten.

2. Ein Hauptmieter, mehrere Untermieter

Eine weitere Möglichkeit eine Wohngemeinschaft zu bilden besteht darin, dass es einen Hauptmieter gibt und mehrere Untermieter. Der Hauptmieter schließt einen Mietvertrag mit dem Vermieter und kann dann die jeweiligen Zimmer einer Wohnung untervermieten.

Anspruch auf Mietzahlungen besteht nur zwischen Vermieter und Hauptmieter. Der Hauptmieter trägt also das Risiko, falls ein Untermieter seine Miete nicht pünktlich zahlt.

Kündigungsbedingungen

Bei dieser Variante sollte im Mietvertrag eine Regelung getroffen werden, die es dem Hauptmieter ermöglicht, die Zimmer unterzuvermieten. Denn zu beachten ist, dass eine unberechtigte Untervermietung zur fristlosen Kündigung führen kann! Außerdem empfiehlt es sich, die Höchstzahl der Untermieter festzulegen. Sollte diese fehlen, so kann sich die Zahl der Untermieter auch aus der Verkehrsanschauung ergeben, also wie viele freie Zimmer noch zur Verfügung stehen. Der Hauptmieter ist berechtigt, dem Untermieter zu kündigen. Er allein entscheidet auch, wer neuer Untermieter wird. Kündigungen der Untermieter müssen gegen den Hauptmieter gerichtet werden.

Betriebskosten

Bei dieser Form der Vertragsgestaltung trägt der Hauptmieter das alleinige Risiko gegenüber dem Vermieter. Er muss gegenüber dem Vermieter für Schäden aufkommen und muss die Betriebskosten zahlen. Ob er diese Kosten im Innenverhältnis auf die Untermieter umlegen kann, spielt für den Vermieter keine Rolle.

3. Ein Mietvertrag mit mehreren Mietern

Zuletzt gibt es die klassische Möglichkeit einer echten Gemeinschaft. Bei dieser Variante wird nur ein Mietvertrag zwischen dem Vermieter und allen Mietern geschlossen. Hier haben alle Mieter die gleichen Rechte und Pflichten. Es handelt sich der Form nach um eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“, deren Zweck das gemeinsame Wohnen ist.

Es besteht dann eine gesamtschuldnerische Haftung aller Mieter gegenüber dem Vermieter. Dies bedeutet, dass jeder einzelne Mieter für alle Verbindlichkeiten der Wohngemeinschaft voll haftet. Kommt also z.B. ein Mitglied seiner Zahlungsverpflichtung nicht nach, so ist dessen Mietanteil von den anderen WG- Mitgliedern mit zu tragen. Im Innenverhältnis hat die Wohngemeinschaft jedoch dann einen Anspruch gegen den einzelnen Mitmieter auf Zahlung seines entsprechenden Mietzinsanteils.

Diese Form der Wohngemeinschaft ist am häufigsten anzutreffen. Jedoch treten bei dieser Gestaltung auch die meisten Probleme für die Mieter auf.

Kündigungsbedingungen

Möchte z.B. ein WG­-Mitglied aus dem Mietverhältnis austreten, müssen alle WG-­Mitglieder das Mietverhältnis kündigen. Alternativ besteht die Möglichkeit einen Änderungsvertrag mit dem Vermieter abzuschließen. In solch einem kann geregelt werden, dass ein Mitglied der WG aus dem Mietverhältnis austritt und an dessen Stelle ein neuer Mieter eintritt. Auch können grundsätzlich die Mieter einen Anspruch nur gemeinsam gegen den Vermieter geltend machen. Umgekehrt muss jedoch auch der Vermieter alle Erklärungen und Forderungen gegenüber allen Mitgliedern der Wohngemeinschaft geltend machen.

Betriebskosten

Die Betriebskosten werden einmal jährlich durch den Vermieter abgerechnet. Ergibt sich ein Nachzahlungsbetrag, haften alle Mitglieder der Wohngemeinschaft gesamtschuldnerisch gegenüber dem Vermieter. Der Vermieter kann also auch hier – wie beim Mietzins – von Jedem die volle Summe verlangen, aber insgesamt nur einmal. Wie diese Betriebskosten dann im Innenverhältnis der Wohngemeinschaft aufgeteilt werden, bedarf der Absprache innerhalb der Wohngemeinschaft.

Kaution

Außerdem kann es bei Auszug Probleme mit der Kaution geben. Infolge des häufigen Wechsels der Mitmieter in einer Wohngemeinschaft, ist bei Beendigung des Mietverhältnisses meist nicht mehr der Anfangsmieter da, der auch die Kaution eingezahlt hat. Der Anfangsmieter erhält die Kaution vom Vermieter jedoch nicht bereits bei dessen Auszug zurück, da das Vertragsverhältnis auch ohne Ihn fortbesteht. Erst wenn das Mietverhältnis beendet wird, ist vom Vermieter über die Kaution abzurechnen und ggf. zur Auszahlung zu bringen, da die Wohngemeinschaft nur als Ganzes die Auszahlung der Kaution verlangen kann. Der Endmieter hat aber auch keinen Anspruch auf Auszahlung der Kaution gegen den Vermieter, da er sie nicht geleistet hat. Das lässt sich regeln, indem im Innenverhältnis die Kaution an den Nachmieter gezahlt wird und der Anspruch auf Auszahlung der Kaution an den Nachmieter abgetreten wird. Mit dieser Abtretungserklärung kann dann der Nachmieter die Auszahlung der Kaution vom Vermieter verlangen.

mehr zum Thema Mietrecht finden Sie hier

kosten-aufteilen-euro

Jeder trägt sein Anteil: Die Verteilung der Kosten einer Wohngemeinschaft sollte gerecht und fair erfolgen.

Gemeinsame Kosten berechnen: So geht’s

\text{Zimmerbezogene Kosten}=\text{Mietkosten}\times\frac{\text{Flaeche Zimmer x}}{\text{Gesamtflaeche}}

Die anteiligen Kosten ergeben sich aus der Multiplikation der Mietkosten mit dem Anteil des jeweiligen Zimmers an der Gesamtfläche.

\text{Kosten Gemeinschaftsflaeche}=\text{Mietkosten}\times\frac{\text{Restflaeche}}{\text{Gesamtflaeche}}

Die Kosten der Gemeinschaftsfläche ergeben sich analog.

\text{Kosten fuer Bewohner x}=\\ \\   \text{Zimmerbezogene Kosten}+\frac{\text{Kosten Gemeinschaftsflaeche}+\text{Sonstige Kosten}}{\text{Anzahl Bewohner}}

Die Gesamtkosten für jeden Bewohner ergeben sich aus Addition der zimmerbezogenen Kosten und der restlichen Kosten, die pro Kopf zu bezahlen sind.

\text{Kosten Bewohner x pro m}^2=\frac{\text{Kosten fuer Bewohner x}}{\text{Flaeche Zimmer x}}

Die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche ergeben sich aus Division der Kosten für den jeweiligen Bewohner durch die Größe seines Zimmers.