Vergleich verschiedener Packungsgrößen

shopping_cartOb der Lieblings-Brotaufstrich, Gummibärchen oder Waschmittel: Unterschiedliche Größen zu vergleichen ist oft lästig. Damit Sie in Zukunft immer das günstige Angebot kaufen, zeigt dieser Online-Rechner Ihnen die bessere Wahl auf! Zusätzlich finden Sie die verwendete Formel sowie nützliche Hintergrund-Infos und praktische Tipps.

Zwei Packungsgrößen vergleichen

Verschiedene Verpackungsgrößen und Füllmengen irritieren Verbraucher

Gemäß aktueller Auswertungen des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen stehen viele Verbraucher zunehmend überfordert vor den Regalen von Lebensmittelhändlern, Discountern und Drogeriemärkten. Schuld ist die Änderung der Fertigpackungsverordnung aus dem Jahre 2009, nach der Füllmengen und Packungsgrößen weitgehend aufgehoben sind. Verpackungen müssen nun nicht mehr wie früher üblich, ein standardisiertes Volumen haben. Das hat zur Folge, dass für den Käufer der Preisvergleich immer schwieriger, manchmal geradezu unmöglich wird. Darüber hinaus steigt auch die Gefahr, dass Hersteller ihr Produkt in einer sogenannten Mogelpackung anbieten und somit eine bewusste Preiserhöhung verschleiern.

Dann befinden sich beispielsweise nur noch 900 Milliliter anstatt einem Liter in einer Flasche Reinigungsmittel, obwohl der Preis derselbe bleibt. Viele Produzenten lassen sich noch mehr Tricks einfallen um die Rentabilität zu erhöhen und erhöhen heimlich die Marge: Sie behalten die sogenannten Schwellenpreise, wie beispielsweise 0,99 Euro oder 1,99 Euro ganz einfach bei, obwohl sich in der Packung jetzt weniger befindet. Der Nachteil für die Kunden liegt auf der Hand: Obwohl die neuen Größen und Füllmengen auf den Verpackungen ausgewiesen sind, ist das für die Käufer nur schwer zu erkennen. Der Preisvergleich innerhalb dieses Gewichts- und Milliliterwirrwarrs fällt den Verbrauchern immer schwerer. Sogar der Handel übt an dieser verbraucherunfreundlichen Politik herbe Kritik.

Kunde-vergleicht-Produkte

Das Vergleichen von Produkten ist oft lästig, aber unerlässlich, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Eine ordentliche Packung

Die Anforderungen an Lebensmittelverpackungen befinden sich im Wandel. Die Verpackungsindustrie steht vor der Herausforderung die Dimensionierung und Gestaltungsformen den veränderten Käuferschichten anzupassen. Single-Haushalte brauchen üblicherweise keine großen Vorteilspacks sondern sind vor allem daran interessiert nur so viel zu kaufen, wie sie auch verbrauchen können. Familien hingegen erhoffen sich weiterhin, durch größere Mengen den häufigen Gang in den Supermarkt zu vermeiden und aktiv Geld zu sparen.

Warum entwickelt die Verpackungs- bzw. Lebensmittelindustrie so viele verschiedene Verpackungsformen?

Die Verpackung ist ein wesentliches Merkmal für die erfolgreiche Vermarktung des Produktes. Sowohl was ihre äußere Gestaltung als auch ihre individuelle Abstimmung auf die unterschiedlichen Verbraucherbedürfnisse angeht. So finden Sie das gleiche Produkt z.B. Süßware im normalen Regal in einer anderen Größe als vorne an der Kasse im sogenannten „Quengel-Regal“.

Dipl.-Ing. Wolfgang Lammers, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Verbraucher greifen auch immer öfter nach vermeintlich frischer Bio-Ware. Hier liegt das Hauptaugenmerk darauf, dass die Verpackung die Lebensmittel vor Verderblichkeit schützt. Eine „gute“ Verpackung muss sich also daran messen, welche Funktionen sie erfüllt und wie gut sie das tut. „Eine gute Verpackung hat folgende Funktionen zu erfüllen: Schutzfunktion, Lagerfunktion, Lade- & Transportfunktion, Informationsfunktion, Dosier- & Entnahmefunktion, Verkaufsfunktion. Dabei kann es meist nur Kompromisse geben“, erklärt Sonja Bähr vom Bund Deutscher Verpackungsingenieure e.V..

Ein Beispiel:

Das Produkt Saft wird in Glas, Getränkekarton oder auch in PET-Flaschen abgefüllt. Dabei ist zu beachten, um welchen Saft es sich handelt -frisch oder pasteurisiert- auch die Art des Saftes (z.B. Orange – sehr viel Säure) ist entscheidend. Das Produkt Milch ist sehr licht- und sauerstoffempfindlich, auch jeweils abhängig vom Fettgehalt. Das Produkt Bier ist ebenfalls sehr licht- und sauerstoffempfindlich. Kohlensäurehaltige Getränke müssen anders abgefüllt und mit einem anderen Verschluss und einer anderen Wandstärke abgepackt werden. Diese vielen verschiedenen Anforderungen gelten jetzt nur für drei verschiedene Getränkearten. Wenn Sie daran denken oder beim Gang durch den Supermarkt darauf achten, wie viele verschiedene Produkte es gibt, die vor Wasserdampf, Sauerstoff, Licht, äußeren Einflüssen (wie z.B. Ungeziefer) usw. geschützt werden müssen und dabei auch noch lange haltbar, gut zu öffnen, leicht zu entnehmen, gut zu transportieren sein sollen, wird schnell klar, warum es so viele unterschiedliche Verpackungen gibt.

Sonja Bähr, Bund Deutscher Verpackungsingenieure e.V.

Das Entlarven von Mogelpackungen schützt vor versteckten Preiserhöhungen 

Umfragen zufolge plagt über 40 Prozent aller Verbraucher die Sorge, versteckte Preiserhöhungen gar nicht mitzubekommen, weil die Inhaltsmengen ganz einfach zu versteckt auf den Verpackungen stehen. Verbraucherschützer raten vor allem Kunden, die meist zu den gleichen Produkten greifen, besonders wachsam zu sein und Inhalte sowie Preise zu vergleichen. Warum? Diese Kundengruppe achtet aus Gewohnheit kaum auf die Packungsgröße oder den Preis. Doch auch für alle anderen Kunden gilt: „Augen auf beim Einkaufen!“

Teebeutel

Wenn man die unterschiedlichen Verpackungsgrößen nicht nebeneinander legt, fallen die Größenunterschiede meist gar nicht auf.

Damit keine Mogelpackung im Einkaufskorb landet, sollte jeder Kunde sowohl die Füllmenge bzw. das Gewicht als auch den Grundpreis überprüfen. Allerdings lässt sich der Grundpreis oft nicht auf den ersten Blick erkennen. Obwohl er per Gesetz als Preis pro Maßeinheit am Regal stehen muss, gleicht sein Auffinden oft einer regelrechten Forschungsreise. Nicht aktuell, unleserlich, zu klein geschrieben, ganz tief unten – das sind nur einige Unzulänglichkeiten, die dem Verbraucher finanzielle Nachteile bescheren.

Das Problem Mogelpackungen wird auch von verschiedenen Organisationen behandelt. So führt die Verbraucherzentrale Hamburg e.V. eine Liste mit auffälligen Preiserhöhungen. Die Verbraucher können hier auch entsprechende Veränderungen melden und überprüfen lassen.

Wie haben sich Fassungsvermögen und Größe der Verpackungen in der Vergangenheit entwickelt?

Wir bekommen täglich viele Beschwerden von Verbrauchern, die uns versteckte Preiserhöhungen melden. Dabei bleibt der Verkaufspreis stabil, die Füllmenge des Produktes wurde aber verringert. Das ist die beliebteste Methode. Viel seltener wird die Füllmenge erhöht und der Preis dazu überproportional angehoben, dass unter dem Strich eine Preiserhöhung herauskommt.

Armin Valet, Referent für Ernährung und Lebensmittel der Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Die Tricks des Einzelhandels

Zu häufig von Herstellern und Werbung genannten Tipps zum Sparen gehört auch das vollmundige Anpreisen vermeintlich preisgünstiger Großpackungen, besonders im Bereich Lebensmittel und Waschpulver. „Im Dutzend billiger“ oder „Günstiger im Dreikilopack“ sind hierfür typische Beispiele. Erschreckenderweise ist jedoch oft das Gegenteil der Fall, nämlich dass sich die Großpackung, im Vergleich zur konventionell kleineren Verpackung, als Mogelpackung entpuppt. Damit Verbraucher nicht der weitverbreiteten Fehlvorstellung unterliegen, dass mit mehr Abnahmemenge immer ein günstiger Rabatt verbunden ist, sollte auch hier stets ein sorgfältiger Preisvergleich erfolgen.

Neben Füllmenge und Gewicht lohnt sich immer auch ein Blick auf die Zutatenliste. Vom Verbraucher unbemerkt und beim Gebrauch kaum auszumachen gibt es oft auch nur kleine Änderungen an den Zutaten der Produkte, die jedoch erhebliche Auswirkung auf Nährwert und Qualität haben können. Bestes Beispiel hierfür sind geänderte Fruchtanteile in Säften oder Reduzieren der Fleischmenge.

Auch die Packungsgröße und Platzierung im Supermarkt sind oft mit Bedacht gewählt. So finden sich zum Teil mehrere Ausführungen des selben Produkts an verschiedenen Stellen des Marktes. Die Relation von Preis und Inhalt ist hier meist sehr unterschiedlich.

Wie hat sich die Größe der Verpackungen entwickelt?

Das Fassungsvermögen und die Größe der Verpackungen orientierte sich in der Vergangenheit an den Einkaufs- und Verzehrgewohnheiten der Konsumenten in den Familien. Mit dem Rückgang an Mehrpersonenhaushalten und der größeren Vielfalt an Lebensmitteln kam der Wunsch zu kleineren Mengen beim Einkauf. Dies begann an den Wurst- und Käsetheken und setzte sich dann bei den angebotenen Fertigpackungen fort. Parallel dazu entwickelte sich das Angebot an Verpackungen mit größerer Verpackungsmenge und der Möglichkeit des Wiederverschließens, wenn das Produkt nicht mit einer Mahlzeit aufgebraucht wird.

Warum gibt es so viele verschiedene Verpackungsformen und Materialien?

Der Wettbewerb zwischen den Markenartikler auf der einen Seite und den Handelsmarken auf der anderen hat sich ständig verschärft. Die Differenzierung der Angebote wird sowohl über die grafische Gestaltung der Verpackung als auch durch differenzierende Formgebung erreicht. Hier haben optische und auch haptische Elemente eine große Bedeutung.

Die Vielfalt an Materialien ergibt sich aus den Anforderungen der Lebensmittel an die Schutzfunktion der Verpackung. Neben frischen Lebensmitteln werden auch vorbereitete Lebensmittel oder Fertiggerichte angeboten. Daraus ergeben sich unterschiedliche Empfindlichkeiten der Lebensmittel sowie die damit im Zusammenhang stehenden möglichen Qualitätsveränderungen bzw. Verderbsszenarien. Die Verpackungen haben neben Festigkeitseigenschaften insbesondere auch Eigenschaften wie Dichtigkeit gegenüber UV-Licht, Sauerstoff und Wasserdampf zu leisten.

Welche Bestrebungen gibt es seitens Herstellern in punkto umweltfreundliche Verpackungen?

Das Ziel, Verpackungen umweltfreundlicher zu gestalten, ist bei einer Vielzahl von Unternehmen im Fokus. Motiviert wird dies durch das steigende Umweltbewußtsein der Konsumenten. Im Moment honoriert der Verbraucher dieses Engagement zu wenig. Sind umweltfreundlichere Verpackungen auch nur geringfügig teuerer, werden diese nicht angenommen. Selbst bei der Gegenüberstellung Einweg- versus Mehrwegverpackung muß genau analysiert werden, welche Umweltauswirkungen das jeweilige Verpackungssystem hat. Dabei spielen Transportentfernungen und Reinigungs- und Reparaturaufwendungen eine nicht unerhebliche Rolle.

Prof. Dr.-Ing. Eugen Herzau, Studiendekan des Bachelorstudienganges Verpackungstechnik an der HTWK Leipzig

Noch einmal alle Formeln im Überblick:

\text{Groe\ss{}enunterschied in }\%=\frac{\text{(groe\ss{}ere Groe\ss{}e }-\text{ kleinere Groe\ss{}e)}}{\text{kleinere Groe\ss{}e}}\times\text{100}\%

Um wie viel Prozent die gößere Packung größer als die kleinere ist, lässt sich ermitteln, indem man den Größenunterschied berechnet und durch die kleinere Verpackungsgröße teilt und mit 100 % multipliziert.

\text{Preisunterschied in }\%=\frac{\text{(hoeherer Preis }-\text{ niedrigerer Preis)}}{\text{niedrigerer Preis}}\times\text{100}\%

Um zu berechnen wie viel Prozent teurer das teurere Produkt ist, teilt man den Preisunterschied durch den niedrigeren Preis und multipliziert mit 100 %.