Urlaub berechnen: Vollzeit, Teilzeit, Minijob & Sonderfälle wie Kündigung oder Probezeit

urlaubWie viel Urlaubsanspruch hat man, wenn man nicht in Vollzeit, sondern in Teilzeit arbeitet? Wie viele Tage Urlaub hat man als Minijobber? Wie wird anteiliger Urlaub berechnet? Und wie viel Urlaub darf man nehmen, wenn die Arbeitszeiten extrem schwanken? Gleich zwei Rechner helfen bei der Urlaubsplanung. Zudem erhalten Sie viele wichtige Infos rund um Spezialfälle wie dem Urlaubsanspruch bei Kündigung, Krankheit und in der Probezeit.

Urlaub bei unterschiedlichen Wochenstunden berechnen

Besonders schwierig ist die Berechnung der Urlaubstage, wenn nicht immer die gleiche Anzahl von Stunden gearbeitet wird. Dies ist häufig dann der Fall, wenn es sich um Sonderfälle wie unterschiedliche Arbeitszeiten, unterschiedliche lange Schichten, unregelmäßige Arbeitsdauer oder flexible Arbeitszeiten handelt. Sobald die Wochenarbeitszeit variiert, kann dieser Rechner verwendet werden.

Wann ist denn endlich Feierabend? Wann darf ich gehen? Antworten gibt der Feierabend-Check.

Auch hier ist der Urlaubsanspruch gesetzlich, tariflich oder arbeitsvertraglich geregelt.

\text{Tage, an denen der Arbeitnehmer zur Arbeit verpflichtet ist}=\\ \\   \text{Arbeitstage pro Woche }\times\text{ Wochen pro Monat }\times\text{ Monate}

Die Arbeitstage pro Woche werden mal den jeweiligen Monaten multipliziert (wobei ein Monat rechnerisch 4,3333 Wochen hat). Wenn ein Arbeitnehmer weniger als 12 Monate arbeitet, wird entsprechend anteilig umgelegt..

\text{Urlaubsanspruch bei wechselnder Teilzeit}=\\ \\   \frac{\text{normaler Urlaubsanspruch }}{\text{Jahreswerktage}}\times\text{ zur Arbeit verpflichtete Tage}

Jahreswerktage werden mit 52 Arbeitswochen mal genommen (wobei eine Woche entweder 5 oder 6 Werktage hat). Abgezogen werden davon die Feiertage.

Wichtige Grundlagen zur Urlaubsberechnung

Der Urlaubsanspruch wird im Bundesurlaubsgesetz geregelt. Definiert sind hier unter anderem Mindestansprüche und Rechte, aber auch Pflichten. Vorteilhafter sind häufig tarifvertragliche oder individuelle Arbeitsverträge. Deshalb sollten Sie zuerst in Ihren Arbeitsvertrag schauen. Die einzelnen Regelungen im Bundesurlaubsgesetz oder auch Verträgen können schnell verwirrend sein.

Ein Blick ins Bundesurlaubsgesetz und den Arbeitsvertrag lohnt sich: Hier ist genau geregelt, wie viel Urlaub einem zusteht.

Ein Blick ins Bundesurlaubsgesetz und den Arbeitsvertrag lohnt sich: Hier ist genau geregelt, wie viel Urlaub einem zusteht. Auch wenn es sich um ein wenig trockene Materie handelt: Wer die Grundgedanken des Urlaubsgesetzes kennt, kann vieles einfacher nachvollziehen.

 

  • Tage, nicht Stunden: Für die Berechnung des Urlaubsanspruchs ist nur relevant, an wie vielen Tagen im Jahr gearbeitet wird, nicht wie viele Stunden.
  • Mindestens vier Wochen Urlaub: Der Gesetzgeber will Arbeitnehmern pro Jahr mindestens 4 Wochen Erholungsurlaub zugestehen.
  • Berechnungsgrundlage 6-Tage-Woche: Dabei geht der Gesetzgeber zunächst von einer 6-Tage-Woche aus. Demnach beträgt der Mindesturlaubsanspruch 24 Tage (4 Wochen x 6 Tage = 24 Urlaubstage).
  • 5-Tage-Woche: Die meisten Arbeitnehmer haben heutzutage aber eine 5-Tage-Woche. Auch Sie sollen aber mindestens 4 Wochen Urlaub nehmen können. Der Urlaubsanspruch sind dann also 20 Tage (4 Wochen Urlaub x 5 Tage = 20 Urlaubstage)
  • Urlaubstage entsprechen Werktagen: Urlaub wird in Form von Werktagen gewährt. Grundsätzlich gelten alle Tage bis auf Sonntage und Feiertage als Werktage – also auch die Samstage!
  • Gleichbehandlung: Teilzeitbeschäftigte und Mini-Jobber haben dieselben Ansprüche wie ein Vollzeit-Arbeitnehmer.

Urlaubanspruch bei Teilzeitbeschäftigung

Arbeitnehmer, die regelmäßig mit einer reduzierten Stundenzahl arbeiten, werden genau wie andere Arbeitnehmer behandelt. Arbeit jemand beispielsweise jeden Tag von 9:00 bis 12.30 Uhr, bedarf es keiner Umrechnung – er hat genau so viele Urlaubstage wie ein Kollege, der von 9:00 bis 17:00 Uhr arbeitet.

Urlaubstabelle

Arbeitstage pro WocheUrlaubsanspruch in Werktagen
14
28
312
416
520
624

Urlaub bei unterschiedlichen Wochenstunden berechnen

Insbesondere Personen, die regelmäßig für eine relativ kurze Zeitdauer beschäftigt werden, kommen in Sachen Urlaub häufig zu kurz. Beispiel sind Haushaltshilfen, Servicekräfte in der Gastronomie, Minijobber, Werkstudenten oder Babysitter, die nur ein oder zwei Mal pro Woche im Einsatz sind.

urlaub

Fernreisen lohnen sich erst ab einer bestimmten Dauer. Zum Glück haben Teilzeitarbeitnehmer, Minijobber und geringfügig Beschäftigte dieselben Rechte wie Vollzeitkräfte.

Denn wie viel Urlaubsanspruch ein Arbeitnehmer hat, wird nicht durch die geleisteten Arbeitsstunden bestimmt, sondern durch die Arbeitstage. Jemand, der an fünf Tagen in der Woche jeweils acht Stunden arbeitet, hat den gleichen Urlaubsanspruch wie jemand, der an fünf Tagen in der Woche nur vier Stunden arbeitet. In der Praxis werden die Urlaubstage im Teilzeitvertrag jedoch häufig einfach halbiert – und das ist nicht korrekt.

Besonders schwierig ist die Berechnung der Urlaubstage aber, wenn nicht immer die gleiche Anzahl von Stunden gearbeitet wird. Dies ist häufig dann der Fall, wenn es sich um Sonderfälle wie unterschiedliche Arbeitszeiten, unterschiedliche lange Schichten, unregelmäßige Arbeitsdauer oder flexible Arbeitszeiten handelt. Sobald die Wochenarbeitszeit variiert, kann dieser Rechner verwendet werden.

Auch hier ist der Urlaubsanspruch gesetzlich, tariflich oder arbeitsvertraglich geregelt.

Krank vor dem Urlaub

Egal wie lange ein Mitarbeiter vor seinem Urlaub krank war: Der Urlaubsanspruch wird durch Krankheit nicht gemindert. War ein Arbeitnehmer also zum Beispiel von August bis September krank, behält er seinen Urlaubsanspruch bei und darf seinen vollen Urlaub nehmen. Der Resturlaub kann dabei auf das folgende Jahr übertragen werden. Üblicherweise muss der Urlaub dann aber bis spätestens zum 31. März genommen werden.

Erholungsurlaub: Nicht nur eine Worthülse

Arbeitnehmer sollen sich im Urlaub erholen. Das ist keine reine Worthülse, sondern ein wichtiger Grundgedanke und wesentliche Säule des Bundesurlaubsgesetzes mit weit reichenden Folgen:

  • Arbeitnehmer sollen sich erholen und dürfen somit auch keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Ausgenommen hiervon ist ehrenamtliches Engagement wie Sporttrainer/Jugendfreizeiten und natürlich Pflegetätigkeiten von Familienangehörigen.
  • Urlaub muss genommen werden. Arbeitnehmer dürfen sich Urlaub – im Gegensatz zu Überstunden – also nicht auszahlen lassen.  Ausgenommen hiervon ist allerdings Urlaub, der aufgrund einer Kündigung nicht genommen werden konnte.
  • Arbeitnehmer haben Anspruch auf mindestens einen zusammenhängenden Urlaub von mindestens zwölf Werktagen.
erholungsurlaub

Erholungsurlaub ist viel mehr als nur eine reine Worthülse: Jeder Arbeitnehmer soll genug Zeit haben um sich ausreichend zu erholen. Urlaub darf daher vom Arbeitgeber nicht beliebig gestückelt werden.

Urlaubsberechnung beim Minijob: So wie viele Tage Urlaub hat man

Minijobber gelten rechtlich als Teilzeitarbeitnehmer. Das hat weitreichende Konsequenzen: Ihnen stehen dieselben Rechte wie einem „normalen“ Arbeitnehmer zu. Sie dürfen in punkto Urlaubsanspruch und sogar Weihnachtsgeld also nicht schlechter behandelt werden.
Allerdings gibt es hierfür eine Ausnahmeregelung. Sofern sachliche Gründe wie geringere Qualifikation, Berufserfahrung oder Leistung für eine Ungleichbehandlung vorliegen,  darf der Arbeitgeber von der Regelung abweichen.

Ansonsten stehen jedem Minijobber vier Wochen zu.  Bei einer 6-Tage-Woche  entspricht dies 24 Werktagen, bei einer 5-Tage-Woche entspricht das 20 Werktagen. Werktage sind in diesem Fall alle Tage, an dem ein Minijobber normalerweise arbeitet. Ist also im Arbeitsvertrag geregelt, dass der Minijobber zwei Tage pro Woche arbeitet, dann gelten zwei Tage als Arbeitstage. Stunden sind hingegen nie Grundlage für Urlaubsanspruch.

Praxisbeispiel

Einem Arbeitnehmer, der 5 Werktage pro Woche arbeitet, stehen 20 Urlaubstage zu, auch wenn er jeden Tag nur 2 Stunden arbeitet (also 10 Stunden pro Woche). Einem Arbeitnehmer, der diese 10 Stunden dagegen an nur 3 Werktagen ableistet, stehen trotzdem nicht 20 Urlaubstage, sondern nur 12 Urlaubstage zu (Um vier Wochen Urlaub zu erhalten, muss er sich pro Woche nur drei Arbeitstage freinehmen. Also 12 : 3 = 4).

Wichtig: Bei den Beispielen oben handelt es sich um den Mindesturlaub! Wenn Vollzeitbeschäftigte mehr Urlaub erhalten (zum Beispiel 30 Urlaubstage pro Jahr statt der gesetzlichen 20), dann haben Minijobber automatisch auch Anspruch auf den gleichen Urlaub.

Urlaub anteilig umlegen

Mit diesem Rechner kann Urlaub anteilig berechnet werden. Also zum Beispiel dann, wenn im Vertrag zwar bestimmte Arbeitstage definiert (zum Beispiel die fünf Wochentage), aber aufgrund besonders viel oder wenig Auslastung die bestehenden Stunden auf weniger oder mehr Tage verteilt werden.

Formel: Anteilig Urlaub berechnen bei Teilzeit

Der Urlaubsanspruch ist im Arbeitsvertrag oder nach dem Bundesurlaubsgesetz oder dem Tarifvertrag geregelt. Wichtig ist, ob die Arbeitswoche 5 oder 6 Werktage lang ist.

\text{Urlaubsanspruch bei Teilzeit}=\\ \\   \frac{\text{normaler Urlaubsanspruch }\times\text{ Teilzeitarbeitswoche (Tage)}}{\text{normale Arbeitswoche}}
Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) besagt, dass der gesetzliche Mindesturlaub für alle Arbeitnehmer mindestens 24 Werktage betragen muss (§ 3 BUrlG). Alle Tage, die nicht Sonntage oder gesetztliche Feiertage sind, zählen als Werktag. Je nach Branche kann eine Woche fünf, aber auch sechs Arbeitstage (zum Beispiel im Handel) haben.

Urlaub bei schwerbehinderten Personen

Schwerbehinderte Personen erhalten pro Jahr eine weitere Woche mehr Urlaub. Bei einer 5-Tage-Woche also fünf zusätzliche Tage, bei einer 6-Tage-Woche dementsprechend sechs Tage.

Urlaub bei Azubis und jungen Menschen

Alle unter 16 erhalten bei einer Fünftagewoche 25 Urlaubstage, bei einer Sechstagewoche 30 Urlaubstage.

Unter 17 Jahren gibt es bei einer 5-Tage-Woche immerhin noch 23 Urlaubstage, bei einer 6-Tage-Woche noch 28 Tage.

Und bei unter 18-Jährigen gibt es einen Tag mehr als normal. Bei einer 5-Tage-Woche also 21 Urlaubstage.

Dabei gibt es eine sehr arbeitnehmerfreundliche Regelung: Bemessungsgrundlage ist das Alter zu Beginn des Jahres. Wird jemand also am 03.01. eines Jahres erst 16, dann erhält er trotzdem 25 Urlaubstage (bei einer 5-Tage-Woche).

Ob Azubi, Lehrling, Volontär: Je jünger, desto mehr Urlaubstage stehen Arbeitnehmern zu.

Ob Azubi, Lehrling, Volontär: Je jünger, desto mehr Urlaubstage stehen Arbeitnehmern zu.

Urlaub in der Probezeit

Der größte Irrtum vorweg: Generell hat man als Arbeitnehmer sehr wohl auch in der Probezeit einen Anspruch auf Urlaub und darf diesen natürlich nehmen. Der Urlaub muss nicht für die Zeit nach der Probezeit „aufgespart“ werden.

Allerdings kann man seinen Urlaub nur anteilig nehmen. Pro voll geleistetem Monat hat man dabei einen Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs. Wer beispielsweise zum 1. August eines Jahres in das Arbeitsverhältnis eintritt und nach 2 Monaten Urlaub nehmen möchte, kann nur 2/12 seines Urlaubsanspruches einlösen. Es wäre also beispielsweise kein zweiwöchiger Urlaub möglich, sondern nur vier Tage (bei einer 5-Tages-Woche und einem Urlaubsanspruch von 24 Tagen).

sommerurlaub

Wer in der Probezeit ist, muss auf einen ausgedehnten Sommerurlaub leider verzichten. Kurz-Trips sind hingegen sehr wohl möglich.

Was passiert mit dem Urlaub nach einer Kündigung?

Wie viel Urlaub hat man, wenn man während des Jahres gekündigt wird? Entscheidend ist hier der Zeitpunkt, zu dem die Kündigung geltend gemacht wird.

Urlaubsregelung bei Kündigung bis einschließlich 30.06.

Für jeden gearbeiteten Monat bis zum 30.06. wird 1/12 des Jahresurlaubs gewährt. Ist ein Arbeitnehmer zum 30.04. gekündigt, so hat er 4/12 seines Urlaubsanspruches. Unvorteilhaft für Arbeitnehmer: Gesetzlich gibt es keine Bruchteile eines Urlaubstages, sondern die Mindesthöhe ist ein halber Tag. Selbst wenn man also rein rechnerisch auf 10,4 Urlaub kommt, wird auf 10 Tage abgerundet.

Urlaubsregelung bei Kündigung zu einem Zeitpunkt nach dem 30.06.

Sofern das Arbeitsverhältnis seit dem 01.01. bestand, ist der gesetzliche Urlaub komplett zu gewähren. Wenn jemand also zum 31.07. ausscheidet, darf er alle 20 Urlaubstage nehmen (5-Tage-Woche), bzw. 24 Urlaubstage bei einer 6-Tage-Woche.

Wenn dem Arbeitnehmer per Arbeitsvertrag mehr Urlaub zugestanden wurde, dann kann dieser auch komplett genommen werden. Ausnahme: Es existiert im Arbeitsvertrag eine Anteilsklausel (zeitanteilige Regelung  oder pro rata temporis), die auf den Urlaub zwölftelt.

Feiertage 2017

FeiertagDatumBundesland
Neujahr01.01.2017 (Sonntag)Bundesweit
Heilige Drei Könige06.01.2017 (Freitag)BW, BY, S-Anhalt
Karfreitag14.04.2017 (Freitag)Bundesweit
Ostersonntag16.04.2017 (Sonntag)Brandenburg
Ostermontag17.04.2017 (Montag)Bundesweit
Tag der Arbeit01.05.2017 (Montag)Bundesweit
Christi Himmelfahrt25.05.2017 (Donnerstag)Bundesweit
Pfingstsonntag04.06.2017 (Sonntag)Brandenburg
Pfingstmontag05.06.2017 (Montag)Bundesweit
Fronleichnam15.06.2017 (Donnerstag)BW, BY, HE, NRW, RP, Saarland
Mariä Himmelfahrt15.08.2017 (Dienstag)BY, Saarland
Tag der Deutschen Einheit03.10.2017 (Dienstag)Bundesweit
Reformationstag31.10.2017 (Dienstag)Bundesweit
Allerheiligen01.11.2017 (Mittwoch)BW, BY, NRW, RP, Saarland
Buß- und Bettag22.11.2017 (Mittwoch)Sachsen
1. Weihnachtsfeiertag25.12.2017 (Montag)Bundesweit
2. WeihnachtsfeiertagDienstag 26.12.2017Bundesweit