Wann beginnt der Mutterschutz? Termin berechnen für 2019/2020

Ein Kind zu bekommen, gehört für viele Frauen zu den schönsten Ereignissen im Leben. Doch eine Schwangerschaft und die Zeit nach der Entbindung sind auch anstrengend. Das gilt besonders für berufstätige Frauen. Zu Recht hat der Gesetzgeber deshalb Regelungen festgelegt, die werdende beziehungsweise frischgebackene Mütter schützen. Dieser kompakte Überblick fasst alles Wesentliche zusammen. 

Mutterschutzfrist berechnen

Schluss mit Paragraphen-Wälzen: Wo ist die Mutterschutzfrist gesetzlich geregelt?

Jeder hat schon einmal von der Mutterschutzfrist gehört. Wo sie aber genau steht, wissen die wenigsten Menschen. Die Mutterschutzfrist gehört (neben zum Beispiel Beschäftigungsverboten oder Arbeitsplatzerfordernissen für Frauen in der Schwangerschaft und nach der Entbindung) zum Mutterschutzgesetz. Dieses Gesetz findet man häufig auch unter der Abkürzung MuSchG.

Es handelt sich um ein Gesetz mit zahlreichen Regelungen zum Schutz der werdenden (oder frischgebackenen) Mutter. Die Vorschriften zur Mutterschutzfrist im Speziellen entdeckt man im zweiten Abschnitt des Gesetzes („Gesundheitsschutz“) und dort in Paragraf 3: „Schutzfristen vor und nach der Entbindung“. Hier ist die Mutterschutzfrist grundsätzlich geregelt. Das umfasst Pflichten des Arbeitgebers, Rechte der Schwangeren beziehungsweise jungen Mutter, Sonderreglungen sowie den Geltungsbereich des Gesetzes. Alle diese Regelungen werden im Folgenden kurz erläutert.

Sinn im Fokus: Darum ist die Mutterschutzfrist wichtig!

Die Mutterschutzfrist hat (wie die übrigen Vorschriften im Mutterschutzgesetz auch) den Sinn, Gesundheit und Leben von Mutter und Kind zu schützen. Dies basiert auf der Grundlage, dass eine werdende Mutter, die in einem Arbeitsverhältnis steht, eine Doppelbelastung hat.

Sie braucht daher erhöhten Schutz, ohne Angst vor einer Kündigung oder Einkommenseinbußen haben zu müssen. Der Schutz am Arbeitsplatz ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, da die Umgebung nicht immer ideal für eine Schwangere ist. Das kann der für eine Hochschwangere ungeeignete Büroarbeitsstuhl ebenso sein wie giftige Dämpfe, die in der Produktion austreten können.

Auch das Heben schwerer Lasten kann schädlich sein. Zudem wird die Frau auch nach der Entbindung durch die Mutterschutzfrist geschützt, um sich von der Geburt erholen und sich in vollem Umfang um ihr Baby kümmern zu können.

Für wen gilt die Mutterschutzfrist eigentlich?

Die Mutterschutzfrist war ursprünglich für Frauen konzipiert, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis ist Grundlage für die Fristen, in denen die Frau besondere Schutzmaßnahmen in Anspruch nehmen kann.

Um auch die Rechte junger Mütter in den Fokus zu nehmen, wurde das Mutterschutzgesetz zum 1. Januar 2018 noch einmal nachgebessert. Es gilt nun auch ausdrücklich für Studentinnen und Schülerinnen.

Der Schutz umfasst also nicht nur den Arbeits-, sondern auch den Ausbildungsplatz und Studienplatz. Deshalb heißt das Gesetz nun „Gesetz zum Schutze von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium“. Auch diese Regelung trat mit Jahresbeginn 2018 in Kraft.

In welchem Zeitraum gilt die Mutterschutzfrist?

Die bekannten Zeiten der Mutterschutzfrist sind mit der Gesetzesänderung gleich geblieben. Die Mutter in spe wird sechs Wochen vor dem vermutlichen Entbindungstermin geschützt, um sich gut auf die Geburt vorbereiten zu können.

Nach der Entbindung sind es dann acht Wochen, in denen die Frau zu Hause bleiben und sich ganz um sich selbst und das Kind kümmern kann.

Es gibt einige Ausnahmen von dieser Regel, die wichtig sind. Zunächst darf eine Frau auf ausdrücklichen Wunsch auch in der Mutterschutzfrist arbeiten, darf diese Bereitschaft aber jederzeit widerrufen. Zum anderen gibt es eine Verlängerung der Frist bei Mehrlingsschwangerschaften und bei Kindern, die behindert auf die Welt gekommen sind (12 Wochen nach der Entbindung).

Wenn ein Kind zu früh auf die Welt gekommen ist, verändert sich die Mutterschutzfrist nach der Entbindung um die Anzahl der Tag, die das Kind vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen ist. So werden auch Frühgeborene besonders geschützt.

Wie wird die Mutterschutzfrist berechnet?

Für die Berechnung der Mutterschutzfrist gibt es zwei Rechnungen. Die erste nimmt der Frauenarzt bei der Berechnung des Geburtstermins vor. Auch die Hebamme kann dies leisten. Diese Fachleute tun dies zwar nicht wegen der Mutterschutzfristen, die Berechnung ist aber wichtig, weil der Entbindungstermin Grundlage der Mutterschutzfrist ist.

Frauen, die ihren Entbindungstermin (natürlich nur den voraussichtlichen Tag) kennen, müssen sechs Wochen zurück beziehungsweise acht Wochen nach vorne in die Zukunft rechnen.

Das geht besonders leicht mit dem obigen Rechner zum Thema Mutterschutzfrist. Auch für Arbeitgeber ist der Rechner eine praktische Sache. Es wird einfach nur das jeweilige Entbindungsdatum (Geburtstermin) eingegeben, den Rest macht der Rechner: Auf einen Klick mit der Maus wirft er das Beginndatum der Mutterschutzfrist und das Ende der Frist aus.

Geld im Blick: Wie viel Geld gibt es während der Mutterschutzfrist?

Die werdende Mutter darf wegen ihrer Schwangerschaft ebenso wenig finanziell benachteiligt werden wie eine Frau nach der Entbindung.

Daher bekommen die Frauen in der Frist das sogenannte Mutterschaftsgeld, das in der Regel 13 Euro am Tag beträgt. Die Differenz zwischen dem Mutterschaftsgeld und dem Verdienst der Schwangeren, beziehungsweise Wöchnerin, zahlt der Arbeitgeber über einen genau berechneten Zuschuss.

Dabei wird für die Gesamthöhe der Durchschnittsverdienst herangezogen, den die Frau in den letzten drei Monaten im Durchschnitt netto erhalten hat.

Was müssen werdende Mütter rund um die Mutterschutzfristen beachten?

Die Mütter müssen den Arbeitgeber bei der Gewährung der Mutterschutzfristen unterstützen, indem sie ihm den Entbindungstermin als Anhaltspunkt für die Mutterschutzfrist vor und nach der Geburt baldmöglichst mitteilt.

Dazu kommt, dass die Mutterschutzfristen vom Gesetzgeber bindend sind, eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin aber auch besagen kann, dass die Mutter in spe vielleicht einige Tage länger arbeitet.

Fühlt sich die Frau zu diesem Zeitpunkt dazu nicht in der Lage, kann sie dies aber immer widerrufen, ohne dass sie deshalb irgendwelche Nachteile erleiden darf.

Eine Kündigung während der Mutterschutzfristen ist ohnehin ausgeschlossen. Fühlt sich eine Frau während der Schwangerschaft nicht gut oder kommt es zu Komplikationen, ist selbstverständlich eine Krankschreibung bis zu Beginn der Mutterschutzfristmöglich.

Fazit

Werdende Mütter werden durch das Mutterschutzgesetz in Deutschland bestens geschützt. Das betrifft die Vorbereitung auf die Entbindung ebenso wie die erste Zeit mit dem Baby. Der Schutz ist für Arbeitnehmerinnen, aber auch Studentinnen und Schülerinnen eine wichtige Unterstützung. Der Arbeitgeber ist an die Schutzfristen per Gesetz.