Clevere Spartipps, um den Stromverbrauch zu Hause zu senken

Strom sparen ist eine tolle Sache: Weniger Stromverbrauch bedeutet, dass die nächste Stromrechnung niedriger ausfällt. Außerdem schützt ein niedriger Stromverbrauch die Umwelt und das Klima. Allerdings müssen es nicht immer gleich neue, stromsparsamere Geräte sein – die kosten nämlich erst einmal Geld und sind in der Herstellung gar nicht so gut für Klima und Umwelt. Besser: Stromspartipps, die sich sofort und ohne Kosten umsetzen lassen!

Stromverbrauch vergleichen: Wie hoch ist der Verbrauch eigentlich?

Wer Strom sparen will, sollte erst einmal herausfinden, wie viel Strom eigentlich verbraucht wird. Dafür helfen Vergleichstabellen. Die Tabellen der Verbraucherzentrale beispielsweise bieten ganz realistische Werte. Hier wird der Stromverbrauch im letzten Jahr einfach mit den Werten der Tabelle verglichen. Ausschlaggebend ist, wie viele Personen im Haushalt leben, ob Warmwasser per Strom aufgeheizt wird und ob man in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus lebt.

Grob gesagt: Je niedriger der Stromverbrauch ist, desto weniger Einsparpotential gibt es. Aber etwas Sparpotential gibt es natürlich immer, auch wenn man bereits weniger Strom als vergleichbare Haushalte verbraucht. Wichtig: Der höchste Stromverbrauch entfällt in den meisten Haushalten auf die Warmwasserbereitung und auf die Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Dicht darauf folgen die Posten Kühlen und Gefrieren sowie Kochen.

Neugeräte können sinnvoll sein

Insbesondere Unterhaltungselektronik benötigt viel Strom – auf das liebste Hobby Computer will dann aber doch niemand verzichten. Fernsehgeräte mit großen Bildschirmen, Musikanlagen und ähnliche Geräte sind natürlich Stromfresser. Dabei verbrauchen die neueren Geräte weniger Strom als Altgeräte.

Wie groß das Einsparpotential ist, hängt vom jeweiligen Gerät ab. Bei Kühl- und Gefriergeräten lohnt es aber durchaus, auf den Stromverbrauch zu schauen. Denn oft sind Geräte bereits nach fünf bis zehn Jahren sehr viel höher im Verbrauch als Neugeräte. Altgeräte können kostenlos über die kommunalen Sammelstellen entsorgt werden.

Wie sieht es bei der Heizungspumpe aus? Eine alte Heizungspumpe mit einem Verbrauch von 600 kWh/Jahr kostet etwa 175 Euro an Strom. Neue, effizientere Geräte kommen mit 120 kWh/Jahr aus, der Stromverbrauch für das eine Gerät sinkt damit auf etwa 35 Euro im Jahr.

Beim Wäschetrockner sieht es ähnlich aus: Ältere Geräte brauchen meist so um die 590 kWh/Jahr und damit ca. 170 Euro. Ein Neugerät kann mit 160 kWh/Jahr auskommen, kostet also nur noch 45 Euro an Strom. TV, PC, Drucker, Router und andere Unterhaltungselektronik sieht in Zahlen ähnlich aus.

Relativ gering ist das Einsparpotential dagegen bei Herd und Backofen: auch neue Geräte kommen auf 350 kWh/Jahr und damit auf 100 Euro. Ältere Geräte liegen im Vergleich auch „nur“ bei 500 kWh/Jahr und damit bei etwa 145 Euro.

Ein wichtiger Punkt kann die Beleuchtung sein. Alte Leuchtmittel verbrauchen oft recht viel Strom. Das ist insbesondere bei Halogenlampen der Fall. Werden diese durch LEDs ersetzt, kann das einen Unterschied von 300 kWh/Jahr oder mehr machen. Auf der Stromrechnung macht sich im Bereich von 90 Euro oder mehr bemerkbar. Wer allerdings schon alle Lampen im Haus auf LED umgerüstet hat, kann hier mit neueren, effizienteren Leuchtmitteln nur wenig Geld sparen.

Energieeffiziente Geräte erkennt man an dem EU-Energielabel. Der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten ist europaweit einheitlich gekennzeichnet. Geräte, die mit A+++ oder A++ gekennzeichnet sind, gelten als besonders sparsam. Bei Geräten mit dem Energielabel A oder B bewegt man sich allerdings schon im Mittelfeld. Noch vor einigen Jahren war das Label A die beste Effizienzklasse.

Insbesondere auf Kühl- und Gefriergeräte achten

Kühl- und Gefriergeräte laufen rund um die Uhr und das ganze Jahr über. Deshalb lohnt es hier besonders, auf sparsame Geräte zu achten. Aber auch die Einstellung macht viel aus. Normalerweise reicht im Kühlschrank eine Innenraumtemperatur von etwa  C aus. Allerdings sollte Hackfleisch wie auch andere schnell verderbliche Speisen bei maximal  C gelagert werden. Ein Grad Temperaturunterschied im Kühlschrank macht allerdings einen Unterschied von 6 % im Stromverbrauch aus … Vielleicht muss der Kühlschrank also nicht immer auf höchster Stufe laufen. Gefriergeräte müssen ohnehin nicht kälter als –18° C sein.

Strom sparen kann man auch, indem man bei Kühlgeräten auf die nötige Größe achtet. Singles und Zwei-Personen-Haushalte kommen mit 100 l bis 140 l Nutzinhalt aus. Für jede weitere im Haushalt sollten etwa 50 l extra gerechnet werden. Das gilt für Kühlschränke – bei Gefriergeräten sollte laut Stiftung Warentest eine Richtgröße von etwa 50 l bis 80 l je Person im Haushalt gerechnet werden.

Übrigens reicht es beim Neukauf eines Geräts nicht aus, nur auf das Energielabel zu achten: Der tatsächliche Stromverbrauch kann innerhalb einer Klasse erheblich schwanken. Die kWh-Angabe auf dem Effizienzlabel muss also auch beachtet werden.

Streitpunkt Spülmaschine: Effizient, oder nicht?

An der Spülmaschine scheiden sich die Geister: Ist es tatsächlich umweltfreundlicher und stromsparsamer, Geschirr in der Maschine zu reinigen? Es kommt darauf an. Zuerst einmal ist die Spülmaschine erst dann effizient und stromsparsam und umweltfreundlich, wenn sie wirklich voll beladen ist. Das Geschirr sollte nicht von Hand vorgespült werden, denn das ruiniert die Effizienz der Maschine.

Spar– und Kurzprogramme reichen aus, um leichte Verschmutzungen zu entfernen. Und auch harte Fälle werden bei Temperaturen von 50° C bis 55° C sauber. Das ist ein echter Stromspartipp, denn was bei der Spülmaschine so viel Strom verbraucht, sind die hohen Wassertemperaturen. Allerdings sollte die Maschine wenigstens einmal im Monat bei 60° C laufen, damit sich keine Fettablagerungen und dergleichen bilden. Hat eine Maschine Automatikprogramme, sollten die häufig genutzt werden. Denn die Sensoren gehen kaputt, wenn sie nicht genutzt werden.

Eher Kleingeräte als den Herd nutzen

Herd und Backofen benötigen im Vergleich zu Elektrokleingeräten mehr Strom. Daher sollte Wasser eher im Wasserkocher erwärmt werden, der Schnellkochtopf häufig zum Einsatz kommen und auf dem Herd grundsätzlich mit einem Topfdeckel gekocht werden. Fehlt der Deckel auf dem Topf, geht nämlich viel Energie verloren. Übrigens benötigen Cerankochfelder und konventionelle Infrarotstrahlen beim Herd etwa 20 % mehr Energie als der Induktionsherd. Den höchsten Verbrauch haben Herde und Kochplatten mit einer gusseisernen Kochplatte.

Öfters mal ausschalten

Viele Geräte haben heute keinen Ausschaltknopf mehr. Das ist insofern problematisch als, dass die Geräte auch im Stand-by-Modus noch Strom benötigen. Fernseher und DVD-Player und dergleichen sollten, wenn möglich, bei Nichtgebrauch grundsätzlich ausgeschaltet werden.