Fliesen-Rechner: Menge Fliesen, m², Kosten

Das Verlegen von Fliesen erfordert einiges handwerkliches Geschick und Zeit. Mit unserem Rechner können Sie ganz einfach ermitteln, welche Kosten für Material entstehen. Zudem erhalten Sie nützliche Hintergrund-Infos und viele Praxistipps.

Fliesen: Bedarf und Kosten beim Selbermachen

Wie viele Fliesen benötigt man, um einen Raum zu Fliesen? Wie vielen Paketen entspricht das? Wie viel muss für Bruch und Fugen eingerechnet werden? Und was kostet das eigentlich? Antworten auf diese Fragen gibt dieser Rechner. Zusätzlich finden Sie hier viele nützliche Hintergrund-Infos zum richtigen Verlegen und praktische Tipps!


Das Wichtigste im Überblick

  • Erfahrende Heimwerker mit entsprechendem Hintergrundwissen können in Eigenleistung viele hunderte Euros bei der Verlegung von Fliesen sparen.
  • Fachbetriebe des Fliesenleger-Handwerks verlangen in der Regel zwischen 40 – 80 € pro m² netto.
  • Wir geben Ihnen zahlreiche Praxistipps von der Vorbereitung des Untergrundes bis zu erforderlichen Werkzeugen.

Fliesen selber verlegen

Fliesen zu verlegen ist eine vergleichsweise anspruchsvolle Angelegenheit. Dennoch können Heimwerker mit Hintergrundwissen über Material und Werkzeug und etwas Übung durch ihre Eigenleistung viel Geld sparen und dabei gute Ergebnisse erzielen. Welche Werkzeuge dazu nötig sind, wie der Untergrund richtig vorbereitet wird und was an Material gebraucht wird, das und mehr haben wir im Folgenden zusammengestellt.

Abriebklassen von Fliesen

Zunächst einmal geht es um die Wahl der richtigen Fliesenqualität. Ein Kriterium dafür ist die Widerstandsfähigkeit, die sich an der jeweiligen Abriebklasse zu erkennen. Für Badfliesen sind die Abriebklassen 1-4 relevant, höhere Abriebklassen werden beispielsweise in öffentlichen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr verwendet.

  • Fliesen der Abriebklasse 1 sind ausschließlich als Wandfliesen einzusetzen.
  • Wand- und Bodenfliesen der Abriebklasse 2 sind für leichte Beanspruchungen geeignet und sind in der Regel für Bäder in Privathaushalten ausreichend widerstandsfähig.
  • Die Abriebklassen 3 und 4 kennzeichnen Bodenfliesen für mittlere oder stärkere Beanspruchung.

Benötigtes Material zum Fliesenlegen

Fliesen werden mittels Kleber und Mörtel fixiert. Am einfachsten gestaltet sich das mit Fertigmischungen. Diese werden unmittelbar vor dem Gebrauch in der benötigten Menge mit Wasser angerührt. Das korrekte Mischverhältnis ist auf der Verpackung aufgedruckt.

Achten Sie auf die Verbrauchsangaben des Herstellers, um den Gesamtverbrauch zu ermitteln. Grundsätzlich lassen sich flexible Fliesenkleber und Fugenmörtel einfacher verarbeiten, bei der Verlegung auf Trockenestrich sind flexible Produkte sogar unverzichtbar.

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Vorbereitung und Untergrund

Ähnlich wie beim Verlegen von Parkett, sollte man vor der eigentlichen Arbeit zunächst einen Verlegeplan zeichnen. Denn in der Regel lassen sich die Flächen nicht komplett mit ganzen Fliesen belegen. Dies gilt insbesondere für moderne Fliesen, die oft deutlich größer sind als herkömmliche Fliesen. Werden diese falsch geschnitten und eingepasst, entsteht leicht ein unschöner Gesamteindruck.

Für die Vorbereitung des Untergrundes muss eine geeignete Grundierung aufgetragen werden. Insbesondere ein wasserdurchlässiger Untergrund wie Gipsplatten oder mineralischer Putz müssen grundiert werden, da sie ansonsten vom Fliesenkleber aufgeweicht und kaputt gehen würden.

Überall wo Spritzwasser auftreten kann – also an Dusche, Badewanne, Waschbecken usw. – ist das Auftragen eines Abdichtanstrichs notwendig. Auch die Rohrausgänge, an denen die Armaturen montiert werden, müssen mit speziellen Abdichtmanschetten geschützt werden. Im Fachhandel sind passende Sets erhältlich, mit denen sich etwa eine Duscharmatur komplett abdichten lässt.

Für einen sauberen und ebenen Untergrund zu sorgen sollte die wichtigste Vorbereitung vor dem Beginn der eigentlichen Arbeiten sein. Erst wenn der Boden entsprechend vorbereitet ist, beginnen Sie mit dem Anrühren des Fliesenklebers und dem Schritt für Schritt auftragen auf den jeweiligen Untergrund.

Fliesen im Außenbereich

Frostsichere Fliesen stellen neben Natursteinen oder Holz einen idealen Bodenbelag für den Außenbereich, Balkone und Terrassen dar. Sie sind dabei witterungsbeständig und pflegeleicht.

Da es im Außenbereich zu starken Temperaturschwankungen und Witterungseinflüsse kommen kann ist hier ein fachgerechtes Verlegen der Fliesen besonders wichtig, um späteren Schäden vorzubeugen. Auch sollten hier ausschließlich Fliesenarten mit rutschhemmender Oberfläche zum Einsatz kommen, um die Unfallgefahr bei Nässe und Glätte zu reduzieren.

Werkzeuge zum Verlegen und Anrühren

Unverzichtbar für das Verlegen von Fliesen sind:

  • Zahnspachtel
  • Schwammbrett
  • Fliesenbrechzange
  • Spitzhammer
  • Fliesenschneidemaschine/elektrischer Nassschneider

Insbesondere Fliesenschneidmaschinen können in vielen Baumärkten für ein kleines Entgelt ausgeliehen werden. Sollen Fliesen mit Löchern versehen werden, muss zudem eine Bohrmaschine mit geeigneten Einsätzen oder eine spezielle Fliesenlochzange vorhanden sein.

Haftgrund oder Tiefgrund?

Je nach Beschaffenheit des Untergrundes wird dieser mit Haft- oder Tiefgrund vorbereitet. Lösemittelfreie oder lösemittelhaltige Tiefgrundmischungen sind für saugfähigen, geschwächten Untergrund wie Putz geeignet. Die Tiefgrundmischung dringt tief in den Untergrund ein, verfestigt diesen und sorgt für den notwendigen Saugausgleich. So können Fliesenkleber, Spachtelmasse oder Putz einfach aufgetragen werden.

Bei nicht-saugfähigem Untergrund wie beispielsweise Beton oder Gussasphalt dient der Haftgrund als Haftvermittler. Haftgrund dringt nur wenig in den Untergrund ein und wird daher im Nass-in-Nass-Verfahren mit anderen mineralischen Produkten (z. B. selbstverlaufender Spachtelmasse) verarbeitet.

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Fugenbreite – welche Unterschiede gibt es bei breitem oder schmalem Fugenmörtel?

Für den optischen Gesamteindruck sind nicht nur die Fliesen, sondern auch die Breite der Fugen entscheidend. Daher unterscheidet man zwischen „schmalen“ Fugen (Breite von 1-5 mm) und „breiten“ Fugen (5 mm bis 25 mm oder mehr). Schmale Fugen finden sich oft im Wandbereich, während Fugenbreiten ab 5 mm häufig im Bodenbereich anzutreffen sind, wo sie den Bodenfliesen einen rustikalen Eindruck verleihen.

Je nach Einsatzbereich unterscheidet sich die Zusammensetzung des Fugenmörtels: Im Allgemeinen sind die Inhaltsstoffe von Fugenmörtel für schmale Fugen feiner vermahlen. Sobald der Fugenmörtel richtig durchgetrocknet ist, hat zeichnet er sich durch eine besonders feine Oberfläche aus. Zudem hinterlässt der Fugenmörtel bei der Verarbeitung keine unschönen Kratzer auf der Glasur der Fliesen.

Je breiter die Fugen ausgelegt werden, desto gröber können kann der Fugenmörtels sein. Wichtig ist hier, dass der Fugenmörtel lückenlos und blasenfrei aufgetragen wird. Nur so ist gewährleistet, dass keine Feuchtigkeit eindringt.

fliesen-bedarf

Der richtige Fliesenkleber

Wie beim Fugenmörtel kommt es auch bei der Wahl des Fliesenklebers auf das jeweilige Anwendungsgebiet (Fliesen im Innen- oder Außenbereich) an. Auch die Art der Fliesen spielt bei der Wahl eine Rolle.

Fliesenkleber ist entweder als mineralische Version auf Zementbasis erhältlich (muss noch mit Wasser angerührt werden), oder als gebrauchsfertiger Kleber auf Kunststoffbasis erhältlich. Am flexibelsten ist die mineralische Variante, die sich sowohl im Innen- wie Außenbereich einsetzen lässt und für alle Untergründe geeignet ist. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick auf die Packung, denn die Hersteller bieten unterschiedliche mineralische Fliesenkleber an, die jeweils auch für bestimmte Einsatzzwecke optimiert sind.

Nur für den Innenbereich geeignet sind hingegen fertige Fliesenklebermischungen auf Kunststoffbasis. Sie eignen sich für Fliesen im Trockenbereich (Küche) und in privat genutzten Nassräumen wie Bad, Dusche und Toilette. Nicht geeignet sind Fliesenklebermischungen für Wände oder Bodenflächen, die dauerhaft Nässe ausgesetzt sind (Pool). Hier sind Spezialkleber erhältlich.

Ein Vorteil von Fliesenklebern auf Kunststoffbasis ist ihre höhere Verformungsfähigkeit. Sie weisen im Vergleich zu mineralischen Fliesenklebern eine höhere Flexibilität auf, die bei zementär gebundenen Klebern nur durch den Zusatz von Kunststoffen erreicht wird. Flexibilität ist notwendig, um mögliche Verformungen im Untergrund aufgrund von Temperaturveränderungen (Ausdehnung bei Wärme, Zusammenziehen bei Kälte) durch den Fliesenkleber kompensieren zu können. Würde der Kleber nicht ausreichend flexibel reagieren, droht im schlimmsten Fall eine Beschädigung der Fliesenoberfläche.

Grundsätzlich werden sowohl mineralische als auch kunststoffbasierte Fliesenkleber im so genannten Dünnbettverfahren verarbeitet. Das heißt, sie werden in einer maximalen Schichtdicke von 5 mm aufgetragen. Wird der Kleber dicker aufgetragen, haften die Fliesen nicht mehr richtig. Der Grund: Die dickere Kleberschicht trocknet unter stärkerer Oberflächenspannung aus, in der Konsequenz führt das meistens zu einem Abscheren oder Ablösen der Fliese.

Wie lange dauert es, bis Bodenfliesen begehbar sind?

Wie schnell ein frisch verlegter Fliesenspiegel begehbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Entscheidend sind dabei die Temperatur der Umgebung, die Saugfähigkeit und Vorbereitung des Untergrundes, die eingesetzte Fliesenkeramik und der Fliesenkleber.

Besonders die Raumtemperatur und das Saugverhalten des Untergrundes sind maßgeblich für die Dauer des Trocknungsvorgangs. Schwach saugender Untergrund wie Beton und niedrige Temperaturen (1-5 °C) verzögern das Abbindeverhalten von mineralischem Fliesenkleber und lassen auch kunststoffbasierte Fliesenkleber langsamer aushärten. Wer auf eine schnelle Trocknung angewiesen ist, greift auf spezielle Kleber auf Kunststoffbasis zurück. Sie können auch in niedrigeren Temperaturbereichen schnell aushärten.

Als Faustregel gilt: Keramische Bodenbeläge sind nach 24 Stunden vorsichtig begehbar und verfugbar. Nach drei Tagen sind sie in der Regel voll belastbar. Anders sieht es bei gewerblich oder industriell genutzten Flächen aus. Aufgrund der verwendeten Materialien sind sie manchmal erst nach 3-4 Wochen vollständig belastbar.

Wussten Sie schon?

  • In der ehemaligen DDR war „blaue Fliesen“ eine umgangssprachliche Bezeichnung für die in der BRD ausgegebene D-Mark. Die Bezeichnung spielte einerseits auf die blaue Farbgebung des 100-DM-Scheins und andererseits auf die im Barock hochgeschätzten und wertvollen blauweiß bemalten Keramikfliesen aus dem niederländischen Delft an.
  • Während in den meisten deutschen Regionen die Bezeichnung „Fliese“ zum Einsatz kommt, ist in Süddeutschland und in Österreich eher der Begriff „Kachel“ verbreitet.
  • Bereits vor ca. 30.000 stellten die Menschen erste Gegenstände im Nildelta aus gebranntem Ton her. Rote, glasierte Gebrauchskeramik kam durch das Römische Reich nach ganz Europa, so auch erste Bodenziegel. In Deutschland sind die ersten nichtrömischen keramischen Bodenbeläge im Jahr 1000 nachgewiesen.
  • Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, findet seit 1998 das erste deutsche Fliesenmuseum in Boizenburg/Elbe.

FAQ

Was kosten Fliesen pro Quadratmeter?

Die Kosten für Fliesen sind ganz entscheidend vom Material, der Größe, dem Design und der Qualität abhängig. Gerade das Material hat den größten Einfluss auf den Preis. Während einfache weiße Badezimmerfliesen im Baumarkt oft schon für rund 10€ pro m² erhältlich sind, beginnen hochwertige Marken- und Designfliesen bei etwa 30€ pro m². Wer Natursteinen-Fliesen wie etwa aus Granit bevorzugt, muss in das Renovierungsbudget Materialkosten von 60€ pro m² und mehr einplanen.
Den Bedarf an Fliesen und die Kosten ermitteln

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Was kostet ein Fliesenleger pro Quadratmeter?

Die Kosten für einen Fachbetrieb liegen, je nach Firma und Region, zwischen 40 und 80 € pro m². Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer und ggf. Zusatzkosten für einen aufwändigen Zuschnitt, Anfahrt oder weitere Materialpauschalen.
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Welche Flächen fliest man zuerst?

Profis raten hier, erst den Boden und dann die Wände zu fliesen. Dies hat den Vorteil, dass evtl. herabrutschende Wandfliesen dann nicht den neuen Boden beschädigen können. Für den Fall, dass eine größere Sanierung am Fußboden ansteht, sollte dieser jedoch zuerst gemacht werden, um dann die neu gefliesten Wände nicht mit Staub zu verschmutzen.
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Sind kleine Fliesen leichter zu verlegen als große?

Kurz gesagt: ja! Bei der Verlegung und Ausrichtung von größeren Fliesen muss erheblich mehr Zeit und Material investiert werden als bei kleinen Fliesen. Der Untergrund muss hierbei besonders gerade und eben sein, damit die großen Fliesen in einer gleichmäßigen Höhe nebeneinanderliegen.
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Die zu fliesende Fläche in Quadratmeter errechnet sich aus der Multiplikation von Länge und Breite:

\text{zu fliesende Flaeche}=\text{Laenge}\times\text{Breite}

Um die Größe der einzelnen Fliesen zu errechnen, wird die Fliesenlänge mit der Summe aus Fliesenbreite und Fugenbreite multipliziert:

\text{Groe\ss{}e der Fliesen}=\text{Fliesenlaenge}\times(\text{Fliesenbreite}+\text{Fugenbreite})

Die Anzahl der benötigten Fliesen ergibt sich dann, indem man die zu fliesende Fläche durch die Fliesengröße dividiert:

\text{benoetigte Fliesen}=\text{zu fliesende Flaeche}\div\text{Fliesengroe\ss{}e}