Die jährliche Wasserkostenabrechnung sorgt häufig für Überraschungen. Doch wie werden die Kosten eigentlich berechnet? Wie hoch ist der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf und warum zahlen Singles pro Liter oft deutlich mehr als Familien? Mit dem Wasserkostenrechner erhalten Sie einen exakten Überblick über die jährlichen Kosten. Zudem erklären wir die Tücken der Grundgebühren und zeigen Ihnen, wie Sie effektiv Wasserkosten sparen können.
Wasserkosten-Rechner
Mit diesem Rechner können die Wasserkosten berechnet werden. Dabei geht es um die reinen Bezugskosten für Trinkwasser und die anfallenden Kosten für Abwasser inklusive der regionalen Grundgebühren.
Das Wichtigste im Überblick
- Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person liegt in Deutschland aktuell bei ca. 126 Litern. Der Großteil davon entfällt auf die Toilette und Dusche.
- Jeder Liter wird doppelt berechnet: Sie zahlen den Bezugspreis für Trinkwasser und die meist deutlich höheren Gebühren für das Abwasser.
- Starke regionale Preisunterschiede entstehen oftmals durch massive Unterschiede bei der jährlichen Grundgebühr (Zählermiete).
- Durch zahlreiche Spar-Tipps können Sie den Wasserverbrauch senken und so bares Geld sparen.
So viel Wasser verbrauchen wir wirklich (Durchschnittswerte)
Nach aktuellen Erhebungen liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person und Tag bei 127 Litern (ca. 46 Kubikmeter im Jahr). Die Tendenz zeigt dabei nach unten: Im Jahr 1991 wurden noch 144 Liter durchschnittlich pro Person verbraucht. So teilt sich der Wasserverbrauch auf die verschiedenen Bereiche auf:
- 35 bis 40 Liter für Baden, Duschen und Körperpflege
- 35 bis 40 Liter für Toilettenspülung
- 15 bis 20 Liter für Waschmaschine
- 10 bis 15 Liter für Geschirrspülen
- 10 Liter für Putzen, Raum- und Autopflege, Garten
- 5 Liter für Trinken und Essenszubereitung
Die große Tabelle: Wasserkosten in deutschen Städten & Bundesländern
Anders als früher steigen die Wasserkosten nicht mehr linear mit der Anzahl der Personen an. Das liegt an den hohen Grundgebühren, die unabhängig vom Verbrauch anfallen. Ein Single-Haushalt zahlt diese Grundgebühr allein, während sie sich bei einer Familie auf mehrere Köpfe verteilt.
Hier sehen Sie die jährlichen Kaltwasserkosten (inklusive Abwasser und voller Grundgebühr) für einen Single (46 m³ Jahresverbrauch), einen 2-Personen-Haushalt (92 m³) und einen 4-Personen-Haushalt (184 m³).
| Stadt | 1 Person | 2 Personen | 4 Personen | Davon Kosten für die jährliche Grundgebühr |
|---|---|---|---|---|
| Augsburg | 259,00 € | 443,00 € | 811,00 € | 75,00 € |
| Berlin | 226,42 € | 409,04 € | 774,28 € | 43,80 € |
| Bielefeld | 326,50 € | 568,00 € | 1.051,00 € | 85,00 € |
| Bochum | 339,20 € | 578,40 € | 1.056,80 € | 100,00 € |
| Bonn | 344,20 € | 583,40 € | 1.061,80 € | 105,00 € |
| Dortmund | 344,20 € | 583,40 € | 1.061,80 € | 105,00 € |
| Dresden | 330,80 € | 551,60 € | 993,20 € | 110,00 € |
| Düsseldorf | 317,80 € | 515,60 € | 911,20 € | 120,00 € |
| Duisburg | 356,50 € | 598,00 € | 1.081,00 € | 115,00 € |
| Essen | 336,90 € | 573,80 € | 1.047,60 € | 100,00 € |
| Frankfurt a.M. | 198,00 € | 352,10 € | 660,30 € | 43,90 € |
| Hamburg | 301,32 € | 516,60 € | 947,16 € | 86,04 € |
| Hannover | 315,40 € | 540,80 € | 991,60 € | 90,00 € |
| Karlsruhe | 296,60 € | 508,20 € | 931,40 € | 85,00 € |
| Köln | 399,00 € | 569,20 € | 909,60 € | 228,80 € |
| Leipzig | 352,60 € | 610,20 € | 1.125,40 € | 95,00 € |
| Mannheim | 299,30 € | 508,60 € | 927,20 € | 90,00 € |
| Mönchengladbach | 349,20 € | 588,40 € | 1.066,80 € | 110,00 € |
| München | 291,18 € | 469,66 € | 826,62 € | 112,70 € |
| Münster | 283,90 € | 497,80 € | 925,60 € | 70,00 € |
| Nürnberg | 287,00 € | 494,00 € | 908,00 € | 80,00 € |
| Stuttgart | 319,00 € | 537,50 € | 974,50 € | 100,50 € |
| Wiesbaden | 334,20 € | 573,40 € | 1.051,80 € | 95,00 € |
| Wuppertal | 396,40 € | 667,80 € | 1.210,60 € | 125,00 € |
Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Bundesländern (siehe nächste Tabelle) um gewichtete Durchschnittswerte handelt.
| Bundesland | 1 Person | 2 Personen | 4 Personen |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 303,60 € | 515,20 € | 938,40 € |
| Bayern | 279,90 € | 470,80 € | 852,60 € |
| Brandenburg | 334,20 € | 573,40 € | 1.051,80 € |
| Bremen | 321,20 € | 560,40 € | 1.038,80 € |
| Hessen | 267,80 € | 465,60 € | 861,20 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 358,40 € | 606,80 € | 1.103,60 € |
| Niedersachsen | 315,10 € | 538,20 € | 984,40 € |
| Nordrhein-Westfalen | 350,40 € | 575,80 € | 1.026,60 € |
| Rheinland-Pfalz | 310,40 € | 535,80 € | 986,60 € |
| Saarland | 390,60 € | 671,20 € | 1.232,40 € |
| Sachsen | 341,70 € | 580,90 € | 1.059,30 € |
| Sachsen-Anhalt | 325,00 € | 555,00 € | 1.015,00 € |
| Schleswig-Holstein | 301,20 € | 517,40 € | 949,80 € |
| Thüringen | 348,40 € | 596,80 € | 1.093,60 € |
Die Kostenfalle: Warum Abwasser und Grundgebühr so teuer sind
Anders als bei Strom oder Gas gibt es für Wasser keinen Wettbewerb. Die Versorgung erfolgt im Monopol durch die Stadtwerke oder kommunalen Zweckverbände. Sie können Ihren Wasseranbieter nicht wechseln.
Das Paradoxon des Wassersparens
Wer Wasser spart, schont die Umwelt – aber nicht zwingend den Geldbeutel der Allgemeinheit. Die Kanalisation benötigt eine gewisse Menge an Abwasser, damit die Rohre gut durchgespült werden. Verbrauchen Haushalte extrem wenig Wasser, bilden sich Fettpfropfen und hochkonzentrierte Abwässer, die Rohre beschädigen. Die Stadtwerke müssen dann künstlich Tausende Liter Trinkwasser durch die Kanalisation pumpen, um Verstopfungen und Keimbelastung zu verhindern. Diese Instandhaltungskosten werden auf den Wasserpreis umgelegt.
Die Grundgebühren-Falle
Wie massiv die Gebührenmodelle abweichen, zeigt oft schon der Vergleich zwischen zwei benachbarten Städten. In der einen Gemeinde mögen die reinen Kosten für den Liter Wasser sehr günstig sein, allerdings verlangen die dortigen Wasserwerke im Gegenzug eine extrem hohe jährliche Grundgebühr. Für einen Single-Haushalt kann das bedeuten: Er zahlt mehr für den reinen Anschluss als für das Wasser, das er im ganzen Jahr verbraucht. In der direkten Nachbarstadt ist die Grundgebühr hingegen vielleicht sehr niedrig, was besonders kleinen Haushalten massiv zugutekommt.
1. Kosten für Kaltwasser (Grundpreis + Verbrauchspreis Trinkwasser) und Schmutzwasser. Gezahlt wird an die Stadtwerke.
2. Kosten für warmes Wasser (Deutlich höher! Die Heizung oder der elektrische Durchlauferhitzer müssen das kalte Wasser erst erhitzen).
Warmwasser: Die versteckten Heizkosten auf der Rechnung
Das reine kalte Wasser ist nur die halbe Miete. Richtig teuer wird es, wenn das Wasser erhitzt werden muss (zum Duschen, Baden oder Spülen). Die Erwärmung eines Kubikmeters Wasser kostet – je nach Energieträger (Gas, Öl, Wärmepumpe) und Heizsystem – oft zwischen 10 und 20 Euro extra.
Anders als beim Kaltwasser darf der Vermieter die zentralen Warmwasserkosten nicht pauschal nach Quadratmetern abrechnen. Die Heizkostenverordnung schreibt eine Abrechnung nach dem tatsächlichen Verbrauch vor. Nimmt der Vermieter keine verbrauchsabhängige Abrechnung vor, steht dem Mieter in der Regel ein Kürzungsrecht von 15 Prozent zu.
Ausnahme: Wenn Sie das Wasser dezentral in Ihrer Wohnung erwärmen (z. B. durch einen elektrischen Durchlauferhitzer oder einen Gas-Boiler), tauchen diese Kosten gar nicht auf der Wasserrechnung auf, sondern direkt auf Ihrer Strom- oder Gasrechnung.

Mieter-Recht: Umlage, eigene Wasserzähler und Abrechnung
Die Wasserkosten gehören zu den umlagefähigen Betriebskosten (BetrKV). Der Vermieter reicht die Rechnung der Stadtwerke 1:1 an die Mietparteien weiter. Gibt es in einem Mehrfamilienhaus keine eigenen Wasseruhren für die einzelnen Wohnungen, wird nach einem Umlageschlüssel abgerechnet. Steht nichts Spezielles im Mietvertrag, gilt laut Gesetz die Wohnfläche (Quadratmeter) als Maßstab. Das sorgt oft für Streit: Ein alleinstehender Pendler in einer 90-qm-Wohnung zahlt dann deutlich mehr Wasser als die vierköpfige Familie in der 70-qm-Wohnung nebenan.
Lohnt sich der eigene Wasserzähler?
Ein eigener Wasserzähler in der Wohnung sorgt für absolute Gerechtigkeit. Er ist für sparsame Mieter ein Segen. In einigen Bundesländern sind Wasserzähler im Neubau längst Pflicht. Aber Vorsicht: Der Einbau im Altbau ist extrem teuer. Zudem müssen die Zähler alle sechs Jahre geeicht oder getauscht werden. Auch diese Eich- und Wartungskosten darf der Vermieter auf die Mieter umlegen. Oft fressen diese Nebenkosten die Einsparungen wieder auf.
Durch die Vorschrift der exakten Abrechnung gelten Warmwasserzähler als Pflicht. Es ist möglich, als Vermieter eine Ausnahme zu beantragen, der im Regelfall nur stattgegeben wird, wenn die Installation der separaten Zähler mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden wäre.
Richtig sparen: Die besten Tipps zur Senkung der Wasserkosten
Schon mit kleinen Anpassungen im Alltag können Sie Hunderte Euro im Jahr sparen:
- Sparduschkopf installieren: Ein alter Duschkopf jagt bis zu 15 Liter pro Minute in den Abfluss. Ein Sparduschkopf mischt dem Wasser Luft bei und reduziert den Durchfluss auf ca. 6 bis 8 Liter – ohne Komfortverlust.
- Toilette mit Stopp-Taste: Nutzen Sie die Spartaste. Für das „kleine Geschäft“ reichen 3 Liter völlig aus, statt der vollen 9 Liter.
- Voll beladen: Schalten Sie Waschmaschine und Spülmaschine erst an, wenn diese wirklich voll sind. Moderne Geschirrspüler sind übrigens wesentlich sparsamer als der Abwasch per Hand unter fließendem Wasser!
- Gartenwasserzähler nutzen: Wer im Sommer viel den Rasen sprengt, sollte beim Wasserversorger einen Gartenwasserzähler beantragen. Da das Gießwasser im Garten versickert, erlässt Ihnen die Stadt für diese Wassermenge die teure Abwassergebühr.

Disclaimer
Die Ergebnisse dieses Rechners sowie die Tabellenwerte stellen Durchschnittswerte dar und dienen ausschließlich der groben Orientierung. Sie ersetzen keinesfalls eine offizielle Abrechnung Ihrer Wasserwerke oder Ihres Vermieters. Für genaue Werte kontaktieren Sie bitte Ihr lokales Wasserwerk.
Die Berechnungen beruhen auf Recherchen in öffentlich zugänglichen Preisblättern. Trotz größter Sorgfalt können wir für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten keine Gewähr oder Garantie übernehmen. Lokale Besonderheiten oder unterjährige Tarifänderungen können zu Abweichungen führen.
Bitte beachten Sie zudem:
- Wohnsituation: Der Rechner geht von einem Standard-Hausanschluss aus (volle jährliche Grundgebühr). In Mietwohnungen wird diese Gebühr meist auf alle Parteien umgelegt, wodurch Ihre tatsächlichen Fixkosten sinken können.
- Kein Warmwasser: Die teuren Kosten für die Wassererwärmung (Heizung/Boiler) sind nicht inkludiert.
- Kein Regenwasser: Flächenabhängige Niederschlagswassergebühren sind nicht Teil der Kalkulation.
FAQ
Kann ich den Wasseranbieter ähnlich wie beim Strom frei wählen?
Leider nein, denn anders als bei Strom und Gas findet die Versorgung im Monopol durch die Stadtwerke der Städte und Gemeinden statt. Die Abrechnung der Wasserkosten unterliegt kommunalem Recht und es finden keinerlei Kontrolle durch z.B. nationalen Kartellbehörden statt. Hier die eigenen Wasserkosten berechnen
Was kostet 1m³ Wasser?
Das hängt stark von Ihrem Wohnort ab. Im Bundesdurchschnitt zahlen Sie für reines Trinkwasser etwa 2,10 € und für das Abwasser ca. 2,60 € pro Kubikmeter. Hinzu kommen die festen Grundgebühren. Kombiniert liegt der Mischpreis meist zwischen 4,50 € und 6,50 € pro 1000 Liter. Hier die eigenen Wasserkosten berechnen
Wie viel kostet 1 Liter Leitungswasser?
Trotz gestiegener Preise ist Leitungswasser extrem günstig. Ein Liter Leitungswasser kostet in Deutschland im Schnitt rund 0,4 bis 0,6 Cent (inklusive Abwasser). Zum Vergleich: Ein Liter Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet durchschnittlich zwischen 20 und 80 Cent. Hier die eigenen Wasserkosten berechnen
Wer zahlt die Wasserkosten in einer Mietwohnung?
Die Wasserkosten gehören zu den umlagefähigen Betriebskosten. Der Vermieter reicht die Rechnung der Stadtwerke über die jährliche Nebenkostenabrechnung an die Mieter weiter. Gibt es keine eigenen Wasserzähler in den Wohnungen, werden die Kosten meist pauschal nach der Wohnfläche (Quadratmeter) auf alle Mietparteien aufgeteilt. Hier die eigenen Wasserkosten berechnen
Sinken meine Wasserkosten automatisch stark, wenn ich viel Wasser spare?
Nur bedingt. Sie sparen zwar beim reinen Verbrauchspreis für Trink- und Schmutzwasser, die jährliche Grundgebühr (Zählermiete) bleibt jedoch unverändert. Da diese fixe Grundgebühr in vielen Städten einen erheblichen Teil der Wasserrechnung ausmacht, sinken die Gesamtkosten nicht immer proportional zur gesparten Wassermenge. Hier die eigenen Wasserkosten berechnen

