Skilänge ermitteln: Herren, Damen, Kinder

Sie träumen bereits jetzt vom nächsten Ski-Urlaub, besitzen bislang aber noch keine eigene Ausrüstung? Gerade der Kauf der richtigen Ski in der passenden Länge stellt für viele eine große Herausforderung dar. Wir haben für Sie alles Wissenswerte über die Auswahl der richtigen Modelle, der geeigneten Länge sowie viele Tipps und Tricks zusammengestellt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bei der Auswahl der idealen Ski sind vor allem das eigene Fahrkönnen, das Einsatzgebiet sowie die Körpergröße als Faktoren zu berücksichtigen.
  • Für Anfänger sind vor allem Allroundcarver und Allmountain-Ski zu empfehlen, da sie eher Fehler verzeihen als spezialisierte Skitypen.
  • Neben den passenden Ski sollten Sie für die eigene Sicherheit auch an Helm, Skibrille und Sonnenschutz denken.
  • Je nach persönlichen Vorlieben und Ansprüchen liegen die Kosten für ein Einsteiger Set inkl. Stöcken, Schuhen und Sicherheitsausstattung bei 500-800€.

Die richtige Skilänge

Die Wahl der Ski-Länge hängt neben der Körpergröße auch vom eigenen Fahrkönnen ab und hat direkten Einfluss auf den Radius in Kurven. Für kürzere Schwünge sollte der Ski deswegen nicht zu lang sein. Je mehr Länge, desto mehr Laufruhe, gerade wenn man mit etwas mehr Erfahrung auch etwas schneller fahren möchte. Anfänger sollten für die ersten Tage im Schnee zu noch kürzeren Skiern greifen, denn so fällt die Kraftübertragung und das Kurven-Fahren leichter.

Körpergröße (in cm)Empfehlung Skilänge (in cm)
150-160 cm145-155 cm
161-170 cm150-165 cm
171-180 cm165-175 cm
181-190cm175-185cm
Steilere Hänge meistert man nur mit etwas Erfahrung – Foto (c) Sandi Bertoncelj

Skilänge beim Langlauf

Wer sich statt für eine rasante Abfahrt, eher für den klassischen Langlauf begeistern kann, muss zunächst eine Entscheidung für einen Stil treffen. Auf Basis dessen kommt dann wieder die Körpergröße ins Spiel:

Stil:Empfehlung Skilänge:
Klassischer Langlauf (Loipe)Körpergröße + 15-20 cm
SkatingKörpergröße + 5-10 cm
Nordic CruisingKörpergröße

Skating hat sich seit Mitte der 1980er-Jahre etabliert und ermöglicht gegenüber dem klassischen Stil eine schnellere Fortbewegung, da hier der Beinabstoß unter Verwendung des Schlittschuhschritts erfolgt. Hier kommen in der Regel kürzere Skier und etwas längere Stöcke zum Einsatz. Die Skating-Technik gilt als schwieriger zu erlernen und anstrengender als die klassische Technik.

Das noch recht jungen Nordic Cruising wurde entwickelt, um an den Erfolg des Nordic Walking anzuknüpfen. Die Ski sind hier breiter und kürzer und sollen so Anfängern den Einstieg erleichtern. Der Einsatz ist sowohl in der Loipe als auch außerhalb möglich.

Ski für Kinder

Körpergröße (in cm)FahrerfahrungEmpfehlung Skilänge
bis 115cmAnfängerAchsel-/Schulterhöhe
Gute GrundlagenKinn- /Nasenhöhe
bis 135cmAnfängerKinn- /Nasenhöhe
Gute GrundlagenKörpergröße
bis 155cmAnfängerNasen-/Stirnhöhe
Gute GrundlagenKörpergröße + 5cm

Die passende Skilänge für Kinder herauszufinden stellt vor dem Hintergrund, dass der Nachwuchs unterschiedlich schnell wächst und die Skikurse vielleicht mehr oder weniger schnell abschließt, eine besondere Herausforderung dar. Aus diesem Grund soll unsere Tabelle auch nur eine erste Orientierung liefern.

Grundsätzlich sollten Erwachsen-Ski erst bei einer Körpergröße von über 1,55m zum Einsatz kommen. Ähnlich wie bei Schuhen und Kleidung kann es vorkommen, dass die Kids dann aber alle 1-2 Jahre neue Ski brauchen. Wenn das Paar bereits für die nächste Saison mitbenutzt werden soll, ist es ratsam, diese minimal länger zu wählen als man sie sonst zum aktuellen Zeitpunkt gekauft hätte.

In den meisten Fällen sind die Kids eher Anfänger auf der Piste, was in der Konsequenz bedeutet, dass die Ski 10-15 cm kleiner als die Körpergröße sein können bzw. auf Schulterhöhe liegen sollten. Dies hat den positiven Effekt, dass der kleinen Schneeflitzer schneller Fortschritte machen und so direkt vom Anfang an mehr Spaß auf der Piste haben.

Leihen oder kaufen?

Diese Frage stellen sich viele angehende Wintersportler: Lohnt sich die Anschaffung einer eigenen Skiausrüstung oder sollte man diese lieber vor Ort leihen?

Haben Sie noch niemals zuvor auf der Piste gestanden, dann sollten Sie sich für Ihren ersten Skiurlaub und die Schnupperstunden in der Skischule zunächst eine Ausrüstung vor Ort leihen. Finden Sie wenig Gefallen am Pistenspaß, so sind die Leihgebühren viel leichter zu verschmerzen als der Kaufpreis für eine brandneue Ausrüstung.

Haben Sie jedoch bereits erste Erfahrungen und planen einen regelmäßigen Winterurlaub auf Brettern, so wäre eine eigene Skiausrüstung die erste Wahl.

Die Ski Typen

Für Anfänger geeignete Ski Typen:

  • Allmountain-Ski stellen einen guten Kompromiss für verschiedene Einsatzgebiete dar und sind auch für Strecken abseits der Piste geeignet. Bei diesem vielseitigen Skityp holt man zwar, im Gegensatz zu den spezialisierten Modellen, nicht immer das Maximum heraus, ist aber trotzdem stets auf der sicheren Seite.
  • Allroundcarver bieten ein breites Spektrum an Möglichkeiten und sind die erste Wahl für Anfänger und Genuss-Fahrer, die sich auch während der Fahrt mal eine Auszeit gönnen. Sie sind grundsätzlich im sportlichen Einsatz sehr drehfreudig und gerade die weicheren Modelle (Easy Carver genannt) verzeihen Fehler besonders gut.

Für Fortgeschrittene geeignete Ski Typen:

  • Slalomcarver sind stark taillierte Wettkampfski und eignen sich besonders für enge sportliche Kurven. Die eher steifen Ski ermöglichen es, die hohen Geschwindigkeit auch in der Kurve zu halten und so besonders schnell die Piste herunter zu kommen.
  • Bei den Racecarvern steht dank großer Laufruhe und Spurstabilität vor allem die Geschwindigkeit im Fokus. Kurven mag dieser Skityp eher in einem größeren Radius. Wer mit Racecavern unterwegs ist, muss dafür mehr Kraft aufwenden als bei anderen Skiern.
  • Wer Skivergnügen abseits der Piste sucht oder beeindruckende Tricks in einem Funpark vorführen möchte, der punktet mit Ski aus dem Segment Freestyle. Diese Modelle bieten eine besonders hohe Robustheit und lassen sich durch die vorne und hinten gebotene Form („Twin-Tip“) besonders gut kontrollieren und sowohl vorwärts als auch rückwärts fahren.
Was sind Carving-Ski?
Diese Ski-Art besitzt eine stärkere Taillierung und ist zudem kürzer als klassische Alpinski. Dadurch eignen Sie sich besonders gut für das Carving, was eine Weiterentwicklung des „geschnittenen Schwungs“ darstellt. Hier wird vollständig auf den Stahlkanten gefahren, statt durch die Kurve zu driften. Ein Großteil der heute verkauften Ski fällt in die Kategorie „Carver“.

Sicherheit beim Skifahren ist enorm wichtig, dazu gehört auch die entsprechende Skibekleidung. Neben dem Schutz vor Kälte bieten z.B. auch Handschule eine sicherheitsrelevante Funktion: Den Schnittschutz. Bei Fragen legen wir allen Anfängerinnen und Anfängern auf jeden Fall einen Besuch in einem Fachgeschäft ans Herz, denn dort kann eine umfassende Beratung stattfinden und das Material individuell angepasst werden.

Tobias Ossmann, 2. Vorsitzender – SkiTeam Bochum – Yetis aus Leidenschaft e.V.
Ski macht nicht nur alleine Spaß, sondern auch als Familie oder Gruppe – Foto: (c) Lemen Razinger

Weitere Ausstattung und Zubehör

Ein Ski-Set in der idealen Länge ist bereits ein guter Anfang, jedoch benötigt jeder Anfänger auch noch passende Schuhe und Bindung. Diese werden aber meist schon als Set zusammen mit den Skiern gekauft.

Daneben sollten ein Helm und eine Skibrille mit in den Einkaufskorb wandern. In vielen Ländern gilt bereits eine Helmpflicht beim Snowboarden, aber auch ohne eine solche Pflicht ist dieser zu empfehlen, da er bei Unfällen vor schweren Verletzungen schützt.

Die Skibrille schützt die Augen vor Schnee und beinhaltet oft auch einen UV-Schutz. Gerade in großen Höhen ist die UV-Belastung besonders hoch, daher sollte eine Sonnencreme alle freiliegenden Hautstellen im Gesicht schützen. Denken Sie unbedingt auch an Handschuhe in der richtigen Größe, Jacke und eine Sturmhaube oder Mütze für unter den Helm.

Ein Lawinenrucksack bzw. ein Lawinenairbag stellt eine Sicherheitsvorrichtung dar, welche im Falle eines Lawinenabgangs eine Verschüttung vermeidet und so vor allem die Überlebenschance erhöht.

Der Kauf ist jedoch nur für Wintersportler zu empfehlen, die sich bevorzugt abseits der gesicherten Pisten im freien Skiraum bewegen.

Wussten Sie schon?

  • Die Herkunft des Wortes Ski liegt im 19. Jahrhundert beim norwegischen ski, was Scheit (gespaltenes Holz) oder Schneeschuh bedeutet. Das Wort stammt seinerseits von dem gleichbedeutenden altnordischen skíð ab und ist mit dem deutschen Wort Scheit verwandt.
  • Die geschichtlichen Ursprünge gehen viele tausend Jahre zurück, so wurde in einem Moor in Schweden der mit einem Alter von 4500 Jahren datierte „Ski von Hoting“ gefunden. Auf der norwegischen Halbinsel Rødøy gibt es eine 4000 Jahre alte Felsritzung eines Skifahrers.
  • Während ab dem 18. Jahrhundert erste Freizeit-Ski für Rennen entwickelt wurden, dauerte es noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg, um den Skitourismus auch in breiten Bevölkerungsschichten einziehen zu lassen.
  • Die eingedeutschte Schreibweise „Schi“ soll 1942 auf ausdrücklichen Wunsch Adolf Hitlers eingeführt worden sein.
Skipisten werden auf Basis des maximalen Gefälles der Abfahrt in die Kategorien Blau, Rot oder Schwarz eingeordnet:

Blaue Pisten haben ein Quer- oder Längsgefälle von maximal 25 Prozent und sind ideal für Anfänger und alle, die es etwas gemütlicher angehen wollen. Falls eine derartige Piste besonders breit ist, wird sie unter Skifahrern auch gern als „Autobahn“ bezeichnet.
Rote Pisten stellen einen mittleren Schwierigkeitsgrad dar und haben ein Gefälle von über 25 bis maximal 40 Prozent. Auf diese sollten sich alle mit genug Übung trauen, die alle Grundtechniken sicher beherrschen.
Schwarze Pisten sind die Königsdisziplin und bieten ein maximales Gefälle von mehr als 40 Prozent und sind deswegen nur etwas für fortgeschrittene Skifahrer. Andernfalls sind aufgrund der hohen Fliehkräfte, die auf steilen Pisten entstehen, ein Abflug mit möglicherweise schweren Verletzungen vorprogrammiert.

FAQ

Muss man bei Ski für Kinder etwas besonderes beachten?

Grundsätzlich sollten die Ski für Kinder immer auf Basis der individuellen Körpergröße und der Fahr-Erfahrung gekauft werden. Da Kinder unterschiedlich schnell wachsen, kann es möglich sein, dass sie alle 1-2 Jahre neue Ski benötigen.

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Welche Unterschiede gibt es zwischen Damen und Herren Ski?

Für Frauen konzipierte Ski sind oft etwas leichter und weicher als Herrenski der gleichen Länge. Dies hat den Hintergrund, dass Frauen im Durchschnitt etwas leichter und weniger muskulös als Männer sind. Der größte Unterschied liegt aber meist im Design und der Farbgebung. In der Praxis sind jedoch auch viele Frauen auf Männer-Modellen zu finden.

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Wie wichtig ist das Körpergewicht für die Ski Auswahl?

Die Körpergröße und das Fahrkönnen sind die wichtigsten Faktoren für die Auswahl der Ski. Das individuelle Körpergewicht kann bei der Auswahl jedoch eine zusätzliche Tendenz geben: je höher das Gewicht, desto mehr Kanten- und Anpressdruck kann der Fahrer aufbauen und desto länger kann der Ski sein. Dies stellt in der Praxis jedoch nur ein Plus von wenigen Zentimetern dar.

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Was kostet ein Ski Set für Einsteiger?

Je nach persönlichen Vorlieben und Ansprüchen liegen die Kosten für Einsteiger Ski bei 150 – 250€. Hinzu kommen weitere Dinge wie Stöcke, Schuhe wie Helm und Brille, welche mit zusätzlich 150 bis 300 € zu Buche schlagen.

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