Tapetenrollen: Bedarf berechnen

TapetenrolleSie sind Heimhandwerker und tapezieren Ihre Wände am liebsten selbst? Dieser kostenlose Online-Rechner berechnet blitzschnell wie viele Tapetenrollen und Kleisterpackungen für das Tapezieren einer Wand oder eines Raums (+Decke) benötigt werden. Zusätzlich finden Sie die verwendete Formel sowie nützliche Hintergrund-Infos und praktische Tipps!

Tapeten-Rechner

 

 

Auswahl der Tapete

Bei der Auswahl der richtigen Tapete spielt selbstverständlich der persönliche Geschmack eine sehr große Rolle. Darüber hinaus ist es jedoch wichtig, funktionale Aspekte sowie räumliche Gegebenheiten in die Überlegungen mit einzubeziehen. Obwohl jede Tapete grundsätzlich der Verschönerung dient, ist nicht jeder Tapetentyp für jeden Wohn- oder Lebensbereich gleich gut geeignet.

Welche Tapete für welche Raumart?

So benötigen beispielsweise stark beanspruchte Räumlichkeiten, wie Kinderzimmer, Treppenaufgänge oder Flure strapazierfähige, eventuell sogar abwaschbare Wandbekleidungen. Im Bad und in der Küche hingegen herrscht ein häufig schwankendes, feuchtes Raumklima, sodass die gewählte Tapete besonders wasserdampfbeständig sein sollte.

Auch bezüglich besonderer Eigenschaften, wie Aufbringungsart, Wiederentfernbarkeit oder Lichtbeständigkeit gibt es große Unterschiede. Außerdem stellen die verschiedenen Tapetenarten, wie Papiertapeten, Vliestapeten, Struktur- und Relieftapeten oder Vinyltapeten, bezüglich ihrer Verarbeitung und der notwendigen Vorbereitungen unterschiedliche Ansprüche an das handwerkliche Geschick des Heimwerkers.

Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte sich deshalb jeder Interessent vor dem Tapetenkauf einen Überblick über verschiedene Qualitäten und deren spezifischen Eigenschaften verschaffen. Nur so ist es möglich, nicht nur die schönste, sondern zugleich auch die zweckmäßigste Tapete zu finden.

Bezüglich der Farben und Muster gelten recht einfache Grundregeln. Eine dunkel tapezierte Decke oder eine Tapete mit waagerechtem Muster lässt einen Raum niedriger wirken. Helle Tapeten und senkrechte Muster lassen ihn höher erscheinen. Kräftige Farben und diagonale Muster machen Räume optisch kleiner. Helle Farben und kleine Muster verleihen kleinen Räumen mehr Weite.

Welcher Tapetenkleister ist gut?

Nicht jeder Kleister passt zu jeder Tapete oder zu jedem Untergrund. Damit die ausgewählte Tapete an der Wand hält, muss der Kleister sowohl auf die Produkteigenschaften der Tapete als auch auf die speziellen Raumgegebenheiten abgestimmt sein.

Beispielsweise sollte Tapetenkleister zum Tapezieren des Badezimmers hohe Luftfeuchtigkeiten aushalten. Darüber hinaus sind die Beschaffenheit der Tapete, die vom Hersteller empfohlene Weichzeit sowie die Beschaffenheit des Tapezieruntergrundes wichtige Auswahlkriterien. Während für glatte Papiertapeten Normalkleister zumeist die richtige Wahl ist, gibt es für moderne Reliefdruck- oder Vinyltapeten spezielle Kleister.

Viele Tapetenhersteller empfehlen in der Gebrauchsanweisung eine bestimmte Kleisterart. Wer diese Hinweise beherzigt, erleichtert sich nicht nur die Arbeit beim Tapezieren, sondern erzielt auch ein besseres Endergebnis.

Die 5 goldenen Tapezierregeln

  1. Alte Tapeten restlos entfernen, Löcher und Unebenheiten sorgfältig schließen bzw. ausgleichen.
  2. Während des Tapezierens Türen und Fenster geschlossen halten.
  3. Heizung abstellen.
  4. Empfohlene Einweichzeit des Tapetenherstellers unbedingt einhalten.
  5. Tapeten niemals überlappend, sondern immer auf Stoß kleben.

Chargengleichheit ist wichtig

Jede Tapetenrolle ist mit einem Zettel versehen, auf dem die Chargen- oder Anfertigungsnummer steht. Gleiche Nummer bedeutet, dass die Rollen aus derselben Produktionseinheit stammen und damit garantiert den gleichen Farbton aufweisen. Weil sich Farbabweichungen, auch wenn sie sehr gering sind, negativ auf das Gesamtbild auswirken, ist es wichtig, zusammenhängende Wand- oder Deckenflächen mit Tapete gleicher Nummer zu tapezieren.

Vorbereitung des Untergrundes

Der Tapezieruntergrund muss grundsätzlich sauber, trocken, fest, saug- und tragfähig sein. Um diese Bedingungen zu erfüllen, ist oft eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich, die durchaus aufwendiger sein kann, als das Tapezieren selbst.

Alte Tapete und lose Wandfarbe müssen vollständig runter. Unebenheiten und Risse müssen verspachtelt, Wandputz geprüft und die saubere Oberfläche gegebenenfalls grundiert werden. Für diese Arbeiten gibt es verschiedene Hilfsmittel. Die Palette reicht von chemischen Tapetenlösern, über Heißdampfgeräte, Anlauger zum Entfernen von Farben bis hin zu Tiefengrund zum Vorbehandeln von Altbauputz.

Risse und Löcher lassen sich am besten mit Gips ausspachteln. Bauherren, die auf Neuputz tapezieren, sollten das Durchtrocknen abwarten, was durchschnittlich sechs Wochen dauert. Wer sicher gehen möchte, streicht danach alle Wände und Decke mit Makulatur. Weil Neuputz ein stark saugender Tapezieruntergrund ist, empfiehlt es sich, unmittelbar vor dem Tapezieren vorzukleistern.

Zuschnitt und Einkleistern der Tapete

Tapetenrollen sind aufgebaut, dass der Zuschnitt keine Hürde darstellt. Die wichtigste Regel lautet: Tapeten dürfen grundsätzlich nur in eine Richtung abgerollt werden. Dann sind selbst Versatzmuster vom Laien gut zu beherrschen, weil sich das Muster bei jeder zweiten Tapetenbahn immer um die Hälfte verschiebt und somit jede zweite Bahn identisch ist.

Ob Einkleistern per Hand oder mit einem Kleistergerät: Für ein perfektes Ergebnis ist die richtige Verarbeitung der ausgewählten Kleistersorte von entscheidender Bedeutung. Auf dem Etikett des Kleisterherstellers steht eine genaue Beschreibung, welche Menge Wasser für eine bestimmte Menge Kleister erforderlich ist, wie beim Einrühren vorzugehen ist und wie lange der Tapetenkleister quellen muss.

Wichtig ist ein gleichmäßiges Einkleistern der zugeschnittenen Tapetenbahnen. Jede Ecke sowie der Rand müssen gut benetzt sein. Auf dem Tapeziertisch werden die Bahnen dann jeweils Stoß auf Stoß zusammengelegt, sodass sich ausschließlich die eingekleisterten Flächen berühren. Nach der vorgegebenen Einweichzeit beginnt das Ankleben der einzelnen Bahnen.

Ankleben und Abschneiden der Tapete

Die Regel lautet: „Immer mit dem Licht tapezieren!“ Die Arbeit beginnt demnach immer am Fenster. Dazu die erste Tapetenbahn mit einem Lot oder einer Wasserwaage exakt senkrecht ausloten, mit circa zwei Zentimeter Überstand zur Decke ansetzen und mit einer Tapezierbürste oder einer speziellen Gummirolle von der Mitte ausgehend, zu den Seiten an die Wand drücken. Danach eine Bahn nach der anderen auf Stoß weiter tapezieren.

Damit die Kanten sicher an der Wand halten, empfiehlt es sich, den Nahtbereich vorzukleistern. Eventuelle Kleisterflecke lassen sich mit einem weichen, saugfähigen Tuch problemlos abtupfen.

Damit die Abschlüsse an der Decke und an der Fußleiste sauber aussehen, empfiehlt es sich, eine „Kantenschneidmaschine“ einzusetzen. Viele Baumärkte haben einen Verleihservice, in dem solche Maschinen und Werkzeuge ausgeliehen werden können. Wer den Aufwand scheut, kann statt einer Kantenschneidmaschine auch auf ein scharfes Cuttermesser zurückgreifen und entlang einer langen Leiste schneiden.

Wie tapeziert man richtig?

  • Bitte nicht um die Ecke tapezieren! Der Überstand einer Bahn beträgt maximal zwei Zentimeter. Dann abschneiden und neu ansetzen. Das gilt auch für Fensternischen.
  • Türen grundsätzlich von einer Seite „herantapezieren“. Die Teilung der Tapetenbahn erfolgt an der Türrahmenoberkante. Nach Andrücken an der senkrechten Türrahmenaußenkante, die Tapete ordentlich andrücken und den Überstand abschneiden. Danach den Überstand oben abschneiden.
  • Hinter Heizkörpern von allen Seiten bis maximal 20 Zentimeter hinter den jeweiligen Heizkörper tapezieren. Falls erforderlich, danach den Rest in der Tapetengrundfarbe streichen.
  • Bevor an elektrisch sensiblen Stellen, wie Steckdosen oder Lampen tapeziert wird, muss der Stromkreis unterbrochen sein. Deshalb ist es wichtig, entweder den Hauptschalter am Sicherungskasten oder die Sicherung für den speziellen Raum zu betätigen und mit einem Phasenprüfer vorsichtshalber nachzukontrollieren. Der reine Blick auf das Smart Meter reicht nicht!
  • Die Decke wird grundsätzlich mit dem Licht, also vom Fenster weg in den Raum hinein tapeziert. Das Tapezieren der Decke funktioniert zu zweit bedeutend besser. Eine Person setzt die Tapetenbahn an und drückt fest, während die zweite Person die noch zusammengelegte Bahn mittels Besen ö. ä. hochhält.
  • Derzeit erlebt die Fototapete eine regelrechte Renaissance. Sie wird in der in der Regel genauso tapeziert, wie alle anderen Tapeten auch. Mögliche Besonderheiten und Hinweise finden sich detailliert in der mitgelieferten Gebrauchsanweisung.

Formel: Berechnung des Tapetenbedarfs

\text{benoetigte Bahnen}=\frac{\text{Breite der Waende}}{\text{Tapetenbreite}}

Die Anzahl der benötigten Bahnen ergibt sich aus der Addition aller Ergebnisse der Divisionen der Wandbreiten durch die Tapetenbreite.

\text{Laenge der Tapetenbahn ohne Rapport}=\text{Wandhoehe}+\text{Verschnitt pro Bahn}+\text{evtl. Rapport oder Verschnitt}

Die Länge der Tapetenbahn lässt sich ermitteln aus der Addition von Wandhöhe und Verschnitt pro Bahn. Bei Tapeten mit Rapport und Verschnitt ist das schwieriger.

\text{Bahnen pro Tapetenrolle}=\frac{\text{Tapetenlaenge}}{\text{Laenge der Tapetenbahn}}

Wie viele Bahnen man aus einer Rolle erhält ergibt sich aus der Division von Tapetenlänge durch die Länge einer Tapetenbahn.

\text{benoetigte Tapetenrollen}=\frac{\text{benoetigte Bahnen}}{\text{Bahnen pro Tapetenrolle}}

Die Anzahl der benötigten Tapetenrollen ergibt sich nun aus der Division der benötigten Bahnen durch Bahnen pro Tapetenrolle.

\text{benoetigte Kleisterpackungen}=\frac{\text{zu tapezierende Flaeche}}{\text{beklebbare Flaeche pro Packung}}

Wie viele Kleisterpackungen benötigt werden, wird ermittelt durch die Berücksichtigung wie groß die zu tapezierende Fläche ist. Eine Packung reicht bei normalen Tapeten üblicherweise für 45 , bei saugfähigen für 25 m².