Mehrwertsteuer-Senkung 2020 – FAQ & Rechner – 19 % » 16 %

Letzte Aktualisierung dieses Artikels: 30.06.2020

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, gilt vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 eine Senkung der Mehrwertsteuer. Der Standard-Mehrwertsteuersatz wird dabei von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt.

Was sind die genauen Effekte? Wer profitiert davon – Verbraucher, Anbieter, oder gar beide? Wie findet man als Verkäufer neue „schöne“ Schwellenpreise wie 1,99 €? Auf dieser Seite finden Sie einen Rechner und eine ausführliche FAQ zur Mehrwertsteuersenkung

Mehrwertsteuer-Rechner 2020

Alle Fragen rund um die Senkung: Zur FAQ
Welche Kulanzregelungen gibt es? Müssen Verträge geändert werden? Welche Branchen sind ausgenommen? Wie sieht es mit Selbständigen aus? Antworten hier.

Szenario I: Anbieter gibt die Mehrwertsteuersenkung zu 100 % an Verbraucher weiter (Verkaufspreis wird angepasst)

ArtikelAlter VerkaufspreisNeuer VerkaufspreisKonsument spart
Der neue VW Golf19.995,00 €19.490,92 €504,08 €
Apple iPhone 11799,00 €778,86 €20,14 €
Billy-Regal von Ikea39,00 €38,02 €0,98 €
Porsche 911106.352,00 €103.670,86 €2.681,14 €
Kerrygold Butter2,49 €2,44 €0,05 €
Kasten Warsteiner14,99 €14,71 €0,28 €

Szenario II: Anbieter gibt die Mehrwertsteuersenkung nicht an Verbraucher weiter (Verkaufspreis bleibt gleich)

 Verkaufspreis unverändertProduzent macht mehr Gewinn
Der neue VW Golf19.995,00 €434,55 €
Apple iPhone 11799,00 €17,36 €
Billy-Regal von Ikea39,00 €0,85 €
Porsche 911106.352,00 €2.311,33 €
Kerrygold Butter2,49 €0,04 €
Kasten Warsteiner14,99 €0,27 €
Diese Infografik kostenfrei downloaden und nutzen.

Mehrwertsteuersenkungen: Theorie und Praxis

In der Theorie führt eine Senkung der Mehrwertsteuer zu niedrigeren Verkaufspreisen. Konsumenten greifen zu, statt das Geld auf dem Sparkonto zu lassen. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis zogen in der Vergangenheit vor allem aber die Anbieter einen finanziellen Nutzen aus Steuersenkungen.  Die Verkaufspreise blieben gleich, die Steuerersparnis wurde nicht an Verbraucher weitergereicht.

Tampon Tax

Jüngstes Beispiel ist die so genannte „Tampon Tax“, die im November 2019 nach massivem Druck durch Medien und Verbraucherschutz eine Senkung der Mehrwertsteuer für Hygieneprodukte eingeführt wurde.

Mit der Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent wurde ein wichtiges Zeichen gesetzt: Tampons, Binden und Co. gelten fortan nicht mehr als Luxusartikel, sondern als Produkte des täglichen Grundbedarfs. Die Ankündigung der Steuersenkung ab dem 01. Januar 2020 wurde bundesweit gefeiert.

Doch die Ernüchterung folgte bald: Bis heute ist die Steuersenkung nicht beim Endverbraucher angekommen. Denn pünktlich zum Jahresbeginn erhöhten Hersteller ihre Preise. Um die Margen beizubehalten, reichten Händler die Preise durch. Letztendlich stiegen die Preise für Verbraucher.

Fazit: Die reine Senkung der Mehrwertsteuer heißt noch lange nicht, dass die finanzielle Erleichterung tatsächlich beim Verbraucher ankommt.

FAQ Mehrwertsteuersenkung 2020

Welches Datum gilt bei der Mehrwertsteuersenkung: Leistungszeitraum, Lieferdatum, Leistungserbringung?

Entscheidend für die Berechnung der Mehrwertsteuer ist der Zeitpunkt, zu dem sie laut Gesetz entsteht. Die geringeren Mehrwertsteuersätze von 16 % und 5 % gelten nur dann, wenn eine Leistung zwischen dem 1.7.2020 und dem 31.12.2020 vollständig erbracht oder eine Ware geliefert wird. Abschnitt 13.1. des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses (UStAE)
regelt die Einzelheiten.

Bei Lieferungen aller Art (Warenlieferung oder Werklieferung) ist der Zeitpunkt ausschlaggebend, an dem der Empfänger Verfügungsmacht über die Lieferung erhält. Wird die Lieferung verschickt (bewegte Lieferung), gilt das Versanddatum oder der Beförderungsbeginn. Bei einer Werklieferung erfolgt die Übergabe der Verfügungsmacht in der Regel mit der Abnahme durch den Empfänger.

Bei Dienstleistungen und Werkleistungen gilt das Datum, an dem die Leistung vollständig erbracht ist. Dieselbe Regelung gilt für abgeschlossene Teilleistungen, die mit dem Kunden vereinbart sind.

Anzahlungen, die mit einem anderen Mehrwertsteuersatz geleistet wurden als die Abschlusszahlung, müssen neu berechnet werden.

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Mehrwertsteuersenkung und Auto-Leasing: Müssen die Leasingverträge jetzt angepasst werden?

Bei bestehenden Leasing-Verträgen von Autos oder anderen Fahrzeugen ist für die Teilzahlungen zwischen dem 1.7.2020 und dem 31.12.2020 eine Anpassung an die geringeren Mehrwertsteuersätze erforderlich. Die Leasingrate wird also günstiger.

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Welche Kulanzregelungen gibt es bei der Mehrwertsteuersenkung? Welche Ausnahmen gelten?

Die neuen, verringerten Steuersätze sind für alle verbindlich, die verpflichtet sind, Mehrwertsteuer auszuweisen. Damit die kurzfristige Änderung nicht zu einer übermäßigen Belastung der Unternehmen und Gewerbetreibenden führt, sind Kulanzregelungen möglich.

Hierzu zählen beispielsweise:

In der Nacht zur Steueränderung können Taxifahrer und Gaststättenbetreiber vereinfachte Regelungen in Anspruch nehmen.

Erbringer von Dauerleistungen haben einen gewissen Spielraum bei der Festlegung der Abrechnungszeiträume.

Geschäfte können die temporäre Preissenkung in Form eines pauschalen Rabatts an ihre Kundschaft weitergeben, ohne die Preisauszeichnung zu ändern. Preise/Preisschilder/Speisekarten müssen also nicht neu ausgezeichnet werden, sondern die Mehrwertsteuersenkung kann einfach in der Rechnung reduziert werden. Weitere Infos.

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Gilt die Mehrwertsteuersenkung auch für bereits laufende Verträge?

In bestimmten Fällen kann die Mehrwertsteuersenkung für laufende Verträge gelten. Dies hängt von der Art des Vertrags ab und davon, zu welchem Zeitpunkt eine Leistung erbracht wird oder eine Lieferung erfolgt. Fällt der Abrechnungszeitpunkt in den Zeitraum der Mehrwertsteuersenkung, muss diese ausgewiesen werden. Bei langfristigen Verträgen kann eine Einzelfallprüfung klären, ob oder in welcher Form eine Anpassung erforderlich ist.

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Wie werden Preise in Versicherungsverträgen beeinflusst? Werden Versicherungen billiger?

Auf Versicherungsverträge wird keine Mehrwertsteuer erhoben, sondern die Versicherungssteuer. Diese wird durch das Versicherungsteuergesetz (VersStG) festgesetzt. Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs liegt bei der Versicherungssteuer keine Form der Mehrwertsteuer vor (Az. V B 119/09).

Daher hat die Steuersenkung keinen Einfluss auf Versicherungsverträge.

Die Sachlage ist anders, wenn Versicherungsleistungen eingefordert werden, für die eine Mehrwertsteuer anzusetzen ist. Dies geschieht zum Beispiel im Rahmen einer Schadensregulierung. Dann gilt für den Zeitraum der Steuersenkung der niedrige Mehrwertsteuersatz.

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Mehrwertsteuersenkung und Mieten: Müssen Mietverträge an Privatpersonen jetzt angepasst werden? Wie sieht es mit gewerblichen Immobilien aus?

Private Mietverträge sind grundsätzlich umsatzsteuerfrei. Mieten werden also nicht billiger.

Bei Gewerbeimmobilien kann der Vermieter unter bestimmten Umständen eine Option zur Umsatzsteuerzahlung geltend machen. Falls ein Mietvertrag eine Vereinbarung zur Umsatzsteuerzahlung erhält, muss diese für den Zeitraum der Steuersenkung angepasst werden.

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Wie sieht es mit dem öffentlichen Nahverkehr aus? Gilt es nur für die Bahn und Fernreisen, oder auch für Nahverkehr, S-Bahn, U-Bahn und Busse? Wie sieht es mit Anbietern wie Flixbus aus?

Die Ticketpreise für Busse und Bahnen enthalten Mehrwertsteuer. Somit betrifft die Steuersenkung sowohl die öffentlichen Träger als auch private Anbieter. Ob diese die Ticketpreise zwischen Juni und Dezember 2020 senken, ist eine Geschäftsentscheidung der Unternehmensführung.

Bei der Durchführung der Steuersenkung gibt es in dieser Branche eine Besonderheit: Im Gegensatz zu Rechnungen und Quittungen müssen Fahrttickets gemäß § 34 Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UstDV) die enthaltene Mehrwertsteuer nicht in jedem Fall ausweisen.

Taxifahrten werden billiger.

Die Deutsche Bahn gibt die Mehrwertsteuersenkung weiter. Bahn-Tickets werden billiger.

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Gilt die Mehrwertsteuersenkung auch für stationäre Händler wie Ikea und Media Markt oder nur Online-Shops wie Amazon?

Die Senkung der Mehrwertsteuer betrifft alle Händler. Es ist unerheblich, ob der Verkauf von Waren in einem Geschäft vor Ort stattfindet oder über einen Online-Shop abgewickelt wird. Preise in Online-Shops werden billiger. Preise in Ladengeschäften werden günstiger.

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Für welche Bereiche gilt die Mehrwertsteuersenkung? Welche Branchen sind ausgenommen?

Die Senkung der Mehrwertsteuer gilt für alle Bereiche der Wirtschaft. Lediglich Unternehmer und Branchen, die eine Umsatzsteuerbefreiung haben, sind davon nicht betroffen. Das sind vor allem Kleinunternehmer, deren Umsatz unterhalb bestimmter Grenzen liegt. Von der Umsatzsteuer befreien lassen können sich außerdem Institutionen aus den Bereichen Kultur und Bildung. Zudem gibt es umsatzsteuerfreie Umsätze, beispielsweise im Gesundheitswesen.

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Ist die Mehrwertsteuersenkung freiwillig oder eine Pflicht? Oder muss sie angewendet werden?

Ja, die Mehrwertsteuersenkung ist verpflichtend. Auf Rechnungen und Quittungen muss der verminderte Mehrwertsteuersatz ausgewiesen werden. Es besteht jedoch keine Verpflichtung, die Steuersenkung durch entsprechend geringere Endpreise an die Kunden weiterzugeben. Im Rahmen der üblichen Preisgestaltung steht es Unternehmen, Dienstleistern und Geschäftstreibenden frei, ihre Preise beizubehalten und dadurch ihre Gewinnspanne zu erhöhen.

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Gilt die Mehrwertsteuersenkung auch für Freiberufler und Selbstständige? Müssen Rechnungen jetzt geändert werden?

Die Mehrwertsteuersenkung betrifft alle, die umsatzsteuerpflichtig sind. Sie müssen ihre Rechnungen im 2. Halbjahr 2020 entsprechend anpassen. Freiberufler und Selbstständige können unter bestimmten Umständen von der Umsatzsteuer befreit sein. Wenn dies der Fall ist, wirkt sich die Senkung der Mehrwertsteuer nicht auf ihre berufliche Tätigkeit aus.

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Gilt die Mehrwertsteuersenkung auch für Energieversorger? Wird Strom jetzt billiger?

Energieversorger müssen zwischen dem 1.7.2020 und dem 31.12.2020 den ermäßigten Steuersatz berücksichtigen. Dadurch sinkt bei laufenden Verträgen der Strompreis für diesen Zeitraum. Damit die Abrechnung korrekt erfolgt, muss der Zählerstand an den beiden Stichtagen abgelesen werden.

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Gilt die Mehrwertsteuersenkung auch für den Autokauf? Auch für Verbrenner oder nur für E-Autos?

Die Steuersenkung gilt für den Erwerb von Autos jeglichen Typs, ganz gleich, ob es sich um Benziner, Dieselfahrzeuge oder E-Autos handelt. Entscheidend ist der Lieferungszeitpunkt.

Wenn er in den Zeitrahmen der Mehrwertsteuersenkung fällt, wird der geringere Steuersatz berechnet. Für importierte Neufahrzeuge aus EU-Ländern gilt der aktuelle Steuersatz am Wohnsitz des Käufers. Deswegen ist die Steuersenkung auch für diese Form des Autokaufs relevant.

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Ab wann genau gilt die Mehrwertsteuersenkung? Bis wann gilt sie?

Die Mehrwertsteuersenkung tritt am 1.7.2020 in Kraft und gilt bis einschließlich 31.12.2020. Danach werden wieder die ursprünglichen Mehrwertsteuersätze von 19 % und 7 % erhoben.

Eine Ausnahmeregelung betrifft die Gastronomie. Hier ist zusätzlich für den Zeitraum zwischen dem 1.1.2021 und dem 30.6.2020 ein ermäßigter Steuersatz von 7 % auf Speisen vorgesehen. Dieser gilt nicht nur für Restaurants und Gaststätten, sondern beispielsweise auch für Bäckereien, die Backwaren für den Verzehr im Geschäft anbieten. Mehr Informationen hier.

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Gilt die Mehrwertsteuersenkung auch für Handwerk und Hausbau? Was ist dabei zu beachten?

Die Mehrwertsteuersenkung gilt für alle Waren und Dienstleistungen im Bereich Handwerk und Hausbau. Sie stellt Handwerker vor die Aufgabe, die Mehrwertsteuer ihren Kunden gegenüber korrekt für den Rechnungszeitpunkt auszuweisen.

Im Rahmen größerer oder langfristiger Projekt kann es deswegen zu umständlichen Neuberechnungen kommen. Außerdem ist es möglich, dass für das ursprüngliche Angebot, die Arbeitsleistungen, die Verrechnung von Anzahlungen und die Kosten für verwendete Materialien unterschiedliche Steuersätze auszuweisen sind.

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In welchem Gesetz ist die Mehrwertsteuersenkung festgehalten?

Die Absenkung der Mehrwertsteuer für einen Zeitraum von sechs Monaten ist Teil des Zweiten Corona-Hilfegesetzes.

Der Gesetzentwurf umfasst eine Anzahl von Maßnahmen, die die Konjunktur stützen und die Erholung der Wirtschaft fördern sollen. Eine der Maßnahmen ist die befristete Umsatzsteuersenkung.

Die Steuer wird üblicherweise auf Quittungen und Rechnungen als Mehrwertsteuer (MwSt.) ausgewiesen.
Das Gesetzesvorhaben der Regierung wurde in der Kabinettssitzung vom 12.06.2020 beschlossen.
Die erforderliche Zustimmung von Bundesrat und Bundestag sollen in Rahmen von Sondersitzungen Ende Juni 2020 erfolgen. Nur dann kann die Mehrwertsteuersenkung wie geplant am 1.07.2020 in Kraft treten.

Das Gesetz findet sich hier.

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Warum wurde die Mehrwertsteuer gesenkt?

Als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, hat der Gesetzgeber eine temporäre Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Was es dabei zu beachten gibt und wie man davon profitieren kann, erfahren Sie hier.

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Sinken die Preise für Verbraucher?

Für Verbraucher lautet die Antwort: ja. Das gilt zumindest theoretisch. Alle Waren oder auch Dienstleistungen werden ab Juli mit nur noch 16 %, statt der üblichen 19 % besteuert.

Im Falle des vergünstigten Steuersatzes wird eine Absenkung von 7 % auf nur noch 5 % durchgesetzt. Ob davon am Ende auch der Kunde profitiert, hängt jedoch davon ab, ob der jeweilige Anbieter die Preissenkung auch weitergibt.

Mehrere etablierte Einzelhandelsketten haben dies trotz steigender Lebensmittelpreise bereits bestätigt. In den Branchen, die besonders hart von den durch die Corona-Krise verursachten Einnahmeeinbrüchen betroffen sind, wird es wohl anders aussehen.

Insbesondere Gastronomen werden die Mehrwertsteuersenkung mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür nutzen, die Ausfälle darüber zu kompensieren.

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Wann kaufen? Ist es sinnvoll, jetzt zu kaufen? Also größere Ausgaben wie Auto, Waschmaschine etc jetzt vorzunehmen?

Die niedrigere Mehrwertsteuer kommt in erster Linie dem Endverbraucher entgegen. Gerade bei Gütern mit einem hohen Anschaffungswert, lässt sich deshalb mitunter viel Geld sparen.

Wer z.B. den Kauf eines neuen Autos erwägt, sollte diesen in das zweite Halbjahr dieses Jahres verschieben. Ein Beispiel: Ein Neuwagen, der bislang für 30.000 Euro zu haben war, dürfte dank des reduzierten Steuersatzes nur noch 29.243,69 Euro kosten.

Das sind immerhin 750 Euro Ersparnis – genug für einen schönen Urlaub. Abhängig ist man auch hier davon, ob der Händler des Vertrauens auch tatsächlich den Preis entsprechend senkt.

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Umtausch: Wie ist die Lage, wenn ich eine Ware im Juli umtausche, die ich noch zum Mehrwertsteuersatz von 19 % gekauft habe?

Im Falle einer Rückgabe oder eines Umtausches werden auch die 19 % Mwst. revidiert. Das Ersatzprodukt gilt dann als neue Lieferung zum Steuersatz von 16 %. Unter Umständen können Sie also einen besseren Preis für das gleiche Produkt erzielen.

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Wie viel Geld spart man durch die Mehrwertsteuersenkung wirklich?

3 % bzw. bei Lebensmitteln 2 %? Nicht ganz. Die tatsächliche Ersparnis beläuft sich auf 2,5 % oder bei Lebensmitteln auf etwa 1,9 %. Betrug der alte Preis z. B. 119 Euro inkl. Mehrwertsteuer, sind es mit neuem Steuersatz nur noch 116 Euro – ein Unterschied von 3 Euro. Das sind 2,5 % weniger.

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Wie sieht es mit fortlaufenden Kosten aus? Werden z. B. Leasing- oder Langzeitverträge günstiger?

Bei solchen Dauerleistungen müssen die Verträge für die Zeit zwischen dem 01. Juli und dem 31. Dezember 2020 angepasst werden. Die niedrigere Mehrwertsteuer gilt auch für fortlaufende Kosten, womit sich hier in jedem Fall bares Geld sparen lässt.

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Werden Abos günstiger?

Saisonkarten bzw. Abonnements können normalerweise nicht in mtl. Teilleistungen aufgeteilt werden. Erst am Ende der Laufzeit gilt diese als ausgeführt, weshalb der dann geltende Steuersatz entscheidend ist. Eine Laufzeit, die etwa im Februar begonnen hat, wird erst im Januar 2021 enden und komplett zu 19 % besteuert.

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Was gilt für Anzahlungen, die ich z. B. für einen Handwerker geleistet habe?

Wer vor Juli ein Angebot eingeholt und bereits einen Teilbetrag angezahlt hat, obwohl die Leistung erst im Laufe des zweiten Halbjahres erbracht wird, kann ebenfalls sparen. Sofern die einzelnen Posten in der Rechnung aufgeführt sind, muss der Mehrwert- bzw. Umsatzsteuersatz angepasst werden. Die ausgewiesenen 19 % werden also in 16 % umgewandelt.

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Werden Reisen, Hotel und Urlaub günstiger?

Ich befinde mich über den 1. Juli hinweg auf Geschäftsreise oder im Urlaub. Muss das Hotel mir zwei Rechnungen ausstellen und zahle ich für die Übernachtungen ab dem 01.07. dann weniger?

Hotelgäste erhalten immer nur eine Rechnung mit einheitlichem Steuersatz für ihren Aufenthalt. Ob dabei 19 % oder 16 % gelten, hängt vom Abreisedatum ab. Wer noch im Juni eincheckt und bis in den Juli hinein im Hotel bleibt, zahlt für die gesamte Dauer den reduzierten Satz von nur 5 statt 7 %.

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Für Unternehmer ist die Mehrwertsteuer lediglich ein durchlaufender Kostenfaktor. Profitieren sie dennoch vom niedrigeren Steuersatz und sollten die Zeit für Betriebsausgaben und Investitionen nutzen?

Unternehmer können bei ihren Betriebsausgaben leider nicht profitieren. Achten sollte man allerdings darauf, dass man die USt. in seinen Rechnungen für das zweite Halbjahr anpasst.

Vorsichtshalber empfiehlt es sich zudem, bei Rechnungen von Zulieferern u. ä. darauf zu achten, dass diese ebenfalls auf den temporär niedrigeren Mehrwertsteuersatz umgestellt haben.

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Worauf müssen Unternehmer sonst noch achten? Was muss im Hinblick auf die Buchhaltung bei der Senkung der Mehrwertsteuer beachtet werden?

Der Aufwand für Unternehmer ist tatsächlich nicht zu unterschätzen. Bestehende Verträge müssen geändert und die Buchhaltung umgestellt werden. Zudem ist eine aktualisierte Software für Kassensysteme notwendig. Dass das nicht überall fehlerfrei vonstatten geht, ist zu erwarten.

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Mehrwertsteuersenkung und Umstellung von Preisen an der Kasse

Was für den Endverbraucher ein Geschenk ist, stellt die Unternehmen vor große Probleme. Ladengeschäfte benötigen vom Hersteller eine neue Software für ihre Kassen. Auch sämtliche Waren benötigen neue Preisschilder. Letzteres kann man aber umgehen, indem an der Kasse einfach ein pauschaler Rabatt gewährt wird.

Juristisch ist nur wichtig, dass auf dem Bon der korrekte Prozentsatz bei der Mehrwertsteuer angegeben ist. Das kann bereits viel Arbeit sparen.

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Angebote und Verträge

Wie beim Verfassen von Verträgen und Angeboten vorgegangen werden soll, bleibt weiterhin fraglich. Gerade das Baugewerbe sieht die Änderung der Mehrwertsteuer wegen des bürokratischen Aufwands deshalb besonders kritisch und äußert Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Mehraufwands.

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Restaurants

Im Lebensmittelhandwerk haben wir es mit einem besonderen Fall zu tun. Bei ihren Kunden können sie in den folgenden Monaten mit deutlichen Preissenkungen punkten. Sowohl für den Verkauf außer Haus als auch für vor Ort verzehrte Speisen und Getränke gilt sechs Monate lang der ermäßigte Steuersatz von 16 %. Allerdings sind die Kassen dafür noch häufiger umzustellen als es in anderen Branchen der Fall ist.


Hier sieht der aktuelle Stand so aus:
Vom 01.07. bis zum 31.12.2020 werden statt der üblichen 19 % Mwst. nur noch der ermäßigte und angepasste Satz von 5 % fällig. Lediglich Getränke werden mit gängigem Mehrwertsteuersatz verkauft, welcher aber immerhin nur 16 anstelle von 19 % beträgt.

Vom 01. Januar kommenden Jahres bis zum 30. Juni sind auf Speisen, die im Lokal verzehrt werden 7 % fällig. Erst danach gelten wieder die üblichen 19 % Mwst. für sämtliche Bestellungen.

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Informationen zu Leistungsdatum, Leistungszeitraum, Lieferdatum

Lieferung von Waren: Hier ist der Zeitpunkt entscheidend, an dem die Beförderung an den jeweiligen Kunden beginnt.
Dienstleistungen: Bei Dienstleistungen aller Art ist das Datum maßgeblich, an dem die Leistung erbracht bzw. abgeschlossen wird. Eine im Juli ausgestellte Rechnung für eine im Juni in Anspruch genommene Leistung muss deshalb noch die 19 % Mwst. enthalten. Für Teilleistungen gilt Entsprechendes.

Werkleistungen und -lieferungen: Entscheidend für die Höhe der Mwst. ist hier das Datum der Abnahme.
Anzahlungen: Unabhängig vom Zahldatum, ist bei Anzahlungen immer der Zeitpunkt maßgeblich, zu dem die Leistung vereinnahmt wird. Dennoch muss auch bei solchen Leistungen, die im zweiten Halbjahr 2020 erfolgen zunächst 19 bzw. 7 % angesetzt werden. Erst in der Schlussrechnung und natürlich in der USt.-Voranmeldung ist der Satz entsprechend zu korrigieren.

Verträge: Bereits abgeschlossene Miet- und Wartungsverträge müssen neu geprüft werden, da diese als Rechnung gelten. Von Bedeutung ist hier, wie die genaue Formulierung aussieht und ob es sich um Netto- oder Bruttobeträge handelt.

Angebote: Wer ein Angebot vor dem 01.07. eingeholt hat, in dem die Einzelposten benannt und Nettobetrag sowie Mwst. separat aufgeführt sind, soll lt. Isabel Klocke vom Steuerzahlerbund Geld sparen können. Denn das beauftragte Unternehmen muss ab Juli auf den geringeren Satz von 16 % umstellen.
Probleme sind im Bereich der Bauleistungen zu erwarten.

In der Praxis liegen hier selten die Voraussetzungen vor, die bei Teilleistungen gelten. Zwar werden generell einzelne wirtschaftlich abzugrenzende Leistungen erbracht. Meist mangelt es jedoch an einer konkreten Vereinbarung bzgl. Teilleistungen und einer entsprechenden Abnahme, die steuerlich wirksam ist. Abhängig von der jeweiligen Situation kann sich dieser Umstand sowohl positiv wie negativ für den Empfänger auswirken.

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Teilleistungen

Bei früheren Änderungen der USt. hat die Finanzverwaltung nicht beanstandet, wenn innerhalb eines Vertrages keine Absprachen über Teilleistungen vereinbart wurden, sofern diese noch vor dem Inkrafttreten nachgeholt werden konnte.

Trotzdem ist zu empfehlen, bei Teilleistungen, die noch nicht vor dem 01.01.2021 abgeschlossen werden, Vereinbarungen über die wirtschaftlich eigenständigen und bis dahin vollendeten Leistungen zu treffen. Fallen einheitliche Bauleistungen in den Zeitraum vom 01.07. bis 31.12.2020, sind diese zu 16 % zu versteuern.

Falls gegenüber einem Leistungsempfänger, welcher nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist, Leistungen ausgeführt werden, sollte die Vollendung möglichst im zweiten Halbjahr stattfinden, um den Kunden zu entlasten.

Ein Beispiel: „Vereinbarung zur Ausführung von Teilleistungen“

Im Jahr 2019 erteilt ein Bauherr seinem Generalunternehmer den Auftrag, auf seinem Grundstück ein Einfamilienhaus zu errichten. Es folgt eine steuerpflichtige Werklieferung durch den Generalunternehmer. Mit der offiziellen Abnahme fällt die USt. an.

Fällt der Moment der Fertigstellung auf einen Tag zwischen dem 1. Juli und 31. Dezember 2020, gilt deshalb der Satz von 16 % für die gesamten Kosten des Projekts – auch für die Leistungen, die bereits vorher erbracht worden sind.

Deutet sich an, dass der Hausbau erst später abgeschlossen sein wird, sollte man deshalb unbedingt rechtzeitig eine Vereinbarung hinsichtlich der Teilleistungen treffen, für die noch der Steuersatz von 16 % angesetzt werden kann.

Während der Generalunternehmer davon nicht finanziell profitiert, geht es für den Bauherren dabei um viel Geld.

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