Herren-Hemdengrößen: Der einfache Weg zur passenden Hemdengröße

Ein neues Hemd in der passenden Größe zu finden, gestaltet sich manchmal schwieriger, als man annehmen möchte. Zunächst einmal sollten die Ärmel die richtige Länge haben und nicht zu weit sein. Schließlich sollen Sie nicht die Hände bedecken. Am Hals bzw. Kragen darf das Hemd nicht zu eng sitzen. Zugleich jedoch sollte es weit genug sein, um einen eventuellen Bauchansatz „verschwinden“ zu lassen. Nicht zuletzt darf ein Hemd am Rücken nicht spannen. All diese Eigenschaften unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer ganz einfach. Denn die Schnittmuster verschiedener Marken und Hersteller unterscheiden sich teils gravierend voneinander.

Es ist daher besonders wichtig, die eigenen Körpermaße zu kennen, ehe man ein Hemd kauft. Denn nur dann kann man anhand einer Größentabelle ein Hemd finden, das an allen Stellen perfekt sitzt. Dies gilt insbesondere für Hemden italienischer und amerikanischer Marken mit entsprechenden nationalen Größenangaben. Denn diese stimmen in der Regel nicht mit unseren Größen überein. Um genaue Maße zu erhalten, ist es wichtig, exakt zu messen.

Herren-Hemdengrößen

Halsumfang in ZentimeternTaillenumfang in CMInternationale Größe
38/39105 - 113S
39/40114-120M
41/42122-128L
43/44134-136XL
45/46144-148XXL
47/48154-1563XL
49/50160-1644XL
51/52168-1725XL
53/54176-1826XL

Hemdengröße durch Messen in 2 Schritten exakt ermitteln

Die eigene Hemdengröße lässt sich einfach mithilfe eines Maßbandes oder aber mit einer Schnur und einem Lineal ermitteln. Wenn eine zweite Person beim Ausmessen hilft, gestaltet sich das Maßnehmen deutlich einfacher. Sie kann sicherstellen, dass das Maßband bzw. die Schnur richtig positioniert sind und die Maße mühelos ablesen.

Schritt Nummer 1: Das Messen der Kragenweite bzw. Halsweite

Der Umfang des Halses ist das wichtigste Maß, um die eigene Hemdgröße exakt ermitteln zu können. Er entspricht in den Maßangaben zum Hemd der sogenannten Kragenweite bzw. Halsweite. Vor allem in Deutschland geben Hersteller die Hemdengrößen in der Regel mithilfe der Kragenweite an. Indem man also dieses Maß nimmt, geht man den ersten Schritt in Richtung der optimalen Hemdengröße.

Um die Kragenweite zu messen, ist es wichtig, sich aufrecht hinzustellen und den Blick geradeaus zu richten. Nun legt man das Maßband oder die Schnur ungefähr in Höhe des Adamsapfels um den Hals. Wichtig ist, dass sich das Band durchgängig auf einer Höhe befindet. Nun positioniert man zusätzlich einen Finger zwischen Maßband und Hals. Dem so ermittelten Messergebnis rechnet man dann 1 cm hinzu. Dadurch wird sichergestellt, dass man später bei geschlossenem Hemdkragen genug Luft bekommt. Zudem gewährleistet dieser Spielraum, dass die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist.

Wer niemanden hat, der bei der Ermittlung der Kragenweite behilflich sein kann, misst diese mithilfe eines einfachen Tricks: Man nehme hierzu ein bereits vorhandenes Hemd, das gut passt. An diesem misst man die Strecke von der Mitte des obersten Knopflochs um den Kragen herum bis zum gegenüberliegenden Knopf und erhält dadurch die Kragenweite.

Achtung: Hemden sind in Doppelgrößen eingeteilt!

Bei Hemden ist in der Regel die Einteilung in Doppelgrößen üblich. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Kragenweiten 39 und 40 beide der Kleidungsgröße M entsprechen. Unterschiedlich ist bei diesen beiden Größen ausschließlich der Halsumfang. Im gegebenen Beispiel differiert er um 1 cm. Alle anderen Maße eines Hemdes sind bei den beiden Kragenweiten identisch und entsprechen den jeweiligen Körpermaßen.

Schritt Nummer 2: Bestimmung des Taillenumfangs

Das zweite wichtige Maß, um die passende Hemdengröße zu finden, ist der Taillenumfang. Man misst ihn in Höhe des Bauchnabels. Für Personen, die etwa kräftiger sind, sollte das Maßnehmen an der Stelle mit dem größten Bauchumfangs erfolgen. Zum Messen stellt man sich wiederum aufrecht hin. Dabei ist auf eine normale Atmung zu achten. Dann ist das Maßband um den Körper herum anzulegen. Dabei ist es wichtig, dass es weder zu eng anliegt, noch im Rücken durchhängt. Der Bauch darf während der Messung nicht eingezogen werden. Beim Tragen des Hemdes soll später genug Bewegungsfreiheit zur Verfügung stehen. Nur dann spannt es nicht beim Atmen oder beim Hinsetzen. Daher ist es sinnvoll. dem Messergebnis etwa 4 bis 6 Zentimeter hinzuzurechnen. Im Zweifelsfall macht es eventuell sogar Sinn, das Hemd eine Nummer größer zu wählen. Durch den Taillenumfang wird die Passform des Hemdes bestimmt. Mithilfe der genommenen Maße ist es daher möglich, die optimal sitzende Passform auszuwählen. Weiter unter sind die im Handel erhältlichen, gängigen Schnitte und Kragenformen aufgeführt.

Optionaler Schritt Nummer 3 (für Sondergrößen): Messen der Armlänge

Das Messen der Armlänge ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Standard-Ärmellänge von 64 cm nicht ausreicht. Dann nämlich sind Sondergrößen im Hinblick auf die Armlänge notwendig. Bei diesen sind die Ärmel entweder kürzer oder länger als im Standard, was sicherstellt, dass das Hemd optimal sitzt.

Die Ärmellänge lässt sich im Normalfall nur mithilfe einer zweiten Person exakt ermitteln. Man misst die Armlänge im Stehen. Dabei beugt man den Arm leicht. Nun legt man das Maßband oder die Schnur an der Spitze der Schulter an, sodass man die die äußere Kante des Schulterknochens erfühlen kann. Nun misst man zunächst von diesem Punkt bis zum Ellbogen. Anschließend erfolgt eine Messung vom Ellbogen bis zur Handwurzel. Durch das Addieren beider Werte erhält man die richtige Armlänge.

Durch einen Vergleich mit der Standardlänge von 64 cm lässt sich nun ermitteln, ob ein Hemd mit kürzeren oder längeren Ärmeln benötigt wird. Verkürzte Ärmel haben in der Regel eine Länge von 58 cm, während extra lange Ärmel rund 69 cm lang sind. Männer mit besonders langen Armen benötigen mitunter super lange Ärmel mit einer Länge von 72 cm.

Optionaler Schritt Nummer 4: Ermittlung der Hemdlänge

Reichen die bisherigen Maße noch nicht zur Bestimmung der perfekten Hemdgröße aus, besteht außerdem die Möglichkeit, die Hemdlänge zu messen. Diese ist zum Beispiel wichtig, damit das Hemd auch dann sicher in der Hose bleibt, wenn man sich hinsetzt.

Die Ermittlung der Hemdlänge ist nicht weiter schwierig. Hierzu legt man ein gut sitzendes, zugeknöpftes Hemd mit der Rückseite nach oben flach auf eine Unterlage. Anschließend misst man mittig die Länge vom Kragenansatz bis zum unteren Hemdsaum. Diese entsprecht der optimale Hemdlänge für das neue Hemd.

Neben der passenden Größe ist eine geeignete Passform notwendig

Indem die vorgenannten Maße ermittelt werden, ist es in der Regel recht einfach, die passende Hemdgröße zu finden. Wichtig ist neben dieser aber auch die Passform des Hemdes. Bei deren Auswahl ist es für den Mann vor allem wichtig, den eigenen Körperbau ehrlich einzuschätzen. Denn kaum ein kräftig gebauter Mann wird in ein Hemd mit taillierter Passform passen. Damit ein Hemd mit dieser Schnittform passt, müsste man nämlich die Hemdengröße so lange zu erhöhen, bis das Hemd an der Taille genug Spielraum bietet. Das ist aber wenig sinnvoll. Denn in diesem Fall wird es an anderen Stellen viel zu groß sein. Es macht daher mehr Sinn, eine weit geschnittene Passform wie Comfort Fit zu wählen, in dem man einen silsicheren Eindruck hinterlässt.

Durch die Größentabellen, die in der Regel bei jedem Hemd neben der Größenauswahl vorhanden sind, erleichtern die Auswahl des optimal passenden Hemdes. Mitunter kommt es jedoch vor, das die Maße eines Mannes nicht in die Normen passen. Dann kommt eventuell keine der angebotenen Hemd-Varianten in Frage. Dank der exakt ermittelten Körpermaße ist es dieses Männern jedoch möglich, sich ein hochwertiges Hemd maßschneidern zu lassen.

Dass ein Hemd richtig sitzt, erkennt man an folgenden Punkten:

  • Das Schließen des obersten Hemdknopfes am Kragen ist problemlos möglich
  • Zwischen Hals und Kragen passt genau ein Finger
  • Entlang der geschlossenen Knopfleiste entstehen keine Wölbungen am Körper
  • Das Hemd schneidet beim Sitzen nicht ein. Es bleibt außerdem bei allen Streck- und Beugebewegungen fest in der Hose
  • Das Hemd liegt gut an, spannt aber dennoch nicht
  • Die Schulternähte befinden sich genau auf der Schulter und enden mit deren äußerem Rand
  • Die Ärmel bedecken die Mitte des Handrückens. Sie schauen nur leicht unter einem eventuellen Jackett hervor

Gängige Schnittmuster bzw. Passformen für Hemden

Im Handel werden üblicherweise die folgenden Passformen für Hemden angeboten. Aus diesen wählt man anhand der ermittelten Maße und unter Berücksichtigung der eigenen körperlichen Eigenschaften.

Der gerade Schnitt bzw. Comfort Fit

Hemden mit Comfort Fit oder auch Regular Fit Schnitt bieten eine eher lässige Passform. Im Rückenbereich sind bei solchen Hemden Stoffreserven eingearbeitet. Daher eignen sich solche Hemden unter anderem sehr gut für kräftige bzw. korpulente Männer. Die als bequem geltende Passform gewährleistet maximale Bewegungsfreiheit, vor allem am Bauch.

Der leicht taillierte Schritt bzw. Modern Fit

Hierbei handelt es sich um Hemden in einer klassisch eleganten Variante. Der Schnitt solcher Hemden ist leicht tailliert, was bedeutet, das sie an der Taille etwas enger sind als am Rücken und am Saum. Dieser Schnittform kombiniert angenehme Trageeigenschaften mit einer modernen Optik. Unter anderem werden solchen Hemden, abhängig vom Hersteller, auch als Tailored Fit oder Slim Fit bzw. Slim Line bezeichnet.

Der stark taillierte Schnitt bzw. Body Fit

Hemden mit einem Body Fit Schnitt sind stark tailliert und somit körperbetont geschnitten. Sie liegen eng an und betonen dabei den Taillenbereich. Beim Kauf solcher Hemden ist es besonders wichtig, den Taillenumfang genau auszumessen. Denn nur wenige Zentimeter Unterschied entscheiden in diesem Fall darüber, ob das Hemd passt oder nicht.

Der sehr stark taillierte Schnitt bzw. Super Slim Fit

Der Super Slim Fit Schnitt ist vor allen für sehr schlanke und sportliche Männer gedacht. Die Schnittform ist noch mehr auf die Taille konzentriert. Das bietet die Möglichkeit, den Oberkörper noch mehr zu betonen, als dies bei Body Fit Hemden der Fall ist.

Verschiedene Kragenformen für verschiedene Anlässe

Neben der Passform entscheidet die Kragenform darüber, für welche Anlässe sich ein Hemd am besten eignet. Die folgenden Kragenausführungen sind heute üblich:

Global Kent-Kragen: Für moderne Business-Outfits

Der Global Kent-Kragen passt durch seine gegenüber der klassischen Version verkürzten Kragenschenkel bestens zu modernen Business-Outfit. Er kann mit offenem Knopf sowie zu Krawatten mit kleinen bis mittleren Knoten getragen werden.

New York Kent-Kragen: Jugendlicher Stil

Auch diese Ausführung ist kleiner als der klassische Kent-Kragen. Er wirkt jugendlich und passt hervorragend zu besonders schmalen Krawatten mit kleinem Knoten.

Urban Kent-Kragen: Für Großstadt-Cowboys

Der Urban Kent-Kragen zeichnet sich durch besonders kurze Kragenschenkel aus. Er passt bestens zum modernen Urban Business-Look mit schlanker Krawatte, kleinem Knoten und körperbetonten Anzügen.

Kent-Kragen: Der Klassiker

Er ist benannt nach dem Herzog von Kent und ist Sinnbild für einen klassischen Stil. Dieser Kragen ist am weitesten verbreitet und kann zu festlichen und geschäftlichen Anlässen getragen werden. Er steht für gepflegte, klassische Eleganz.

Haifisch-Kragen: Modisch up to date

Er zeichnet sich durch weit ausgestellte Kragenenden aus. Sie ähneln optisch einer Haifischflosse. Zwar gibt es diesen Kragen, der bestens zu breiten Krawatten und Knoten passt, schon seit über 100 Jahren. Doch zurzeit erlebt er eine echte Renaissance und zählt zu den beliebtesten Kragenformen überhaupt.

Der Button-Down-Kragen: Für einen sportlichen Look

Der Button-Down-Kragen ist eine Erfindung von Polospielern. Bei dieser Variante halten kleine, sichtbare Knöpfe die Kragenspitzen am Hemd. Er hat die gleiche Form wie ein Kent-Kragen, ist jedoch zum offenen Tragen ohne Krawatte vorgesehen. Dadurch wirkt er überaus sportlich.

Under Button-Down: Bleibt immer in Form

Dieser Kragen ähnelt dem Button-Down-Kragen. Im Gegensatz zu diesem sind allerdings die Knöpfe nicht sichtbar. Statdessen sind sie an der Unterseite der Hemdspitze verborgen. Auch dieser Kragen kommt ohne Krawatte besonders gut an.

Der Kläppchen- oder Smokingkragen: Durch und durch elegant

Dieser Kragen mit besonders kurzen Klappen passt ausschließlich zum Smoking oder Frack. Außerdem wird er nur mit Fliege getragen. Dabei werden seine Spitzen von der Schleife verdeckt. Dieser auch als Vatermörder bekannte Kragen ist oft an Hemden mit verdeckte Knopfleiste sowie ohne Brusttasche zu finden.

Der Tab: Für das gewisse Etwas

Durch einen zusätzlichen Stoffriegel mit Drucknopf wirkt der Tab besonders extravagant. Der Riegel samt Knopf verschwinden unter dem Krawattenknoten un gewährleisten einen perfekten Sitz. Der Tab ist überdies im Vergleich mit anderen Kragen besonders weich.

Die passende Hemdgröße mithilfe von Maßen, Passform und Kragen finden

Dank der hier zusammengestellten Messanleitungen und den Informationen bezüglich Passform und Kragen ist es in der Regel ein Leichtes, das perfekte Hemd zu finden. Wer trotz alledem Schwierigkeiten hat, die für sich geeignete Variante zu finden, sollte einen Schneider seines Vertrauens bemühen. Denn ein maßgeschneidertes Hemd sitzt garantiert optimal und stellt eine Bereicherung für jede Herrengarderobe dar.