WG-Kosten berechnen: Mietkosten, Nebenkosten fair aufteilen / Untermiete

Ob klassische Studenten-WG oder die Untervermietung eines einzelnen Zimmers: Wie teilt man die Miete, Nebenkosten und andere Kosten fair auf? Und wie berechnet man eigentlich ein Zimmer, das schöner ist als alle anderen? Dieser kostenlose Online-Rechner schafft Klarheit! Zusätzlich finden sich Hintergrund-Infos und praktische Tipps.

WG-Kosten berechnen

Und was bleibt am Ende des Monats übrig? Das kannst du leicht mit dem Lebenshaltungskosten-Rechner für Studenten feststellen. Übrigens: Häufig hat der Vermieter die Quadratmeter nicht korrekt gemessen bzw. berechnet und Mietern steht eine Mietminderung zu. Nachmessen lohnt sich also!

Was kostet eine WG?

Wie viel genau eine WG kostet, kann gar nicht pauschal gesagt werden. Während die eine WG auf dem Dorf vor den Toren der Stadt besteht und die Hälfte der Zimmermiete in Form von Gartendienst beim Besitzer des Hauses abgegolten wird, kann eine WG im Stadtzentrum mit entsprechend komfortabler Ausstattung schon recht kostenintensiv werden. Neben den lokalen Mietpreisen spielen noch andere Faktoren in den Preis je Quadratmeter. Im Wesentlichen sind das die gleichen Parameter wie bei jeder anderen Mietwohnung auch.

Studenten WG

Damit der eitel Sonnenschein lange währt bietet sich von Anfang an eine klare Kostenregelung an.

 

Lage, Größe, letzte Sanierung, Energieeffizienz, Ausstattung: Alles wichtig!

Einfach mal den lokalen Wohnungsmarkt anschauen und staunen: In jeder Stadt gibt es Viertel, in denen die Mietpreise explodieren, und dazwischen einzelne Straßen, die günstiger sind. Es gibt günstige Wohngegenden, auch im Zentrum. Der Mietpreis hängt unter anderem davon ab, wie „in“ das Viertel gerade ist, wo die nächste Bushaltestelle liegt, wie weit Geschäfte, Schulen und Kindergärten entfernt sind. Ansässige Betriebe haben genauso Einfluss auf die Preise wie die nahe Bahnlinie (Lärm!) und Industrieanlagen.

Die Größe einer Wohnung beziehungsweise des einzelnen WG-Zimmers ist der nächste wichtige Faktor. Ist man mit 12 qm zufrieden, braucht kein Fenster und keinen Balkon, kommt man meist recht günstig weg. Kostenintensiv sind Zimmer um die 20 bis 30 qm, die hell, zwischen dem ersten und dem vorletzten Obergeschoss sind und auch noch einen Wasseranschluss haben. Erdgeschoss ist nicht so beliebt und entsprechend günstiger, Dachgeschoss ebenfalls.

Die letzte Sanierung sagt viel darüber aus, wie gut der Vermieter eine WG pflegt. Es muss ja nicht gerade eine Eichentäfelung an der Wand unter Stuckdecken sein … Aber niemand lebt gerne in einer WG, wo der Schimmel die Fugen in Bad und Küche verfärbt, das Waschbecken einen Sprung hat und der PVC-Belag kaum noch auf dem Boden hält. Doppelverglasung, gut isolierte Türen und sanitäre Anlagen aus den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dürfen es dann doch sein. Außerdem sind sanierte Häuser und Wohnungen oft energieeffizienter. Der höhere Mietpreis wirkt sich also positiv auf die Heizkosten aus.

Die Ausstattung ist dagegen schon wieder reine Geschmacksache. So manche WG hat einen eigenen Fitnessraum oder Pay-TV, Kabelfernsehen oder andere Extras. Der Swimmingpool im Keller (meist ein Überbleibsel in Häusern, die in den 1980er Jahren als Privatwohnung dienten) ist genauso als Mehrwert zu betrachten wie der Autostellplatz, die Gartenmitbenutzung oder die Dachterrasse. Der Autostellplatz schlägt meist mit 20 bis 80 Euro monatlich zu Buche, die Gartenmitbenutzung und die Dachterrasse können nicht pauschal beziffert werden.WG

WG Kosten sparen?

Wer sich mit dem Vermieter gut stellt, kann einiges an Kosten sparen. Werden WGs von privat vermietet, kann man beispielsweise über kleinere Sanierungsarbeiten selbst verhandeln. Verdunkelungsrolläden außen an den Fenstern können die Heiz- und Strom kosten senken, weil sie das Fenster zusätzlich isolieren. Eigentlich ist das Anbringen solcher Kästen Vermietersache, aber man darf Wünsche äußern. Sparsame Duschköpfe und Brauseköpfe an den Wasserhähnen sowie eine sparsame Toilettenspülung senken die Nebenkosten. Das alles muss aber mit dem Vermieter abgesprochen werden.

Geschickt einrichten

Für die erste eigene Wohnung ist oft nicht viel Geld da. Die Einrichtung wird bei Freunden, von Omas Dachboden und vom älteren Bruder zusammengeklaubt. Das ist nicht schlimm, sondern kann sogar richtig trendig ausfallen. Was aber gar nicht trendig ist: Lampen mit alten Glühbirnen. Das sind ineffiziente Stromfresser. Stromkosten spart man in der WG, in dem man alle Lampen erst einmal auf LEDs umrüstet und dann auch noch geschickt platziert. Helle Flächen reflektieren das Licht, so dass ein einzelner Strahler, der gegen eine weiße Wand gerichtet ist, schon ein ordentlich großes Zimmer stilecht illuminieren kann. Dicke Teppiche, Vorhänge und Windstopper an den Türen senken im Winter die Heizkosten, weil sie isolieren. Diese Konzepte sollten allerdings in der gesamten WG und nicht nur im eigenen Zimmer umgesetzt werden, um sich wirklich auf der Rechnung bemerkbar zu machen.

Selbst Initiative zeigen: Strom und Internet

Viele Mietwohnungen behalten den Stromanbieter, der irgendwann einmal dafür bemüht wurde. Das sind heute meist die ehemals städtischen Versorgungswerke. In der Regel sind das aber nicht die kostengünstigsten Anbieter. Selbst wenn man den langjährigen Treuebonus mit einrechnet, kann ein Wechsel lohnen. Viele Anbieter stellen ihre Tarife inzwischen ins Netz: Direktverträge sind noch einmal kostengünstiger als die im Laden abgeschlossenen Verträge. Zusammen mit Neukundenbonus und anderen Vergünstigungen kann die Stromrechnung dann auch mal in einem Jahr nur halb so hoch sein. Allerdings ist das mit viel Sucherei im Internet und ein bisschen Papierkram beim Anbieterwechsel verbunden. Stromverträge schließt man heute auch nicht mehr für die Ewigkeit ab: Meist laufen die Verträge nur für 2 Jahre und verlängern sich danach automatisch um weitere 12 Monate. Ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter ist meist innerhalb weniger Wochen möglich.

 

Studenten beim Rechnen

Ähnlich sieht es beim Internet aus. Natürlich ist die Telekom immer noch der stärkste Anbieter. Die meisten anderen Anbieter nutzen zudem das Kabelnetz der Telekom, so dass man auch mit einem Internetvertrag von Vodafone oder o2 nicht unbedingt unabhängig von der Telekom wird. Anders sieht das aus, wenn man ganz neue Lösungen setzt. Die meisten Mobilfunkanbieter haben bereits Datentarife im Angebot, die recht hoch ausgelegt sind. Wer nur ab und zu mal im Internet surft, selten oder nie Filme und Musik herunterlädt, der kann kurzerhand das eigene Handy zum Hotspot machen und braucht gar keinen Internetvertrag in der WG mehr. Nachrechnen lohnt sich, Neben den monatlichen Fixkosten sollten auch Datenvolumen und die jeweiligen Abrechnungsintervalle beachtet werden. Eine weitere Lösung könnte ein Surfstick sein, der ebenfalls Internet über die Mobilfunkverbindungen ermöglicht.

Kabelfernsehen oder Internet oder Pay-TV?

Kabelfernsehen ist teuer, Pay-TV auch. Günstiger ist es, wenn man die Mediatheken der einzelnen Sender online nutzt. Allerdings braucht man dafür wiederum einen Internetvertrag, der das hergibt. Netflix, Maxdome, Amazon und sogar Apple bieten inzwischen die Möglichkeit, über Internet und Computer Filme zu genießen. Wer allerdings jeden Sonntag den aktuellen Tatort braucht und alle Serien gerne zusammen mit Freunden vom WG-Sofa aus schaut, sollte dann doch noch über den Kabelvertrag nachdenken. Sparpotential gibt es hier aber auf jeden Fall.

Intelligent kochen

WG heißt oft, dass jeder und jede so vor sich hin wurschtelt. Warum eigentlich? Wer gemeinsam einkauft und öfters gemeinsam kocht, kann Geld sparen. Denn die kleinen Packungen von Fleisch, Käse, Tiefkühlwaren und sogar Brot und Brötchen sind sehr viel kostenintensiver als die Familienpackung. Wenn drei oder vier WG-Bewohner zusammen einkaufen und die Kosten teilen, kommt am Ende jeder und jede um einiges günstiger weg. Allerdings ist das dann wieder mit etwas Planung und Rechnerei verbunden. So manche WG ernennt dafür einen Kassenwart, hat eine Haushaltskasse und einen festen Einkaufsdienst. Alternativ können Lebensmittel bestellt werden – die Gemüse- oder Obstkiste vom Bauern im Nachbarort ist ohnehin viel leckerer als das abgepackte Zeug aus dem Supermarkt …

Ein weiterer Vorteil der geteilten Mahlzeiten: Es wird weniger weggeworfen. Wer immer nur für sich alleine einkauft und kocht, verschätzt sich öfters mal. Ist die Küche ein Gemeinschaftsprojekt, landet am Ende in der Regel weniger Essen im Müll.

Medien teilen

Es ist in einer Wohngemeinschaft absolut unnötig, dass jeder seine eigene Tageszeitung abonniert, das eigene Sportmagazin liest und den eigenen Internettarif zahlt. Für eine WG ist es sinnvoller, sie als Lebensgemeinschaft zu betrachten. Zumindest gibt es kein Gesetz, das dies verbietet: Die lokale Tageszeitung kann einmal abonniert und von allen gelesen werden, für Magazine gilt das ebenso. Und selbstverständlich reicht ein Internetanschluss für die gesamte WG genauso aus wie ein Telefonanschluss. Es ist heutzutage ohnehin üblich, dass da jeweils mehrere Geräte angeschlossen werden. Die Kosten dafür werden in der WG selbstverständlich geteilt. Was für analoge Medien wie Zeitschriften und dergleichen gilt, kann übrigens auch für digitale Abos gelten: Zeitung online lesen über den WG-Rechner ist gar kein Problem.

Zu den elektronischen Medien zählen wir jetzt mal ausnahmsweise Drucker, Scanner, Faxgeräte und dergleichen dazu. Das sind Dinge, die viele Studierende benötigen. Warum einzeln anschaffen, wenn in der WG ohnehin jeder so etwas benötigt? Auch diese Geräte können einmal aus einem gemeinsamen Fonds bezahlt und dann von jedem genutzt werden. Wichtig ist, dass vertraglich festgehalten wird, was mit den Geräten bei Auszug eines WG-Mitglieds geschieht.

Studententarife nutzen

Beim Mobilfunkvertrag wie auch beim Internet, bei Zeitschriftenabos und selbst beim Kauf eines neuen Computers können Studentenrabatte geltend gemacht werden. Wer sich in der Ausbildung oder im Studium befindet, zahlt weniger. DAs kann für die WG selbstverständlich auch dann genutzt werden, wenn neben drei Studierenden und zwei Azubis noch eine Werbegrafikerin und ein Journalist in der Wohngemeinschaft leben. Ausschlaggebend ist, wer den Vertrag abschließt und eine entsprechende Bescheinigung vorlegen kann.

Versicherungen für Studierende?

Wer zum ersten Mal in der eigenen Wohnung lebt, macht sich um Versicherungen eher weniger Gedanken. Der Abschluss einer Hausratversicherung ist aber wirklich ratsam. Und die kann in einer WG einmal für alle Zimmer und alle WG-Bewohner/-innen abgeschlossen werden. Auf diesem Weg spart man jährlich etwa 60 bis 80 Euro, abhängig vom Tarif. Bitte vorher bei den Eltern nachfragen: Manche Versicherungen beinhalten eine Klausel, dass der Hausrat der studierenden Kinder am Studienort mitversichert ist. In dem Fall ist eine Hausratversicherung über die WG natürlich nicht zusätzlich nötig.

Wichtig: Alles vertraglich festhalten

Der Mietvertrag ist eine Selbstverständlichkeit, die Nebenkostenabrechnung ist es auch. In einer WG sind aber noch viel mehr Kosten auf alle verteilt. Schon bei Einzug sollte daher schriftlich festgehalten werden, wer wie viel für Internet, Gemeinschaftsgüter, Medien, Parkplätze und andere Extras zahlt. Das macht Arbeit und nimmt die WG-Romantik, ist aber wichtig. Denn nur so ist ein friedliches und freundschaftliches Zusammenleben wirklich möglich. Streit um Geld sollte es in einer WG nicht geben. Wer es ganz genau nimmt, lässt bei Einzug auch gleich Putzplan, Einkaufsdienste und andere Arbeiten für das gemeinsame Leben unterschreiben.

Worauf sollten Wohngemeinschaften (inbs. Studenten-WGs) bei der Verteilung ihrer Kosten achten?

Es sollte eine Lösung gefunden werden, wie mit den Betriebs-und Heizkosten umgegangen werden soll. In der Regel werden in Wohnraummietverträgen Vorauszahlungen für Heiz- und Betriebskosten vereinbart, die sich auf die gesamte Wohnung beziehen, so dass die Mitbewohner untereinander eine Lösung finden sollten, wie die Kosten aufgeteilt werden bzw. wie mit Nachzahlungen von Betriebs- und Heizkosten verfahren wird. Grundsätzlich gilt, dass die Umlage von Betriebs- und Heizkosten grundsätzlich im Mietvertrag vereinbart werden muss. Erfolgt dies über die Vereinbarung von Vorauszahlungen, ist der Vermieter verpflichtet, einmal im Jahr über die Betriebs- und Heizkosten abzurechnen. Wurden im Mietvertrag zu niedrige Vorauszahlungen für die Betriebskosten vereinbart, kann dies zu bösen Überraschungen bei der ersten Abrechnung führen, die dann eine hohe Nachzahlung für die Wohnung ausweist. Zur Orientierung: Im Schnitt liegen die kalten Betriebskosten in Berlin bei ca. 1,50 bis 2,00 €/qm. Die Heiz- und Warmwasserkosten betragen im Schnitt zwischen 0,80 und 1,20 €/qm. So kann eingeschätzt werden, ob die im Mietvertrag vereinbarten Vorauszahlungen ungefähr hinkommen.

Wibke Werner, Berliner Mieterverein e.V.

Wohnungsgröße aufteilen: So ist es fair

Wie eingangs schon erwähnt, sollte die Wohnfläche pro Zimmer individuell berechnet und beglichen werden. Niemand wird bereit sein, für ein kleines Zimmer das Gleiche zu bezahlen wie für ein doppelt so Großes.

Der WG-Kosten Rechner liefert nach Eingabe der entsprechenden Quadratmeterzahlen zuverlässige Ergebnisse für jedes einzelne Zimmer und damit jeden Bewohner.

Vielleicht denkt man auch gemeinsam darüber nach, ob ein Mitglied der WG noch für einen Schöner-Wohnen-Bonus eine gewisse Summe extra bezahlen muss. Dabei kann es sich um einen Balkon oder eine Terrasse, einen Raum mit Stuckverzierungen oder Kamin oder auch einfach das hellste Zimmer handeln. Für solch einen Bonus gibt es in unserem Rechner ebenfalls ein eigenes Eingabefeld.

WG-Mietvertrag: Das sollte man beachten

Wie gründet man mietrechtlich eine Wohngemeinschaft? Wie tritt man aus einer bestehenden aus? Und wie verhält es sich mit dem Auszug bzw. der Kündigung einzelner WG-Bewohner? Rechtsanwalt Henry Bach, Mietrechtexperte aus Leipzig, erläutert worauf zu achten ist und welche Mietformen gewählt werden können:

1. Mietverträge mit jedem einzelnen Mieter

Eine Möglichkeit eine Wohngemeinschaft zu gründen besteht darin, dass jedes Mitglied einen eigenen Vertrag mit dem Vermieter abschließt. Somit hat jeder einzelne Wohngemeinschaftsteilnehmer einen eigenen Mieterstatus, mit den daraus entstehenden Rechten und Pflichten.

Kündigungsbedingungen

Der Vorteil ist hier, dass jeder einzelne Mieter seinen Mietvertrag anpassen und kündigen kann, ohne dass die Mietverträge der anderen Mieter berührt werden.

Betriebskosten

Jeder Mieter hat zudem auch einen Anspruch auf eine Betriebskostenabrechnung. Dies dürfte aber für den Vermieter mit großen Problemen verbunden sein, da er regelmäßig nicht in der Lage ist, für jeden Mieter dessen konkreten Verbrauch zu erfassen.

Kaution

Auch die Kaution wird durch jeden Mieter selbst erbracht, so dass er bei Auszug auch einen Anspruch gegen den Vermieter auf Rückzahlung der Kaution hat.

Der Vermieter wird in der Regel diese Form einer Wohngemeinschaft daher nicht wählen. Sie ist deshalb auch in der Praxis selten.

2. Ein Hauptmieter, mehrere Untermieter

Eine weitere Möglichkeit eine Wohngemeinschaft zu bilden besteht darin, dass es einen Hauptmieter gibt und mehrere Untermieter. Der Hauptmieter schließt einen Mietvertrag mit dem Vermieter und kann dann die jeweiligen Zimmer einer Wohnung untervermieten.

Anspruch auf Mietzahlungen besteht nur zwischen Vermieter und Hauptmieter. Der Hauptmieter trägt also das Risiko, falls ein Untermieter seine Miete nicht pünktlich zahlt.

Kündigungsbedingungen

Bei dieser Variante sollte im Mietvertrag eine Regelung getroffen werden, die es dem Hauptmieter ermöglicht, die Zimmer unterzuvermieten. Denn zu beachten ist, dass eine unberechtigte Untervermietung zur fristlosen Kündigung führen kann! Außerdem empfiehlt es sich, die Höchstzahl der Untermieter festzulegen. Sollte diese fehlen, so kann sich die Zahl der Untermieter auch aus der Verkehrsanschauung ergeben, also wie viele freie Zimmer noch zur Verfügung stehen. Der Hauptmieter ist berechtigt, dem Untermieter zu kündigen. Er allein entscheidet auch, wer neuer Untermieter wird. Kündigungen der Untermieter müssen gegen den Hauptmieter gerichtet werden.

Betriebskosten

Bei dieser Form der Vertragsgestaltung trägt der Hauptmieter das alleinige Risiko gegenüber dem Vermieter. Er muss gegenüber dem Vermieter für Schäden aufkommen und muss die Betriebskosten zahlen. Ob er diese Kosten im Innenverhältnis auf die Untermieter umlegen kann, spielt für den Vermieter keine Rolle.

3. Ein Mietvertrag mit mehreren Mietern

Zuletzt gibt es die klassische Möglichkeit einer echten Gemeinschaft. Bei dieser Variante wird nur ein Mietvertrag zwischen dem Vermieter und allen Mietern geschlossen. Hier haben alle Mieter die gleichen Rechte und Pflichten. Es handelt sich der Form nach um eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“, deren Zweck das gemeinsame Wohnen ist.

Es besteht dann eine gesamtschuldnerische Haftung aller Mieter gegenüber dem Vermieter. Dies bedeutet, dass jeder einzelne Mieter für alle Verbindlichkeiten der Wohngemeinschaft voll haftet. Kommt also z.B. ein Mitglied seiner Zahlungsverpflichtung nicht nach, so ist dessen Mietanteil von den anderen WG- Mitgliedern mit zu tragen. Im Innenverhältnis hat die Wohngemeinschaft jedoch dann einen Anspruch gegen den einzelnen Mitmieter auf Zahlung seines entsprechenden Mietzinsanteils.

Diese Form der Wohngemeinschaft ist am häufigsten anzutreffen. Jedoch treten bei dieser Gestaltung auch die meisten Probleme für die Mieter auf.

Kündigungsbedingungen

Möchte z.B. ein WG­-Mitglied aus dem Mietverhältnis austreten, müssen alle WG-­Mitglieder das Mietverhältnis kündigen. Alternativ besteht die Möglichkeit einen Änderungsvertrag mit dem Vermieter abzuschließen. In solch einem kann geregelt werden, dass ein Mitglied der WG aus dem Mietverhältnis austritt und an dessen Stelle ein neuer Mieter eintritt. Auch können grundsätzlich die Mieter einen Anspruch nur gemeinsam gegen den Vermieter geltend machen. Umgekehrt muss jedoch auch der Vermieter alle Erklärungen und Forderungen gegenüber allen Mitgliedern der Wohngemeinschaft geltend machen.

Betriebskosten

Die Betriebskosten werden einmal jährlich durch den Vermieter abgerechnet. Ergibt sich ein Nachzahlungsbetrag, haften alle Mitglieder der Wohngemeinschaft gesamtschuldnerisch gegenüber dem Vermieter. Der Vermieter kann also auch hier – wie beim Mietzins – von Jedem die volle Summe verlangen, aber insgesamt nur einmal. Wie diese Betriebskosten dann im Innenverhältnis der Wohngemeinschaft aufgeteilt werden, bedarf der Absprache innerhalb der Wohngemeinschaft.

Kaution

Außerdem kann es bei Auszug Probleme mit der Kaution geben. Infolge des häufigen Wechsels der Mitmieter in einer Wohngemeinschaft, ist bei Beendigung des Mietverhältnisses meist nicht mehr der Anfangsmieter da, der auch die Kaution eingezahlt hat. Der Anfangsmieter erhält die Kaution vom Vermieter jedoch nicht bereits bei dessen Auszug zurück, da das Vertragsverhältnis auch ohne Ihn fortbesteht. Erst wenn das Mietverhältnis beendet wird, ist vom Vermieter über die Kaution abzurechnen und ggf. zur Auszahlung zu bringen, da die Wohngemeinschaft nur als Ganzes die Auszahlung der Kaution verlangen kann. Der Endmieter hat aber auch keinen Anspruch auf Auszahlung der Kaution gegen den Vermieter, da er sie nicht geleistet hat. Das lässt sich regeln, indem im Innenverhältnis die Kaution an den Nachmieter gezahlt wird und der Anspruch auf Auszahlung der Kaution an den Nachmieter abgetreten wird. Mit dieser Abtretungserklärung kann dann der Nachmieter die Auszahlung der Kaution vom Vermieter verlangen.

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Jeder trägt sein Anteil: Die Verteilung der Kosten einer Wohngemeinschaft sollte gerecht und fair erfolgen.

Gemeinsame Kosten berechnen: So geht’s

\text{Zimmerbezogene Kosten}=\text{Mietkosten}\times\frac{\text{Flaeche Zimmer x}}{\text{Gesamtflaeche}}

Die anteiligen Kosten ergeben sich aus der Multiplikation der Mietkosten mit dem Anteil des jeweiligen Zimmers an der Gesamtfläche.

\text{Kosten Gemeinschaftsflaeche}=\text{Mietkosten}\times\frac{\text{Restflaeche}}{\text{Gesamtflaeche}}

Die Kosten der Gemeinschaftsfläche ergeben sich analog.

\text{Kosten fuer Bewohner x}=\\ \\   \text{Zimmerbezogene Kosten}+\frac{\text{Kosten Gemeinschaftsflaeche}+\text{Sonstige Kosten}}{\text{Anzahl Bewohner}}

Die Gesamtkosten für jeden Bewohner ergeben sich aus Addition der zimmerbezogenen Kosten und der restlichen Kosten, die pro Kopf zu bezahlen sind.

\text{Kosten Bewohner x pro m}^2=\frac{\text{Kosten fuer Bewohner x}}{\text{Flaeche Zimmer x}}

Die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche ergeben sich aus Division der Kosten für den jeweiligen Bewohner durch die Größe seines Zimmers.