Fliesen legen: Bedarf und Kosten berechnen

Das Verlegen von Fliesen erfordert einiges handwerkliches Geschick und Zeit. Mit unseren Rechnern können Sie ganz einfach ermitteln, welche Kosten für Material und/oder Arbeitszeit entstehen.

25px-Disambig-dark.svgFliesen verlegen – selbst machen oder machen lassen?

Fliesen: Bedarf und Kosten beim Selbermachen

Wie viele Fliesen benötigt man, um einen Raum zu Fliesen? Wie vielen Paketen entspricht das? Wie viel muss für Bruch und Fugen eingerechnet werden? Und was kostet das eigentlich? Antworten auf diese Fragen gibt dieser Rechner. Zusätzlich finden Sie hier viele nützliche Hintergrund-Infos zum richtigen Verlegen und praktische Tipps!

Kosten berechnen: Fliesen vom Profi verlegen lassen

Berechnen Sie ganz einfach, wie viel das Fliesen durch einen Profi kosten würde. In einem zweiten Schritt können Sie sich unverbindliche Angebote von Fliesenleger aus ihrer Nähe einholen.



Fliesen selber verlegen

Fliesen zu verlegen ist eine vergleichsweise anspruchsvolle Angelegenheit. Dennoch können Heimwerker mit Hintergrundwissen über Material und Werkzeug und etwas Übung durch ihre Eigenleistung viel Geld sparen und dabei gute Ergebnisse erzielen. Welche Werkzeuge dazu nötig sind, wie der Untergrund richtig vorbereitet wird und was an Material gebraucht wird, das und mehr haben wir im Folgenden zusammengestellt.

Abriebklassen von Fliesen

Zunächst einmal geht es um die Wahl der richtigen Fliesenqualität. Ein Kriterium dafür ist die Widerstandsfähigkeit, die sich an der jeweiligen Abriebklasse zu erkennen. Für Badfliesen sind die Abriebklassen 1-4 relevant, höhere Abriebklassen werden beispielsweise in öffentlichen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr verwendet.

  • Fliesen der Abriebklasse 1 sind ausschließlich als Wandfliesen einzusetzen.
  • Wand- und Bodenfliesen der Abriebklasse 2 sind für leichte Beanspruchungen geeignet und sind in der Regel für Bäder in Privathaushalten ausreichend widerstandsfähig.
  • Die Abriebklassen 3 und 4 kennzeichnen Bodenfliesen für mittlere oder stärkere Beanspruchung.

Benötigtes Material zum Fliesenlegen

Fliesen werden mittels Kleber und Mörtel fixiert. Am einfachsten gestaltet sich das mit Fertigmischungen. Diese werden unmittelbar vor dem Gebrauch in der benötigten Menge mit Wasser angerührt. Das korrekte Mischverhältnis ist auf der Verpackung aufgedruckt. Achten Sie auf die Verbrauchsangaben des Herstellers, um den Gesamtverbrauch zu ermitteln. Grundsätzlich lassen sich flexible Fliesenkleber und Fugenmörtel einfacher verarbeiten, bei der Verlegung auf Trockenestrich sind flexible Produkte sogar unverzichtbar.



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Vorbereitung von Untergrund und Armaturen

Für die Vorbereitung des Untergrundes muss eine geeignete Grundierung aufgetragen werden. Insbesondere ein wasserdurchlässiger Untergrund wie Gipsplatten oder mineralischer Putz müssen grundiert werden, da sie ansonsten vom Fliesenkleber aufgeweicht und kaputt gehen würden. Überall wo Spritzwasser auftreten kann – also an Dusche, Badewanne, Waschbecken usw. – ist das Auftragen eines Abdichtanstrichs notwendig. Auch die Rohrausgänge, an denen die Armaturen montiert werden, müssen mit speziellen Abdichtmanschetten geschützt werden. Im Fachhandel sind passende Sets erhältlich, mit denen sich etwa eine Duscharmatur komplett abdichten lässt.

Werkzeuge zum Verlegen und Anrühren

Unverzichtbar für das Verlegen von Fliesen sind:

  • Zahnspachtel
  • Schwammbrett
  • Fliesenbrechzange
  • Spitzhammer
  • Fliesenschneidemaschine/elektrischer Nassschneider

Insbesondere Fliesenschneidmaschinen können in vielen Baumärkten für ein kleines Entgelt ausgeliehen werden. Sollen Fliesen mit Löchern versehen werden, muss zudem eine Bohrmaschine mit geeigneten Einsätzen oder eine spezielle Fliesenlochzange vorhanden sein.

Planvoll ans Werk

Ähnlich wie beim Verlegen von Parkett, sollte man vor der eigentlichen Arbeit zunächst einen Verlegeplan zeichnen. Denn in der Regel lassen sich die Flächen nicht komplett mit ganzen Fliesen belegen. Dies gilt insbesondere für moderne Fliesen, die oft deutlich größer sind als herkömmliche Fliesen. Werden diese falsch geschnitten und eingepasst, entsteht leicht ein unschöner Gesamteindruck.

Haftgrund oder Tiefgrund?

Je nach Beschaffenheit des Untergrundes wird dieser mit Haft- oder Tiefgrund vorbereitet. Lösemittelfreie oder lösemittelhaltige Tiefgrundmischungen sind für saugfähigen, geschwächten Untergrund wie Putz geeignet. Die Tiefgrundmischung dringt tief in den Untergrund ein, verfestigt diesen und sorgt für den notwendigen Saugausgleich. So können Fliesenkleber, Spachtelmasse oder Putz einfach aufgetragen werden. Bei nicht-saugfähigem Untergrund wie beispielsweise Beton oder Gussasphalt dient der Haftgrund als Haftvermittler. Haftgrund dringt nur wenig in den Untergrund ein und wird daher im Nass-in-Nass-Verfahren mit anderen mineralischen Produkten (z. B. selbstverlaufender Spachtelmasse) verarbeitet.

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Fugenbreite – welche Unterschiede gibt es bei breitem oder schmalem Fugenmörtel?

Für den optischen Gesamteindruck sind nicht nur die Fliesen, sondern auch die Breite der Fugen entscheidend. Daher unterscheidet man zwischen „schmalen“ Fugen (Breite von 1-5 mm) und „breiten“ Fugen (5 mm bis 25 mm oder mehr). Schmale Fugen finden sich oft im Wandbereich, während Fugenbreiten ab 5 mm häufig im Bodenbereich anzutreffen sind, wo sie den Bodenfliesen einen rustikalen Eindruck verleihen.

Je nach Einsatzbereich unterscheidet sich die Zusammensetzung des Fugenmörtels: Im Allgemeinen sind die Inhaltsstoffe von Fugenmörtel für schmale Fugen feiner vermahlen. Sobald der Fugenmörtel richtig durchgetrocknet ist, hat zeichnet er sich durch eine besonders feine Oberfläche aus. Zudem hinterlässt der Fugenmörtel bei der Verarbeitung keine unschönen Kratzer auf der Glasur der Fliesen.

Je breiter die Fugen ausgelegt werden, desto gröber können kann der Fugenmörtels sein. Wichtig ist hier, dass der Fugenmörtel lückenlos und blasenfrei aufgetragen wird. Nur so ist gewährleistet, dass keine Feuchtigkeit eindringt.

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Der richtige Fliesenkleber

Wie beim Fugenmörtel kommt es auch bei der Wahl des Fliesenklebers auf das jeweilige Anwendungsgebiet (Fliesen im Innen- oder Außenbereich) an. Auch die Art der Fliesen spielt bei der Wahl eine Rolle.

Fliesenkleber ist entweder als mineralische Version auf Zementbasis erhältlich (muss noch mit Wasser angerührt werden), oder als gebrauchsfertiger Kleber auf Kunststoffbasis erhältlich. Am flexibelsten ist die mineralische Variante, die sich sowohl im Innen- wie Außenbereich einsetzen lässt und für alle Untergründe geeignet ist. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick auf die Packung, denn die Hersteller bieten unterschiedliche mineralische Fliesenkleber an, die jeweils auch für bestimmte Einsatzzwecke optimiert sind.

Nur für den Innenbereich geeignet sind hingegen fertige Fliesenklebermischungen auf Kunststoffbasis. Sie eignen sich für Fliesen im Trockenbereich (Küche) und in privat genutzten Nassräumen wie Bad, Dusche und Toilette. Nicht geeignet sind Fliesenklebermischungen für Wände oder Bodenflächen, die dauerhaft Nässe ausgesetzt sind (Pool). Hier sind Spezialkleber erhältlich.

Ein Vorteil von Fliesenklebern auf Kunststoffbasis ist ihre höhere Verformungsfähigkeit. Sie weisen im Vergleich zu mineralischen Fliesenklebern eine höhere Flexibilität auf, die bei zementär gebundenen Klebern nur durch den Zusatz von Kunststoffen erreicht wird. Flexibilität ist notwendig, um mögliche Verformungen im Untergrund aufgrund von Temperaturveränderungen (Ausdehnung bei Wärme, Zusammenziehen bei Kälte) durch den Fliesenkleber kompensieren zu können. Würde der Kleber nicht ausreichend flexibel reagieren, droht im schlimmsten Fall eine Beschädigung der Fliesenoberfläche.

Grundsätzlich werden sowohl mineralische als auch kunststoffbasierte Fliesenkleber im so genannten Dünnbettverfahren verarbeitet. Das heißt, sie werden in einer maximalen Schichtdicke von 5 mm aufgetragen. Wird der Kleber dicker aufgetragen, haften die Fliesen nicht mehr richtig. Der Grund: Die dickere Kleberschicht trocknet unter stärkerer Oberflächenspannung aus, in der Konsequenz führt das meistens zu einem Abscheren oder Ablösen der Fliese.

Wie lange dauert es, bis Bodenfliesen begehbar sind?

Wie schnell ein frisch verlegter Fliesenspiegel begehbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Entscheidend sind dabei die Temperatur der Umgebung, die Saugfähigkeit und Vorbereitung des Untergrundes, die eingesetzte Fliesenkeramik und der Fliesenkleber.

Besonders die Raumtemperatur und das Saugverhalten des Untergrundes sind maßgeblich für die Dauer des Trocknungsvorgangs. Schwach saugender Untergrund wie Beton und niedrige Temperaturen (1-5 °C) verzögern das Abbindeverhalten von mineralischem Fliesenkleber und lassen auch kunststoffbasierte Fliesenkleber langsamer aushärten. Wer auf eine schnelle Trocknung angewiesen ist, greift auf spezielle Kleber auf Kunststoffbasis zurück. Sie können auch in niedrigeren Temperaturbereichen schnell aushärten.

Als Faustregel gilt: Keramische Bodenbeläge sind nach 24 Stunden vorsichtig begehbar und verfugbar. Nach drei Tagen sind sie in der Regel voll belastbar. Anders sieht es bei gewerblich oder industriell genutzten Flächen aus. Aufgrund der verwendeten Materialien sind sie manchmal erst nach 3-4 Wochen vollständig belastbar.

Formeln & Berechnung

Die zu fliesende Fläche in Quadratmeter errechnet sich aus der Multiplikation von Länge und Breite:

\text{zu fliesende Flaeche}=\text{Laenge}\times\text{Breite}

Um die Größe der einzelnen Fliesen zu errechnen, wird die Fliesenlänge mit der Summe aus Fliesenbreite und Fugenbreite multipliziert:

\text{Groe\ss{}e der Fliesen}=\text{Fliesenlaenge}\times(\text{Fliesenbreite}+\text{Fugenbreite})

Die Anzahl der benötigten Fliesen ergibt sich dann, indem man die zu fliesende Fläche durch die Fliesengröße dividiert:

 \text{benoetigte Fliesen}=\text{zu fliesende Flaeche}\div\text{Fliesengroe\ss{}e}