Lötkolben, Laser & Flugsimulatoren: Wie Mädchen an der UniBw M Technik für sich erobern

Wer glaubt, dass Technik trocken und verstaubt ist, hätte diesen Sommer mal an der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) vorbeischauen müssen. Bei der jährlichen Ferienworkshop-Reihe „Starke Mädchen machen MI(N)T“ ging es richtig zur Sache: Rund um 3D-Druck, Sensorik und Luftfahrt verwandelten sich Universitätslabore in echte Zukunftswerkstätten für Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren.

Das Ziel? MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) nicht nur theoretisch erklären, sondern dort begreifbar machen, wo Spitzenforschung entsteht.

Hier sind drei Highlights, die zeigen, wie vielseitig und spannend Technikunterricht sein kann:

1. Von der Skizze zum Bauteil: Zaubern mit 3D-Druck

Vom simplen Quietscheentchen bis hin zu hochkomplexen Legierungen – im Workshop zum Thema 3D-Druck durften die Teilnehmerinnen direkt selbst Hand anlegen. Mit speziellen 3D-Druck-Stiften wurden im Handumdrehen eigene kreative Formen frei Hand „gezeichnet“.

Besonders faszinierend: der Blick in den industriellen Metall-3D-Druck. Wenn ein hochenergetischer Laserstrahl winzige Punkte auf mehrere tausend Grad erhitzt, um Schicht für Schicht sogenannte Superlegierungen zu erschaffen, wird Science-Fiction greifbare Realität.

2. Smart Home in Miniatur: Löten, Coden, Leuchten

Eines der absoluten Highlights war der Bau eines eigenen, funktionstüchtigen Smart Homes. Hier ging es an die Grundlagen moderner Elektronik:

  • Hardware: Bauteile eigenhändig auf Leiterplatten löten
  • Zuschnitt: Individuelle Bauteile per Lasergravierer anfertigen
  • Software: Mikrocontroller programmieren, um Sensoren und LEDs anzusteuern

Die Mädels waren mit vollem Fokus dabei und haben stolz eigene Wecker, Temperaturanzeigen oder dynamische Farbwechsel-Lichter programmiert – ein echtes Hightech-Haus zum Mitnehmen!

3. Faszination Fliegen: Selbst ans Steuer im Cockpit

Am Ludwig-Bölkow-Campus drehte sich alles um Aerodynamik, Konstruktion und die Frage: Warum fliegt ein Flugzeug eigentlich?

Nach einer Einführungsvorlesung bauten die Schülerinnen eigene Modellflugzeuge und ließen sie in einem freundschaftlichen Wettstreit abheben. Die Krönung: Im professionellen Flugsimulator der Universität durfte jede von ihnen selbst in die Rolle der Pilotin schlüpfen und das Steuer übernehmen.

Fazit: Mehr davon!

Initiativen wie diese (organisiert von der Familienservicestelle der UniBw M zusammen mit den Instituten) zeigen genau, worauf es ankommt: Ausprobieren statt Frontalunterricht. Wenn Mädchen frühzeitig erleben, wie viel Spaß das Coden, Löten und Konstruieren macht, öffnet das Türen für die nächste Generation an Ingenieurinnen und Wissenschaftlerinnen.

Übrigens: Wer noch mehr wissen will – am 27. August steht der letzte Workshop der Reihe im Institut für Mechanik an, wo an Prüfmaschinen untersucht wird, warum manche Werkstoffe biegen und andere splittern.