Kunstwerk Preis berechnen

LandschaftsmalereiWie muss ich als Künstler, Galerie oder Kunstverkäufer kalkulieren? Was darf ein Bild, Gemälde, Plastik oder Skulptur kosten? Wie sieht es mit Verkaufsprovision und Steuern aus? Dieser kostenfreie Online-Rechner ermittelt den Endpreis eines Werks. Zusätzlich finden Sie die verwendete Formel sowie nützliche Hintergrund-Infos und praktische Tipps!

Kunstwerk-Rechner

Welche Faktoren bestimmen den Preis eines Kunstwerkes?

Der Preis eines Kunstwerkes wird mit der Formel „Breite plus Höhe multipliziert mit Künstlerfaktor errechnet. Diese Formel geht auf den Grundgedanken zurück, dass neben den anfallenden Kosten auch der Bekanntheitsgrad des Künstlers selber bei der Preisgestaltung zu berücksichtigen sind. Entstanden ist der Gedanke in der Renaissance. Die Kunstepoche des Impressionismus entwickelte die simple Formel „Höhe plus Breite multipliziert mit Faktor Künstler“.

Was darf Kunst kosten? Die simple Formel des Kunstfaktors: Breite plus Höhe mal Faktor des Künstlers.

Was darf Kunst kosten? Die simple Formel des Kunstfaktors: Breite plus Höhe mal Faktor des Künstlers.

Auch heutzutage richten sich junge Kunstschaffende nach dieser Formel. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Ölbilder, Acrylbilder oder Aquarellbilder handelt. Nur bei Plastiken, also bei Skulpturen, werden die teuren Materialien berücksichtigt und können im Preis mit eingeschlossen sein. Im Vergleich zu Werken der Malerei handelt es sich hier allerdings um dreidimensionale Objekte, sodass zusätzlich zu Breite und Höhe auch die Tiefe des Kunstwerkes in die Rechnung mit einbezogen werden muss.

In der Regel ist es so, dass junge Kunstschaffende, die am Anfang ihrer Karriere stehen, einen niedrigen Faktor haben, der sich mit der Zeit steigern kann. Die Grenzen nach oben sind offen, wenn der Künstler erfolgreich ist.

Tipps für Preisgestaltung von Kunstwerken

Es gibt gewisse Eigenheiten, die speziell im Zusammenhang mit der Preisgestaltung in Galerien zu beobachten sind, wie beispielsweise:

  • Die Preise für Kunstwerke vom selben Künstler fallen nie.
  • Unabhängig von der Qualität der Kunstwerke gibt es keinen „Sale“, „0,99-Preise“ oder anderen Sonderaktionen.
  • An keinen ausgestellten Werken ist ein Preisschild angebracht.
  • Ohne Berücksichtigung der Nachfrage verlangt der Galerist für alle Werke eines Künstlers bei gleicher Größe auch den gleichen Preis.

Kunstwerke reduzieren?

Die Gründe für diese Regeln sind einleuchtend: Weil der Inhaber der Galerie von der Arbeit seines Künstlers überzeugt ist, ist er auch bestrebt, dessen Karriere sorgsam aufzubauen. Reduzierte Preise oder gar Rabattaktionen würden nicht nur eine Demütigung für den Künstler bedeuten, sie wären für den Galeristen auch ein Eingeständnis mangelnden Kunstverstandes, was unter Umständen den Vertrauensverlust gegenüber Kunden bzw. Käufer nach sich ziehen könnte. Darüber hinaus ist der Kunstmarkt schon immer bestrebt, sich von alltäglichen Dingen abzuheben. Trotz Formel und Faktor-Rechnung soll der Kunde niemals das Gefühl bekommen, dass ein Kunstwerk ein profaner, billiger Gebrauchsgegenstand sei.

Angebot und Nachfrage: wichtige Aspekte bei der Preisgestaltung

Der Preis, den ein Galerist beim Verkauf eines Kunstwerkes verlangt, ist die eine Seite. Letztendlich geht es jedoch darum, interessierte Sammler und Kunstliebhaber zu finden, die auch bereit sind, die Kunst zu diesem Preis zu kaufen. Sofern ein Sammler, wie gemeinhin üblich, einen Preisnachlass von 10 Prozent aushandeln möchte, sollte er das aus den oben genannten Gründen unbedingt vorab mit dem Galeristen abklären. Dieser wird sich dann in aller Regel mit dem Künstler in Verbindung setzen und über die Verteilung des zu gewährenden Nachlasses verhandeln. In der Praxis könnte das so aussehen, dass jeder die Hälfte des Nachlasses trägt. Viele Galeristen kommen ihrem Künstler allerdings auch entgegen, indem sie einen größeren Anteil übernehmen.

Schriftliche Verträge bieten allen Beteiligten Sicherheit

Mündliche Absprachen sind ehrenwert, schriftliche Vereinbarungen sind unentbehrlich. Ob Kommissionsvertrag zwischen Künstler und Galerist, Kaufvertrag zwischen Galerist und Sammler oder schriftlicher Transportauftrag an ein Transportunternehmen: Versäumte, schriftlich fixierte Festlegungen können unter Umständen zu sehr kostspieligen und nervenaufreibenden gerichtlichen Auseinandersetzungen führen. Sobald die Geschäftskette ab Übergabe des Kunstwerkes durch den Künstler an den Galerist über den Verkauf bis hin zur ordnungsgemäßen Übergabe an den Käufer lückenlos dokumentiert ist, sind alle Beteiligten auf der sicheren Seite.

Insidertipp für Erfolg versprechenden Kunstverkauf

Künstler sollten immer versuchen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Möglichkeiten „günstig und viel verkaufen“ oder „teuer und wenig verkaufen“ zu finden. Künstler, die ihren Faktor von vornherein zu hoch ansetzen, laufen Gefahr, ihr Kunstwerk nicht zum gewünschten Preis verkaufen zu können. Andererseits sollten Künstler sorgfältig abwägen, ob es sich tatsächlich lohnt, für den nächstbesten Interessenten den Preis zu senken.

Formeln: Preise von Kunstwerken berechnen

Wenn der Verkaufspreis noch nicht feststeht wird er wie folgt berechnet.

\text{Verkaufspreis Gemaelde}=(\text{Hoehe}+\text{Breite})\times\text{Faktor}

Der Preis für Gemälde ergibt sich aus der Addition von Höhe und Breite des Bildes und der anschließenden Multiplikation mit dem künstlerspezifischen Faktor.

\text{Verkaufspreis Plastik}=(\text{Hoehe}+\text{Breite}+\text{Tiefe})\times\text{Faktor}

Der Preis für Plastiken ergibt sich aus der Addition von Höhe, Breite und Tiefe des Kunstwerks und der anschließenden Multiplikation mit dem künstlerspezifischen Faktor.

Es gibt vier Möglichkeiten wie der Künstler sein Werk verkaufen kann.

  1. Er ist umsatzsteuerpflichtig und muss somit Mehrwertsteuer entrichten. Er verkauft über eine Galerie oder einen Händler
  2. Er ist umsatzsteuerpflichtig und verkauft selbst (ab Atelier)
  3. Er ist nicht umsatzsteuerpflichtig (im letzten Jahr unter 17.500 € Umsatz) und verkauft über eine Galerie oder einen Händler
  4. Er ist nicht umsatzsteuerpflichtig (im letzten Jahr unter 17.500 € Umsatz) und verkauft selbst (ab Atelier)
 \text{Fall 1:}\\ \\  \text{zu zahlende Umsatzsteuer der Galerie}=\text{Verkaufspreis}\times\text{19}\%\\ \\  \text{Erloes der Galerie}=(\text{Verkaufspreis}-\text{zu zahlende Mehrwertsteuer Galerie})\times\text{Anteil der Galerie}\\ \\  \text{Erloes des Kuenstlers}=(\text{Verkaufspreis}-\text{zu zahlende Mehrwertsteuer Galerie})\times\text{Anteil des Kuenstlers}\\ \\  \text{zu zahlende Umsatzsteuer des Kuenstlers}=\text{Erloes des Kuenstlers}\times\text{7}\%
 \text{Fall 2:}\\ \\  \text{zu zahlende Mehrwertsteuer des Kuenstlers}=\text{Verkaufspreis}\times\text{7}\%\\ \\  \text{Erloes des Kuenstlers}=\text{Verkaufspreis}-\text{Mehrwertsteuer}
 \text{Fall 3:}\\ \\  \text{zu zahlende Umsatzsteuer der Galerie}=\text{Verkaufspreis}\times\text{19}\%\\ \\  \text{Erloes der Galerie}=(\text{Verkaufspreis}-\text{zu zahlende Mehrwertsteuer Galerie})\times\text{Anteil der Galerie}\\ \\  \text{Erloes des Kuenstlers}=(\text{Verkaufspreis}-\text{zu zahlende Mehrwertsteuer Galerie})\times\text{Anteil des Kuenstlers}\\ \\
 \text{Fall 4:}\\ \\  \text{Erloes des Kuenstlers}=\text{Verkaufspreis}

Im Fokus: Der Künstlerfaktor

Jeder Künstler hat einen bestimmten Faktor, der den Preis des Kunstwerks mitbestimmt. Um als Künstler, Galerie oder Verkäufer den Preis eines Bildes oder Plastik zu ermitteln, findet sich hier ein Kunstwerkpreis-Rechner.

Wie entstehen die Preise von Kunstwerken?

Der Preis eines Kunstwerkes ermittelt sich durch die Formel Breite plus Höhe mal Faktor des Künstlers. In der Renaissance kam die Idee auf, dass nicht nur die Arbeitszeit und das Material für ein Gemälde oder eine Skulptur bezahlt werden, sondern auch der Name des Künstlers den Wert eines Kunstwerkes maßgeblich mitbestimmt. Im Impressionismus entstand diese Formel: Höhe plus Breite mal Faktor. An dieser Formel orientieren sich heute noch die Kunstschaffenden.

Dabei beginnen junge oder besser unbekannte Künstler erstmal mit einem niedrigen Kunstfaktor, der in der Regel zwischen 5 bis 10 liegt. Im Laufe der Zeit steigert sich dann dieser Faktor. Bei der Preisfindung für Gemälde spielt es keine Rolle, ob es sich um Öl-, Acryl- oder Aquarellbilder handelt. Einzig und allein die Maße und der Faktor sind entscheidend. Allgemein kann man festhalten, dass je größer ein Kunstwerk ist, desto höher der Preis. Erscheint einem jedoch ein sehr kleines Bild ungemein teuer, so liegt dies an dem Faktor des Künstlers.

Auch bei Skulpturen und Plastiken gilt diese Formel, jedoch wird hier die Tiefe ebenfalls mitberücksichtigt. Da Skulpturen oft aus kostspieligen Materialien erschaffen werden, können die Materialkosten bei diesen dreidimensionalen Kunstwerken mit einkalkuliert werden.

Der Faktor bestimmt den Wert des Künstlers

Bei festestehendem Preis kann durch die Formel so der Faktor eines Künstlers ermittelt werden. Für Sammler oder Kunstinteressierte und nicht zuletzt für den Künstler selber sind die Kunstwerke dann untereinander vergleichbar und die individuelle Entwicklung des Künstlers – zumindest was seinen Faktor, seinen Wert betrifft – lässt sich darlegen. Für Kunstsammler ist dieser Faktor ungemein interessant, denn dadurch lassen sich auch die Künstler untereinander vergleichen und bemessen.

Einfüsse auf den Kunstfaktor

Die Einflüsse auf den Faktor eines Künstlers sind vielfältig. Allen voran ist der Bekanntheitsgrad eines Künstlers ausschlaggebend. Umso bekannter und beliebter der Künstler, umso höher sein Marktwert und umso höher sein Faktor. Presseartikel oder Mitteilungen anderer Art können den Bekanntheitsgrad ungemein steigern. Aber auch Schüler von einem namhaften Künstler zu sein, kann positive Auswirkungen auf den Faktor eines jungen Kunstschaffenden haben. Zusätzlich kann ein Künstler seinen Wert bzw. seinen Faktor dadurch steigern, wenn er durch Preise ausgezeichnet, qualifiziert wird. Dadurch erhält er eine Art Gütesiegel. Das Glück hat in der Kunstbranche oftmals jedoch einen besonderen Stellenwert. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, ist im Kunstgewerbe besonders wichtig. Das berühmte Quäntchen Glück, den passenden Galeristen, Gönner oder Förderer zu finden, spielt für Künstler eine ganz besondere Rolle. 

“Breite und Höhe, das ist das Material. Der Faktor, das ist die Willkür!” – Gerhard Richter

Auch berühmte Künstler wie Gerhard Richter haben sich in ihrer Frühphase an die Formel: Höhe plus Breite mal Faktor gehalten. 1964 wurde dem jungen Richter seine zweite Galerieausstellung ermöglicht. Gehard Richters bekanntes Bild “Sekretärin” wurde damals für 450 DM verkauft. Er selber verdiente gerade einmal 150 Mark. Den Restbetrag konnte der Kunsthändler Alfred Schmela für sich verbuchen. Als Richter die Hälfte des Betrages – was eigentlich in der Branche üblich ist – für sich einforderte, musste er sich mit der Antwort des Kunsthändlers abfinden: “Ja, was denkst du denn? Ist doch ein Riesenrisiko für mich. Weiß ich denn, ob aus dir jemals etwas wird?” Das “Riesenrisiko” wird heute auf sieben bis acht Millionen Euro geschätzt. Somit hat Richters Kunstwerk eine 35585fache Wertsteigerung erfahren.

Aber Gerhard Richter orientiert sich schon seit den 90er Jahren nicht mehr an der Faktorformel. Längst ist sein Name eine Marke für sich geworden und seine Werke bis zu 20 Millionen Euro wert.

Formel für Kunstfaktor/KünstlerfaktorFormeln im Überblick:

\text{Ma\ss{}e des Gemaeldes}=\text{Hoehe}+\text{Breite}\\ \\  \text{Ma\ss{}e der Plastik}=\text{Hoehe}+\text{Breite}+\text{Tiefe}

Um zu ermitteln, wie hoch der Faktor eines Künstlers ist, werden zunächst die Maße des Kunstwerkes summiert. Bei Gemälden werden Höhe und Breite addiert, bei Plastiken Höhe, Breite und Tiefe.

\text{Faktor}=\text{Kaufpreis}\div\text{Ma\ss{}e des Kunstwerks}

Dann wird der Preis des Werks durch die Summe der Ausmaße geteilt, um den Faktor zu erhalten.