Kopf ausmessen und Hutgröße berechnen

Hüte sind wieder in Mode! Doch welche Hutgröße habe ich eigentlich? Wie wird richtig gemessen? Und wie rechnet man eine deutsche Hutgröße in englische, US-amerikanische, französische oder internationale Größen um? Hier finden Sie einen Umrechner, eine Anleitung zum Messen und eine Größentabelle für verschiedene internationale Hutgrößen.

Hutgröße berechnen

Kopfgröße bestimmen, Hutgröße ausmessen

Hüte sind wieder in - doch im Gegensatz zu Caps sollte der Kopfumfang bekannt sein.

Hüte sind wieder in – doch im Gegensatz zu Caps sollte der Kopfumfang vor Kauf bekannt sein.

Um die richtige Hutgröße zu bestimmen, muss zunächst der Kopf gemessen werden. Ein flexibles Maßband wie es fürs Nähen üblich ist, ist am besten dazu geeignet, den Kopfumfang auszumessen. Zur Not tut es aber auch Stück Bindfaden (diesen kann man sich einfach um den Kopf legen und danach mit einem normalen Maßband/Zollstock/Lineal abmessen).

Dann sollte man sich vor einen Spiegel stellen. Fixieren Sie das vordere Ende des Maßbandes in der Mitte der Stirn, knapp unterhalb des Haaransatzes. Führen Sie es dann knapp oberhalb der Ohren einmal um den Kopf herum. Das Maßband sollte dabei nicht zu straff sitzen – aber auch nicht zu viel Luft lassen, ansonsten rutscht das Maßband herunter.

Tabelle internationaler Hutgrößen

DeutschlandEnglandUSAFrankreichInternational
50----
516 1/46 3/82XXS
526 3/86 1/22 1/2XXS
536 1/26 5/83XS
546 5/86 3/43 1/2XS
556 3/46 7/84S
566 7/874 1/2S
5777 1/85M
587 1/87 1/45 1/2M
597 1/47 3/86L
607 3/87 1/26 1/2L
617 1/27 5/87XL
627 5/87 3/47 1/2XL
637 3/47 7/88XXL
647 7/888 1/2XXL

Genau so wie die Größe von Schuhen, Jeans oder Hosen, sind auch Hutgrößen nicht streng normiert. Jeder Hersteller interpretiert Größen ein wenig anders. Zudem gibt es aufgrund des Produktionsprozesses häufig große Varianzen – selbst zwischen ein und demselben Modell des gleichen Herstellers.

Mut zum Hut

Hüte werden nie aus der Mode kommen. Sie unterliegen in Form und verwendetem Material zwar verschiedenen Trends, werden aber immer ihren festen Platz in der Modewelt haben. Besonders in einem Land darf die traditionelle Kopfbedeckung zu keinem wichtigen Anlass fehlen – in der britischen Monarchie. Hier hat sich der Hut zu einem modischen Accessoire entwickelt, mit dessen Raffinesse die Weiblichkeit untereinander in Konkurrenzkampf tritt. In jedem Fall gilt, je auffälliger der Hut und je verrückter sein Design, desto besser für die Trägerin.

Die ursprüngliche Berufsbezeichnung einer Hutherstellerin lautete Putzmacherin. Abgeleitet von der Tatsache, dass Hüte, Tücher und Mützen ein schmückendes Beiwerk zur normalen Bekleidung waren. Mit diesen Dingen „putzte man sich heraus“ und verschönerte sein Aussehen. In späteren Jahren wurden Betreiber dieses Handwerks als Hutmacher bezeichnet, heute verbirgt sich dieser Beruf hinter dem Wort Modist und bezieht sich auf die Anfertigung von Kappen, Hüten, Kopfschmuck oder von Fascinators. Zur Herstellung der Kopfbedeckungen werden verschiedene Materialien wie Filz, Stoff oder Leder verwendet.

Wolle oder Pflanzenfasern für das gewisse Etwas

Für Filzhüte kommt Wolle als Material zum Einsatz. In den Anfangsjahren der Hutproduktion wurden dafür die Haare von Schafen verwendet. Die Wolle wurde geschoren, gewaschen, kardiert und anschließend zu Platten gefilzt. Diese wurden auf Holzköpfe gezogen und mit heißem Dampf bearbeitet. Dadurch ließ sich die Wolle formen, dem Modellkopf anpassen und wurde anschließend auf dem Holz getrocknet. So konnte jeder Hut mit einer individuellen Form versehen werden. Unterschiedliche Holzmodelle lassen in Kombination oder Einzelform klassische Hutmodelle entstehen und machen das Kreieren exklusiver Stücke möglich. Die heutige Mode verwendet dafür als Grundmaterial vorwiegend Hasen- oder Kaninchenhaare. Ihre Faserstruktur ist durch kleine Schuppen gekennzeichnet, die sich beim Filzen miteinander verhaken und dadurch ein gewebeartiges und festes Material ergeben.

Herstellung

Um einen Hut herzustellen, werden je nach Größe 100-200 g Tierhaare benötigt. Zum Vergleich – diese Menge entspricht der Wolle von ca. 3 Kaninchen. Wärme, Druck und Feuchtigkeit sind die Elemente, die der Faserplatte ihre Form verleihen. Der Filz wird angefeuchtet, angewärmt und dann mit entsprechendem Druck dem Holzkopf angepasst, auf dem er anschließend trocknen muss. Die Kante der Hutkrempe wird mit der Nähmaschine umgenäht und auf diese Weise versäubert. Außerdem wird am inneren Teil der Hutkrempe ein Ripsband angenäht, das für Formstabilität sorgt. Abschließend erhält der Hut seine Garnierung und wird mit Schmuckelementen verziert. Die Briten zeigen diesbezüglich einen Einfallsreichtum, der jeden Hut zu einem Kunstwerk werden lässt. Obwohl manchmal der Eindruck entsteht, dass das Tragen des Kopfschmucks für die Trägerin nicht sehr komfortabel sein kann.

Materialien

Neben tierischen Wollhaaren werden Hüte auch aus pflanzlichen Materialien hergestellt. Dazu zählen beispielsweise Palmblätter, Seegras oder Sisalhanf. Die Pflanzen werden importiert und ihre Blätter anschließend gespalten und getrocknet. Durch Pflanzenart und unterschiedliche Flechttechniken entstehen verschiedene Rohlinge. Diese werden im nächsten Arbeitsschritt in Form gebracht, durch ein Innenband fixiert und mit einem Band oder anderen Schmuckelementen versehen. Hier sind Kreativität und Fingerfertigkeit des Modisten gefragt, der jedem Hut in unendlich vielen Variationen ein individuelles Aussehen geben kann. In kleinen Handwerksbetrieben entstehen die Kunstwerke ausschließlich in Handarbeit. Dabei braucht es von wenigen Stunden bis zu einem kompletten Arbeitstag, bis ein Hut fertig ist.

Hüte sind pflegeleicht und anspruchslos

Hüte aus Filz gehören in eine Hutschachtel, wenn sie nicht regelmäßig in Gebrauch sind. Kommen sie mit Regen in Kontakt, müssen sie an einem warmen Ort getrocknet werden. Eventuelle Druckstellen sollten noch im feuchten Zustand ausgebeult werden, da sonst Falten im Material entstehen können. Sind diese durch das Zusammendrücken des Hutes bereits vorhanden, muss das Material mit Wasserdampf befeuchtet und glatt gestrichen werden. Fusseln und Staub lassen sich mit einer weichen Kleiderbürste oder einer Hutbürste entfernen, ohne den Hut zu beschädigen.

Strohhüte sind gegenüber Hüten aus Filz unempfindlicher. Feuchte Witterung kann ihnen nichts anhaben. Die Hutform kann zwar durch starke Nässe beeinträchtigt werden, das Material kommt durch Regen jedoch nicht zu Schaden. Mit Papier, das in den Hut gestopft wird, lassen sich leichte Druckstellen wieder glätten.

Neben Wolle und pflanzlichen Fasern wird auch Leder für die Herstellung von Hüten verwendet. Edle und strapazierfähige Hutmodelle werden beispielsweise aus Känguruleder gefertigt, das weich, zusammendrehbar und wasserabweisend ist. Bei regelmäßiger Lederpflege kann solch ein Hut Generationen überdauern.

Die richtige Hutgröße ausmessen

Der richtige Hut sitzt eher ein wenig zu locker. Er sollte zwar nicht von alleine ins Gesicht rutschen können, zu enge Hüte üben jedoch Druck auf die Schläfen aus und sorgen dadurch ungewollt für Kopfschmerzen. Außerdem ziehen sich die Kopfbedeckungen aus Filz bei Benutzung geringfügig zusammen. Deswegen ist richtiges Messen des Kopfumfangs wichtig, damit der Hut später komfortabel sitzt. Bei Umfangmaßen, die zwischen zwei Größen liegen, sollte immer die größere Hutgröße gewählt werden. Viele Huthersteller liefern beim Kauf eines Hutes ein Korkband mit, das unter das Schweißband gelegt werden kann. Liegt der Kopfumfang genau zwischen zwei Hutgrößen, lässt sich der Unterschied durch das Einlegen des Bandes ausgleichen. Bei schmalen und länglichen Kopfformen sollte der Korkstreifen seitlich unter dem Hutband befestigt werden. Rundere Kopfformen profitieren vom Anbringen am hinteren Futterband. Bei der Verwendung von zwei Korkstreifen lässt sich die Hutgröße um ca. 1 cm verändern.

Um die Hutgröße zu ermitteln, muss der Kopfumfang ausgemessen werden. Mit einem Maßband lässt sich das auf einfache Weise bewerkstelligen. Dazu wird das Maßband auf der Stirn angelegt und in dieser Höhe einmal um den Kopf herumgeführt. Dabei sollte das Maßband an den Seiten ca. 1 cm oberhalb der Ohren entlang laufen. Die so ermittelte Zentimeterzahl ist mit der Hutgröße identisch. In Deutschland variieren die Hutgrößen bei Erwachsenen zwischen 52 und 63 cm. Die internationalen Maßangaben bewegen sich zwischen XS und XXL. Amerikanische Umfangmaße werden in amerikanischen Zoll berechnet, auch englische Zoll werden bei der Angabe der Hutgröße benutzt. Bei den Kindern beginnen die Hutgrößen mit Größe 40 (Kopfumfang 40 cm), die für Säuglinge von der Geburt bis zu einem halben Jahr gilt. Mit 4-8 Jahren hat der kindliche Kopf seinen maximalen Umfang und mit Größe 54 die größte Kinderhutgröße erreicht.