Katzenfutter: Bedarf und Kosten berechnen

katzenfutterKatzen wollen optimal versorgt sein. Doch wie viel Futter benötigt eigentlich eine Katze? Wie viele Kilokalorien sollte sie zu sich nehmen um nicht zuzunehmen? Wie viel Geld lässt sich durch eine alternative Sorte oder Ersatz durch Trockenfutter einsparen?

Futterbedarf und Kosten berechnen

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Auf zehn Deutsche kommt im Schnitt eine Katze. Das macht rund 8,2 Millionen Haus- und Wohnungskatzen, Streuner nicht mitgezählt. Sie alle werden geliebt und gepflegt, doch wenn es an das Thema Katzenfutter geht, weichen die Meinungen erheblich voneinander ab. Die einen schwören auf Trockenfutter, die anderen bevorzugen Nassfutter. Eine weitere Gruppe bereitet das Katzenfutter selbst zu. Dabei soll Katzenfutter nicht nur gesund für die Samtpfote sein, sondern auch günstig.

Was Katzenfutter kostet

Eine ausgewachsene Katze benötigt im Durchschnitt ein bis zwei Dosen Nassfutter am Tag. Das bedeutet pro Tag etwa 350 Gramm Futter. Dabei gilt die Faustregel: Je hochwertiger in der Zusammensetzung das Futter ist, desto weniger benötigt das Tier. Letztendlich hängt die Futtermenge jedoch von Alter, Gewicht und Aktivität der Katze ab. Eine neun Kilogramm schwere Main Cone benötigt mehr Futter als eine drei Kilogramm wiegender Abessinier. Entscheidend ist der Kaloriengehalt des Futters. Futter mit hochwertigen Inhaltsstoffen sättigt bei kleiner Menge deutlich länger als solches mit einfacher Rezeptur. Die scheinbare Ersparnis, die durch günstiges Katzenfutter entsteht, löst sich durch die größere Menge schnell in Luft auf. Gleichzeitig ist nicht jedes teure Produkt automatisch gut. Ein wesentlicher Faktor ist zudem der Geschmack der Katze. Nicht jeder Stubentiger isst alles, was ihm vorgesetzt wird. Daher gibt es eine große Bandbreite der Summe, die monatlich für Katzenfutter zu veranschlagen ist. So können sich die Kosten auf 20 Euro belaufen, aber auch 100 Euro und mehr sind möglich. Vor allem dann, wenn die Katze eine spezielle Diät- oder Heilnahrung benötigt.

Was Katzen brauchen

Katzen sind Fleischfresser. In der Natur ernähren sie sich von Kleintieren wie Mäusen, Vögeln, Insekten, Fischen und Amphibien. Daher ist ihr Verdauungsapparat darauf ausgelegt, die aus diesen Beutetieren gewonnenen Eiweiße und Fette optimal zu verstoffwechseln. Genau diese Inhaltsstoffe muss gutes Katzenfutter liefern. Auch die Aminosäuren Taurin und Arginin sind von Bedeutung. Sie sind ausschließlich in Fleisch enthalten. Im Idealfall wird der Katze Huhn, Pute, Ente, Kalb oder Rind im Wechsel angeboten. Fisch eignet sich ebenfalls, vor allem Lachs, Makrele, Thunfisch und Forelle. Exotische Fleischsorten wie Pferd oder Känguru werden zwar oft beworben, sind jedoch nicht notwendig. Rohfasern und Ballaststoffe, die in den Mägen der Beutetiere enthalten sind, versorgen das Tier mit weiteren wichtigen Nährstoffen. Zu nennen sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Vitamin A und Niacin.

Trocken- oder Nassfutter – was ist besser für die Katze?

Nassfutter

Nassfutter wird in Dosen, Frischetüten oder kleinen Schälchen angeboten. Auch Gelees und Pasteten fallen in diese Kategorie. Es weist einen Wasseranteil von rund 80 Prozent auf und sorgt mit dafür, dass die Katze ausreichend Flüssigkeit erhält. Durch Feuchtfutter werden Katzen schneller satt, was nicht nur zu einem geringeren Verbrauch führt, sondern auch gut für das Gewicht des Tieres ist. Einmal angebrochene Packungen müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Vor- und Nachteile von Nassfutter

Vorteile von Nassfutter

  • Katze wird optimal mit Flüssigkeit versorgt
  • es wird hochwertigeres Fleisch verarbeitet

Nachteile von Nassfutter

  • Futter ist schneller verderblich
  • vielen Sorten sind Konservierungsstoffe beigemischt, was gesundheitsschädigend sein kann

Was kostet Nassfutter für die Katze

Wer seine Katze liebt, möchte nur Qualität füttern. Viele Tierfreunde lassen daher das Billigfutter links liegen. Ein Irrtum. Denn wie die Stiftung Warentest in einem Test mit 33 Sorten Nassfutter herausgefunden hat, schneiden die Sorten aus den Discountern am besten ab. Die Tagesration kostet hier gerade einmal 0,21 Euro. Schlusslicht im Test war das teuerste Produkt mit einem Preis von 4,05 Euro pro Tag.

Trockenfutter

Trockenfutter kommt als Sticks, Kissen, Kroketten oder Knabberstücke daher. Die Energiedichte ist deutlich höher als bei Nassfutter, da die Zutaten komprimiert wurden. Das führt automatisch zu mehr Kalorien pro Portion, die dann insgesamt kleiner ausfällt. Trockenfutter wird von vielen Tierhaltern als hygienischer empfunden. Bleiben Reste im Napf, verdirbt nichts. Das kommt dem natürlichen Fressverhalten der Katze entgegen, die gerne kleine Portionen über den Tag verteilt isst. Gleichzeitig hat es die Funktion einer Art Zahnbürste und beugt Zahnstein bei Katzen vor. Damit die Flüssigkeitszufuhr gewährleistet ist, muss der Katze zusätzlich Wasser im Napf angeboten werden.

Vor- und Nachteile von Trockenfutter

Vorteile von Trockenfutter

  • Katzen folgen eher ihrem natürlichen Fressmuster

Nachteile von Trockenfutter

  • Futter ist stärker verarbeitet
  • Eiweißqualität lässt oft zu wünschen übrig
  • Feuchtigkeitsanteil ist zu gering

Was kostet Trockenfutter für die Katze?

Trockenfutter ist die günstigste Form, einen Stubentiger zu ernähren. Viele der angebotenen Marken bezeichnen sich als Alleinfutter, mit dem die Katze ein Leben lang ernährt werden kann. Zwischen fünf und 49 Cent pro Tag kostet laut Stiftung Warentest die Ernährung einer Katze mit Trockenfutter. Auch hier schnitt das Discounterfutter gut ab, während Bionahrung und Spezialnahrung ohne Getreide oder Gluten nur mangelhaft erhielten. Um das beste Nassfutter für die Katze zu finden, müssen Tierhalter vorher genau darauf achten, welche Nährstoffe der Stubentiger braucht und wie die einzelnen Produkte zusammengesetzt sind.

Katzenfutter selber machen

Es gibt viele gute Gründe, um Katzenfutter selber zu machen. Die Tiere freuen sich über die Abwechslung und eine frische Mahlzeit ist in puncto Nährstoffgehalt einfach nicht mit Fertigfutter vergleichbar. Auch bei kranken und übergewichtigen Tieren ist selbstgemachtes Katzenfutter eine gute Idee. Grundsätzlich gilt, dass Katzen, die gerne Mäuse fangen, daran nicht gehindert werden sollten. Die Nager gehören zu ihrer natürlichen Beute und Katzen wissen, wie gut der Verzehr für sie ist. Zwei große Ernährungstrends gibt es für Katzenbesitzer, die ihre Lieblinge gerne selber füttern wollen. Die klassische Variante ist selbst gekochtes Katzenfutter. Daneben setzt sich immer mehr BARF durch. Die Abkürzung steht für „Biologisch artgerechtes Füttern“ und beinhaltet hauptsächlich den Verzehr von rohem Fleisch. Für welche Methode sich ein Tierbesitzer auch immer entscheidet: Wer selbst kocht, muss umfangreiche Informationen sammeln, damit die Katze alle Nährstoffe erhält.

BARF

Barf stellt für viele Katzenbesitzer die artgerechte Nahrung einer Katze dar. Bei dieser Methode wird die Katze mit rohem Fleisch gefüttert. Der Unterschied ist: In freier Wildbahn fressen Katzen ihre Beute mit Haut und Haar. Das gibt ihnen automatisch wichtige Zusatznährstoffe. Bei Wohnungskatzen, die rohes Fleisch erhalten, muss dieser Mangel kompensiert werden. Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente müssen beim Barfen zusätzlich verabreicht werden. Vor allem Taurin spielt eine Rolle. In der Natur enthält eine Maus auf 100 Gramm Fleisch 240 Milligramm Taurin. Wird Lamm oder Huhn an eine Wohnungskatze verfüttert, sind es gerade einmal 30 bis 50 Milligramm. Zu bedenken ist ebenfalls, dass rohes Fleisch Parasiten und Krankheitserreger enthalten kann. Auf keinen Fall sollte eine Katze rohes Schweinefleisch erhalten. Darin kann das tödliche Aujeszky-Virus enthalten sein. Nicht jede Katze ist begeistert, wenn sie auf rohes Fleisch umgestellt wird. Tierhalter fangen am besten an, kleine Stücke zwischendurch als Leckerli zu geben. Manche Katzen entdecken die Lust am Barfen auch durch das Anbieten kompletter Beutetiere wie Küken oder Mäuse.

Was kostet barfen?

Rohes Fleisch, Innereien und Knorpel sind am besten für Katzen geeignet. An Fleischsorten lassen sich Lamm, Rind, Huhn, Pute oder Ente verwenden. Je nach Fleischsorte betragen die Kosten bei einer vier Kilogramm schweren Katze zwischen 14 und 20 Euro pro Monat. Bei Sonderangeboten wird es natürlich günstiger. Hinzugerechnet werden müssen die Kosten für Nahrungsergänzungsmittel.

Vor- und Nachteile von Barfen

Vorteile

  • hohe Nährstoffdichte
  • garantiert ohne künstliche Zusatzstoffe
  • nach der Eingewöhnungsphase steigert sich der Appetit des Tieres
  • schöneres Fell und bessere Zähne
  • robustere Darmflora
  • übergewichtige Katzen nehmen leichter ab

Nachteile

  • Barfen ist deutlich zeitaufwändiger
  • Verarbeitung und Fütterung ganzer Tiere ist nichts für schwache Nerven
  • rohes Fleisch kann Krankheitserreger erhalten
  • bei nicht sachgemäßer Fütterung drohen Mangelerscheinungen

Katzenfutter selber kochen

Trotzdem gibt es immer wieder Stubentiger, für die sich die Rohfütterung nicht eignet. Manch einer kocht Mahlzeiten für seine Katze. Wenn hier auf eine ausgewogene Nährstoffkombination geachtet wird und nur Zutaten verwendet werden, die ein Katzenmagen verträgt, spricht im Grunde nichts dagegen. Wer es ganz clever anstellt, nimmt einfach Zutaten, die an diesem Tag zu Hause ohnehin auf den Tisch kommen und wandelt sie entsprechend ab. Neben Fleisch müssen Fette, Mineralstoffe, Vitamine, Ballaststoffe und ein paar Kohlenhydrate in die Katzenmahlzeit. Fett kann leicht in Form von Ölen verabreicht werden. Ballaststoffe kommen durch gekochten Reis oder Getreideflocken. Um die Versorgung mit den restlichen Vitalstoffen zu sichern, müssen Nahrungsergänzungsmittel hinzugegeben werden. Wenn die Katzenmahlzeiten nicht nur gelegentlich als Leckerli aufgetischt werden sollen, empfiehlt es sich, einen Ernährungsplan mit dem Tierarzt aufzustellen. Klar ist: Für die Katze kochen ist zeitintensiv.

Was kostet selbst zubereitetes Katzenfutter?

Um Katzenfutter selbst zu kochen, reichen haushaltsübliche Zutaten wie Fleisch, Reis, Karotten Brokkoli und Kartoffeln nebst Öl völlig aus. Die Mengen können leicht von den Menschenmahlzeiten abgezweigt werden. Investiert werden muss in entsprechende Nahrungsergänzungsmittel, zum Beispiel ein Taurinpräparat. Da nur wenig benötigt wird, halten diese Produkte lange. Unter dem Strich ist die Zubereitung von Katzenmahlzeiten sicher günstig, nimmt aber Zeit in Anspruch.

Vor- und Nachteile von selbst gekochtem Katzenfutter

Vorteile

  • frische Mahlzeiten mit hohem Nährstoffgehalt
  • abwechslungsreiche Mahlzeiten für die Katze
  • frei von Zusatzstoffen

Nachteile

  • zeitintensive Zubereitung
  • bei falscher Zusammensetzung kann es zu Mangelerscheinungen kommen

Fazit

Die meisten Tierärzte raten zu einer Mischfütterung aus Trocken- und Nassfutter. Am besten wird am Morgen und Abend Nassfutter gereicht, während den ganzen Tag über Trockenfutter im Napf zur Verfügung steht. Dieses Fressen in Happen entspricht dem natürlichen Verhalten einer Katze. Auf diese Weise lässt sich eine Katze mit handelsüblichen Produkten gesund, ausgewogen und günstig ernähren. Andere Halter setzen auf rohe oder selbstgemachte Mahlzeiten. Das kann ebenfalls preiswert bewerkstelligt werden. Wichtig ist letztendlich, dass eine Katze nicht nur ausgewogen ernährt wird, sondern auch die Fütterungsart gut annimmt.

Katzenfutter

Überfressene Katzen? In der Praxis nicht durch Kühlschrankraub, sondern vermeintlich übervorsorgliche Herrchen und Frauchen.

Formel

Zur Berechnung des täglichen Kalorienbedarfs einer Katze wird folgendermaßen vorgegangen:

\text{taeglicher Kalorienbedarf}=   \text{Basiswert}\times\text{(Gewicht der Katze)}^\text{0,75}

Der Basiswert ist anhängig von der Aktivität und Geschlecht der Katze, sowie davon ob eine Kastration erfolgte.

Aktivität der KatzeUnkastriertKastriert
geringe Aktivität71 kcal71 kcal
normale Aktivität78 kcal78 kcal
hohe Aktivität95 kcal100 kcal

Die benötigte Futtermenge ergibt sich, in dem der tägliche Kalorienbedarf durch die Kalorien, die ein Gramm Futter enthält, geteilt wird.

\text{Futtermenge}=   \frac{\text{taeglicher Kalorienbedarf}}{\text{kcal pro Gramm Futter}}
Tut

Geräucherter, gesalzener oder marinierter Fisch tut Katzen nicht gut. Auch auf rohen oder gar gefrorenen Fisch sollte verzichtet werden.

Für die Kalorien pro Gramm Futter werden Durchschnittswerte verwendet: Ein Gramm Trockenfutter schlägt mit 3,5 kcal zu buche – und ist damit ein wenig weniger nährreich als Hundefutter.  Feuchtfutter hingegen enthält nur ca 0,85 kcal pro Gramm. Um hierbei ein bestimmtes Verhältnis zwischen Trockenfutter und Feuchtfutter einzuhalten, muss noch der prozentuale Anteil in die Rechnung mit einbezogen werden:

\text{Trockenfuttermenge}=   \frac{\text{taeglicher Kalorienbedarf}}{\text{kcal pro Gramm Futter}}\times\text{prozentualer Anteil}
\text{Feuchtfuttermenge}=   \frac{\text{taeglicher Kalorienbedarf}}{\text{kcal pro Gramm Futter}}\times\text{prozentualer Anteil}